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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 27.11.2019
  • ISBN: 9783737356961
Tahereh Mafi

Wie du mich siehst

Katarina Ganslandt (Übersetzer)

Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden
Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet.
Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ...

»Die allerbesten Bücher bewegen dich dazu, die Welt um dich herum zu überdenken, und das ist eines von ihnen.« Nicola Yoon, Bestsellerautorin von ›Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt‹

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2020

Was passiert, wenn zwei Menschen aus völlig verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen und sich verlieben?

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Wenn ein muslimisches Mädchen mit Kopftuch und ein Highschool Liebling ihre Liebe zueinander entdecken, aber die Vorurteile der Mitschüler und Lehrer diese Liebe zueinander unmöglich machen? Mit diesem ...

Wenn ein muslimisches Mädchen mit Kopftuch und ein Highschool Liebling ihre Liebe zueinander entdecken, aber die Vorurteile der Mitschüler und Lehrer diese Liebe zueinander unmöglich machen? Mit diesem Thema setzt sich Tahereh Mafi in "Wie du mich siehst" auseinander. Dabei kann sie auf ihre eigenen Erfahrung aus ihrer Jugend zurückgreifen und sehr bewegend schildern, was im Kopf einer 16-jährigen vor sich geht, die ständig mit Anfeindungen zurechtkommen muss.

Die Autorin:
Taheri Mafi (geboren 1988 in den USA) ist iranischer Abstammung und musste seit den Anschägen am 11. September immer wieder mit Anfeindungen zurecht kommen. Die Islamophobie griff rasant um sich und so flüchtete sie sich in die Welt der Musik und des Breakdance. 2011 erschien ihr erster Roman aus de "Shatter-Me"-Reihe, mit welchem sie große Erfolge feierte.

Inhalt:
„Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Die Handlung von "Wie du mich siehst" ergriff mich von der ersten Seite an. Tahereh Mafi schafft es mit ihrem Schreibstil tief in das Innenleben der Protagonistin Shirin zu blicken und lässt uns somit nicht nur an ihrem schweren Alltag in der Highschool teilhaben, sondern auch an ihrer gesamten Gedankenwelt, die von Furcht und Hass geprägt ist.

Während Shirin versucht so wenig wie möglich aufzufallen, um den rassistischen Anfeindungen ihrer Mitschüler zu entgehen, mit denen sie auf vielen anderen Schulen bereits konfrontiert wurde, muss sie erkennen, dass dies nicht funktioniert. Ein Lehrer, der es gut meint, sorgt für eine demütigende Situation, in welcher sich Shirin auf einmal befindet.

Ocean, einer ihrer Mitschüler will Shirin näher kennenlernen, er ist neugierig und stellt so unbedarft viele Fragen über ihr Leben und ihren Glauben, dass er sich still und heimlich in ihr Herz schleicht. Doch wie können zwei Menschen, die aus so ungleichen Verhältnissen kommen, zusammen sein, vor allem, wenn ihre Umwelt dies einfach nicht verstehen und akzeptieren kann? Die beiden müssen einen steinigen Weg gehen, der vor allem Shirin wachsen lässt, denn auch sie muss erkennen, dass sie nicht vorurteilsfrei ist.

Shirin findet einen emotionalen Ausgleich in ihrer Breakdance Crew, deren Mitglieder Shirin ganz natürlich in ihrer Mitte aufnehmen. Ihr Bruder Navid führt die Crew an und drei weitere Freunde von ihm bieten Shirin im Laufe der Geschichte eine Stütze. Vor allem, weil sie offen mit ihr reden und Shirin klar machen, welche Wirkung sie auf ihre Umwelt hat, und diese hat nichts mit ihrem Kopftuch zu tun. Sie alle sind sehr sympathische und aufrichtige Freunde für Shirin.

Was mich hingegen wirklich bestürzt hat, ist, dass Shirins Eltern überhaupt kein Interesse am Leben ihrer Kinder zeigen. Sie haben selbst sehr schwere Zeiten durchgemacht und denken, dass ein Alltag als Teenager nicht so schlimm sein kann. Shirins Vater zeigt zwar Ansätze von Interesse und bietet sein offenes Ohr an, jedoch ist er meiner Meinung nach nicht hartnäckig genug.

Das Buch lässt mich betäubt zurück. Ich war entsetzt über die Dummheit der rassistischen Taten und zutiefst bewegt von der Offenheit Oceans, die immer wieder auch auf Shirin abfärbte und so wunderschöne Dialoge zutage brachte. Das Ende bleibt in gewissem Sinne offen, aber Shirin nimmt unheimlich viel durch ihre Erfahrungen in ihre Zukunft mit.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

hab mir mehr erwartet, aber gerade Diskriminierung gut dargestellt

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„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir ...

„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir jeden Tag angezogen hatte.“
- S. 348


Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ist durch den starken Kontrast zwischen Schwarz und Weiß und die zwei Personen, die Shirin und Ocean darstellen, sehr auffällig. Man kann auch durch die Beschreibungen im Buch die Protagonisten gut identifizieren.
Der Kontrast zwischen den beiden Farben stellt die unterschiedlichen Leben der Zwei da und passt daher gut zum Buch.
Dennoch ist dieses Cover keins mit einem Wow- Effekt, das gewisse Etwas fehlt mir.
4 /5 🦋e


Inhalt
Es ist kurz nach 9/11 und Shirin ist mal wieder umgezogen und muss ihr Leben an einer neuen High-School meistern. Mit ihren persischen Wurzen, dem Kopftuch und ihrem offensichtlichen Anderssein hat sie es nicht leicht und als LeserIn ist man schon fast schockiert, wie schnell sie auf Anfeindungen trifft, wie stark die institutionelle Diskriminierung zu spüren ist und wie schwer es Shirin hat.
Ihr etwas ruppiger und eher anti- eingestellte Charakter ist da leicht erklärt.
Dadurch, dass die Geschichte kurz nach 9/11 spielt, sind diese Anfeindungen wohl stärker, als (offensichtlich gekleidete) Muslim es jetzt über sich ergehen lassen müssen. Und doch gab es so viele Szenen, in die ich mich komplett in Shirin hineinversetzen konnte und es toll finde, wie authentisch es dargestellt wurde: der falsch ausgesprochene Name, die Vermutung, sie könne kein Englisch, die falschen Behauptungen und Gedanken über ihren Kleidungsstil und und und.
Direkt beim Reinlesen dachte ich mir: Wow Tahere Mafi trifft es auf den Punkt!

Mit der Zeit wurde mir dennoch eine Sache wichtig:
Jedem sollte bewusst sein, dass das hier NUR Shirins Geschichte ist, nicht die von allen Perserinnen oder allen Musliminnen.

Bei manchen Sachen wird es im Buch zu sehr auf die Kultur bezogen und pauschalisiert (z.B. der Bruder darf mehr – Nein! Das ist bei Shirin so, aber sicher nicht (& das weiß ich) bei allen dieser Religion oder dieser Kultur. )
Wäre die Protagonistin „weiß“ und „westlich“, müsste man das wohl so nicht explizit sagen, doch leider denkt man sobald es um eine ethnisch oder religiöse Andere geht, dass mit diesem Charakter ALLE Personen dieser Kultur oder Religion beschrieben werden. Aber nein, es geht nur um Shirin.

Im Ganzen gefällt mir der Plot gut, es ist nicht voraussehbar, wie es weitergeht. Und Ocean ist ein toller männlicher Protagonist, bei dem man sich so manches mal dachte „Mensch Shirin, sei doch mal netter!“. Es bleibt immer spannend und man fiebert mit beiden, besonders mit Ocean mit.

Es wurde nie langweilig und auch wenn ich gerne etwas mehr Backgroundwissen gehabt hätte; zu Sachen, die Shirin erwähnt (Fastenmonat o.Ä.) und mir dadurch ein paar Themen zu oberflächlich gehalten wurden, gefällt mir der Plot im Ganzen gut.
4 /5 🦋e


Schreibstil
Das Buch ist aus Shirins Ich- Perspektive geschrieben und lässt sich super leicht und flüssig lesen. Die Seiten flogen nur so dahin und obwohl Shirin wirklich ruppig ist, verstand ich vieler ihrer Probleme wirklich gut.
Dennoch fehlte mir bei dem Schreibstil, besonders bei emotionalen Szenen, der gewisse Wow- Effekt, manches kam einfach nicht so ganz an.
Gerade weil ich weiß, dass es größtenteils autobiographisch ist, habe ich in der Protagonistin sehr oft Tahereh Mafi wiedererkannt und hatte das Gefühl, dass sie sich ihren LeserInnen gerade selber öffnet. Das hat alles noch mal viel persönlicher gemacht.
3,5- 4 /5 🦋e


Fazit
Mal ein ganz anderer Young Adult Roman, in dem Rassismus und Diskriminierung offen angesprochen wird und deutlich wird, welche verheerende Rolle beides spielen kann.
Die Diskriminierungserfahrungen waren sehr authentisch dargestellt und ich denke, viele können sich (leider) damit identifizieren.
Da die Autorin jedoch bewusst von einem persischen und muslimischen Mädchen schreibt, dass ein Kopftuch trägt und zum Teil religiöse Praktiken erwähnt, hätte ich mir diesbezüglich etwas mehr Tiefe gewünscht und auch eine Abgrenzung zwischen Shirins eigener Meinung und Kultur und Religion, da alles recht vermischt wurde und ich dadurch die Vermutung habe, dass es für LeserInnen so rüberkommen kann, als seien diese drei Sachen identisch. Jedoch ist Shirin, wie jeder einfach ein Mädchen (egal welcher Kultur & Religion) mit ihren eigenen Ansichten und ihrem eigenen Leben.
Ich habe etwas die Angst, dass sie zu sehr als Rollenbild gesehen wird, nicht als ein individueller Charakter.

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Veröffentlicht am 03.01.2020

Mein absolutes Lieblingsbuch!

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Klappentext
Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben ...

Klappentext
Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet. Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ...

Meine Meinung
“I’m sick and tired of trying to explain to the world why racism is bad, okay? Why is that my job?“ - Shirin

Wow wow wow! Ehrlich gesagt, habe ich für dieses unbeschreibliche Buch keine Worte. Ich habe das Buch jetzt vor einem Monat beendet und bis heute lässt mich die Geschichte von Shirin und Ocean einfach nicht mehr los.

Die Geschichte von Shirin und Ocean ist wirklich emotional und berührend. Erzählt wird die Geschichte von der 16-jährigen Shirin, ein Jahr nach den Ereignissen von 9/11, die als Muslima in Amerika geboren und aufgewachsen ist. Shirin hat schon ihr Leben lang mit Vorurteilen und Fremdfeindlichkeit zu kämpfen. Sie trägt aus eigener Überzeugung ein Kopftuch und verschließt sich immer mehr vor der Welt, weil sie schon unzählige Male mit Abneigung, Unverständnis und Gewalt gegenüber ihrer eigenen Person und Herkunft konfrontiert worden ist. Als sie Ocean trifft, ändert sich für sie dann alles. Denn er sieht sie mit ganz anderen Augen und verhält sich auch sonst völlig anders als Shirin es erwartet.

Ich LIEBE Shirin. Ich glaube, ich habe noch nie einen echteren Teenager in einem Buch erlebt. Man kann sie und ihre innere Zerrissenheit unheimlich gut nachvollziehen. Und Ocean? Ich habe keine Ahnung, wo ich hier anfangen soll. Er ist ein so wundervoller Mensch- und Oh, my- wo finde ich bitte so einen Kerl! Man kann nicht anders als die zwei zu lieben. Die Liebe zwischen den beiden ist unfassbar zärtlich und so gefühlvoll. Absolut einzigartig und authentisch. Für mich ist es eins der besten Liebesgeschichten, wenn nicht sogar die beste Liebesgeschichte in YA-Romanen.

Ich mochte es unheimlich gern, dass die Autorin keineswegs mit Klischees spielt, sondern mehrdimensionale, vielfältige, echte Charaktere geschaffen hat, die sowohl ihre guten als auch schlechten Seiten haben und zeigen. Man wird mit den Problemen, den Ängsten, der Ratlosigkeit und dem Hass von damals konfrontiert, wobei es heutzutage leider teilweise immer noch so schlimm ist. Man erkennt durch die Perspektive der Protagonistin, dass es ein sehr persönliches Buch für die Autorin ist. Es ist sehr viel aus ihrem Erlebten in Teenagerzeiten inspiriert, was das Ganze noch authentischer, noch realer und noch besonderer macht. Dieses Buch hat mir unheimlich viel mitgegeben, und es hat mich einfach daran erinnert, wieso ich das Lesen so sehr liebe.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich glaube ich habe mich hier etwas mehr in Tahereh Mafis besonderen Stil verliebt. Es ist total einnehmend, absolut einzigartig und hat etwas poetisches. Es gab auch haufenweise tolle Textstellen, die ich mir markieren musste, weil sie zu schön sind, um sie zu vergessen. Und ich liebe liebe liebe es, wie die Autorin ihre Charaktere zeichnet. Sie lässt ihre Charaktere durch die Hölle gehen. Was aber einen unglaublich großen Raum für Wachstum bietet – und was für eine Entwicklung sie hier durchlaufen. Ich habe das Buch in einem Rutsch beendet und kann nur sagen – lest es, liebt es, lebt es!

Fazit
„Wie du mich siehst“ ist eins der besten Jugendromane, die ich jemals lesen durfte. Ein Jugendroman, der unter die Haut geht mit einem Thema, das zum Nachdenken anregt und einer Liebesgeschichte, die einem so schnell nicht mehr loslassen wird. Für mich ist es nicht nur mein Jahreshighlight 2k19 schlechthin, sondern ein absolutes Lebenshighlight. Jeder sollte dieses Buch lesen! Am liebsten würde ich das Buch jetzt noch mal lesen, nur um diese Atmosphäre wieder heraufzubeschwören und jene Momente noch einmal erleben zu können, die für Shirin und Ocean so bedeutend und wichtig gewesen sind.

Veröffentlicht am 29.12.2019

Unbedingt lesen!

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"Wie du mich siehst" hat mich schon wegen des Covers angesprochen. Ein sehr interessantes Thema, das leider aktueller ist als je zuvor. Ich fand es toll, mal die Gedanken von jemandem zu "hören", der ein ...

"Wie du mich siehst" hat mich schon wegen des Covers angesprochen. Ein sehr interessantes Thema, das leider aktueller ist als je zuvor. Ich fand es toll, mal die Gedanken von jemandem zu "hören", der ein Kopftuch trägt. Die Gründe dafür und was es demjenigen bedeutet. Ein wirklich schöner Einblick, der zeigt, dass dahinter mehr steckt (stecken kann) als Zwang und veraltete Vorstellungen von Sittsamkeit.
Die Liebesgeschichte ist sehr schön geschrieben und man kann die Zerrissenheit der Protagonistin sehr gut nachvollziehen - man fühlt richtig mit ihr und fragt sich bei jeder ihrer Überlegungen wie man sich selbst in der Situation entschieden hätte. Stark sein und für sein eigenes Glück einstehen? Oder dem überwältigenden Druck der Gesellschaft nachgeben?!
Ich hätte mir gewünscht, mehr von Oceans Gefühlen zu erfahren und herauszufinden, wie es Shirin mit ihren "Guten Vorsätzen" zum Ende des Buches hin ergangen ist. Ansonsten wirklich super! Unbedingte Lese-Empfehlung - auch für Schulen!

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Wie Du Mich Siehst-Ein brilliant gut geschriebener Roman!

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Shirin ist es leid immer wieder umziehen zu müssen, nur weil ihre Eltern sich damit einen noch besseren Lebensstandard und somit noch bessere Möglichkeiten für ihre Kinder erhoffen. Denn ein Umzug bedeutet ...

Shirin ist es leid immer wieder umziehen zu müssen, nur weil ihre Eltern sich damit einen noch besseren Lebensstandard und somit noch bessere Möglichkeiten für ihre Kinder erhoffen. Denn ein Umzug bedeutet für Shirin immer die gleichen schlimmen Kommentare, den unfairen Hass und das Unverständnis, weil sie eine Hijab trägt. Als sie Ocean James trifft, ändert sich für Shirin alles. Denn er sieht sie mit anderen Augen und verhält sich auch sonst völlig anders als Shirin es erwartet.

Der Stil von Tahereh Mafi ist unvergleichlich. Sie zeigt offen, direkt und trotzdem feinfühlig wie die Menschen auf Dinge reagieren, die ihnen Angst machen. Egal ob diese Angst gerechtfertigt ist oder nicht. Sie zeigt aber auch, dass Shirin selbst immer wieder feststellt, dass sie auch nicht ganz ohne Fehler und Tadel ist. Und genau diese Art der Hinterfragung bei sich selbst hat mir die Hauptfigur besonders sympathisch gemacht.

Shirin muss sich in ihrem Alltag mit Dingen auseinandersetzen, die von grausam, unfair bis hin zu unverschämt gehen. Ihr werden Kommentare ins Gesicht geschleudert, die sich stellenweise wie ein schlechter Witz lesen, von der Autorin aber absolut ernst gemeint sind. Da wird gezeigt, dass Menschen mit allem was anders ist als ihr sonstiges Weltbild, nur selten wirklich gut zurechtkommen. Was mich an Shirin vor allem begeistert hat, und diesen Roman zu einem echten Hit macht, ist die Tatsache, dass Shirin selbst auch nicht vorurteilsfrei ist und trotz allen Übels, das ihr entgegenschlägt, aber die Größe besitzt, sich selbst, ihre Denkweise und ihre Taten, zu hinterfragen. Sie sieht praktische beide Seiten der Medaille und ist absolut bereit, an sich zu arbeiten, ohne dabei ihre Prinzipien und ihr Selbst aufzugeben.


Dieses Buch ist großartig! Ein brillant gut geschriebener Roman, der nicht nur eine emotionale Geschichte zeigt, die gnadenlos ehrlich, brutal und einfühlsam ist, sondern auch eine Hauptfigur darstellt, die mit Ironie und Sarkasmus über ihr Leben spricht. Am Ende war ich sehr beeindruckt von Shirin und musste viel nachdenken. Dies ist kein Roman, den du beenden und dann mit deinem Leben so weitermachen kannst, als ob du dieses Buch nie gelesen hättest. Diese Geschichte beeinflusst dich auf die eine oder andere Weise. Wenn nicht, kannst du kein Mensch sein. Wenn dieser Titel für dich neu ist, lies ihn und sieh selbst wie die Welt von anderen gesehen wird und wie Tahereh Mafi darüber schreibt. Sehr empfehlenswert.