Cover-Bild Die Fliedertochter

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 11.02.2019
  • ISBN: 9783641198114
Teresa Simon

Die Fliedertochter

Roman
Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.

Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist ...

Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird ...







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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 4 Regalen.
  • 1 Mitglied hat dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 1 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2019

Sehr bewegende Geschichte im wunderschönen Wien

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Berlin 1936:  Luzie Kühn träumt von einer Karriere im Rampenlicht. Als die Nazis an die Macht kommen, hat sie Angst, dass sie als Jüdin enttarnt wird und verlässt Berlin. In Wien lernt sie Bela kennen ...

Berlin 1936:  Luzie Kühn träumt von einer Karriere im Rampenlicht. Als die Nazis an die Macht kommen, hat sie Angst, dass sie als Jüdin enttarnt wird und verlässt Berlin. In Wien lernt sie Bela kennen und lieben, aber auch dort ziehen dunkle Wolken auf...

Berlin 2018: Paulina Wilke reist im Auftrag ihrer Freundin Antonia nach Wien, um für diese eine Erbsache zu klären. Was sie dann erfährt, wird ihr Leben verändern...

Teresa Simon erzählt in 2 Zeitebenen. Wir lernen zum einen Luzie kennen zur Zeit des Nationalsozialismus ab 1936. Sie schwebt als Jüdin in großer Gefahr, verlässt Berlin und bringt sich in Wien in Sicherheit. Doch dieser Schein trügt...
Zum anderen lernen wir Paulina kennen, die 2018 in Berlin lebt. Sie soll für ihre Freundin Antonia in Wien ein Tagebuch, ein Erbstück, abholen.

In dem Tagebuch wird sehr einfühlsam von dieser schrecklichen Zeit erzählt. Teresa Simon erzählt so wunderschön, man fühlt sich, als wäre man dabei. Ich finde es sehr wichtig, dass dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte weiter erzählt wird. Diese Greueltaten dürfen niemals in Vergessenheit geraten und so etwas darf sich vor allen Dingen NIEMALS wiederholen. Beim Lesen kamen mir teilweise die Tränen, so sehr habe ich mit Luzie gelitten.

Die zarte Liebesgeschichte, die sich 2018 in Wien zwischen Paulina und Tamas entwickelt, gefällt mir sehr gut.

Ich habe auch die 3 anderen Bücher von Teresa Simon mit Begeisterung gelesen. Sie schreibt wunderschön und ich war von der ersten Seite an gefesselt und konnte nicht mehr aufhören.
Absolute Leseempfehlung! Bitte mehr davon, liebe Teresa Simon!

Veröffentlicht am 07.04.2019

Fesselndes Tagebuch aus der Nazizeit eingebettet in eine interessante Rahmenhandlung heutiger Zeit

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Paulina wird von Antonia, ihrer schön älteren Freundin gebeten, ein für sie ein überraschendes Vermächtnis in Wien abzuholen, da sie sich den Anstrengungen einer Reise von Berlin nach Wien nicht mehr ...

Paulina wird von Antonia, ihrer schön älteren Freundin gebeten, ein für sie ein überraschendes Vermächtnis in Wien abzuholen, da sie sich den Anstrengungen einer Reise von Berlin nach Wien nicht mehr stellen mag. So macht sich Paulina mit ihrem Talisman seit Kindertagen, einer Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad, auf die Reise.
Das Vermächtnis entpuppt sich als das Tagebuch der Sängerin Luzie Kühn,einer Halbjüdin, die 1936 von Berlin nach Wien floh.
Die Geschichte dieser Frau, die Paulina und der Leser in dem Tagebuch verfolgen dürfen, hat mich stark berührt. Eindrucksvoll wird ihr schweres Schicksal in der Nazizeit geschildert, doch auch ihr Privatleben, in dem sie zwischen 2 Männern schwankt ist , ist sehr berührend..
Wie Paulina Luzies Tagebuch konnte auch ich kaum das Buch aus der Hand legen, habe mit Luzie mitgefiebert und gelitten. Auch die zweite Zeitebene, Paulinas Erlebnisse in Wien, die mit Moritz, dem Sohn ihrer Gastgeberfamilie und dessen Freund Tamas eine Dokumentation über Luzies Schicksal dreht, ist schön zu lesen, erreicht für mich aber nicht die Intensität von Luzies Schilderungen. Neben diesen beiden taucht noch quasi dritte Zeitebene auf, bei der Paulinas Mutter Simone während einer Pilgerreise ihrer Freundin Heike die Geschichte ihrer Freundschaft mit Lille schildert. Diese drei Handlungsstränge sind überraschend miteinander verzahnt.
Dieser vielschichtige Roman hat mich emotional stark angesprochen, insbesondere das Tagebuch der Luzie Kühn, für die ich sofort eine starke Sympathie empfand, für ihren Charakter, der sich trotz aller Schicksalsschläge nicht unterkriegen ließ, die nie aufgab, und immer auch für andere da war.
Auch Antonia, die im Buch zwar nicht so oft vorkam, aber wenn , mich mit ihrer humorvollen Art bestens unterhielt, gefiel mir auf Anhieb.und in Luzies Zeitebene war Bruder Franz einer meiner Favoriten, so zutiefst menschlich und mitfühlend.
Insgesamt waren die Hauptcharaktere einfühlsam beschrieben, man konnte sich sehr gut in ihre Gefühle hineinversetzen.
Die Fliedertochter war für mich ein Roman mit Sogfaktor, den ich kaum aus der Hand legen konnte und für den ich eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche mit verdienten fünf Sternen

Veröffentlicht am 17.03.2019

Eine berührende, zu Herzen gehende Geschichte

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"Die Fliedertochter" ist nun bereits der dritte Roman, den ich von der Autorin Teresa Simon lese. Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die gerne reist (auch in die Vergangenheit) ...

"Die Fliedertochter" ist nun bereits der dritte Roman, den ich von der Autorin Teresa Simon lese. Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die gerne reist (auch in die Vergangenheit) und eine Katzenliebhaberin ist. Ihr neuer Roman entführt uns von Berlin nach Wien und ich tauche in eine Geschichte ein, die mich nicht mehr loslässt.

Der Inhalt: Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Als sie sich als Jüdin in Berlin nicht mehr sicher fühlt, wird sie von ihren Großeltern zu Verwandten nach Wien geschickt. Dort verliebt sie sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel. Doch der Krieg macht auch vor Wien nicht halt und bald ist sie auch hier nicht mehr sicher.
Berlin 2018. Pauline Wilke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Pauli ahnt nicht, dass diese Reise nach Wien ihr Leben verändern wird.....

Wow! Noch jetzt, nach Beendigung dieses berührenden, zu Herzen gehenden Buches habe ich feucht Augen. Vor meinem inneren Auge läuft diese Geschichte, die in zwei Handlungssträngen erzählt wird, wie ein Film ab. Wenn ich die Augen schließe befinde ich mich in Wien. Und durch die herrlichen Beschreibungen der Autorin wird diese Stadt für mich lebendig. Man merkt einfach die Liebe der Autorin zu dieser Stadt. Ich begleite Pauline auf ihrer Reise nach Wien. Und als sie dort in Luzies Geschichte eintaucht, geht es mir wie Pauli, mich lässt sie einfach nicht mehr los. Wir lernen eine junge Luzie kennen, die voller Begeisterung für ihren Traum lebt. Und dann durchleben wir mit ihr die Grauen des Krieges und das geht mir wirklich unter die Haut. Noch jetzt habe ich Gänsehautfeeling, wenn ich daran denke. Die Autorin hat die Charaktere auch so herausragend beschrieben. Ich kann mir alle Mitwirkenden wunderbar vorstellen. Was für starke Frauen spielen hier eine tragende Rolle und auch eine geheimnisvolle Schneekugel, die schon Generationen überlebt hat, gibt uns Rätsel auf. Für mich spiegelt sich in dieser besonderen Lektüre ein Feuerwerk an Emotionen. Mich hat Luzies Geschichte wirklich bis in die Seele berührt und zu Tränen gerührt.

Für mich ist diese berührende Lektüre ein wahres Meisterwerk. Eine Lesevergnügen der Extraklasse und ein ganz herausragendes Lesehighlight. Das Cover ist ein echter Hingucker und den Duft von Flieder habe ich jetzt noch in der Nase. Begeistert bin auch auch von den Wiener Rezepten am Ende des Buches. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 05.03.2019

Berlin/Wien 1936 – 1945 / 2018

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Die 75jährige Antonia Ostermann, Toni genannt, erhält einen Brief in dem sie von einer Lena Brunner darum gebeten wird, sie in Wien zu besuchen. Es ginge um das Vermächtnis Peter Matusek. Zum einen hat ...

Die 75jährige Antonia Ostermann, Toni genannt, erhält einen Brief in dem sie von einer Lena Brunner darum gebeten wird, sie in Wien zu besuchen. Es ginge um das Vermächtnis Peter Matusek. Zum einen hat Toni keine Ahnung, welche Verbindung es zwischen ihr und diesem Peter Matusek geben könnte, zum anderen ist sie gesundheitlich nicht in der Lage, diese Reise anzutreten, so dass sie Paulina Wilke darum bittet, sich dieser Angelegenheit anzunehmen. Obwohl Toni und Paulina nicht miteinander verwandt sind, stehen sie sich doch seit vielen Jahren sehr nahe. Paulina reist also nach Wien, im Gepäck eine Schneekugel, die sie schon ihr ganzes Leben lang als Talismann begleitet. Bei den Brunners in Wien wird sie freundlich aufgenommen und man überreicht ihr das Vermächtnis von Peter Matusek: Ein blaues Tagebuch, geschrieben von Luzie Kühn, die von 1936 bis 1944 in Wien lebte.

Paulina versinkt in der Geschichte von Luzie und nimmt den Leser mit in die schwärzeste Zeit der Deutschen Geschichte – in die Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus.

Warum befindet sich das Tagebuch der Luzie Kühn im Besitz von Peter Matusek und was wiederum hat das mit Antonia Ostermann zu tun? Welche Rolle spielt die Schneekugel, die im Besitz von Paulina Wilke ist?

Mit „Die Fliedertochter“ hat die Autorin Teresa Simon ihren 4. Roman veröffentlicht, für mich ist es der 2. Roman, den ich von ihr lese. Die Autorin hat ihren Roman in einer geschichtlichen Epoche angesiedelt, die nicht fiktiv sondern leider bittere Realität ist. Ihre Hintergrundrecherchen zu dieser Zeit und den Geschehnissen sind hervorragend und neben seinem Unterhaltungswert hat dieser Roman auch einen hohen informativen Wert.

Im Prolog trifft der Leser auf die kleine Paulina, die in der Schublade ihrer Mutter einen Brief findet, mit dessen Inhalt die damals 11jährige nichts anfangen kann. Ihr Mutter verspricht ihr, dass sie sie über den Sachverhalt aufklärt – wenn sie alt genug dazu ist.

Dann springt die Geschichte einige Jahr weiter, Paulina ist erwachsen und Toni bittet sie, sich um diese Nachlassgeschichte zu kümmern, für die sie selbst nicht mehr gesund genug ist.

Die Handlung spaltet sich nun in 3 Stränge – Paulina, die sich in Wien bei Familie Brunner (Lena, Ferdinand und Sohn Max, sowie Max‘ Freund Tamás) aufhält, Paulinas Mutter Simone, liebevoll Mamasi genannt, die mit ihrer Freundin Heike auf Pilgerreise geht und Toni, die zu Hause auf die Informationen von Paulina wartet und der letzte Handlungsstrang ist die Geschichte von Luzie Kühn zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Luzie arbeitet 1936 in einem Varieté in Berlin, träumt aber von einer Karriere beim Film. Aus diesem Grund begleitet sie ihren früheren Chef zu einer Veranstaltung, bei der sie den Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels kennenlernt, der sich über alle Maßen für Luzie interessiert und ihr nachstellt. Sein Spitzname „Der Bock von Babelsberg“ kommt nicht von Ungefähr und ohne einen Besuch in seinem „Besatzungsbett“ wären die Karrieren einiger Stars und Sternchen der damaligen Zeit wahrscheinlich schneller zu Ende gewesen als sie begonnen hätten. Noch ist Luzie nicht in Gefahr, da ihre „Abstammungslegende“ wasserdicht ist. Sollte sich jedoch jemand die Mühe machen genauer zu hinterfragen wer sie ist, wären sie und ihre Großeltern in großer Gefahr, denn Luzie ist Halbjüdin. Zu diesem Zeitpunkt besteht schon ein Berufsverbot gegen jüdische Anwälte und Mediziner und generell werden Menschen mit jüdischer oder halbjüdischer Abstammung schikaniert. Um sich und ihre Großeltern zu schützen, verlässt Luzie Berlin und geht nach Wien zu ihrer Tante. Aber auch in Wien war man nach der Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich nicht vor Judenverfolgung sicher und der Leser wird Zeuge, wie sich die reale Geschichte des Deutschen Reiches damals zugetragen und wie geschickt die Autorin dies mit der fiktiven Geschichte von Luzie Kühn verknüpft hat. Beim Lesen habe ich mich mehr als 1 Mal gefragt, wie grausam Menschen sein können. Wer gestern noch Freund war, war heute dann Feind – nur, weil er einer anderen Ethnie zugehörig ist. Dieser Handlungsstrang ist sehr interessant, fesselnd aber auch sehr beklemmend.

Man darf gar nicht darüber nachdenken, dass es eine „Arbeitsanstalt für asoziale Frauen“ gab. Eine Anstalt der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, in der als erbkrank eingestufte Frauen zwangssterilisiert wurden und eine Kinderfachabteilung in der geistig und körperlich behinderte Kinder euthanasiert wurden.

Im Strang der Gegenwart besucht Paulina mit Max und Tamás einige Orte und Denkmäler, die noch heute von den Grausamkeiten des 2. Weltkrieges erzählen. Aufgrund der Erzählung aus dem Tagebuch, drehen die 3 eine Dokumentation, die das Leben der Luzie Kühn von damals mit den Gedenkstätten von heute verbindet.

Simone (Mamasie) und ihre Freundin Heike befinden sich auf einer Pilgerreise in Italien. Unterwegs erzählt Simone die Geschichte von Lille; ihrer besten Freundin, die vor einigen Jahren an Brustkrebs gestorben ist und das Leben ihres noch ungeborenen Kindes über ihr eigenes gestellt hat. Damit ihr Kind leben kann, musste Lille auf jegliche Behandlung verzichten. Bevor sie starb, hat sie ihr Kind in liebevolle Hände gegeben.

Toni hält sich unterdessen in einem Krankenhaus auf, sie musste sich einer Radiologischen Therapie unterziehen und wird von Paulina per Telefon auf dem Laufenden gehalten. Von Toni selbst erfährt man nur sehr wenige Einzelheiten, wer genau sie ist, erfährt man eigentlich erst ganz am Schluss.

Dass die Schicksale aller beteiligten Protagonisten irgendwie zusammenhängen, das kann man sich als Leser denken. Die Auflösung aller familiären Zusammenhänge erfolgt erst kurz vor Ende des Buches. Wenn man diese Verknüpfungen betrachtet, dann erschließt sich einem auch, warum es Personen gibt, deren Suchmeldungen seit Kriegsende bis heute nicht zum Erfolg geführt haben.

Wer, wie ich, ein Problem damit hat, wenn in den verschiedenen Handlungssträngen gleichzeitig viele Personen auftreten, dem kann ich nur empfehlen, sich auf einem Zettel eine Art Stammbaum aufzuzeichnen, damit man den Überblick nicht verliert.

Am Ende des Buches finden sich einige landestypische Rezepte, von denen ich ganz sicher das Eine oder Andere ausprobieren werde.

Alles in allem hat Teresa Simon hier eine Geschichte erschaffen, die schön und doch traurig ist und die den Leser nachdenklich zurücklassen sollte in Anbetracht der derzeitigen politischen Entwicklung in unserem Lande. Wer sich heutzutage diese Zeit zurückwünscht, der hat unsere Geschichte nicht verstanden.

Veröffentlicht am 25.02.2019

Luzies Tagebuch

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Paulina fährt im Auftrag ihrer ‚Oma‘ Toni von Berlin nach Wien um eine Nachlass von deren Großvater in Empfang zu nehmen. Toni kann diese Reise nicht mehr bewältigen. In Wien werden ihr ein Tagebuch und ...

Paulina fährt im Auftrag ihrer ‚Oma‘ Toni von Berlin nach Wien um eine Nachlass von deren Großvater in Empfang zu nehmen. Toni kann diese Reise nicht mehr bewältigen. In Wien werden ihr ein Tagebuch und eine Schneekugel ausgehändigt. Das Tagebuch stammt von einer jungen Frau namens Luzie Kühn, die vor vielen Jahren, genauer gesagt anfangs der Hitlerzeit ebenfalls von Berlin – wo sie bei ihren jüdischen Großeltern gelebt hatte – nach Wien geflohen ist. Geflohen vor den Nachstellungen von Joseph Goebbels, dem Bock von Babelsberg, wie er genannt wurde. Das Tagebuch enthüllt einiges was auch Paulines bisheriges Leben auf den Kopf stellen wird.
Luzie Kühn war eine Künstlerin, und war zu ihrer Mutter nach Wien geflohen. Wie gesagt, ist sie vor Goebbels geflohen, doch auch in Wien war sie nicht sicher. Zunächst sah es sicher aus. Und sie verliebte sich in Bela Krol, einen jungen Künstler. Doch dann holte Hitler sein Heimatland ‚heim ins Reich‘. Aber bereits vorher gab es auch dort die Braunhemden, die Schergen Hitlers, und auch hier hatte es einer von diesen auf Luzie abgesehen.
Aus Luzies Tagebuch erfuhr Paulina was alles passierte…

Meine Meinung
Dieses Buch hat mich sehr berührt. Es ist, ja ich möchte sagen, ein Zeitzeugnis. Ein Historischer Roman, in welchem natürlich auch ein Teil Fiktion vorhanden ist. Den Schreibstil der Autorin kannte ich schon vorher, und er hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Zunächst in eine elfjähriges Mädchen, das beim rumkruschteln in der in der Tasche ihrer Mutter einen Zettel, der ihr Rätsel aufgibt. Außerdem in einer – überraschend unverschlossenen Schublade einen seltsamen Brief. Pauline wird von ihrer Wahloma Toni gebeten nach Wien zu reisen. Diesen Wunsch erfüllt sie ihr gerne. Ich war sehr gespannt auf den Nachlass den sie dort in Empfang nehmen sollte und noch mehr gespannt war ich, was da in früherer Zeit alles passiert war. Als Luzie Kühn nach Wien floh, war mir gleich klar, dass es für sie letztendlich auch dort nicht sicher war. Ich hatte richtig Angst, Goebbels würde sie bis dahin verfolgen. Doch das war ihm sicher zu beschwerlich, aber auch ohne seine Anwesenheit war Luzie nicht wirklich in Sicherheit. Denn die Braunhemden waren ja überall. Und wenn von denen sich einer etwas in den Kopf gesetzt hat das er haben wollte, gab er nicht auf. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, denn ich weiß, dass Teresa Simons Recherche gründlich sind. Und man daraus wirklich noch etwas lernen kann. Einzig dass ein Personenverzeichnis fehlt, stört mich sehr. Denn ich liebe es, darin zu erfahren, wer historisch belegt, und wer erfunden ist. Eigentlich finde ich sowas Pflicht in einem Historischen Roman. Und deshalb ziehe ich normalerweise dann einen Stern ab, sollte ein solches Verzeichnis fehlen. Doch dieses Buch hat mich so mitgerissen, mich so vereinnahmt und in seinen Bann gezogen und super unterhalten, dass ich nicht umhin kann, trotzdem die volle Bewertungszahl zu vergeben.