Cover-Bild Irrfahrt
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: mairisch Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Abenteuerromane
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 18.02.2025
  • ISBN: 9783948722449
Toine Heijmans

Irrfahrt

Ein Segler-Roman
Ilja Braun (Übersetzer)

Ein Vater nimmt seine sieben Jahre alte Tochter mit auf einen Segeltörn. In zwei Tagen wollen sie von Dänemark bis in die Niederlande segeln. Abgeschieden vom Rest der Welt, gehören sie mehr denn je zusammen. Bis etwas passiert, das ihr Leben völlig auf den Kopf stellt.
»Irrfahrt« ist ein spannender Roman über Eltern und Kinder und die Angst, alles zu verlieren. Das Buch wurde verfilmt und in acht Sprachen übersetzt; in Frankreich wurde es mit dem renommierten Prix Médicis étranger ausgezeichnet, der noch nie zuvor an einen Niederländer vergeben wurde.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

Tragisch, spannend, interessante Vaterfigur

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Donald hat sich eine Auszeit genommen und segelt für einige Zeit. Die letzten zwei Tage vor seiner Heimkehr möchte er gemeinsam mit seiner 7-jährigen Tochter Maria über die Nordsee – von Dänemark in die ...

Donald hat sich eine Auszeit genommen und segelt für einige Zeit. Die letzten zwei Tage vor seiner Heimkehr möchte er gemeinsam mit seiner 7-jährigen Tochter Maria über die Nordsee – von Dänemark in die Niederlande – segeln. Seine Frau Hagar ist zunächst wenig begeistert, gibt dann aber doch nach. Anfangs verläuft alles reibungslos, bis plötzlich ein Sturm aufzieht.

Neben einer spannenden und abenteuerlichen Seglerfahrt handelt es sich hier auch um eine psychologische Erzählung, in der die Rollen von Vätern, Müttern und des kindlichen Seins in den Fokus rücken. Dies gefiel mir ausgesprochen gut, da hier einige interessante und tiefgründige Beobachtungen und Gedanken vermittelt werden.

Donald ist ein Vater, der nie wirklich erwachsen geworden ist, sich aber stets bemüht, ein guter Vater zu sein. Er liebt seine Tochter sehr, verbreitet jedoch gleichzeitig immer wieder Unruhe. Die Figur Donald hat mich nachhaltig beschäftigt – sein Vorname könnte evtl. auf den Segler Donald Crowhurst und dessen tragische Gestalt verweisen.

Als Ich-Erzähler entpuppt sich Donald bald als unzuverlässiger Erzähler – ein Stilmittel, das ich grundsätzlich sehr schätze. An einigen Stellen gibt es Einschübe aus Hagars Perspektive, wodurch auch ihre Sichtweise berücksichtigt wird. Die Erzählung ist äußerst spannend und an manchen Stellen sehr bedrohlich; teilweise war es für meine (mütterlichen) Nerven etwas zu intensiv. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich jedoch durchaus genoss.

Der kurze Roman ist dicht geschrieben, besticht durch eine hohe Spannungskurve und eine feine psychologische Beobachtungsgabe. Er ist tieftraurig, dramatisch und tragisch – allerdings auf einer Ebene, die überraschend anders ist, als man zunächst vermuten könnte.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Spannender, literarischer Abenteuerroman

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Toine Heijmans hat mich mit seinem Bergsteigerroman „Der unendliche Gipfel“, der 2023 auf deutsch beim mairisch Verlag erschienen ist, wirklich sehr begeistert. Jetzt hat der Hamburger Independent Verlag ...

Toine Heijmans hat mich mit seinem Bergsteigerroman „Der unendliche Gipfel“, der 2023 auf deutsch beim mairisch Verlag erschienen ist, wirklich sehr begeistert. Jetzt hat der Hamburger Independent Verlag nachgelegt und legt Heijmans bereits 2011 erschienenen Seglerroman „Irrfahrt“ neu auf.

Der schmale Roman wurde mehrfach preisgekrönt und verfilmt. Kein Wunder, es ist wieder ein literarischer Abenteuerroman Par Excellence, der sich nicht nur unglaublich spannend liest, sondern gleichzeitig große Fragen verhandelt.

In „Irrfahrt“ ist ein Vater mit seiner kleinen Tochter auf einem Segeltörn. Als Abschluss einer längeren Solo Fahrt möchte der Vater noch 2 Tage mit seiner Tochter an Bord verbringen und eine kleine gefahrlose Überfahrt von Dänemark bis in die Niederlande machen. Er möchte die Exklusivzeit mit seiner Tochter nutzen um ihr eine Welt jenseits des Einflusskreises der Mutter zu zeigen. Seine Gedanken kreisen viel um (in meinen Augen) stereotype Vorstellungen von Vaterschaft und Mutterschaft. Er möchte für seine Tochter das sein, was er unter einem „echten Vater“ versteht.

Zu Hause ist seine Frau die Hauptbezugsperson für seine Tochter und er möchte mit der gemeinsamen Segelzeit die Bindung stärken.

Beruflich steckt er in einer Sinnkrise, da er nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen kann, weshalb er sich eine längere Auszeit für den Segeltrip nahm.

Doch ihm unterläuft während des Segelns ein Fehler, der weitreichende Folgen hat und plötzlich alles in Frage stellt…

„Ich muss mich zusammenreißen. Die Verzweiflung überwinden. Nicht herumstümpern. Ihnen zeigen, wer ich bin: ein Vater.“

Der Titel „Irrfahrt“ ist perfekt gewählt, bezieht er sich doch nicht nur auf die Ereignisse während des Segeltörns, sondern auch auf die kleineren und größeren Irrfahrten im Leben, auf denen wir uns alle manchmal befinden.
Und manchmal ist dauert die Irrfahrt vielleicht schon länger an…

Während sich der Vater auf seiner eigenen Irrfahrt auf dem Segelboot befindet, verschwimmt seine Grenze zwischen Wahn und Realität. Auch als Leserin verliere ich den festen Boden unter den Füßen und die Angst, die Heijmans Erzähler beschreibt, erfasst auch mich und zwingt mich dazu, die zweiten Hälfte des Romans ohne Abzusetzen fertig zu lesen.

Wie auch bei „Der unendliche Gipfel“ versteht es Heijmans zweifellos mich an die Seiten zu fesseln. Sein Thema in „Irrfahrt“ ist Elternschaft, im speziellen Vaterschaft, die meiner Meinung nach in seiner scharfen Abgrenzung zur Mutterschaft, aber in ein zu enges und stereotypes Bild gepresst wird. Hier öffnet Heijmans die Tür zur Ambivalenz der Geschlechterrollen in meinen Augen nicht genug.

Deswegen bleibt „Der unendliche Gipfel“ weiterhin mein Highlight des Autoren, auch wenn die weitaus schmälere „Irrfahrt“ ebenfalls ein spannendes literarischer Abenteuerroman war, den ich Liebhaber
innen des Genres auf jeden Fall weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Gekonntes Verwirrspiel

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Am Ende seines 3-monatigen Sabbaticals auf See nimmt ein Vater seine siebenjährige Tochter mit an Bord, um mit ihr die letzte Strecke in den Heimathafen zusammen zu segeln. Vater-Tochter-Zeit pur also. ...

Am Ende seines 3-monatigen Sabbaticals auf See nimmt ein Vater seine siebenjährige Tochter mit an Bord, um mit ihr die letzte Strecke in den Heimathafen zusammen zu segeln. Vater-Tochter-Zeit pur also. Doch dann zieht ein Sturm auf und bringt das idyllische Abenteuer in Gefahr. Der Titel ist passend gewählt, denn man weiß irgendwann nicht mehr was man glauben kann und was nicht - echt ist allerdings das beklemmende Gefühl, dass alle Eltern beim Lesen dieses Buches nachempfinden werden können: die Angst, als Eltern zu versagen, nicht zu genügen, Fehler zu machen, das eigene Kind in Gefahr zu bringen, das Kind nicht retten zu können. Anfangs sehr ruhig, fast schon langweilig erzählt, steigert sich die Erzählung fast unbemerkt in einen Zustand der ohnmächtigen Panik. Brillant!
Fazit: ...Vater sein dagegen sehr.

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