Nicht ganz mein Fall
Zu aller erst muss ich gestehen, dass ich das Buch nach ca. 60 % abgebrochen habe. Zunächst habe ich die ersten 40 % relativ schnell weggelesen, habe allerdings hier schon festgestellt, dass mich einiges ...
Zu aller erst muss ich gestehen, dass ich das Buch nach ca. 60 % abgebrochen habe. Zunächst habe ich die ersten 40 % relativ schnell weggelesen, habe allerdings hier schon festgestellt, dass mich einiges an der Geschichte störte. Weder kam ich mit den Charakteren klar, noch mit der Story an sich. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass das Buch daraufhin ziemlich lang darauf warten musste, erneut von mir in die Hand genommen zu werden. Ich habe es tatsächlich ca. 1 Jahr pausiert, bis ich mich endlich durchringen konnte, all meine angefangenen Bücher zu beenden.
Der Einstieg in die Geschichte war nicht schlecht. Ich bin super mit dem Schreibstil klar gekommen und auch das Wordlbuilding war für mich ohne Probleme aufzufassen. Doch dann begegnete ich meinen zwei Lieblingsschwestern (Ironie) Nomi und Serina. Unterschiedlicher als die Beiden kann man wohl nicht sein. Hier wurden wirklich zwei Extreme herausgesucht und sich gegenübergestellt.
Serina war mir von Beginn an etwas suspekt, da sie es tatsächlich als ihren Lebenssinn erachtete, sich jemand darzubieten, welcher ihr Leben lang über sie bestimmen, sie wie ein Gegenstand behandeln und unterdrücken wird. Wie kann man danach freiwillig streben, auch wenn es angeblich eine Ehre für die Familie sein sollte?
Hier konnte ich mich dann doch noch besser mit Nomi identifizieren, die gegen all dies aufbegehren wollte. Sie war gegen das gesamte System und wäre sie durch ihre Schwester nicht immer wieder beschwichtigt worden, wäre sie wohl schnell ein Rebell geworden. Doch auch hier wurde mir Nomi zu extrem dargestellt. Oft dachte man sich einfach nur: "Ist es dir das wert? Dass du dich so rebellisch, unvernünftig und aufmüpfig verhältst und dadurch deine gesamte Familie in Gefahr bringst? Wäre das wirklich so toll?". Es war einfach eine Spur zu viel, egal, um was es ging.
Als es dann schließlich zu einer Schlüsselsituation kam, welche alles bisherige komplett veränderte, habe ich zunächst noch Hoffnung geschöpft, dass Serina und Nomi nun vielleicht einmal über sich hinaus wachsen und einen Blick über den Tellerrand wagen. Hier drehte sich der Spieß dann um, denn plötzlich hatte ich für Serina doch ein wenig mehr Achtung übrig und war einfach nur noch enttäuscht von der angeblich so toughen Nomi.
Allerdings wurde ich auch hier wieder ernüchtert, als Serina sehr schnell in Selbstmitleid versank. Nomi dagegen war mir für diese heikle Situation viel zu unbeschwert, denn sie hatte ja sogar noch Zeit ein wenig herum zu flirten. So viel dazu, dass sie von den ganzen Männergeschichten nichts hält. Da ist jemand seinen Prinzipien so gar nicht treu geblieben.
Im Gesamten war die Story für mich nur eine Geschichte, die man schon 100 Mal in anderen Variationen gehört hat. Ein Unterschied zu anderen Büchern dieses Genres: hier ging es nicht nur um ein einzelnes Mädchen, sondern um zwei Schwestern, die sich gegenseitig zwar nicht immer gut taten, aber sich irgendwie dann doch liebten. Immerhin stand in diesem Buch nicht nur die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern vor allem die Geschwisterliebe, was dann doch wieder ein Pluspunkt ist.
Schließlich musste ich das Buch dann endgültig zur Seite legen, denn das Ende der Geschichte war mehr als offensichtlich. Auch die jeweiligen Herzensmänner der beiden Damen haben sich schnell heraus kristallisiert, so dass auch dieser vermeintliche Plottwist seinen Reiz verloren hatte.
Auch wenn sich diese Rezension hier nun sehr negativ anhört, konnte mich das Buch leider nicht überzeugen und deshalb habe ich diese klaren Worte so getroffen.