Cover-Bild The way I used to be
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19,95
inkl. MwSt
  • Verlag: adrian & wimmelbuchverlag
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 25.08.2023
  • ISBN: 9783985851423
Amber Smith

The way I used to be

Die BookTok Sensation endlich auf Deutsch - farbiger Buchschnitt in limitierter Auflage
Ulrike Brauns (Übersetzer)

Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Um diesen Tag noch mal zu leben. Sie würde alles anders machen. Nicht über seine Witze lachen und ignorieren, wie er sie an diesem Abend ansah. Und sie würde definitiv ihre Schlafzimmertür abschließen.

Aber Eden kann die Zeit nicht zurückdrehen. Also begräbt sie die Wahrheit, zusammen mit dem Mädchen, das sie mal war. Sie tut so, als bräuchte sie keine Freunde, keine Liebe, keine Gerechtigkeit. Als ihre Welt aus den Fugen gerät, wird klar: Die einzige Person, die Eden retten kann ... ist Eden.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2023

Emotionales Highlight

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𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧

𝑇ℎ𝑒 𝑤𝑎𝑦 𝐼 𝑢𝑠𝑒𝑑 𝑡𝑜 𝑏𝑒 - @ambersmithauthor
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𝐖𝐨𝐫𝐮𝐦 𝐠𝐞𝐡𝐭’𝐬
In dieser Geschichte geht es um die 14-jährige Eden, die von dem besten Freund ihres großen Brudes eines Nacht vergewaltigt wird. Nach ...

𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧

𝑇ℎ𝑒 𝑤𝑎𝑦 𝐼 𝑢𝑠𝑒𝑑 𝑡𝑜 𝑏𝑒 - @ambersmithauthor
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𝐖𝐨𝐫𝐮𝐦 𝐠𝐞𝐡𝐭’𝐬
In dieser Geschichte geht es um die 14-jährige Eden, die von dem besten Freund ihres großen Brudes eines Nacht vergewaltigt wird. Nach dieser Nachts ist nichts mehr, wie es einmal war. Eden ihr Leben, wie sie selbst auch, verändern sich sehr stark ins Negative und das schlimmste ist, dass sie es nicht schafft, sich ihren Freunden und ihrer Familie anzuvertrauen und über das Geschehen zu reden.


𝐌𝐞𝐢𝐧𝐮𝐧𝐠
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Eden erzählt. Dazu wird der Roman in vier Abschnitte, die jeweils den Highschool Jahren entsprechen, aufgeteilt und geschildert. Durch diese Zeitabschnitte lernt man Eden, ihre Familie sowie Kevin und ihre beste Freundin Mara sehr gut kennen und kann deren Entwicklungen gut mitverfolgen.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin war sehr ergreifend und tief blickend. Ich wurde von diesem Buch einfach angezogen und habe es unglaublich gern gelesen. Sie bringt den Inhalt unverblümt und direkt rübergebracht, was dem Buch eine wahnsinnige
Tiefe verliehen hat.

Alle Charaktere wurden sehr real und authentisch dargestellt. Eden ist ein junges, gebrochenes Mädchen, das ein extremes Trauma mit sich trägt. Ihr Denken und Handeln spiegelt auch genau das wieder. Es ist kaum vorstellbar, was Eden alles durchmachen musste. Josh hatte ich auch wirklich sehr ins Herz geschlossen. Er war mir wahnsinnig sympathisch und war ein echt netter junger Mann. Aber auch die anderen Charaktere wie Mara, ihre Eltern und ihr Bruder wurden sehr gut ausgearbeitet und haben einfach perfekt in die Geschichte reingepasst.
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𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭
„The way I used to be“ ist ein unglaublich gutes Buch. Es ist sehr emotional, tiefgründig & bewegend. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und ich hab es wirklich geliebt, daher freue ich mich schon sehr auf den zweiten Band.
Ich kann es jedem sehr empfehlen zu lesen, es ist aber definitiv keine leichte Kost, man sollte sich also zuvor die Triggerwarnings durchlesen.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Pageturner!

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Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Wenn sie diesen Tag nochmal erleben könnte, würde sie alles anders machen. Zuallererst ihre Schlafzimmertür abschließen.
Da sie das nicht kann, begräbt sie ...

Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Wenn sie diesen Tag nochmal erleben könnte, würde sie alles anders machen. Zuallererst ihre Schlafzimmertür abschließen.
Da sie das nicht kann, begräbt sie die Wahrheit zusammen mit dem Mädchen, das sie mal war. Doch ihre Welt gerät immer mehr aus den Fugen und die einzige Person, die Eden retten kann … ist Eden selbst.

Das Buch hat mich ab der ersten Seite abgeholt und ich war voll in der Gefühlswelt von Eden gefangen. So jung und 5 Minuten können dein ganzes Leben verändern.
Eden wird vom besten Freund ihres Bruder vergewaltigt und sie schweigt.
Am Anfang konnte ich nicht verstehen, warum sie nicht zu ihren Eltern ist oder jemand anderem, dem sie vertraut. Doch mit jeder verpassten Chance konnte ich verstehen, warum sie weiter geschwiegen hat. Aufgrund ihres Alters war sie nicht bereit und hatte zu viel Angst vor Kevin. Da sie auch vorher für ihn geschwärmt hat, hat sie innerlich wahrscheinlich auch sich selbst Vorwürfe gemacht, was natürlich nicht rechtfertigt, was er getan hat.
Ihr Verhalten war ihre Art und Weise mit der Situation umzugehen. Selbst ihre Freundin Mara hat die Veränderung zu Beginn nicht als schlimm empfunden, sondern nur als „normale“ Entwicklung vom Mädchen, das niemand groß wahrgenommen hat, zur jungen Frau, die sich nimmt, was sie für richtig hält.
So trifft sie auch auf Josh, der mir wahnsinnig sympathisch war, der zwar merkt, dass irgendwas nicht stimmt, aber Eden zu wenig kennt und sie ihm zu wenig von sich preisgibt, doch nicht einschätzen kann, was tatsächlich dahintersteckt.
So wird sie älter, doch vergessen wird sie es nie und so verliert sie nicht nur ihre Unschuld, sondern auch ihre Freunde und ihre Lebensfreude.
Das Buch hat mich mitgerissen, mich geflasht, traurig gemacht und auch zum Ende hin Tränen fließen lassen. Die Gefühle waren authentisch beschrieben, man hat mit ihr gelitten, denkt sich immer wieder, warum keiner was merkt, warum sie nicht einfach den Mund aufmacht, warum ihre Eltern das Gespräch nicht suchen und auch Kevin möchte man schütteln, dass da keine Einsicht ist.
Der Schreibstil ist flüssig, im Buch gibt es immer wieder Abschnitte, die eine angenehme Länge haben und so liest sich das Buch flott weg.

Ich habe mitgelitten, miterlebt und war verzweifelt. Das Buch ist phänomenal und ich bin so gespannt auf die Fortsetzung und wie sich die Story und vor allem Eden entwickeln. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.10.2023

intensiv, schmerzhaft und traurig

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„Das Ganze betrifft nicht nur mich. Es betrifft uns alle.“
(Eden in The way I used to be)
Worum geht’s?

Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Um diesen Tag noch mal zu leben. Sie würde alles ...

„Das Ganze betrifft nicht nur mich. Es betrifft uns alle.“
(Eden in The way I used to be)
Worum geht’s?

Alles, was Eden will, ist die Uhr zurückdrehen. Um diesen Tag noch mal zu leben. Sie würde alles anders machen. Nicht über seine Witze lachen und ignorieren, wie er sie an diesem Abend ansah. Und sie würde definitiv ihre Schlafzimmertür abschließen. Aber Eden kann die Zeit nicht zurückdrehen. Also begräbt sie die Wahrheit, zusammen mit dem Mädchen, das sie mal war. Sie tut so, als bräuchte sie keine Freunde, keine Liebe, keine Gerechtigkeit. Als ihre Welt aus den Fugen gerät, wird klar: Die einzige Person, die Eden retten kann ... ist Eden.

The way I used to be ist Band 1 einer Dilogie. Die Geschichte endet mit einem offenen Ende ohne direkten Cliffhanger, es gibt eine thematische Fortsetzung.

Inhaltliche Hinweise

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive durch Eden erzählt, das Buch verläuft chronologisch. Im Buch sind potenziell triggernde Inhalte aus dem Bereich sexueller Übergriff enthalten. Die Geschehnisse werden explizit erwähnt.

Meine Meinung

Normalerweise mache ich doch eher einen Bogen um Booktok-Hypes. Einfach, weil in vielen Reviews Aspekte positiv bewertet werden, die für mich irrelevant sind. Nachdem ich aber eine Reihe Bewertungen zu dem Buch sah, in denen davon gesprochen wurde, wie sehr das Buch wehtut und einem zum Weinen bringt, wollte ich dem Buch eine Chance geben. Und darüber bin ich wahnsinnig froh. Denn The way I used to be ist eine unglaublich besondere, unglaublich schmerzhafte und leider auch unglaublich präsente Geschichte.

Gleich vorweg möchte ich klarstellen, dass dies kein Liebesroman ist. Liebe spielt zwar gelegentlich eine Rolle, aber es ist weder der Kern noch der Sinn der Geschichte. Genretechnisch würde ich das Buch wahrscheinlich als Denkstoff und Drama bezeichnen, aber Drama klingt so übertrieben-künstlich und das Buch ist alles, aber nicht das. Es ist real, echt, aus dem Leben gerissen. Etwas, was tagtäglich passiert. Was Leute schockiert, wenn sie es erfahren, aber Leute nicht sehen (wollen), wenn sie es nicht wissen. Das Buch fällt unter die Kategorie „Bücher, die bedrücken“ und „du wirst noch lange nach der letzten Seite darüber nachdenken“. Die Autorin hat hier nichts beschönigt, nichts romantisiert und vor allem die Liebe nicht als das perfekte Heilmittel genutzt. Sie gibt Eden eine Stimme, die Eden nutzt, vielleicht nicht immer so, wie der Leser es gern hätte. Sie lässt Eden ihre Geschichte erzählen in allen Facetten und diese Facetten sind vielleicht auch nicht immer, was der Leser erwartet. Man sollte nie vergessen, dass Traumata und Verarbeitung verschiedene Möglichkeiten hat. Aber kommen wir zur Geschichte:

Eden ist ein junges Mädchen, als es passiert. Es ist der beste Freund ihres großen Bruders. Kevin, den sie angehimmelt hat und mit dem sie Zeit verbracht hat. Kevin, der für sie fast wie ein eigener Bruder ist. Es passiert nachts. Und danach ist nichts mehr, wie zuvor. Das Buch startet direkt mit dem Erlebnis und mit einer Entscheidung, die Eden trifft, obwohl man sie anschreien möchte, es nicht zu tun: Sie erzählt es niemanden. Ein paar Mal setzt sie an, aber die Worte kommen nie aus ihrem Mund. Dafür kommen die Gedanken, ein Karussell aus Vorwürfen gegen sich selbst, Zweifeln, Wut, Enttäuschung und der nagende Frage, warum. Es ist schwere Kost, der Blick in Edens Kopf, in ihre Gefühlswelt. Warum hat sie die Tür nicht abgeschlossen, hätte sie es ahnen können, hat sie falsche Signale gesendet, wieso merkt niemand, was passiert ist. Und über allem schwebt „wer wird dir glauben“. Es gibt Edens „Danach“, ihr neues Leben, was sie nie wollte, was sie für sich aber gestaltet, wie sie es möchte. Denn das eine Mal, da konnte sie nicht entscheiden, was sie möchte. Sie ändert ihr Aussehen, sucht sich andere Hobbies, verliert den Kontakt zu einigen Leuten, die ihr wichtig waren. Sie baut sich einen Ruf auf, so weit weg von der Wahrheit, angefeuert durch Lügen und Gerüchte. Und mittendrin Eden, der das ganze vermeintlich nichts ausmacht, während innendrinnen sie sich immer mehr verliert, mit Verdrängen versucht, zu vergessen, mit ihren Männerbegegnungen versucht, die Erinnerung auszulöschen. Der Leser ist dabei, wie sie Schritt für Schritt in eine Abwärtsspirale gerät, während man sie nur in den Arm nehmen möchte. Wie sie mit ihren Eltern aneinandergerät, die für alles eine Erklärung haben – die Pubertät, der weggezogene Bruder, es gibt für alles eine vermeintliche Erklärung. Aber niemand macht sich die Mühe, Eden zuzuhören, sich mit ihr hinzusetzen. Eden hingegen rebelliert gegen alles und jeden, so machtlos versucht sie, sich die Kontrolle über alles zurückzuholen. Dass der Weg nicht der beste ist, weiß der Leser. Dass sie in Situationen gerät, die gefährlich sein können, weiß auch Eden, aber was soll denn noch Schlimmeres passieren? Eden wird eine andere Person, sie zerfällt vor den Augen des Lesers und entwickelt sich zu jemanden, der sie nie war – und vielleicht auch nie sein wollte.

Das Buch thematisiert neben dem inneren Kampf – und ich sage es gern noch einmal, dass dies schwere Kost ist – auch den Einfluss des Umfelds. Die Gerüchteküche an der Schule, die Flurpost, Mobbing, irgendwelche Behauptungen, die so verdreht werden, dass es am Ende eine ganz neue Geschichte gibt. Mittendrin findet Eden Josh, aber die Beziehung der beiden ist schwierig und fühlte sich für mich als Leser nicht richtig an, zu viele Probleme liegen zwischen den beiden. Die Verbindung zu Edens Bruder bröckelt, die Eltern werden von ihr angegiftet und auch zu ihren Freunden bricht die Verbindung zunehmend, denn alle finden Eden zickig, problematisch, zu promiskuitiv. Aber keiner versucht zu ergründen, wieso. Und damit trifft die Autorin ein großes Problem der Zeit: „Warum hast du denn nichts gesagt“ ist ein Standardspruch, wenn dann doch irgendwann alles hochkommt. Gefolgt von „das kann ich mir gar nicht vorstellen“. So ist es auch hier, als mehr Anschuldigungen gegen Kevin aufkommen. Wie das Umfeld damit umgeht, ist bedrückend, aber ein Stück weit auch menschlich. Das Thema überfordert Menschen und gerade dadurch ist es wichtig, immer wieder darüber zu reden. Edens Weg mag eine fiktive Geschichte sein, aber da draußen passiert es andauernd und das ist nicht fiktiv. Trauma hat viele Formen, Traumabewältigung ebenfalls und nicht jede Verhaltensänderung ist einfach nur „Pubertät“.

Das Ende des Buches hat mich etwas zwiegespalten. Ich denke, dass die Autorin eventuell ursprünglich keinen Folgeband schreiben wollte. Deswegen ist das Ende gleichzeitig offen (im Bezug auf Kevin) und gleichzeitig quasi abgeschlossen. Dennoch bin ich sehr froh zu wissen, dass demnächst doch noch eine Fortsetzung kommt, denn ich wüsste gern, wie sich einige Aspekte weiterentwickeln, insbesondere auch im Hinblick auf Edens Umfeld, aber auch Edens weitere Entwicklung. Aber streng genommen würde das Ende des Buches auch allein Bestand haben können und einfach viel Raum für eigene Gedankenspiele geben.

Mein Fazit

The way I used to be ist ein wahnsinnig intensives, berührendes Buch über das Leidensweg eines jungen Mädchens. Eden versucht, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen, verliert sich dabei aber mehr und mehr. Es ist eine emotionale, grausame und schmerzhafte Geschichte und ganz sicher kein Liebesroman. Ein unglaublich ehrliches Buch!

Veröffentlicht am 17.10.2023

Edens Geschichte

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Auf dieses Buch wurde ich durch Bookstagram aufmerksam und ich bin richtig froh, dass der Adrian & Wimmelbuchverlag sich der Übersetzung angenommen hat. Denn dieses Buch ist einfach nur fantastisch!

Eins ...

Auf dieses Buch wurde ich durch Bookstagram aufmerksam und ich bin richtig froh, dass der Adrian & Wimmelbuchverlag sich der Übersetzung angenommen hat. Denn dieses Buch ist einfach nur fantastisch!

Eins vorweg - bitte vor dem Lesen unbedingt die Triggerwarnungen checken.

Ich war mir aufgrund des behandelten Themas zu Beginn unsicher, ob ich es überhaupt lesen möchte und ob ich mich mental mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte. Ich bin jedenfalls froh, mich dafür entschieden zu haben, denn Amber Smith hat dieses Topic in Edens Geschichte berührend und authentisch aufbereitet, ohne dabei zu sehr in die eine oder die andere Richtung abzugleiten.

Hier wird ein sehr schlimmes Thema sexueller Gewalt anhand von Edens Schicksal erzählt, ohne dabei voyeuristisch zu sein, sondern die Autorin bleibt hier ganz beim Opfer und seinen Erfahrungen. Eden ist ein typisches Girl next door und ihre Erlebnisse zeigen auf, was so eine Erfahrung mit einem Menschen macht. Vielfach wollte ich Eden zu Beginn des Buches einfach nur schütteln, nur um im nächsten Moment zu überlegen, wie ich wohl selbst in solch einer Situation reagieren würde.

Ein tolles Buch voller Emotionen, Zwischentöne und vor allem voll von Edens Entwicklung hin zu einem selbstbestimmten Umgang mit der eigenen Erfahrung und dem Übergang vom Opfer hin zur handelnden Person, die sich gegen dieses Schicksal stemmt.

Ein Buch, dass ich in einem Rutsch runtergelesen habe, das alle möglichen Emotionen bei mir ausgelöst hat und für das ich unendlich dankbar bin, es für mich entdeckt zu haben. Ich freue mich auf den zweiten Teil und rufe nur jedem Leser zu - unbedingt kaufen! Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 26.09.2023

Sehr glaubwürdig, aber auch sehr heftig

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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber man kann mit dem Ende leben.

Triggerwarnung: Vergewaltigung, Trauma.

Von einem Moment auf den anderen teilt sich Edens Leben in ein Davor und Danach. Ein Davor, in dem ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber man kann mit dem Ende leben.

Triggerwarnung: Vergewaltigung, Trauma.

Von einem Moment auf den anderen teilt sich Edens Leben in ein Davor und Danach. Ein Davor, in dem sie bloß eine junge Frau war, fast noch ein Kind, langweilig, durchschnittlich, unsichtbar. Und ein Danach, in dem nichts mehr so ist, wie es vorher war und vor allem nicht Eden.
Nichts ist mehr normal, aber für die Welt da draußen hat sich nichts verändert. Niemand sieht, dass sie nicht mehr die Eden ist, die sie gestern noch war, niemand deutet ihr Verhalten richtig und Eden kann das, was geschehen ist, einfach nicht in Worte fassen, zu sehr ist das, was ER ihr in dieser Nacht sagte, in ihren Verstand eingedrungen: „Niemand wird dir glauben“ und „wenn du etwas sagst, bringe ich dich um“.
Eden sagt nichts, sie wird nur eine andere Eden – Eden 2.0.


Was Eden passiert ist, ist schrecklich und grausam und passiert viel zu vielen Mädchen und Frauen auf der Welt. Und doch sind die Gedanken unmittelbar nach der Tat immer dieselben: Warum habe ich es nicht kommen sehen? Warum habe ich es nicht verhindert? Warum habe ich nicht dieses oder jenes getan, dann wäre es nicht passiert. Und wie so oft bei Opfern in Edens Alter, ist der Täter jemand, dem sie vertraute, der ein Teil ihres Lebens, ihrer Welt war, Kevin, der beste Freund ihres großen Bruders und für Eden praktisch ein zweiter großer Bruder. Und das macht es für sie nur noch schwieriger.

Man erlebt an ihrer Seite die unterschiedlichen Stadien der Bewältigung bzw. des Traumas. Zuerst der Schock, dann die Vorwürfe an sich selbst. Warum hat sie nicht die Tür abgeschlossen? Andererseits, warum sollte sie, wenn sie es sonst nie tut? Wie hätte sie es ahnen können oder sollen, dass Kevin ihr das antun wollte? Sie konnte es nicht wissen, sie konnte es nicht verhindern. Aber die Stimme in ihrem Kopf sieht das anders.

Ihr Umfeld bemerkt, dass etwas los ist, findet aber lauter „simple“ Gründe dafür. Ihre Mutter sieht das Blut in ihrem Bett – also muss Eden ihre Tage bekommen haben. Eden will Kevin nicht mehr begegnen, also ist sie eifersüchtig auf ihn – oder noch schlimmer, in ihn verknallt, was auch Kevin als Story in Umlauf bringt. Eden verändert sich, verhält sich anders – sie ist eben ein launischer, schwieriger Teenager. Für alles werden Erklärungen gefunden, niemand kommt auf die Idee, dass etwas geschehen sein könnte und je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es für Eden, selbst noch daran zu glauben, dass ihr etwas passiert ist und nicht sie das Problem ist.

Eden verändert sich auch in ihrer Erzählweise, sie wird distanzierter, kühler, geht mehr auf Abstand zum Leser, wie sie auch auf Abstand zu allen in ihrem Umfeld ging. Verzweifelt versucht sie, mit dem Geschehenen klar zu kommen, durch Verleugnen und Verdrängen und später auch, indem sie versucht, die Kontrolle über ihren Körper zurückzubekommen.


Fazit: Toll dargestelltes Trauma, aber teilweise echt hart zu lesen. Leider bleibt man lange recht auf Distanz zu Eden, wie auch sie sich von ihrem Trauma und allem anderen distanziert. Da wird das toll auf die Erzählweise übertragen, sorgt aber auch dafür, dass man sich schwerer damit tut, bei Eden zu bleiben.
Niemand sieht was mit ihr los ist, alles wird auf die Hormone geschoben oder sie als „schwierig“ oder „Bitch“ abgestempelt. Sie zeigt deutliche Anzeichen aber niemand weiß sie zu deuten. Das finde ich vor allem auch deswegen wichtig, damit man selbst einen Einblick bekommt, welche Verhaltensmuster oder Verhaltensänderungen vielleicht ein Hinweis bzw. Warnzeichen sind. Es passiert so vielen Mädchen, dass sie zu Opfern werden und die meisten von ihnen schweigen darüber aus unterschiedlichen Gründen. Aber wenn das potenzielle Umfeld lernt, worauf es achten kann, vielleicht kann dann dieses Buch nicht nur den Opfern eine Stimme geben, sondern auch das potenzielle Umfeld schulen, worauf es achten kann und sollte, um vielleicht einem betroffenen Mädchen oder einer Frau, die Gelegenheit zu geben, ihr Schweigen zu brechen und wenn es nur für sie ist, damit sie nicht mehr mit diesem Geheimnis leben muss, das ihr durch die Tat eines anderen aufgezwungen wurde.
Das Ende hätte ich persönlich mir mit mehr Ausblick auf die Zukunft gewünscht, aber da ich mittlerweile erfahren habe, dass es ein zweites Buch geben wird, denke ich, wird das deswegen so sein.

Das Buch ist heftig, aber auch richtig gut. Man wird lange auf Distanz gehalten, aber auf mich wirkte das wie ein Stilmittel, um Edens Distanz zu allem und jedem deutlich zu machen. Von mir bekommt es volle 5 Sterne und ich werde definitiv auch Band 2 lesen.

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