Cover-Bild Der dunkle Himmel
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12,00
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  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 22.03.2022
  • ISBN: 9783499005923
Astrid Fritz

Der dunkle Himmel

Drei Leben, ein Dorf, eine Weltkrise. Die Bestsellerautorin von «Der Turm aus Licht» erzählt das berühmte schicksalhafte Jahr 1816, das «Jahr ohne Sommer», als großen packenden Roman – und als berührende Liebesgeschichte.

1816: schwarze Wolken, Dauerregen, Kälteeinbrüche, grelle Sonnenuntergänge. Immer wieder schauen die Menschen aus dem schwäbischen Hohenstetten in den Himmel. Das Wetter spielt verrückt. Ernteausfälle bedrohen ihr Leben. Viele Verzweifelte suchen auf fernen Kontinenten ihr Glück. Strenggläubige sehen die Apokalypse nahen. Und wieder andere versuchen, durch Tatkraft und puren Überlebenswillen das Jahr ohne Sommer zu meistern. Wie der junge Schulmeister Friedhelm. Die starke Paulina. Und der kluge Pfarrer Unterseher. Packend und atmosphärisch erzählt «Der dunkle Himmel» anhand des Leinenweberdorfes von einer historischen Klimakatastrophe globalen Ausmaßes nach einem Vulkanausbruch in Indonesien.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2022

1816, das Jahr ohne Sommer

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Der Roman beginnt 1816, im Jahr nach dem gewaltigen Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, der in großen Teilen der Welt für gravierende Klimaveränderungen sorgte. Auch in dem kleinen schwäbischen ...

Der Roman beginnt 1816, im Jahr nach dem gewaltigen Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, der in großen Teilen der Welt für gravierende Klimaveränderungen sorgte. Auch in dem kleinen schwäbischen Leinweberdorf Hohenstetten bekommen die Menschen diese Veränderungen zu spüren und erleben das Jahr ohne Sommer, in dem die Ernte von Starkregen und Frost schwer beeinträchtigt wird. Dass das Wetter mit dem besagten Vulkanausbruch zusammenhängt, wissen die Menschen zu dieser Zeit nicht und machen sich ihre eigenen Gedanken. Viele halten das Unheil, das über die Menschheit hereinbricht, für eine Strafe Gottes. Die Klimakatastrophe hat verheerende Folgen, denn die Menschen verlieren reihenweise ihre Arbeit, müssen hungern und leben zum Teil in elenden Zuständen.

Die Protagonisten, die in diesen schweren Zeiten bestehen müssen, sind in erster Linie die Wirtstochter Paulina und der junge Schulmeister Friedhelm. Im Rahmen der Ereignisse entscheidet sich auch das Schicksal dieser jungen Menschen. Sie sind sich sehr zugetan, aber ihre Liebe scheint aussichtslos, denn Paulinas Vater hat andere Pläne mit seiner Tochter.
Ein weiterer starker Charakter im Roman ist Pfarrer Unterseher, der seine Gemeinde mit Weitsicht und Empathie betreut. Auch er hat private Probleme, denn in seiner Familie läuft nicht alles wie gewünscht, aber Unterseher versucht, aus allem das Beste zu machen.

Alles in allem ist dies ein sehr fesselnder Roman, der die Probleme der Menschen in dieser schwierigen Zeit sehr eindrucksvoll darstellt. Mit Paulina und Friedhelm und seiner Mutter, mit Pfarrer Unterseher und seiner Familie hat die Geschichte sehr liebenswerte Charaktere, die alles tun, um ihren Mitmenschen beizustehen. Aber es gibt auch die andere Seite, nämlich Leute, die sich am Elend anderer bereichern und dafür ganz unverfroren mit faulen Tricks arbeiten. Nur zum Teil konnte ich die Aktionen und auch die Wandlung von Paulinas Vater nachvollziehen. Anfangs hatte man den Eindruck, dass er seine Tochter liebt und das Beste für sie will. Aber irgendwann fand ich diesen Charakter sehr überzeichnet und konnte seine Beweggründe nicht mehr verstehen. Aber auch wenn nicht alles an der fiktiven Handlung so ganz realistisch auf mich wirkte, habe ich die Handlung bis zuletzt mit Spannung verfolgt. Hohenstetten, wo sich ein großer Teil der Geschichte abspielt, ist ein fiktiver Ort, der aber das damalige Leben auf der Rauhen Alb sehr lebendig und authentisch repräsentiert. Viele Details im Roman zeugen von einer ausführlichen Recherche, und die damaligen Zustände während dieser Hungersnot sind absolut glaubwürdig und nahe an den historischen Tatsachen dargestellt.

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Veröffentlicht am 26.04.2022

Leseempfehlung

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Ein großer Vulkanausbruch in Indonesien löste im Jahr 1816 in weiten Teilen Europas eine große Naturkatastrophe aus. Ein Jahr voller Kälte, Regen und Dunkelheit stürzte ganze Landstriche in Hunger und ...

Ein großer Vulkanausbruch in Indonesien löste im Jahr 1816 in weiten Teilen Europas eine große Naturkatastrophe aus. Ein Jahr voller Kälte, Regen und Dunkelheit stürzte ganze Landstriche in Hunger und Armut. Da die Regierung damals mit Hilfsmaßnahmen noch zögerlich dagegen vorging, mussten die Menschen selber versuchen, diese schwere Zeit zu überstehen. Vor allem die Landbevölkerung und die einfachen Menschen litten unter den vernichteten Ernten.

Dies ist der Hintergrund vor dem Astrid Fritz ihren neuen Roman „Der dunkle Himmel“ anlegt. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner eines kleinen Dorfes in Schwaben. Allen voran der Dorflehrer Friedhelm, der in die Wirtstochter Paulina verliebt ist und der Pfarrer Unterseher, der die verarmenden Bauern und ihre Kinder versucht zu unterstützen.

Das Drama des Hungerjahres und die Liebesgeschichte zwischen den jungen Leuten halten sich dramaturgisch die Waage. Über weite Strecken scheint es keinen Lichtblick zu geben, denn die Natur spielt verrückt und die Menschen verzweifeln nach und nach. Und Paulinas Vater legt seiner Tochter alle möglichen Steine in den Weg, da er den Schulmeister nicht zum Schwiegersohn will.

Obwohl die Geschichte relativ gemächlich erzählt wird, konnte sie mich schnell packen. Der intensive Erzählstil und die stetig wachsende Empathie für die Hauptdarsteller, haben mir sehr gefallen. Zum Ende hin zeichnet sich ein versöhnliches Ende ab und lässt die Leserinnen mit einem guten positiven Gefühl das Buch beenden.

Ich empfehle das Buch gerne weiter. 4,5 von 5 Sternen von mir.

Veröffentlicht am 08.05.2022

spannende Lektüre über die Hungerjahre 1816/17 in Europa

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Astrid Fritz konnte mich schon 2016 mit ihrem Buch "Unter dem Banner des Kreuzes" begeistern und mich mit ihrer guten historischen Recherche einnehmen.
So habe ich mich sehr auf ihr neues Buch "Der dunkle ...

Astrid Fritz konnte mich schon 2016 mit ihrem Buch "Unter dem Banner des Kreuzes" begeistern und mich mit ihrer guten historischen Recherche einnehmen.
So habe ich mich sehr auf ihr neues Buch "Der dunkle Himmel" gefreut, in welchem sie die Hungerjahre 1816 und 1817 thematisiert, die mir bis zu diesem Roman völlig unbekannt waren.
Denn mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass ich von dieser weitreichenden Klimakatastrophe vor knapp 200 Jahren in Europa bisher noch überhaupt nichts gelesen habe. Und dies liegt etwa nicht daran, dass ich keine Lektüre über das 19. Jahrhundert lese. Im Gegenteil: gehören doch diese Jahrzehnte zu meinen liebsten in der historischen Geschichte. Umso verwunderlicher war es für mich so gar nichts über die Auswirkungen dieses dunklen und kalten Sommers im Jahre 1816 in anderen Büchern gelesen zu haben, die so sehr die europäische, aber schlussendlich auch die amerikanische Geschichte geprägt haben.
Sehr interessant fand ich den Aspekt, dass diese schrecklichen Wetterkapriolen durch einen Vulkanausbruch des Tambora in Indonesien verursacht wurden. Der Zusammenhang der beiden Naturkatastrophen konnte tatsächlich erst 1913 offiziell bestätigt werden, fehlten doch 100 Jahre zuvor sowohl das naturwissenschaftliche Verständnis, als auch die technischen Möglichkeiten, um diese Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen.

Neben den fundierten geschichtlichen Nachforschungen der Autorin überzeugt mich auch wieder der Schreibstil, welcher sehr bildhaft und einnehmend ist, so dass man sich schnell in den Roman hineinfindet.
Ich konnte mir die Lebensumstände und das kleine schwäbische Leinenweberdorf Hohenstetten sehr gut vorstellen und fand die Beschreibung des Alltags verschiedener Stände, Berufe und Familien sehr spannend und interessant.
Vor allem die beiden Hauptprotagonisten Friedhelm und Paulina waren mir von Anfang an sympathisch, so dass ich ihrer zarten Liebesgeschichte neben den historischen Aspekten sehr gerne gefolgt bin.
Im Verlaufe des Buches werden die Auswirkungen und Entwicklungen durch den kalten, nassen und sonnenarmen Sommer 1816 immer dramatischer und auch die Stimmung der Bevölkerung schlägt zusehends um.
Astrid Fritz hat es geschafft diese Zuspitzung und Angespanntheit einzufangen und für den Leser greifbar zu machen.
In meinen Augen ist "Der dunkle Himmel" ein wahnsinnig wissensbereichernder Roman, der neben der damaligen Klimakatastrophe mit der folgenden Hungersnot auch die städtischen Probleme und Auswirkungen dieses Unglücks beleuchtet, aber auch die Flucht aus Europa und die damit verbundene Auswanderung nach Amerika vieler, vor allem reicher Landsleute.

Fazit
Eine spannende und mitreißende Geschichte über das dramatische Hungerjahr 1816 ohne Sommer, seinen Ursachen und Folgen und der damit beginnenden Auswanderungswelle nach Amerika, gewürzt mit einer zarten Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 03.05.2022

Atmosphärisch erzählt und wie immer bestens recherchiert

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1816 ist das Jahr ohne Sommer, voller Missernten, Hunger und Not. In einem kleinen Ort auf der Schwäbischen Alb leiden die Menschen unter der Kälte und der Not. Anhand von drei Protagonisten erzählt die ...

1816 ist das Jahr ohne Sommer, voller Missernten, Hunger und Not. In einem kleinen Ort auf der Schwäbischen Alb leiden die Menschen unter der Kälte und der Not. Anhand von drei Protagonisten erzählt die Autorin die Geschichte mit konkreten Schicksalen:
Der junge Schulmeister Friedhelm und die willensstarke Gastwirtstochter Paulina kämpfen für ihre Liebe. Und der umsichtige Pfarrer Unterseher versucht für seine Gemeindemitglieder in diesen schweren Zeiten da zu sein.


Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog über einen Vulkanausbruch am anderen Ende der Welt, der offenbar dafür verantwortlich war, dass in Deutschland das Jahr 1816 durch schlechtes, kaltes und regnerisches Wetter gekennzeichnet war (wie man erst fast hundert Jahre später festgestellt hat).
Im weiteren Verlauf der Handlung beschreibt die Autorin eindringlich, wie die Menschen unter diesen Bedingungen zu leiden hatten. Es wird sehr deutlich, wie gut die Autorin auch für dieses Buch wieder recherchiert hat.

Die Schreibweise ist sehr flüssig und gut zu lesen. Während die Autorin weniger dialog-orientiert schreibt, fließt die Handlung sehr gleichmäßig dahin und ist sehr durch Reflektionen der Personen oder Beschreibungen der Situation getragen.

Dennoch haben mir die tragenden Personen in der Handlung sehr gut gefallen, besonders Paulina und Friedhelm waren mir gleich sympathisch und ich habe sehr mit ihnen gefiebert und gelitten. Ihre Hartnäckigkeit und ihr Durchhaltevermögen sind wirklich beeindruckend und machen Mut.
Gerade durch diese konkreten Schicksale kann man sich gut vorstellen, wie es den Menschen unter diesen extremen Bedingungen ging und wie sie unter der Not zu der Zeit gelitten haben.

Ich bin froh, dass ich durch dieses Buch mehr über das „Jahr ohne Sommer“, das Jahr des Hungers in Europa erfahren habe, und ich habe mich aufgrund der flüssig erzählten Geschichte mit warmherzig angelegten Figuren wieder gut unterhalten gefühlt.


Fazit:
Wieder ein schöner historischer Roman mit der bewährten Mischung aus guter Recherche und einer eingängig erzählten Geschichte.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Bewegende Geschichte

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Plötzlich war der Himmel dunkel, Plötzlich schien es keinen Sommer mehr zu geben. Plötzlich war der Hunger da.

So in etwa erging es den Menschen im Jahr 1816 in einem Dorf in Schwaben. Das Wetter war ...

Plötzlich war der Himmel dunkel, Plötzlich schien es keinen Sommer mehr zu geben. Plötzlich war der Hunger da.

So in etwa erging es den Menschen im Jahr 1816 in einem Dorf in Schwaben. Das Wetter war komplett aus den Fugen geraten und damit auch das Leben der Menschen. Denn Kalte und Regen versauen die Ernte und die Menschen beginnen zu Hungern. Vor allem die Armen leider unter der Lebensmittelknappheit. Viele beginnen darüber nachzudenken nach Amerika auszuwandern,...

Anhand der Bewohner des Dorfes Höhenstetten erzählt Astrid Fritz die Geschichte dieses Hungerjahres und seiner Folgen. Sie erzählt von einem Pfarrer der alles tut um den Armen zu helfen. Von dem jungen Lehrer Friedhelm und seiner großen Liebe Paulina. Authentisch und bildhaft erzählt sie von Alltag im Dorf, wie das Leben immer schwerer wird, von Menschen wie dem Pfarrer der voller Gute ist und alles tut, um den Armen zu helfen und es doch nicht verhindern kann das seine Kinder eigene Wege gehen. Und auf der anderen Seite sind da Menschen wie Paulina Vater der auf der Sonnenseite des Lebens steht und nicht verstehen kann, das die Armen nicht Schuld an ihrem Schicksal sind.

Der Roman vermischt die Liebesgeschichte von Paulina und Friedhelm mit der Geschichte des Kampfes ums pure Überleben. Gut recherchiert und bildhaft beschrieben tauchen die Leser tief in das Leben der Zeit ein und erfahren so einiges über das Leben der Menschen von damals.

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