Cover-Bild Menschenhausen
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Fantasieinsel Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Bilderbücher
  • Seitenzahl: 88
  • Ersterscheinung: 27.05.2025
  • ISBN: 9783910729179
  • Empfohlenes Alter: bis 12 Jahre

Menschenhausen

viel zu irgendwie
Rusanna Danielian (Herausgeber)

In Menschenhausen ist jeder „viel zu irgendwie“. Aber niemand stört sich an den kleinen Eigenheiten der anderen Bewohner, da keiner fehlerfrei ist. Das heißt, bis zu dem Tag, an dem eine junge Frau in der Stadt aufkreuzt und alles auf den Kopf stellt. Die schöne Unbekannte ist nämlich – zum Erstaunen aller – völlig makellos.
Mit ihrem perfekten Aussehen zieht sie nicht nur bewundernde Blicke auf sich, sondern auch viel Neid. Und plötzlich schämen sich alle für ihre Fehler, weshalb sie versuchen, diese auf die lächerlichste Art und Weise zu verstecken.
Was aber keiner weiß: Auch die perfekte Lady Betty ist nicht ganz so fehlerfrei, wie sie nach außen hin scheint.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2025

Niemand ist makellos

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Gestaltung:
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Das Buch ist ein sehr wertiges Hardcover mit dickeren, stabilen Seiten, durchgängigen farbigen Illustrationen und lustigen Karikaturen. Vor jedem Kapitelbeginn ist ein kleines ...

Gestaltung:
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Das Buch ist ein sehr wertiges Hardcover mit dickeren, stabilen Seiten, durchgängigen farbigen Illustrationen und lustigen Karikaturen. Vor jedem Kapitelbeginn ist ein kleines Häuschen mit Gesicht, das passend zur Überschrift eine Mimik und Gestik hat. Die grafische Gestaltung ist wirklich Top!
Bei der Schrift sind scheinbar willkürlich einige Worte in einer anderen Schriftart: kleiner, größer oder farbig gedruckt. Diese besondere Schriftwahl ist nicht immer passend und führt beim Lesen nur zu einer unnötigen Unruhe. Darauf hätte man gerne verzichten können. Man denkt, man müsse dieses Wort extra betonen, dabei passt das an vielen Stellen nicht.

Inhalt:
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Die Geschichte spielt im erfundenen Ort "Menschhausen". Hier wohnen nur Erwachsene, keine Kinder. Aber die Erwachsenen benehmen sich oft nicht wie solche. Sie haben alle einen Makel, ihr Hals ist "irgendwie zu" lang, ihre Beine sind "irgendwie zu" kurz oder ihre Haare sind "irgendwie zu" strähnig. Alles ist "irgendwie zu" irgendwas. Aber das macht den Menschen hier nichts aus, denn da alle einen Makel haben, ist das egal. Aber dann kommt die Nichte einer Dorfbewohnerin angereist und sie scheint perfekt zu sein. Sie ist hübsch, sie ist klug, sie ist nett und da keiner etwas Unperfektes an ihr entdecken kann, schämen sich auf einmal alle ihrer Makel und verhalten sich sehr abweisend. So lange, bis heraus kommt, dass Lady Betty doch nicht so perfekt ist, wie alle gedacht haben.

Mein Eindruck:
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Besonders in einer Welt von vermeintlich perfekten Influencern, einer Welt, in der Leistung und Optik mehr zu zählen scheinen als Charakter, ist es besonders wichtig, eine entgegengesetzte Botschaft zu setzen. Und das ist der Autorin meiner Meinung nach mit diesem Buch auch größtenteils gelungen.
Die Charaktere sind alle etwas überspitzt beschrieben und die karikaturartigen Zeichnungen haben mich von Beginn an begeistert. Ich mochte den Humor, weil ich generell ein Fan davon bin, Dinge zu überzeichnen, um sie dadurch präziser herauszuarbeiten. Besonders das kleine Häuschen zu Beginn eines Kapitels hat mir gut gefallen.
Im Vorwort werden die Kinder direkt angesprochen und mit in die Welt von Menschenhausen genommen. Im Prinzip ist das eine schöne Sache und da die Geschichte für Kinder ab 8 Jahren gedacht ist, ist dies nachvollziehbar. Dennoch hätte ich die Anrede "Leser" favorisiert, denn für meinen Geschmack kann das Buch auch gut von Erwachsenen gelesen werden.
Lady Betty erinnert optisch an eine Barbie-Puppe und ist vom Charakter her auch sehr ähnlich. Da ich diese vermeintliche Perfektion in Person nicht mag, kann ich gut nachvollziehen, wie unwohl sich alle Bewohner in Menschenhausen neben ihr fühlen mögen und ihr lieber aus dem Weg gehen. Auch wenn man das nicht tun sollte, so vergleichen sich bestimmt viele Menschen mit anderen. Dabei werten sie ihre eigenen Schwächen eher auf, statt sich auf ihre Stärken zu konzentrieren.
Dementsprechend gut gefiel mir die selbstbewusste Haltung von Lady Betty, nachdem ihr Makel entdeckt wurde. Die erste Reaktion der Menschenhausener, sie auszulachen, nachdem ihr Makel sichtbar ist, konnte ich noch halbwegs nachvollziehen. Ich deutete dies als eine Art Befreiungslachen, weil sie dadurch im Prinzip dazugehört, eben auch eine Unperfekte ist. Aber dass sie sie anschließend meiden und sie nicht zum Grillfest einladen, fand ich keine gute Sache. Daher bekommt das Buch nur 4 Sterne von mir.
Besser wäre es gewesen, wenn die Leute Lady Betty darauf angesprochen hätten, warum sie lachen. Besonders von ihrer Tante, die ihr ja näher stehen sollte als die anderen, hätte ich eine offene Ansprache erwartet. Und das wäre m. E. auch ein gutes Signal für die Kinder gewesen, die das Buch lesen. Ja, man soll sich nicht mit anderen vergleichen und zu seiner menschlichen Unperfektion stehen. Das wäre die erste Botschaft. Aber ich hätte mir auch noch die Message gewünscht, dass man über sein Unwohlsein reden und ggf. so Missverständnisse schneller ausräumen kann. Wenn jeder über seine Schwächen berichtet und sie nicht versteckt, dann fühlt es sich für jeden Einzelnen besser an.
Dennoch hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Ich habe es als Erwachsener gelesen, der nicht zur direkten Zielgruppe gehört, und den Inhalt als wohltuend empfunden. Ich werde es dann aus dem Schrank holen und lesen, sobald ich wieder das Gefühl habe, mich nicht perfekt genug zu fühlen.

Fazit:
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Nobody is perfect: humorvoll + tolle Illustrationen, aber kleine Schwächen bei Handlung + Schriftbild. Auch für Erwachsene empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 27.06.2025

nicht nur für Kinder

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Kinderbuch der besonderen Art und Weise. Es stärkt das Selbstvertrauen und sensibilisiert auf subtile Art und Weise für Mobbing.
Zur Story: Da ist Miss Betty, die ihre Tante in Menschenhausen besucht ...

Kinderbuch der besonderen Art und Weise. Es stärkt das Selbstvertrauen und sensibilisiert auf subtile Art und Weise für Mobbing.
Zur Story: Da ist Miss Betty, die ihre Tante in Menschenhausen besucht und da sind die Menschenhausener die alle ein bisschen besonders sind. Das Format finde ich bisschen ungünstig gewählt, ist meiner Meinung nach zu groß. Die Illustrationen passen hervorragend und unterstützen das Gelesene hervorragend sind definitiv kindgerecht dargestellt. Bei dem Thema kommen auch Erwachsene ins Grübeln denn wie schnell hat man irgendein Aussehen kommentiert ohne sich Gedanken über irgendwelche Konsequenzen zu machen... Ist halt nur so ein Häppchen😉 War viel zu schnell ausgelesen. Gutes Thema, auf jeden Fall empfehlenswert den einen Stern habe ich für die Vorhersehbarkeit abgezogen. Wünsche euch ein gutes Lesevergnügen!


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Veröffentlicht am 27.06.2025

Bunte Vielfalt

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Ein Ausflug nach Menschenhausen ist schön, oder? Lady Betty macht sich eines Tages auf den Weg genau in diese Stadt und besucht ihre Tante. Eigentlich scheint alles idyllisch zu sein, doch plötzlich scheinen ...

Ein Ausflug nach Menschenhausen ist schön, oder? Lady Betty macht sich eines Tages auf den Weg genau in diese Stadt und besucht ihre Tante. Eigentlich scheint alles idyllisch zu sein, doch plötzlich scheinen die Bewohner sich merkwürdig in ihrer Gegenwart zu benehmen. Da gibt es eine Frau mit zu langem Hals, die plötzlich nur noch Rollkragenpullis trägt. Ein Mann der im Hochsommer einer Daunenjacke anzieht. Ein Mann der immer einen Helm auf dem Kopf hat. Was hat dies alles auf sich. Jeder scheint irgendein Problem mit sich zu haben und versucht dies mit sehr komischen Mitteln zu verstecken.

Dann entdeckt die schöne Betty mit den langen Beinen und perfekten blonden Haaren und perfekter Figur, dass sie anscheinend der Auslöser ist. Sie versteht die Welt nicht mehr. Doch dann zeigt sie den Menschen, dass sie auch einen Makel hat und alles scheint sich zu ändern.

Ein Buch über Toleranz und auch Selbstwertgefühl, dass dazu anregen soll nicht zu perfektionistisch zu sein und auch tolerant gegenüber anderen zu sein. Meine Tochter fand die einzelnen Bewohner sehr interessant und hat sich auch immer die Zeichnungen sehr genau betrachtet, wer denn jetzt wie aussieht. Auch wenn es viele verschiedene sind, und damit auch viele verschiedene Namen kann man sich diese dennoch gut merken. Die Zeichnungen helfen sehr gut dabei. Der Text ist auch zum Großteil kindgerecht geschrieben. Nur an wenigen Stellen gab es mal lange Sätze die wir nochmals lesen mussten um diese zu verstehen.

Das Buch sollte aber dennoch nicht von den Kindern allein gelesen werden, da es doch an der ein oder anderen Stelle Rückfragen oder Redebedarf geben könnte.

Ein Einsatz in der Kita oder Grundschule ist für dieses Buch auch denkbar.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Jeder ist anders

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Das Cover spiegelt die verschiedenen Fasteten der Bewohner wieder. Die Illustrationen sind liebevoll und detailliert gezeichnet. Die verschiedenen Schriftarten und der Text sind kreativ und verständlich. ...

Das Cover spiegelt die verschiedenen Fasteten der Bewohner wieder. Die Illustrationen sind liebevoll und detailliert gezeichnet. Die verschiedenen Schriftarten und der Text sind kreativ und verständlich. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. In Menschenhausen leben verschiedene Bewohner, die unterscheiden sich körperlich sowie charakterlich. Einen langen Hals, kurze Beine oder ein auffälliges Lachen. Die Bewohner kennen es nicht anders und sind glücklich, so wie es ist. Lady Betty steht in der Geschichte für Selbstliebe und Selbstakzeptanz, was auch sehr gut zur Geltung kommt. Eines Tages zieht die nahezu perfekte Lady Betty nach Menschenhausen. Das sorgt für Klatsch und Tratsch im Dorf. Die Stimmung kippt, als sie Lady Betty sehen. Später bemerken die Bewohner dass auch Lady Betty nicht perfekt ist. Sie wird in der Geschichte von den Bewohnern ausgelacht und gedemütigt. Was in dem Ausmaß nicht unbedingt in ein Kinderbuch gehört. Im ganzen ist die Geschichte gut und an gewisse Stellen, denkt man über die Reaktionen der Bewohner nach. Aber das Thema allgemein hätte man sensibler gestalten können.

Veröffentlicht am 23.06.2025

Irgendwie anders

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In Menschenhausen leben die erwachsenen Einwohner ein harmonisches und friedvolles Miteinander (Kinder gibt es keine). Dabei hat jede Person eine Eigenheit, die sie besonders macht: einen irgendwie langen ...

In Menschenhausen leben die erwachsenen Einwohner ein harmonisches und friedvolles Miteinander (Kinder gibt es keine). Dabei hat jede Person eine Eigenheit, die sie besonders macht: einen irgendwie langen Hals, irgendwie kurze Beine, irgendwie strähnige Haare oder irgendwie schiefe Zähne. Niemand stört sich an diesen optischen Besonderheiten, weder an den eigenen und noch weniger an denen der anderen.

Doch eines Tages erhält der Ort Besuch von Lady Betty. Und Lady Betty ist anscheinend einfach perfekt: ihr goldgewelltes Haar, ihre langen Beine und intelligent ist sie ebenfalls. Den Einwohnern werden ihre eigenen Unzulänglichkeiten bewusst und sie versuchen sie zu verbergen. Doch auch an Lady Betty ist nicht alles perfekt.

Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Sie ist warmherzig erzählt und bunt illustriert. Die Personen wirken lebendig und auf ihre ganz eigene Art auch größtenteils sympathisch. Die überraschende "Enthüllung" von Lady Bettys (vermeintlichem!) Makel fand ich sehr gelungen. Ganz besonders ihr Umgang damit und die Lösung überraschte mich positiv. Die Reaktionen der anderen Dorfbewohner dagegen fand ich sehr unpassend und das ganz besonders, weil sie ja auch alles andere als "makellos" sind. Somit konnte mich der Schluss der Geschichte nicht ganz überzeugen.

Leider hatte ich immer wieder Schwierigkeiten die Namen den richtigen Personen zuzuordnen. Da die Figuren am Anfang vorgestellt werden, wäre mir eine Übersicht mit Bildern und Namen sehr entgegen gekommen.

Fazit: eine schöne Geschichte übers Anderssein, Akzeptieren und Akzeptiertwerden. Nicht nur die Eigenheiten anderer betreffend, sondern ganz besonders bei sich selbst.