Cover-Bild Mein drittes Leben
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22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Tod, Trauer, Verlust
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 21.08.2024
  • ISBN: 9783257615296
Daniela Krien

Mein drittes Leben

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024! Sie hat alles gehabt und alles verloren: Sekunden der Unachtsamkeit kosten ihre einzige Tochter das Leben. Tief sieht Linda in den Abgrund und wäre beinahe gefallen, doch da sind hauchfeine Fäden, die sie halten – die Hündin Kaja, die steten Handgriffe im Garten, das Mitgefühl für andere. Wie viel Kraft in ihr steckt, ahnt sie erst, als sie zurückfindet in einen Alltag und zu sich selbst.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2024

Ein sehr gutes Buch mit Tiefgang

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Im letzten Moment kann Linda eine ihrer Hennen vor dem sicheren Tod retten. Ein Bussard hält sie bereits in seinen scharfen Krallen gefangen. Linda schreit und wedelt kräftig mit ihren Armen. Endlich lässt ...

Im letzten Moment kann Linda eine ihrer Hennen vor dem sicheren Tod retten. Ein Bussard hält sie bereits in seinen scharfen Krallen gefangen. Linda schreit und wedelt kräftig mit ihren Armen. Endlich lässt der Greifvogel die arme Henne los und die überlebt den Angriff unbeschadet. Das Leben auf einem Hof gestaltet sich aufregender als gedacht. Wie gut, dass nicht jeder Tag so ereignisreich ist.

Linda ist eine Frau mittleren Alters. Sie lebt völlig zurückgezogen in einem kleinen Ort nahe Leipzig. Eigentlich war es eine Flucht, die sie hierhintrieb. Sie kann den plötzlichen Tod ihrer Tochter nicht verarbeiten. Möchte liebend gerne sterben und nur die Tiere halten sie am Leben. Ihren Mann liebt sie noch, so denkt sie. Er besucht sie regelmäßig und gibt die Hoffnung nicht auf, dass sie zurückkommt in die gemeinsame Wohnung.

„Mein drittes Leben“ berichtet über ein ernstes Thema, das die Autorin dennoch humorvoll umsetzte. Was mir dabei sehr gut gefiel, ist die Begegnung mit Natascha und deren Tochter Nine. Ja, im Gegensatz zu ihr hatte Linda 17 Jahre lang ein gesundes Kind, das ihr nur Freude machte. Natascha sorgt sich um ihr Kind und weiß oft nicht, wie sie die Zukunft gestalten soll. Diese andere Perspektive lässt auch Linda differenziert über ihr Schicksal nachdenken.

Daniela Krien hat eine Begabung für Sprache, die mich fasziniert. Viele ihrer Gedanken kann ich nachvollziehen und sie sind niemals absurd. Sie schreibt über Menschen in Ausnahmesituationen und schaffte es, dass ich mit Spannung dem Fortgang der Geschichte entgegensah. Ein lesenswertes Buch, das viel mehr als fünf Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Sehr berührend

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Nachdem ihre 17-Jährige Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, fällt Linda in ein tiefes Loch. Sie steckt in ihrer Trauer fest, kann nichts anderes mehr fühlen, keine Nähe zulassen. Sie mietet einen ...

Nachdem ihre 17-Jährige Tochter bei einem Unfall ums Leben kommt, fällt Linda in ein tiefes Loch. Sie steckt in ihrer Trauer fest, kann nichts anderes mehr fühlen, keine Nähe zulassen. Sie mietet einen Hof in einem Dorf und verkriecht sich dort. Die körperliche Arbeit lenkt sie ab. Sie kann aber nach wie vor nur von Stunde zu Stunde Leben. Ihr Mann besucht sie alle 2 Wochen. Aber wie lang kann er dies noch aushalten? Langsam baut sie zu einzelnen Personen wieder eine Beziehung auf. Findet sie doch zurück ins Leben?

Mich hat das Buch sehr berührt. Lindas Gefühlswelt ist sehr authentisch. Auch die anderen Figuren finde ich sehr gut dargestellt. Man fühlt mit Linda, aber auch mit den anderen, weil deren Perspektive nicht ausgeklammert wird. Auch wenn Linda im Mittelpunkt steht, verfolgt man das Leben der anderen Figuren. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Die Szenen sind sehr gut beschrieben. Das Buch zeigt, dass Trauer individuell ist und es keinen Zeitplan dafür gibt. Es zeigt gleichzeitig die Hoffnung auf, dass man irgendwann doch wieder Freude am Leben haben und nach vorne gucken kann.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Die Zeit heilt die Wunden

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Mein drittes Leben: Das Buch beinhaltet 304 Seiten. Nominiert für den deutschen Buchpreis des Jahres 2024.
Es geht um die Ich Erzählerin Linda und ihr Leben. Linda ist Ende 40, wohnt in Leipzig, hat ein ...

Mein drittes Leben: Das Buch beinhaltet 304 Seiten. Nominiert für den deutschen Buchpreis des Jahres 2024.
Es geht um die Ich Erzählerin Linda und ihr Leben. Linda ist Ende 40, wohnt in Leipzig, hat ein Mann, Richard, eine 17 Jährige Tochter und Richards zwei Kinder zählen auch noch zu dieser Familie dazu. Sie hat alles in ihrem Leben gehabt und alles verloren. Ein paar Sekunden Unachtsamkeit kosten ihre einzige Tochter Sonja das Leben. Sie kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Linda trauert. Sie ist am Abgrund, sucht Halt an hauchdünnen und feinen Fäden, ob sie es schafft? Hat sie soviel Willenskraft in sich? Es braucht Zeit, nur wie viel? Die Hündin Kaja, ihr Garten, das Mitgefühl anderer, das sind nur einige Dinge, für die es sich lohnt, weiter zu machen, denkt Linda, und kämpft. Es sind 2 Jahre um, es wird nicht wirklich besser. Linda's Trauer, das sind Phasen, die verarbeitet sein müssen. Zudem das Familienleben mit Höhen und Tiefen. Sie gibt es auf, nach ihrer Krebserkrankung kündigt sie ihren Job und zieht sich zurück. Sie flieht in ein altes Haus aufs Land. Als Einzelgängerin will sie es wagen, dort weiter zu trauern. Sucht dort Halt in der Routine mit immer gleichen Tätigkeiten und in den Begegnungen mit ihrer neuen Nachbarschaft. Richard trauert anders, besucht sie regelmäßig und lernt mit der Zeit jemanden kennen. Er zweifelt, ob Linda noch in seinem Leben einen Platz verdient hat. Es kommt zu einem emotionale Konflikt, was für beide unserer Protagonisten nicht einfach ist. Linda, die einiges erlebt und verarbeiten muss. Der individuelle Schmerz, der in jedem von uns lauert. Tod und Trauer, Phasen, die unterschiedlich lang dauern und mit unterschiedlicher Intensität verarbeitet werden. Die Tragödie, die jeden von uns treffen kann. Mutter - Tochter Liebe die verloren geht. Der Bauernhof, der Garten, die frische Luft, die Einsamkeit, der Kreislauf der Natur, da findet unsere Protagonistin Linda den Trost. Es ist ein langer Prozess. Ich habe stets gehofft, dass er positiv verläuft und erfolgreich wird.
Die Geschichte ist einfühlsam, realistisch und sehr tiefgründig geschrieben. Mit vielen Momenten, die zum Nachdenken anregen. Vielleicht nicht empfohlen für diejenigen, die sich selbst gerade in einer solcher Phase befinden. Es ist eine Suche nach Glück und Hoffnung, dass es besser sein kann. Irgendwann... Und das kleine Licht am Ende - das dritte Leben. Die Zeit heilt die Wunden. Ich vergebe 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Verlust

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Linda verliert ihre siebzehnjährige Tochter und somit jeglichen Sinn in ihrem Leben. Ihr Mann Richard verarbeitet diesen schweren Schicksalsschlag ganz anders als Linda, die sich völlig in sich zurückzieht. ...

Linda verliert ihre siebzehnjährige Tochter und somit jeglichen Sinn in ihrem Leben. Ihr Mann Richard verarbeitet diesen schweren Schicksalsschlag ganz anders als Linda, die sich völlig in sich zurückzieht. Ein Kampf zurück zu einem lebenswerten Alltag, der momentan kaum zu bewältigen zu sein scheint, wird von Daniela Krien sehr deutlich dargelegt.

Im ersten Teil dieses Buches erzählt Linda von ihrem Leben danach, einem Leben nach dem schmerzlichsten Verlust, den es überhaupt geben kann, dem Verlust der einzigen Tochter, die zwar nicht perfekt, aber eben ihre Tochter war. Lindas Dasein allein auf einem abgelegenen Hof mit Hund und Hühnern steht im Mittelpunkt, rasch kann man sich in ihre Stimmung hineinversetzen, in ihre Trauer, ihre Verzweiflung. Über gedankliche Rückblenden und kurze Episoden erfährt man immer wieder ein Puzzlestück vom „Davor“, sodass sich bald ein Bild zusammensetzt von Lindas Alltag aus glücklichen Zeiten. Wird es so etwas Ähnliches wie Glück jemals wieder geben?

In einem zweiten Teil geht es wieder zurück nach Leipzig, wo sich Linda langsam ihrem früheren Leben annähert, außer Haus geht und Freunde trifft. In dieser Phase verliere ich die Hauptfigur dann und wann, nämlich in jenen Momenten, in welchen der Fokus auf reichlichen Geldreserven liegt und auf eleganten Menschen bei gehobenen Kunstveranstaltungen. Auch wenn Lindas karitative Spenden natürlich richtig sind und dieser Weg zu ihrem früheren Ich führt, gefällt mir der erste Abschnitt viel besser. Besonders schön finde ich die Rolle von Freya, einer Freundin der verunglückten Tochter. Über ihr erneutes Auftauchen gegen Ende des Buches freue ich mich sehr. Und natürlich ist es schön, dass Linda und Richard nicht gänzlich auseinanderdriften, sondern sich trotz der sehr unterschiedlichen Trauerbewältigung immer eine gewisse Gesprächsbasis findet. Der Abschluss der Geschichte vereint Trauer und Hoffnung auf beeindruckende Weise, sodass ich gerne auf das Gelesene zurückblicke.

Ein Schreibstil, der einfach die Tatsachen auf den Punkt bringt, eine Handlung, welche schwierigste Herausforderungen und deren Bewältigung behandelt, Figuren, die authentisch ihre Gedanken und Gefühle preisgeben – ein Roman, den ich gerne in Händen gehalten habe und daher ebenso gerne weiterempfehle.






Veröffentlicht am 15.10.2024

Sehr langatmig

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Sehr langatmig

Lindas Tochter stirbt bei einem Unfall und während ihr Mann versucht weiterzuleben, vergräbt sich Linda in Selbstmitleid und Selbstvorwürfen. Dank der Hündin Kaya und einem Schrebergarten ...

Sehr langatmig

Lindas Tochter stirbt bei einem Unfall und während ihr Mann versucht weiterzuleben, vergräbt sich Linda in Selbstmitleid und Selbstvorwürfen. Dank der Hündin Kaya und einem Schrebergarten findet sie langsam wieder ins Leben zurück.

Meine Meinung

Das Buch hörte sich vielversprechend an, jedoch war es durch den extrem langatmigen und detaillierten Schreibstil schnell langweilig. Auch die vielen Wiederholungen und die unsympathische Hauptperson machte es nicht besser.

Das ganze Buch hätte gerne 100 Seiten kürzer sein können.

Das Cover gefällt mir und ist gelungen

Leider kann ich nur 2 Sterne für dieses Buch vergeben und keine Kaufempfehlung aussprechen

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