Cover-Bild Anarchie Déco
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Tor
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: historisch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 25.08.2021
  • ISBN: 9783596002214
J. C. Vogt

Anarchie Déco

Roman

Babylon Berlin mit Magie: ein historischer Fantasy-Roman aus der Weimarer Republik.
Das Leben im Berlin der Zwanzigerjahre gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Zumal sich die Magie auf der Straße und im Nachtleben breitmacht. Eine Frau verschwindet und taucht wenig später als Steinstatue wieder auf. Nazis machen mit einem aus dem Nichts beschworenen Adler Jagd auf politische Gegner, und selbst das Varieté fügt den ohnehin schon abgefahrenen Nummern ein paar übernatürliche hinzu. Sogar der Reichstag berät über die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung mit magischen Mitteln.
Die junge Physikerin Nike Wehner arbeitet nicht nur wissenschaftlich daran, das neue Phänomen zu verstehen, sondern hilft auch der Berliner Polizei bei der Aufklärung magischer Verbrechen. Zur Seite stehen ihr der Bildhauer Sandor Černý und der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel. Zusammen bilden sie die erste Spezialeinheit einer neuen Magiepolizei.

Für Leser*innen von Neil Gaiman, Ben Aaronovitch, Volker Kutscher und Fans der „Phantastischen Tierwesen“.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2021

Interessante Vermischung von Physik und Magie

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1927 versuchen die Physik-Studentin Nike und der Künstler Sandor die neuauftretenden magischen Verbrechen auf den Straßen Berlins aufzuklären. In Berlin herrscht eine sehr explosive politische Stimmung, ...

1927 versuchen die Physik-Studentin Nike und der Künstler Sandor die neuauftretenden magischen Verbrechen auf den Straßen Berlins aufzuklären. In Berlin herrscht eine sehr explosive politische Stimmung, während die Menschen gleichzeitig heimlich in den Clubs ihre sexuelle Orientierung offenbaren und auch zelebrieren.
Meine Meinung:
Erst einmal muss ich sagen, dass ich das Cover ganz fantastisch finde. Es ist sehr ungewöhnlich und passt hervorragend zum Buch. Für mich sieht das Cover aus, wie so ein Filmplakat von diesen Stummfilmen der 20er.
Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich an diese Rezension zu setzen, da es mir sehr schwer fällt dieses Buch zu bewerten. Dies liegt glaube ich vor allem daran, dass der Klappentext nicht zufriedenstellend den Inhalt darlegt. Als ich den Klappentext las, dachte ich dies wäre ein Krimi mit fantastischen Elementen, der in den 1920er Jahren spielt. Doch beim Lesen fiel mir recht schnell auf dass der Krimi-Part nur ein kleines Extra im Buch ist. Es geht sehr viel um Identitätsfragen und sexuelle Orientierungen. Gerade im Mittelteil des Buches geht es fast ausschließlich darum. Fast jede Orientierung wird im Buch behandelt, was ich überhaupt nicht schlimm finde, was mich aber sehr überrascht hat, da ich damit nicht wirklich gerechnet habe. Ein zweiter Punkt der sehr ausgiebig behandelt wurde und womit ich nicht gerechnet habe war die detaillierte Auseinandersetzung mit der damaligen Politik. Mir wurde hier zu viel erklärt und beschrieben. Ich glaube, dass viele Leser und Leserinnen einen guten Überblick über die damalige Zeit haben und daher nicht jedes kleinste Ereignis erklärt werden muss. Dies hat mich besonders gestört, da ich häufig nicht den direkten Zusammenhang zwischen diesem oder jenem politischen Ereignis, das gerade beschrieben wurde, und der Geschichte gesehen habe. Des Weiteren hatte ich mit einer mehr "fantastischeren" Version von Berlin gerechnet, die sich eher grob an wahren Ereignissen orientiert.
Der Schreibstil des Autorenpaares hat mir wirklich gut gefallen. Ich empfand alles als sehr flüssig und konnte auch immer gut zwischen den Perspektiven wechseln.
Zu den Figuren kann ich sagen, dass ich einige Zeit brauchte um mit Nike warm zu werden, da sie nicht unbedingt die sympathischste Figur ist. Was ich aber sehr gut fand und nachvollziehen konnte, war wie viel Nike kämpfen musste um an der Uni und im Beruf als Frau anerkannt zu werden. Ich habe sie sehr dafür bewundert, dass sie immer wieder die Kraft gefunden hat weiterzumachen. Sie kommt ja nicht aus einfachen Verhältnissen. Sie wohnt alleine mit ihrer ägyptischen Mutter in einer winzigen Wohnung. Ihre Mutter Rabea war eine meiner liebsten Nebenfiguren, da sie in ihrer besorgten, aber auch forschen Art, sehr realistisch wirkte. Ihre Sorge und Angst um ihre Tochter waren immer nachvollziehbar und ich konnte verstehen, warum sie es lieber hätte, wenn Nike einfach heiraten und sich niederlassen würde. Sandor, der andere Protagonist, hatte bei mir von Anfang an ein Stein im Brett, da ich nachfühlen konnte, wie schwierig es sein kann einen neuen Job anzufangen und nicht genau zu wissen was man da eigentlich tut. Sandor hat sich politisch engagiert, wobei ich immer irgendwie das Gefühl hatte, dass er nicht mit vollem Eifer und Herzen dabei war.
Fazit:
Alles in allem ein solider und gut geschriebener Roman, den ich aber eher als historischen Roman mit leichten Fantasieelementen bezeichnen würde. Wer gerne mehr über die damalige politische Situation lernen möchte und sich gerne mit dem Thema Identität auseinandersetzt für den ist dieser Roman perfekt!

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Viele wichtige Themen, aber der rote Faden fehlte...

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Anarchie Déco lässt mich tatsächlich mit einem gemischten Gefühl zurück und ich bin ehrlich hätte ich es nicht in einem Buchclub gelesen, dann hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, aber gelohnt hat ...

Anarchie Déco lässt mich tatsächlich mit einem gemischten Gefühl zurück und ich bin ehrlich hätte ich es nicht in einem Buchclub gelesen, dann hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall.
Der Schreibstil und ich sind zwar bis zum Schluss nicht wirklich warm miteinander geworden, aber die Themenvielfalt hat mir unglaublich gut gefallen. Sie reicht von Magie, Kunst, Wissenschaft über Generationenkonflikte, Gender, LGBTQ+ Elemente, Sexualität bis hin zum Nationalsozialismus, Politik und Mordermittlungen. Doch genau hier liegt schon der casus knacksus. All diese Themen sind unglaublich wichtig, aber es war für einen Einzelband einfach zu viel, sodass die Charaktere, die Handlung, aber ganz besonders auch die Ermittlungen und die fantastischen Elemente darunter gelitten haben. Ich würde dieses Buch tatsächlich eher als historischen Krimi betiteln als eine fantastische Geschichte. Nike, Sandor, Georgette und Co. fallen auf jeden Fall aus dem Rahmen und ich bin dem Duo auf jeden Fall sehr dankbar, dass sie aus der Kategorie Normgeschichte ausgebrochen sind und gezeigt haben, was alles möglich ist, wenn sich die Autoren und Verlage einfach mehr trauen etwas auszuprobieren. Das rechne ich ihnen hoch an, trotzdem war die Geschichte die meiste Zeit leider sehr langatmig, sehr politisch, wenig magisch, die Ermittlungen drehen sich im Kreis, Nike und Sandor sind überwiegend kaum greifbar, etc., aber dann kamen wieder total tolle Formulierungen und spannende Ereignisse, bevor mich die Geschichte wieder verloren hat, ich die Zähne zusammenbeißen musste, um nicht auf meinem Reader einzuschlafen. Besonders das Ende hat einige Pluspunkte bei mir sammeln können, wäre es doch früher gekommen, denn Potential hat die Idee, die Hommage an die Wissenschaft und Kunst, die doch nicht so unterschiedlich zu sein scheinen als es auf den ersten Blick wirkt. Eventuell hatte ich auch ganz andere Erwartungen eher Richtung Lockwood & Co, mit dem Fokus auf Magie und den Ermittlungen. Besonders der Schreibstil war ziemlich anstrengend zu lesen und sehr anspruchsvoll.
Trotzdem würde ich einen 2. Band definitiv lesen, weil es noch ziemlich Potential hat. Insgesamt eine interessante Geschichte mit vielen wichtigen Themen, die angesprochen werden, aber teils doch ein wenig die Spannung aus der Geschichte herausgenommen haben. Dennoch vergebe ich 3/5 Sterne und freue mich schon auf das nächste Buchclub Buch, denn der Austausch hat ziemlich viel Spaß gemacht.

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