Tiefgründig, emotional und nicht seicht - bin begeistert
Dieses Buch war eines meiner Highlights 2024 bisher. Unerwarteterweise. Zwar hatte mich die Kurzbeschreibung einer Kindheit auf dem Darß schon angesprochen, ich hatte aber nicht sehr viel erwartet. Und ...
Dieses Buch war eines meiner Highlights 2024 bisher. Unerwarteterweise. Zwar hatte mich die Kurzbeschreibung einer Kindheit auf dem Darß schon angesprochen, ich hatte aber nicht sehr viel erwartet. Und dann wurde ich sehr eindrücklich überrascht. Schon der Einstieg in den Roman war heftig: Ein junges Mädchen radelt panisch durch Regen und Sturm, denkt an die Sicherungen im Haus und als sie dort ankommt, ist alles voller Rauch und ihre Mutter wird mit dem Rettungswagen abtransportiert.
Im nächsten Kapitel ist das Mädchen Mitte Dreißig, arbeitet als Restauratorin in Frankfurt und war nicht mehr auf dem Darß. Sie versucht alles, um die Erinnerungen zu verdrängen und scheut sich vor zu starken emotionalen Bindungen, gerade ist eine langjährige Beziehung in die Brüche gegangen. ...
Als sich eine neue berufliche Perspektive auftut, ist Maira allerdings gezwungen, das Haus auf dem Darß zu verkaufen. Sie fährt ein letztes Mal hin, um auszuräumen. Dort trifft sie dann alte Jugendfreunde und sie muss sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Eingestreut in den Roman sind Briefe der Mutter an die Tochter und Gedanken eines älteren Mannes, der im Dorf unter einem Baum sitzt und über seine Fehler in der Vergangenheit nachdenkt. Was ist damals mit der Mutter geschehen?
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Idyllische Kindheitserinnerungen wechseln sich ab mit der aktuellen Zeit, Erinnerungen kommen hervor und es zeigt sich, wie sehr Erfahrungen in Kindheit und Jugend einen Menschen prägen können. Die Tatsache, dass die Erwachsenen in diesem Zusammenhang einiges an Fehlern machten, fand ich sehr gut dargestellt und dies betonte die äußerst schwierige Situation, in der Maira sich damals befand. Die Schilderungen von Natur und Umweltschutz haben mich dagegen nicht so ganz erreicht, fand ich too much in dem eigentlich schon mehr als ausgefüllten Dram, aber das ist sicherlich Geschmacksache.
Unbedingte Leseempfehlung!