Cover-Bild Das Geschenk des Meeres
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: mareverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 11.07.2025
  • ISBN: 9783866488519
Julia R. Kelly

Das Geschenk des Meeres

Claudia Feldmann (Übersetzer)

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Historischer Roman mit tollem Ambiente

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In einem schottischen Dorf um 1900 passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge, den der Fischer Joseph aus dem Meer rettet, ähnelt fast aufs Haar Moses, dem Kind der Lehrerin Dorothy, das vor Jahren verschwand ...

In einem schottischen Dorf um 1900 passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge, den der Fischer Joseph aus dem Meer rettet, ähnelt fast aufs Haar Moses, dem Kind der Lehrerin Dorothy, das vor Jahren verschwand und von dem alle glaubten, er sei damals ertrunken. Es ist doch nicht möglich, dass Moses wiedergekommen ist und immer noch der kleine Junge ist, der er war? Dorothy nimmt ihn bei sich auf und steigert sich mehr und mehr in die Fantasie hinein, dass der Junge, der nicht spricht, ihr Moses sein muss. Das gesamte Dorf rätselt mit ...

Das Buch hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen und ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin entblättert langsam die gesamte Geschichte, switcht zwischen damals und jetzt hin und her, in verschiedenen Perspektiven. Die Figuren sind alle plastisch und hautnah dargestellt, keine ist nur böse (mit Ausnahme der schlagenden Ehemänner) und keine ist nur gut. Im Lauf der Story ist mir jede Einzelne nahegekommen. Besonders gefiel mir, dass jede der Figuren eine Entwicklung durchmacht und dass man am Schluss ein anderes Bild von allen Personen bekommt. Der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin schafft ein Bild von Schottland zur Jahrhundertwende (1900) und das Leben in der engen Dorfgemeinschaft. Es gibt auch einen (kleinen) mystischen Aspekt, den es für mich nicht gebraucht hätte und am Schluss hätte ich mir gern noch eine bestimmte Szene gewünscht, die etwas mit Wiedersehensfreude zu tun hat. Das ist schade, vor allem hätte ich es der Figur Dorothy gegönnt, mehr kann ich hier, ohne zu spoilern, nicht verraten. Trotzdem ist das Ende versöhnlich und ich habe das literarische Werk sehr genossen.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gern historische Roman mit tollem Ambiente und einer wirklich fesselnden Story lesen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Fesselnd

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Im Winter 1900 wird an der schottischen Küste ein Junge im Meer angespült. Dorothy erklärt sich bereit ihn vorübergehend bei sich aufzunehmen. Vor einigen Jahren hat sie selbst ihren Sohn Moses verloren ...

Im Winter 1900 wird an der schottischen Küste ein Junge im Meer angespült. Dorothy erklärt sich bereit ihn vorübergehend bei sich aufzunehmen. Vor einigen Jahren hat sie selbst ihren Sohn Moses verloren und plötzlich kommen alte Gefühle wieder hoch. Sie ist aufgewühlt und erkennt in dem Jungen immer mehr ihren verlorenen Sohn. Was ist damals eigentlich passiert? Warum lebt Dorothy eine Vergangenheit, die nie verging? Und welche Rolle spielen hier die anderen Dorfbewohner?

Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten der Story zu folgen. Es wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und in verschiedenen Zeitebenen. Als ich dann aber einmal drin war, hat mich dieses Buch unglaublich gefesselt. Es gibt immer wieder ein paar kleine neue Entdeckungen, die das Buch für mich so spannend gemacht haben und ich unbedingt weiterlesen wollte.
Erzählt wird ruhig, stimmungsvoll und melancholisch. Die Autorin schafft es, die Schönheit der schottischen Küste einzufangen – eisige Winde, Meeresgeruch, aber auch eine unterschwellige Magie, die Aberglauben und Legenden in die Gemeinschaft trägt. Die Vergangenheit ist immer gegenwärtig. Das große Drama gibt es nicht, allerdings viel emotionale Wärme und Tiefe. Dazu gibt’s eine kleine Gesellschaftsstudie. Dafür bin ich ja immer zu haben.

Für mich ein rundum gelungenes Buch, dass ich euch unbedingt empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Ergreifend

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Dorothy kommt als Lehrerin aus Edinburgh in das Fischerdorf Skerry. Schroff wie die Landschaft und das Wetter erscheinen ihr die Menschen. Dorothy ist geprägt von Aussprüchen ihrer lieblosen Mutter und ...

Dorothy kommt als Lehrerin aus Edinburgh in das Fischerdorf Skerry. Schroff wie die Landschaft und das Wetter erscheinen ihr die Menschen. Dorothy ist geprägt von Aussprüchen ihrer lieblosen Mutter und sie versagt sich ihre Liebe. Die Geschichte springt vom Heute ins Damals. Da sind die Parallelen zu dem Verschwinden von Dorothys Sohn Moses und dem Kind, das Jahre später nach einem Sturm am Strand gefunden wurde. Wir werden mitgenommen in dieses Dorf, lernen die Menschen kennen und verstehen (bis auf die versoffenen prügelnden Ehemänner), spüren das Wetter, die Wärme der Kamine, den Tratsch der Frauen. Bis zum Schluss gibt es immer neue Wendungen und zuvor gefasste Überzeugungen werden über den Haufen geworfen. Stück für Stück erfährt der Leser, was damals passierte und warum. Es ist ein Roman, der mich beeindruckt hat von dieser plastischen Erzählweise.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Ein feiner Roman mit Tiefgang

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Von 871275

Dorothy kommt als junge Lehrerin an einen kleinen Küstenort Schottlands und wird schnell durch ihre zurückhaltende Art, die ihr als Überheblich unterstellt wird zur Außenseiterin. Die Dorfgemeinschaft ...

Von 871275

Dorothy kommt als junge Lehrerin an einen kleinen Küstenort Schottlands und wird schnell durch ihre zurückhaltende Art, die ihr als Überheblich unterstellt wird zur Außenseiterin. Die Dorfgemeinschaft zeichnet sich zwar durch einen sozialen Zusammenhalt aus, doch Missgunst und üble Nachrede machen Dorothy das Leben schwer. In ihrem Roman erzählt nun Julia Kelly die Geschichte von Dorothy, Joseph, der sich unglücklich in sie verliebt und dem gemeinsamen Sohn Moses, der durch ein großes Unglück den beiden entrissen wird. Und da ist auch noch "Das Geschenk des Meeres", das letztendlich hilft Verletzungen und Verluste aufzuarbeiten. Geschickt verwebt Kelly durch "Damals" und "Jetzt" Vergangenes und Gegenwärtiges, sodass der Leser die Bezüge herstellen kann und wie sich Alles gegenseitig bedingt. Die Sprache ist sehr klar und reduziert, so wie das kärgliche und raue Leben am Anfang des 19. Jahrhundert. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, habe mit den Protagonisten gelitten und mich über ein gutes Ende, aber ohne plattes happy End, sehr gefreut.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Lesehighlight 2025

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Ein ganz wunderbares und sehr schön gestaltetes Buch, dass in einem kleinen schottischen Küstenort spielt und schon jetzt zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr gehört.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen ...

Ein ganz wunderbares und sehr schön gestaltetes Buch, dass in einem kleinen schottischen Küstenort spielt und schon jetzt zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr gehört.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen im Damals und im Jetzt und beschreibt die Ereignisse aus Sicht von Jakob und Dorothy, sowie einiger anderer Dorfbewohner.

Im Jetzt wird ein fast ertrunkener Junge am Strand gefunden, der dem ertrinkenden Kind von Dorothy, der Dorfschlehrerin sehr ähnlich erscheint.

Im Damals tritt Dorothy, eine junge, hübsche aber etwas steife Lehrerin, in der Dorfschule ihre erste Stelle an. Von der Mutter streng und lieblos erzogen und eher introvertiert, fällt es ihr schwer mit den anderen Dorfbewohnern in Kontakt zu kommen. Einzig zu Jakob, einem jungen Fischer bahnt sich eine filigrane Liebesgeschichte an.

Ich finde, dass es Julia Kelly sehr gut gelingt die Beweggründe der handelnden Personen herauszuarbeiten und glaubhaft darzustellen wie durch fehlende Kommunikation so viel Leid entsteht. Erst durch die Ankunft des fremden Jungen im Dorf lösen sich verhärtete Herzen und eine echte Kommunikation entsteht, die das Leiden lindert.

Fazit: Klare Leseempfehlung für alle die Familiengeschichten und Liebesgeschichten und das Meer mögen.

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