Cover-Bild White Maze

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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arena
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 376
  • Ersterscheinung: 13.07.2018
  • ISBN: 9783401603728
June Perry

White Maze

Du bist längst mittendrin

*** Eure schöne neue Welt ist tödlich! ***

Mit einem Schlag endet Vivians sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die erfolgreiche Game-Entwicklerin stand kurz vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Lucent-Kontaktlinsen gespielt  - dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Game-Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivians Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen? Zusammen mit dem schulbekannten Hacker Tom will Viv den Mord an Sofia aufklären. Dazu muss Viv selbst Lucent-Linsen einsetzen und tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder ein Leichtes, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren. Kann Vivian ihren eigenen Gefühlen vertrauen, wenn alles, was sie sieht, hört, riecht und schmeckt, bloße Lüge ist?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2018

Schöne digitale Welt

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Das Buch entführt den Leser in eine Zukunft, die gar nicht mal so weit weg erscheint. Alles ist digitalisiert, statt auf das Handy angewiesen zu sein, setzt man sich einfach spezielle Kontaktlinsen ein ...

Das Buch entführt den Leser in eine Zukunft, die gar nicht mal so weit weg erscheint. Alles ist digitalisiert, statt auf das Handy angewiesen zu sein, setzt man sich einfach spezielle Kontaktlinsen ein und schon kann man Nachrichten abrufen, im Netz surfen oder eben Computerspiele spielen, bei denen über die reale Welt ein digitaler Filter gelegt wird. Das klingt zwar irgendwie abgefahren, aber scheint gar nicht mal mehr soooo weit weg von heute zu sein.

Gleich zu Beginn lernt man die Protagonistin Vivian kennen, die dank ihrer Mutter, einer Koryphäe auf dem Gebiet der Spieleentwicklung, immer die neusten Linsen zur Verfügung hat und deren Nutzen liebt. Ihr Leben ändert sich allerdings mit dem Tod ihrer Mutter schlagartig.

Und ab hier nimmt das Buch dann auch schon richtig Fahrt auf. Nach und nach erfährt der Leser immer mehr, dass das Zusammenführen der realen und digitalen Welt auch Nachteile haben kann, denn nicht nur gibt man alles über sich preis - man kann sich auch verlieren.

Die Geschichte hat mich richtig gefesselt, auch wenn es manchmal etwas technisch zu ging. Trotzdem wurde alles so heruntergebrochen, dass es auch jugendliche Leser sehr gut verstehen - vielleicht sogar besser als Erwachsene. Der Aufbau einer digitalen Welt und was darin alles möglich ist, ist richtig spannend. Ich bin beim Lesen richtig abgetaucht.

Auch Vivian konnte mich als Protagonistin überzeugen. Zwar fand ich sie anfangs etwas merkwürdig und konnte den ein oder anderen Schritt, den sie geht, nicht nachvollziehen, aber je länger ich sie auf der Suche nach der Wahrheit begleitet habe, desto mehr ist sie mir ans Herz gewachsen.

Die Sprache ist sehr jugendlich, gerade am Anfang war es deswegen für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Allerdings habe ich mich auch daran schnell gewöhnt und für die Zielgruppe ist es äußert passend.

Insgesamt wurde ich von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 19.11.2018

Was ist real?

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Meine Meinung:

Als erstes fällt einem das Cover auf. Die Idee mit dem leicht transparenten Umschlag finde ich richtig klasse. Das ist mal was anderes und fällt auf. Auch die Farben gefallen mir. Der Titel ...

Meine Meinung:

Als erstes fällt einem das Cover auf. Die Idee mit dem leicht transparenten Umschlag finde ich richtig klasse. Das ist mal was anderes und fällt auf. Auch die Farben gefallen mir. Der Titel ist gut gewählt und passt zur Geschichte. Der Schreibstil ist gut und mitreissend, sodass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Man rätselt mit und fragt sich so manches mal: Was ist real und was nicht. Das sorgt für Spannung und auch ein bisschen Nervenkitzel. Was mich allerdings etwas gestört hat, waren die verschiedenen Erzählformen die ab und zu aufgetaucht sind. Das hat meinen Lesefluß etwas gestört. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Vivians Sicht erzählt. Aber auch andere Charaktere bekommen ihre eigenen Kapitel. Das finde ich gut, da es mir immer hilft, die anderen Charaktere besser zu verstehen. Auch die ganzen Gamer/Hacker-Begriffe wurden gut erklärt, sodass man als Laie alles gut verstanden hat. 

Vivian mochte ich zu Beginn nicht so wirklich. Sie wirkte wie ein verwöhntes Partygirl, dem nichts wichtig war. Im Laufe der Geschichte ändert sich das und es hat mir gut gefallen Vivians Veränderung mitzuerleben. 

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte. Diese hätte für mich aber nicht unbedingt sein müssen. 

Die Autorin greift in meinen Augen ein sehr wichtiges Thema auf. Sie zeigt auf, wie abhängig man von der virtuellen und elektronischen Welt sein kann. Diese Welt spielt auch heutzutage in unserem Leben eine immer größere Rolle und nimmt immer mehr mehr Raum ein. Was sehr erschreckend ist.

 

Fazit:

Eine Geschichte bei der man sich fragt was ist real und was nicht.

Eine Geschichte mit einer ganz wichtigen Message, besonders in der heutigen Zeit.

Be real! Lebe im hier und jetzt!

Veröffentlicht am 14.11.2018

Offline. Und was jetzt?

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Charaktere:
Viv: Sie stellt zunächst eine etwas verwöhnte Jugendliche dar, die, dank des profitablen Jobs ihrer Mutter, nur die beste und neuste Technik gewohnt ist. Als das Schicksal jedoch mehr von ihr ...

Charaktere:
Viv: Sie stellt zunächst eine etwas verwöhnte Jugendliche dar, die, dank des profitablen Jobs ihrer Mutter, nur die beste und neuste Technik gewohnt ist. Als das Schicksal jedoch mehr von ihr abverlangt, als eine trendige Schülerin zu sein, zeigt sich ihre wahre Charakterstärke. Hinter der Fassade ist sie wirklich stark und kämpft sich durch, vor allem ist sie aber sehr klug und blickt auch einmal hinter die Kulissen, um etwas besser zu verstehen. Daher ist es schwer sie hinters Licht zu führen, denn so leicht lässt sich die liebe Viv nicht blenden. Vor allem als sie mit den geheimen "Easter Eggs" ihrer Mutter ringen musste, bewies sie, was für eine unglaublich schnelle Auffassungsgabe sie hat, mit der sie oft punkten konnte.

Tom: Tom gibt sich je nach seinem Umfeld anders und lässt die anderen nur sehen, was sie sehen sollen. Sein wahres Ich kennt nur sein engster Kreis. Das Witzige dabei ist, dass die Gerüchte, welche über ihn im Umlauf sind, von ihm selbst gestreut wurden. Denn genau das wollte er, dass andere Menschen von ihm glauben, damit er unnahbar wirkt. Tatsächlich ist er aber ein absolut gutherziger Mensch, der in keinster Weise oberflächlich ist.



Schreibstil:
Grundsätzlich erzählt Viv ihre Geschichte in der Ich-Perspektive, was nur selten durch Einschübe eines Fremden in der Er-/Sie-Perspektive unterbrochen wird. Besonders gut hat mir hier der ironische und oft auch sarkastische Touch gefallen. Er brachte mich immer wieder zum Schmunzeln und lockerte so das Geschehen und die Geschichte an sich auf. Insgesamt war der Schreibstil aber auch recht locker und flüssig zu lesen, so dass man schnell vorankam und sich nicht in irgendwelchen verschachtelten Sätzen verlor. Auch die Spannung wurde zum richtigen Zeitpunkt auf die Höhe getrieben, wobei sie sich zuvor stetig gesteigert hatte.



Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich ab der ersten Seite mitgerissen! Es gab kein ewiges Vorgeplänkel, die Story startete schnell und man war sehr schnell gefesselt.  Auch wenn es eher in Richtung Dystopie ging, kommen hier die Romantiker auf ihre Kosten, denn Viv und Tom waren zusammen einfach zuckersüß. 

Der technische Aspekt hat mir fast am besten gefallen, denn er ließ mich einmal darüber nachdenken, wie stark wir schon heute von der Technik abhängig sind. Ein Tag ohne Handy, geht das denn noch? Offline, und was jetzt?  Es führt einem dann doch vor Augen inwieweit unsere Gesellschaft der des Buches schon ähnelt, obwohl man ja immer glaubt, dass das alles doch nur Fiktion ist. Man muss sich aber nur einmal umsehen. Es gibt kaum noch Orte, an welchen Menschen so ganz ohne Handy unterwegs sind. Und so etwas finde ich immer sehr interessant, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hier eher um ein Jugendbuch handelt. Aber trotz allem gibt es eine wichtige Message, die vermittelt wird und welche zum Nachdenken anregt, ob man will oder nicht. Und das war noch nicht einmal die Einzige! Denn es wurde außerdem mehr als deutlich gemacht, wie schnell sie Menschen blenden lassen, obwohl ihnen bewusst ist, dass es sich nicht um die Realität handelt. Aber alles was ihnen einen Ausweg aus dem tristen Alltag bietet wird mit Freude angenommen, auch wenn man vom wahren Leben nichts mehr mitbekommt. Lieber eine schöne Fiktion, als die echte, raue Wahrheit.
Auch wenn unsere heutige Technik noch nicht mir jener aus "White Maze" mithalten kann, so scheint es trotz allem nicht allzu weit hergeholt und macht das Ganze ein gutes Stück glaubwürdiger.

Und wenn man jetzt mal weg von der Story an sich geht, gibt es immer noch mehr als genug positive Aspekte, ich befürchte fast, dass ich gar nicht alle nennen kann. Die Charaktere wirkten trotz typischer Genre-Bildung lebensnahe und echt, so dass ich Beide sehr schnell in mein Herz schließen konnte, Tom etwas schneller als Viv. Sie war mir leider anfangs doch noch etwas zu klischeehaft, was sich aber schnell änderte, als sie mit Tod ihrer Mutter konfrontiert wurde. Einerseits hatte sie gar keine andere Wahl als erwachsen zu werden und überlegt zu handeln, andererseits hat sie aber auch ihre Oberflächlichkeit abgeworfen und wurde zu einem tiefgründigeren Charakter. Und Tom war von Anfang an nicht ganz so leicht zu durchschauen, was ihn natürlich auch direkt interessanter machte.
Zu Beginn dauerte es allerdings auch ein Weilchen, bis die Gefühle nicht mehr ganz so aufgesetzt wirkten und authentischer wurden. Allerdings hat ja jedes Buch eine kleine Aufwärmphase. Dafür war es schon ab dem ersten Kapitel spannend und man wollte bis zum Schluss wissen, was hinter dem "Hack" steckt.


Insgesamt war das Buch durchweg spannend, durchsetzt mit kleinen emotionalen Szenen, die einen doch immer wieder berührten. Dadurch hat es in meiner Rangliste sehr weit nach oben gekämpft. Schlussendlich war es aber die interessante Thematik hinter dem Buch, die ausschlaggebend dafür war, dass es für mich zum Highlight wurde. Vor allem mein kleines Gamer-Herz schlug hier höher, denn ich konnte in der gesamten Geschichte richtig aufgehen und die Erlebnisse selbst fühlen.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Was, wenn alles nur Lüge ist

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Bewertet mit 4 Sternen

Zum Buch:
Vivian ist die Tochter einer sehr erfolgreichen Game-Entwicklerin und hat ein sorgenfreies Leben. Partys, Klamotten, Jungs, immer die neuesten technischen Spielereien, ...

Bewertet mit 4 Sternen

Zum Buch:
Vivian ist die Tochter einer sehr erfolgreichen Game-Entwicklerin und hat ein sorgenfreies Leben. Partys, Klamotten, Jungs, immer die neuesten technischen Spielereien, so sah Vivians Leben bisher aus.
Kurz vor dem Release des neues Spieles, White Maze, kommt Vivians Mom auf merkeürdige Weise und Leben und Vivian steht vor dem Trümmern.
Irgendetwas stimmt mit dem Spiel White Maze überhaupt nicht und zusammen mit dem Hacker Tom muss Viv herausfinden was real ist und was virtuell.

Meine Meinung:
Das Buch hat kaum VorlaufZeit, man ist mehr oder weniger sofort mitten im Geschehen. Langsam baut sich die ganze virtuelle Welt auf, das hat mir richtig gut gefallen.
Die Geschichte ist gut geschrieben, der Spannungsbogen wird sehr gut aufgebaut. Mir gefällt auch, dass die Kapitel recht kurz sind und die Sichtweise immer wieder wechselt. So wird die Geschichte zwar hauptsächlich aus Vivians Sicht erzählt, aber auch die anderen Charaktere kommen immer wieder zu Wort. Sie sind auch gut gewählt, der Bösewicht ist böse, die Hacker und Vivian haben ihre Eigenheiten, sind aber sehr realistisch dargestellt. Einzig die Liebesgeschichte zwischen Tom und Vivian hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, das fand ich unrealistisch und unnötig.
Ansonsten, Hut ab für die Charakterisierung der einzelnen Personen, sehr gut überlegt und aich gut ausgebaut.

Eine Kleinigkeit hat mich zu Beginn der Geschichte noch gestört. Und zwar, dass Vivian so ganz alleine zur Polizei ging uns auch wieder nach Hause geschickt würde, sie ist halt doch erst sechzehn.
Aber sonst war es eine topp erzählte, spannende Idee.

Endlich wieder ein Jugendbuch, was sehr gut auch von Älteren gelesen werden kann. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Eine beunruhigende und doch faszinierende Zukunftsvision. Überraschend tiefgründig!

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White Maze war eines der Bücher, auf die ich mich dieses Jahr besonders gefreut habe, denn als Fan von Videospielen sind Bücher, die dieses spannende Thema aufgreifen, für mich ein absolutes Muss. Erwartet ...

White Maze war eines der Bücher, auf die ich mich dieses Jahr besonders gefreut habe, denn als Fan von Videospielen sind Bücher, die dieses spannende Thema aufgreifen, für mich ein absolutes Muss. Erwartet habe ich zwar eine Gaming-Welt wie in Ready Player One, die ich leider nicht bekommen habe, aber White Maze überzeugt, wenn schon nicht durch eine packende Gaming-Welt, durch eine beunruhigende, gar nicht mal so unrealistische Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt.

Ich gestehe: Zu Anfang war ich skeptisch, da ich den Eindruck hatte, dass sich das Buch an eine jüngere Zielgruppe – vielleicht 13 - 16 Jahre – richtet. Dieser Eindruck entstand durch den tagebuchartigen Schreibstil, der sich jedoch nur auf den Anfang beschränkt, und das sehr oberflächliche Handeln und Denken der Protagonistin, die außer dem Erobern ihres Schwarms keine anderen Sorgen hat. Dies ist jedoch gewollt, denn gerade dort setzt die Charakterentwicklung an. Zu Beginn lebt Vivian Tallert tatsächlich in ihrer kleinen Welt, in der die nächste Party und das neueste Videospiel das Wichtigste für sie sind. Ihre Mutter ist die weltbeste Programmiererin und Entwicklerin des neuen Spiels „White Maze“, das zusammen mit den neuen Lucent-Linsen auf den Markt kommen und die Realität auf noch bahnbrechendere Weise verändern soll, als es bisher der Fall war. Doch bevor Vivian dazu kommt, die Linsen noch vor allen anderen zu testen, muss sie mitansehen, wie ihre Mutter diese voller Panik in der Mikrowelle pulverisiert und aufgelöst aus dem Haus stürmt, um dieses schließlich nie wieder zu betreten. Durch den Tod ihrer Mutter wird Vivian wachgerüttelt, sie muss von einem Moment auf den anderen erwachsen werden, ihre Trauer und ihre Angst zurückstellen, um den mysteriösen Umständen des Todes ihrer Mutter auf den Grund zu gehen. Schnell wird ihr klar, dass es sich um einen Mord handeln muss, denn ihre Mutter hat ihr ein Rätsel hinterlassen, das nur sie lösen kann. Sie soll „White Maze“ abschalten, denn jemand hat das Spiel manipuliert. Dafür muss sie aber die virtuelle Welt betreten, in der sie dem Mörder ihrer Mutter schutzlos ausgeliefert ist.

Mich hat diese Idee von Anfang bis Ende fasziniert, denn sie erscheint tatsächlich denkbar und in der Zukunft möglich. Eine virtuelle Welt, in der wir alles sein, alles tun können, ohne Sorgen und Probleme, glücklich und zufrieden. Eine Welt, die unsere Sinne manipuliert und uns täuscht. In der wir nicht mehr unterscheiden können, was real ist und was falsch. „White Maze“ führt uns die Gefahren einer solchen Zukunft vor Augen, denn was ist, wenn diese Welt so manipuliert wird, dass es keine Schmerzgrenze gibt? Dass es möglich ist, in dieser Welt zu sterben, weil uns unsere Sinne etwas vorgaukeln, was in Wahrheit gar nicht da ist? Wenn diese „Waffe“ in die falschen Hände gerät?

June Perrys Roman geht sogar noch weiter, verliert sich in philosophischen Fragen, die zum Nachdenken anregen. Denn was ist, wenn wir unseren Sinnen nicht mehr trauen können? Bestimmt unsere Umwelt, bestimmen unsere Sinne was wir sind und was uns ausmacht? Würden wir selbst in einer Welt leben, die perfekt ist und uns glücklich macht, in dem vollen Bewusstsein, dass es nicht real ist? Ich bin wirklich positiv von dem Buch überrascht, denn es geht viel tiefer als erwartet. Handlung und Gedankenanstöße erscheinen bedeutsam und zwingen den Leser, sich während des Lesens näher mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Ich war zu Beginn ein wenig enttäuscht darüber, dass die „Gaming-Welt“ eher eine perfekte, bessere Realität (beziehungsweise eine „erweiterte Realität“) abzeichnet, als wirklich eine Gaming-Atmosphäre zu vermitteln (obgleich es auch Quests und dergleichen gibt, die aber kaum der Rede wert sind), dies wird jedoch absolut dadurch wettgemacht, wie eindrucksvoll und bildlich die Autorin diese virtuelle Welt beschreibt. Farben, Formen, Geräusche, Gerüche und Gefühle werden wie nebenbei erwähnt, ziehen den Leser in das Buch und lassen ihn die Handlung hautnah miterleben.

Den einzigen Kritikpunkt sehe ich darin, dass diese spannende Idee vielleicht zu kurz umgesetzt wurde. Rückblickend betrachtet gibt es zwar gar nicht mal so viel Handlung (und trotzdem genug Spannung, um zu fesseln!), aber am Ende geht alles wahnsinnig schnell, was ich ein bisschen unzufriedenstellend finde. Insgesamt hatte ich den Eindruck, hätte man der Idee mehr Raum gegeben, dann wären einem die Figuren mehr ans Herz gewachsen, man hätte bei der Liebesgeschichte mehr mitgefiebert, weil sie glaubhafter gewesen wäre, wenn sie mehr Zeit gebraucht hätte, sich zu entfalten, und gewisse Charaktertode wären einem stärker an die Nieren gegangen. Meiner Meinung nach schwächelt das Buch in diesem Punkt ein bisschen.

Trotz meiner leichten Unzufriedenheit das schnelle Ende betreffend, hat es der „Cliffhanger“, wenn man das so nennen kann, jedoch fast wieder rausgerissen. Ob dieser einen zweiten Teil andeutet oder doch wieder nur Stoff zum Nachdenken liefern soll?

Fazit

June Perry entführt uns in keine packende, spannende Gaming-Welt, sondern in eine gar nicht mal so unrealistische, erweiterte Realität, in der man sich nicht mehr sicher sein kann, was real ist und was nicht. „White Maze“ regt zum Nachdenken an, fasziniert und beunruhigt. Ich war von der Tiefgründigkeit des Buches positiv überrascht, fühlte mich sehr gut unterhalten und kann deshalb eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ich vergebe 4 Sterne.