Als ich das Buch „Phantasma“ von Kaylie Smith gesehen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen wollte. Schon den Einband finde ich einfach richtig hübsch. Leicht düster, wegen des Totenschädels, leicht verspielt und romantisch wegen der Rosen, war es ein absolut tolles Cover. Die Inhaltsangabe gab mir den Rest und ich erwartete eine düstere, interessante, spannende Geschichte rund um Nekromanten, Dämonen, Geister usw.
Schon der Titel sagt viel aus. „Spiel um dein Leben, fürchte die Liebe“. Denn in dem Buch geht es um ein Spiel, welches nicht wirklich ein Spiel ist, sondern todernst ist, und das meine ich wortwörtlich. Es geht um die zwei Schwestern Ophelia und Genevieve. Ophelia erhält nach dem Tod der Mutter deren nekromantischen Kräfte – und auch alle Schulden. Um ihr Haus behalten zu können, begibt sich die jüngere Genevieve auf einen gefährlichen Pfad und meldet sich bei Phantasma an. Ein tödliches Spiel. Ophelia kann dies nicht zulassen und macht sich auch auf den Weg. Dabei begegnet sie den geheimnisvollen Fremden Blackwell und dieser schlägt einen Deal vor, von dem beide etwas haben sollen. Sie geht darauf ein, nichts ahnend, dass sie dadurch noch mehr in Gefahr gerät, denn gibt es nur eines, das tödlicher ist als die Spiele selbst - sich zu verlieben…
Der Anfang des Buches hat mich total gecatched. Schon gleich wird man hineingeworfen in das Geschehen und erkennt sofort, dass Ophelia am liebsten die Kräfte nicht annehmen will. Aber sie ist eine gute Tochter und vielleicht auch störrisch und auch stolz, denn sie hat keinesfalls vor, dass mit ihr die Nekromanten Linie zu Ende geht. Ophelia musste ihr ganzes Leben lang für die Aufgabe lernen, einmal die Kräfte zu übernehmen, und hatte so fast kein eigenes Leben. Sie lebte dafür ihre Mutter stolz zu machen, zu lernen, zu Hause zu bleiben. Sie ist sehr verunsichert und vorsichtig, da sie auch immer wieder sehr auf ihren inneren Zwiespalt hört und sich immer vorhalten muss, dass sie gut ist und dies alles schaffen wird.
In der Geschichte und in dem Spiel hat sie 9 Level zu absolvieren, eine schwieriger und gefährlicher als die andere, und nebenbei soll sie ihre Aufgabe gegenüber Blackwell erfüllen, ihre Schwester finden und ihre Kräfte kennenlernen. Mehr oder weniger hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, sie war unterhaltsam und ich wollte wissen, wie es ausgeht, was alles noch auf einen zukommt. Andererseits gab es einige Macken. Dafür, dass sie so viel Aufgaben hatte, ist sie meist nur durch Glück und durch Hilfe von Blackwell durch die Level gelangt, nach ihrer Schwester kann sie erst ab Level 7 suchen, wegen Regeln, und die Sache für Blackwell, naja, sucht sie schon, aber nicht wirklich intensiv. Man sieht schon ein paar Suchaktionen, führen aber meist zu absolut gar nichts, außer dass sich die beiden näherkommen.
Blackwell ist sehr geheimnisvoll, man erfährt nicht sehr viel über ihn, was es schwer macht ihn einzuschätzen. Er führt sich immer sehr charmant auf, flirtet, nur ab und zu bleibt er ernst. Ich hätte so gerne mehr über ihn erfahren, aber leider geht das schon alleine wegen seiner Story nicht, was richtig schade ist, so bleibt sein Charakter sehr oberflächlich und bekommt nicht viel Tiefe. Die Richtung in welche seine Geschichte verläuft habe ich dann irgendwann erahnt. Keine schlechte Idee, aber man hätte sie so viel besser zeigen können oder noch mehr ausbauen. Es fühlte sich offen an und für mich gibt es da noch ein paar Fragen, welche ich gerne beantwortet haben würde. Ich habe ihn gemocht, aber es geht eben nicht sehr tief.
Die Story spielt in New Orleans, wobei wir die Stadt kaum zu Gesicht bekommen. Theoretisch nur zu Anfang ein wenig und dann spielt sich alles im Teufelshaus Phantasma ab. In welcher Epoche ist auch ein wenig schwer zu erraten. Es gibt noch Korsetts und Kutschen, also vor den Automobilen. Das Teufelshaus hätte so viel gruseliger und düsterer sein können, aber das meiste wurde verharmlost, vor allem aber da Blackwell fast alles von ihr fernhält. Schade, denn dieses Haus hätte so viel Potenzial gehabt. Es passiert schon einiges Gruseliges und die Level sind auch nicht so ohne, aber ich habe mir einfach mehr erwartet, und die Level hat sie auch recht „einfach“ gelöst.
Was mich noch ein wenig gestört hat, waren die vielen spicy Szenen ab der Hälfte des Buches. Ja, schon klar, die beiden haben den Funken entfacht und sind in der Verliebtheitsskala ganz oben, aber dadurch bekamen wir weniger Zeit für das Spiel, die Suche. Etwas weniger wäre nett gewesen. Es werden ein paar Geheimnisse aufgedeckt, Genevieve hat da auch so einige, genauso wie Blackwell. Gegenspieler versuchen so zu töten und Ophelia muss lernen sich zu verteidigen.
Nun, es wirkt durch die ganze Kritik so, als hätte mir das Buch nicht gefallen. Dem war aber nicht so. Ja, einiges hätte man anders, besser, ausführlicher machen können/sollen, aber nichtsdestotrotz hat mich das Buch sehr unterhalten. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie alles vorankommt, was noch so alles passiert. Ich hätte gerne noch ein paar Fragen geklärt, vielleicht kommen da noch welche in Band zwei, mal sehen. Es war kein Meisterwerk, aber es war amüsant, interessant, sehr flott zu lesen. Ein Buch für zwischendurch, mit Potenzial nach oben.
Hiermit möchte ich mich noch recht herzlich bei Aufbau Verlage GmbH & Co. KG und NetGalleyDE für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken, wobei meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst wurde.