Leserunde zu "Die Gottesmaschine" von Reinhard Kleindl

Wer nach Gott sucht, wird den Tod finden
Cover-Bild Die Gottesmaschine
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Reinhard Kleindl (Autor)

Die Gottesmaschine

Thriller

Wer nach Gott sucht, wird den Tod finden

Als Gefallen für einen guten Freund reist der römische Weihbischof Lombardi in ein abgelegenes Kloster im Montblanc-Gebiet. Hier erforschen Wissenschaftler aus aller Welt mit einem leistungsfähigen Supercomputer die Geheimnisse der Schöpfung. Aber der Frieden wird zerstört, als Lombardi den Mönch Sébastien, den er treffen sollte, tot im Computerraum findet. Die Leiche weist Spuren eines grausamen Rituals auf und ist mit rätselhaften Symbolen übersät. Gemeinsam mit der Physikerin Samira Amirpour findet Lombardi heraus, dass Sébastien eine folgenschwere Entdeckung gemacht hat. Und dieses Wissen wird nun auch für Lombardi und Amirpour lebensgefährlich ...

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 14.06.2021 - 04.07.2021
  2. Lesen 19.07.2021 - 01.08.2021
  3. Rezensieren 02.08.2021 - 15.08.2021

Bereits beendet

Schlagworte

Verschwörung Christentum katholische Kirche Priester Mönche Kloster Mord Kreuzigung Physik Naturwissenschaften Gottesbeweis Theologie Quantencomputer Quantenmechanik Thriller

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 02.08.2021

Ein solider Wissenschafts-/Religionsthriller in der Tradition von „Der Name der Rose“

7

In „Die Gottesmaschine“ entführt Reinhard Kleindl sein Publikum in ein abgelegenes französisches Kloster, das Wissenschaft und Religion zu versöhnen versucht. Dass es dabei nicht ganz mit rechten Dingen ...

In „Die Gottesmaschine“ entführt Reinhard Kleindl sein Publikum in ein abgelegenes französisches Kloster, das Wissenschaft und Religion zu versöhnen versucht. Dass es dabei nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, wird schnell klar. Sorgfältig recherchiert und in bester Tradition eines Locked-room Mystery werden die Geheimnisse des Klosters nach und nach aufgedeckt.

Im Zentrum der Geschichte steht Weihbischof Lombardi, der das Kloster besucht, um nach dem dort lebenden und forschenden Sohn eines besorgten Freundes zu sehen. Als ein Sturm das Kloster von der Außenwelt abschneidet und die erste Leiche auftaucht, wird Lombardi unfreiwillig zum Ermittler. Es scheint, als seien die Forschungen im Kloster brisanter als zunächst angenommen. Dabei steht ihm die talentierte Wissenschaftlerin Samira Amirpour bei, die für den wissenschaftlichen Überbau sorgt.

Geschickt werden in „Die Gottesmaschine“ eine ganze Reihe Handlungsstränge ineinander verwoben, ohne dabei je den Überblick zu verlieren. Lombardis Ermittlungen im Kloster wechseln sich ab mit dramatischen Ereignissen im Vatikan und Einblicken in das Geistesleben einer mysteriösen Figur, die sich „der Diener“ nennt. Dabei wird jedoch das Konzept des Cliffhangers oft etwas überstrapaziert – die sehr kurzen Kapitel enden fast immer mit einer schwer lastenden Andeutung, bevor zu einem anderen Schauplatz übergeleitet wird. Auf Dauer wird dieser Erzählmodus etwas anstrengend.

Das Spannungsniveau ist jedoch kontinuierlich hoch, und vor allem die wissenschaftlichen Konzepte und Ideen, die diskutiert werden, verleihen dem Roman ein ganz besonderes Flair. Da lässt sich auch über die ein oder andere etwas unvermittelt wirkende Entwicklung in der Handlung hinwegsehen, die mich als Leserin ab und zu zum Stirnrunzeln gebracht hat.

Insgesamt ist „Die Gottesmaschine“ ein lohnenswerter Thriller mit einem Schwerpunkt auf Wissenschaft und Religion, der mit seinem ermittelnden Geistlichen durchaus an „Der Name der Rose“ erinnert, wenn er auch in der Konzeption nicht an das große Vorbild heranreicht. Eine unterhaltsame und bisweilen sogar lehrreiche Lektüre.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Es fehlt ein wenig an Tiefgang

4

Der Thriller „Die Gottesmaschine“ von Reinhard Kleindl bringt von Grund auf viel Potenzial mit.
Ein abgeschottetes Kloster, eine Entdeckung, die entweder für die Kirche oder die Wissenschaft weitreichende ...

Der Thriller „Die Gottesmaschine“ von Reinhard Kleindl bringt von Grund auf viel Potenzial mit.
Ein abgeschottetes Kloster, eine Entdeckung, die entweder für die Kirche oder die Wissenschaft weitreichende Folgen haben könnte, ein Mörder innerhalb der Mauern, der anscheinend alles versucht, um eben diese Entdeckung vor der Welt zu verbergen.

Durch den Titel "Die Gottesmaschine" sollten sich potentielle Leser nicht abschrecken lassen. Die Handlung befasst sich weder zu sehr mit Gott, noch mit Maschinen bzw. Computern. Dem Autor ist eine gute Mischung aus Action und Wissensvermittlung gelungen. Reinhard Kleindl ist selbst Physiker, wodurch die wissenschaftlichen Grundlagen des Thrillers sehr gut recherchiert und dargestellt werden.
Meiner Meinung nach hätte der Autor ruhig noch etwas näher auf die technischen Grundlagen eingehen können, da mich das Thema sehr interessiert, aber ich denke, da sind die Geschmäcker verschieden.

Ich habe den Thriller als sehr kurzweilig empfunden: Die Handlung war durchweg spannend und actionreich. Meiner Meinung nach hat darunter jedoch der Tiefgang der einzelnen Personen gelitten. Die Figuren sind nur sehr oberflächlich beschrieben und charakterisiert, wodurch Sympathien zu den einzelnen Personen bei mir nicht aufgekommen sind. Auch die Dialoge zwischen den einzelnen Figuren wirkten auf mich bisweilen hölzern und oberflächlich, weswegen auch dadurch kein besseres Verständnis der einzelnen Figuren geschaffen wurde.

Generell würde ich den Thriller solchen Lesern empfehlen, die Lust auf eine Reise in eine etwas andere Welt haben. Andere Welt deshalb, weil für die Meisten von uns vermutlich weder Religion noch Wissenschaft in einem solchen Ausmaß wie im Thriller beschrieben alltäglich sind. Der Thriller beleuchtet beide Seiten sehr nachvollziehbar und ich habe einige neue Dinge gelernt ohne dass der Thriller belehrend gewirkt hätte.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

zu viel gewollt

5

Weihbischof Lombardi reist in ein abgelegenes Kloster, um dort Sébastien zu treffen, den Ziehsohn eines Freundes. Sébastien ist nicht nur Mönch, sondern auch Wissenschaftler und arbeitet mit Hilfe eines ...

Weihbischof Lombardi reist in ein abgelegenes Kloster, um dort Sébastien zu treffen, den Ziehsohn eines Freundes. Sébastien ist nicht nur Mönch, sondern auch Wissenschaftler und arbeitet mit Hilfe eines Supercomputers an der Erforschung der Geheimnisse der Schöpfung.
Lombardi findet jedoch nur die Leiche Sébastiens und versucht zusammen mit der Physikerin Amirpour herauszufinden, warum der junge Mann sterben musste und welche Entdeckung er vor seinem Tod gemacht hat.

Die Erzählung steigert sich kontinuierlich, wird immer komplexer und auch spannender. Aber blasse und wenig authentische Charaktere, hölzerne Dialoge, gelegentlich eine sprachlich ungeschickte Wortwahl, ein einfacher, nicht immer flüssiger Schreibstil mit manchmal umständlichen Beschreibungen beeinträchtigen nicht nur den Lesefluss, sondern auch die Freude am Buch.
Erst gegen Ende des Romans wird klar, dass Lombardis Orientierungslosigkeit im Kloster auch Sinnbild für ihn selbst ist. Schade, dass seine Verunsicherung in Bezug auf seinen Glauben und auch seine Zukunft nicht eher thematisiert wird, das hätte dem Protagonisten mehr Tiefe verliehen. Nur vage Andeutungen haben leider dazu geführt, dass mein Interesse an der Person im Lauf des Buches eher nachgelassen hat.

Es werden sehr viele Themen angesprochen, dadurch zerfleddert jedoch die Erzählung und manche Aspekte werden nicht wieder aufgenommen und weitergeführt, sondern enden in Sackgassen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Auch die kurzen Kapitel, die das ganze Buch über mit Cliffhangern enden und oft auch den Schauplatz wechseln, unterbrechen eher den Lesefluss als die Spannung zu steigern.

Die verschiedenen angesprochenen Versuche, Gottes Existenz oder auch Nicht-Existenz zu beweisen, sowie ganz allgemein die wissenschaftlichen Teile des Buchs zeigen, dass der Autor Wissen auf spannende Weise vermitteln kann. Das reicht aber nicht für einen Thriller.
Das Cover ist gut gewählt, aber den Titel finde ich missverständlich, er weckt falsche Erwartungen. Genau so die „Schlagzeile“ auf dem hinteren Cover (Wer nach Gott sucht, wird den Tod finden) – das ist inhaltlich nicht zutreffend.

Zugute halten kann ich dem Buch, dass ich viel gelernt habe, auch über die katholische Kirche, ich hab viel nachgelesen über Physik und Mathematik und auch über Kirchenkritiker.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Gute Ansätze, aber hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt

5

Weihbischof Lombardi reist im Auftrag seines Freundes Badalamenti nach Frankreich in das Kloster L‘Archange Michel, dessen Förderer sein Freund ist. Er soll sich dort nach Sébastien, seinem Ziehsohn sehen, ...

Weihbischof Lombardi reist im Auftrag seines Freundes Badalamenti nach Frankreich in das Kloster L‘Archange Michel, dessen Förderer sein Freund ist. Er soll sich dort nach Sébastien, seinem Ziehsohn sehen, mit dem er sich gestritten hat und den er nun nicht mehr erreicht. Sébastien, ein Mönch und Physiker, arbeitet in dem Kloster an etwas Großem und bereitet eine weltverändernde Präsentation vor. Das Kloster verfügt über einen Supercomputer und ist Treffpunkt vieler Wissenschaftler aus aller Welt, um dort naturwissenschaftliche Grundlagenforschung zu betreiben. Seitens des Klosters will man den Graben zwischen Wissenschaft und Religion schließen.

So weit so gut. Der Klappentext klang sehr interessant und ich wollte wissen, was es mit der "Gottesmaschine" auf sich hat. Leider muss ich sagen, dass ich das Buch etwas enttäuschend fand. Zu einen nervte mich der Cliffhanger-Schreibstil. Immer kurze Kapitel mit wechselnden Szenen, wenn gerade etwas interessant wurde. Das zog sich durch das ganze Buch und war für mich eher störend als Spannung erzeugend. Es ging zudem viel um wissenschaftliche Thesen und Antithesen, manchmal etwas des Guten zu viel, denn der Leser ist meistens kein Physiker, was es erschwert, den Ausführungen aufmerksam zu folgen. Die Story hatte mehrere gute Ansätze, wurde mir aber nicht "rund" genug ausgearbeitet, mit Tiefe an den richtigen Stellen, so dass es mich insgesamt nicht zufrieden gestellt hat, auch was die Auflösungen mancher Situationen angeht. Dazu bin ich auch mit den Protagonisten nicht recht warm geworden. Bischof Lamberti kann Robert Langdon leider nicht das Wasser reichen.

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