Katy Karrenbauer im Interview

Artikel vom 25.09.18

Was ist schöner als ein Hörbuch? Richtig: Ein Hörspiel! Ganz neu wurde jetzt der erfolgreiche Bestseller „Die Blutlinie“ von Cody McFadyen als Hörspiel inszeniert – mit insgesamt 38 Sprechern und Katy Karrenbauer als Smoky Barrett! Wir haben die Schauspielerin, Sängerin und Autorin für ein kurzes Interview beiseite genommen und ganz viel über Hörbücher, das Einsprechen von Hörspielen und über Katy Karrenbauer selbst erfahren.

Was macht Ihnen am Hörbuch-Einsprechen am meisten Spaß?

Ja, Smoky Barrett! Mein absoluter Favorit! Wobei ich auch schon für den WDR mit ganz vielen lustigen und sehr bekannten Kollegen eine Rotte Wildschweine gegeben hab, das hat auch riesig viel Spaß gemacht. Aber Smoky Barrett – als ich zum Casting kam, hab ich schon gewusst: Das möchte ich gerne machen! Und hier bin ich. (lacht)

 

Wie sind Sie zum Hörbuch-Sprechen eigentlich gekommen?

Beim ersten Hörbuch weiß ich das jetzt gar nicht mehr, aber ich habe ganz viele unterschiedliche Hörbücher gemacht. Ein ganz tolles, das heißt „Buch ohne Worte“, das habe ich mit einem Kollegen, der leider schon verstorben ist, gemacht. Das ist ein Buch von Daniel Call und ich habe dann später von Daniel Call nochmal eins gesprochen, das ist leider nie auf den Markt gekommen, da habe ich 27 unterschiedliche Charaktere gesprochen. Wenn man jetzt meine Stimme hört, denkt man: huch, wie soll das gehen? Aber es geht. (verstellt die Stimme) Es geht. (verstellt die Stimme wieder) Es geht. Und ja, ich hab ganz viele lustige Sachen gemacht, Comics synchronisiert und und und. Also: Ich liebe Sprache. Warum auch nicht?

 

Lesen Sie selbst auch gerne oder sind Sie eher ein Hörbuch-Fan? Oder kommen Sie aus Zeitmangel gar nicht zum Lesen?

Ich lese im Urlaub, weil bei Dreharbeiten vorausgesetzt ist, dass du nahezu jeden Tag lesen musst. Ich weiß noch, zu Hinter Gittern Zeiten habe ich jeden Abend 30 Seiten Text gelernt, da liest du nichts anderes mehr, du hast auch gar keine Zeit zu lesen. Ich bin ein großer Dan Brown Fan und ich lese gerne, wenn ich die Ruhe dazu habe. Ich habe gerade ein tolles Buch gelesen, das heißt „Es existiert“, ein großartiges spannendes Buch! Dann habe ich dieses Buch von Erling Kagge gelesen, „Stille“ heißt das, der an der Antarktis unterwegs war, also sowas interessiert mich. Ich bin nicht der Horror-Fan, muss ich ganz ehrlich sagen, ich mag aber Dinge, die einen psychologisch auch miteinbeziehen.

 

Haben Sie eine bestimmte Vorgehensweise, wenn Sie sich aufs Einsprechen vorbereiten?

Also für mich ist das so: Wenn ich was lese und mich ein Text abholt, dann höre ich den eigentlich schon in mir drin und fühle schon, wie ich den spielen würde. Nun ist Sprechen und Spielen ja was sehr Unterschiedliches, denn wenn du das Gesicht und die Emotion des Gesichtes und des Körpers dazu hast, ist das einfach was anderes als wenn du nur Sprache hast. Wenn du nur die Sprache hast, bist du erstmal auf das zurückgeworfen, was deine Stimme hergibt, und was du an Dramatik und so weiter in die Stimme reinnehmen kannst.

 

Ist beim Einsprechen von einem Hörspiel nochmal was anders als bei einer normalen Lesung?

Ja, du musst ja die ganze Emotionalität mitnehmen für die Figuren. Wenn du zum Beispiel ein Hörbuch machst, also ein Buch liest, dann gehst du ja nicht so in die Charaktere rein, das heißt du liest ja selber alle Charaktere, du liest die Männer, die Frauen, du liest die Geschichte als solche und versuchst die Geschichte spannend zu verkaufen. Und wenn du eine Figur spielst bzw. sprichst, so wie ich das jetzt mit Smoky Barrett getan habe oder auch mit anderen Figuren tue, dann versuchst du die ganze Emotion, die ganze Leidensfähigkeit in der Stimme zu verpacken – du musst den Charakter in dem, wie du erzählst, darstellen.

 

Also es hat dann im Grunde doch ein bisschen mehr mit Schauspielern zu tun, das Hörspiel-Einsprechen?

Ja, du musst es spielen. Du musst es emotional spielen. Wenn es sichtbar wäre, weil dann kannst du es kleiner spielen, die Dramatik manchmal kleiner spielen, weil der Zuschauer ja sieht, was da passiert. Und im Hörspiel ist die Dramatik dann durch Schritte unterlegt, die Atmosphäre durch Atmen unterlegt, durch Geräusche, die drum herum sind. Du erzählst quasi über das Hören die Geschichte. Und das ist eine große Kunst: Hörbücher herzustellen, die dich wirklich abholen und mitnehmen.

 

Wie steht ihr zu Hörspielen: Hört ihr sie lieber als Hörbücher? Was gefällt euch an Hörspielen besonders gut?

"Die Blutlinie" als Hörspiel

Wie steht ihr zu Hörspielen: Hört ihr sie lieber als Hörbücher? Was gefällt euch an Hörspielen besonders gut?

Wie steht ihr zu Hörspielen: Hört ihr sie lieber als Hörbücher? Was gefällt euch an Hörspielen besonders gut?

Eure Meinung

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Wuschel

Mitglied seit 13.12.2017

Veröffentlicht am 25.09.2018 um 13:17 Uhr

Dann mache ich mal den Anfang, wenn sich keiner traut!

Erst mal vielen Dank für die Zeit und die Infos. Wie immer sehr spannend zu lesen was hinter den Kulissen vor sich geht.

Hörbuch oder Hörspiel?
Das kommt auf die Geschichte an.
Ich höre beispielsweise lieber King, als das ich ihn lese, aber als Hörspiel könnte ich mir das so gar nicht vorstellen. Schließlich baut ein Buch doch mehr Atmosphäre für den Hörer auf, wie auch das Hörbuch, was bei King entsprechend wichtig ist.

"Die Blutlinie" kann ich mir durchaus auch gut als Höspiel vorstellen, da die Ermittlung und Emotionen der Protagonisten viel im Vordergrund stehen, nicht das drum rum oder die Geschichte einer Ortschaft.

Was ich jedoch ganz grausam finde bei Hörspielen, wenn die Hintergrundkulisse so laut ist oder einnehmend, dass die Dialoge unterzugehen scheinen. Das empfinde ich mehr störend als alles andere, außerdem extrem anstrengend.

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sChiLdKroEte62

Mitglied seit 02.05.2016

Lesen macht schön! (Tibor Rode)

Veröffentlicht am 25.09.2018 um 14:01 Uhr

Danke für das interessante Interview!

Ich bevorzuge Hörbücher, da ich hauptsächlich zum Einschlafen höre. Die Hintergrundgeräusche bei Hörspielen würden mich da stören. Ich mag es ja schon nicht, wenn der Text bei Hörbüchern teilweise mit Musik unterlegt ist.
In anderen Situationen, wie zum Beispiel bei längeren Autofahrten, könnte ich mir aber auch vorstellen, ein Hörspiel zu hören

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Squirrel

Mitglied seit 11.05.2016

Lesen heisst entspannen.

Veröffentlicht am 25.09.2018 um 19:47 Uhr

Zitat von Wuschel

Dann mache ich mal den Anfang, wenn sich keiner traut!



Mach ruhig, ich halte mich mal zurück.

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Wuschel

Mitglied seit 13.12.2017

Veröffentlicht am 26.09.2018 um 15:25 Uhr

Zitat von Squirrel

Mach ruhig, ich halte mich mal zurück.



Du hast ja den schönen Beitrag zu Herrn Eschbach übernommen. Danach wusste ich eh nicht mehr was ich schreiben soll.

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Squirrel

Mitglied seit 11.05.2016

Lesen heisst entspannen.

Veröffentlicht am 26.09.2018 um 19:38 Uhr

Wuschel schrieb am 26.09.2018 um 15:25 Uhr

Zitat von Squirrel

Mach ruhig, ich halte mich mal zurück.



Du hast ja den schönen Beitrag zu Herrn Eschbach übernommen. Danach wusste ich eh nicht mehr was ich schreiben soll.

Danke

Ich bin kein Fan von Hörbüchern und Hörspielen, drum bin ich so still.

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Hellena92

Mitglied seit 22.12.2016

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Veröffentlicht am 28.09.2018 um 21:20 Uhr

Danke für das tolle Interview. Die Frau ist einfach cool :D und passt prima zur Protagonistin Smoky Barrett. Ich bin total gespannt auf das Hörspiel!

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Hellena92

Mitglied seit 22.12.2016

Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Veröffentlicht am 28.09.2018 um 21:23 Uhr

Hörspiele erinnern mich immer an meine Kindheit. Ich habe Hörspiele tagaus tagein gehört :) Benjamin Blümchen, TKKG, Die ???, Die Jungs von Burgschreckenstein, Das Sams... ich fand und finde immer noch, dass Hörspiele einen einfach besser in die Geschichte mitnehmen, weil man die Charaktere besser auseinander halten kann. Zudem sind Hörspiele meist einfach schöner be- und ausgearbeitet. Seien es Hintergrundgeräusche oder aber musikalische Untermalung. Das kommt bei Hörbüchern häufig zu kurz. Ich finde, es dürften mehr Hörspiele für Erwachsene auf dem Markt existieren :)

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Annette127

Mitglied seit 24.03.2018

Veröffentlicht am 28.09.2018 um 23:08 Uhr

Hellena92 schrieb am 28.09.2018 um 21:23 Uhr

Hörspiele erinnern mich immer an meine Kindheit. Ich habe Hörspiele tagaus tagein gehört :) Benjamin Blümchen, TKKG, Die ???, Die Jungs von Burgschreckenstein, Das Sams... ich fand und finde immer noch, dass Hörspiele einen einfach besser in die Geschichte mitnehmen, weil man die Charaktere besser auseinander halten kann. Zudem sind Hörspiele meist einfach schöner be- und ausgearbeitet. Seien es Hintergrundgeräusche oder aber musikalische Untermalung. Das kommt bei Hörbüchern häufig zu kurz. Ich finde, es dürften mehr Hörspiele für Erwachsene auf dem Markt existieren :)

Tkkg, Die 3 Fragezeichen etc. kenne ich auch noch von früher her. Das finde ich auch so toll und gut. Hörspiele sind wirklich was wunderbares. Auch Hörbücher. Als Hörbuch hörte ich zuletzt das von Isabell Alende.. Hat mir sehr gefallen - ist zwischendurch mal eine Abwechslung - als immer nur ein Buch zu lesen. Gut finde ich daher beides. Das Interview fand ich auch wirklich sehr gut.

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Bookstar

Mitglied seit 08.06.2017

wenn nichts mehr geht... Buch zur Hand und abtauchen...

Veröffentlicht am 25.10.2018 um 22:51 Uhr

ich mag gerade die Atmosphäre bei Hörspielen sehr. Musik und die dazugehörigen Geräusche, es läuft dann der Film im Kopf ab. Das find ich klasse.