Magischer Einstieg mit offenen Fragen
Spellcaster„Spellcaster“ ist der Einstieg in eine magische Welt mit viel Potenzial. Besonders gut gefällt mir der lockere und flüssige Schreibstil, sodass man schnell in die Geschichte rund um Paisley hineinfindet. ...
„Spellcaster“ ist der Einstieg in eine magische Welt mit viel Potenzial. Besonders gut gefällt mir der lockere und flüssige Schreibstil, sodass man schnell in die Geschichte rund um Paisley hineinfindet. Die Grundidee mit den verschiedenen Magie Affinitäten, dem geheimnisvollen Blutschwur und den Angriffen durch mysteriöse Monster macht definitiv neugierig und schafft eine spannende Ausgangslage. Auch das Dark Academia Setting gefällt mir gut und kommt auch gut rüber.
Paisley wirkt recht naiv und unsicher, was jedoch gut zu ihrer Situation passt, da sie zum ersten Mal auf eigenen Beinen steht und ihren Platz in der Welt sucht. Auch die Unsicherheit bezüglich ihrer noch unbekannten Magie finde ich sehr nachvollziehbar da sie niemanden enttäuschen möchte. Gleichzeitig finde ich ihren Charakter im Verlauf der Geschichte manchmal etwas anstrengend, da sich viele ihrer Gedanken wiederholen, sie nur langsam versucht dem Ganzen nachzugehen und vieles einfach hinnimmt und nicht hinterfragt.
Die Handlung selbst bleibt eigentlich durchgehend interessant, auch wenn sie sich teilweise etwas im Kreis dreht und wichtige Antworten lange hinausgezögert werden oder offenbleiben. Die vielen offenen Fragen halten die Spannung zwar aufrecht, können aber mit der Zeit frustrierend sein.
Logan bleibt dagegen lange Zeit eher blass. Obwohl eine gewisse Anziehung zwischen ihm und Paisley spürbar ist, kommt die angekündigte Enemies to Lovers Dynamik nicht ganz zur Geltung, da echte Konflikte oder gemeinsame Szenen sehr rar sind. Hier hätte ich mir deutlich mehr Entwicklung und Tiefe gewünscht.
Besonders gefallen haben mir die familiären Beziehungen, vor allem die Bindung zwischen den Geschwistern und auch den Freundinnen. Der letzte Abschnitt zieht das Tempo deutlich an und liefert einige überraschende Wendungen die Lust auf mehr machen. Was für ein Ende!?!?!? Ich will mehr!
Insgesamt ist „Spellcaster“ ein unterhaltsamer Auftakt mit einer spannenden Idee aber auch vielen, vielen offenen Fragen. Trotz einiger Schwächen bei Charakterentwicklung und der Liebesgeschichte macht das Buch neugierig auf die Fortsetzung auf die ich mich sehr freue.