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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Grossartig

Die Unbehausten
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Da ich Demon Copperhead für eines der besten Bücher halte, die ich in letzter Zeit gelesen habe, war dieser ältere Roman der Autorin schon fast Pflicht für mich. Und es hat sich gelohnt.
Kingsolver ist ...

Da ich Demon Copperhead für eines der besten Bücher halte, die ich in letzter Zeit gelesen habe, war dieser ältere Roman der Autorin schon fast Pflicht für mich. Und es hat sich gelohnt.
Kingsolver ist einfach eine großartige Schriftstellerin, die nicht nur gute Geschichten mit sehr plastischen Protagonistinnen schreibt, sondern auch noch Historie, Politik und Gesellschaftskritik reinpackt, ohne belehrend zu sein oder mit dem erhobenen Zeigefinger herumwedelt.
Erst hatte ich ein wenig Probleme in die historische Erzählung zu kommen, die sich um die Naturwissenschaftlerin Mary Treat rankt, aber dann wurde ich zusehends in diesen Plot reingezogen. Zum einen hatte ich beim Lesen auch ein Gefühl für diese Epoche bekommen, da Kingsolver ihren Schreibstil einfach anpasst (großes Lob an dieser Stelle an den Übersetzer Dirk van Gunsteren), zum anderen fand ich die gesellschaftlichen Parallelen zur heutigen Zeit amüsant, aber auch erschreckend.
Netter Gag an Rande: der jeweils letzte Satz eines Kapitels bildet immer die Überschrift des neuen Kapitels.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Sehr bewegend

Am Meer ist es schön
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Barbara Leciejewski gehört schon seit einiger Zeit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich kaufe mittlerweile jeden Roman von ihr, ohne auf den Klappentext zu schauen.
Es war also höchste Eisenbahn, ...

Barbara Leciejewski gehört schon seit einiger Zeit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich kaufe mittlerweile jeden Roman von ihr, ohne auf den Klappentext zu schauen.
Es war also höchste Eisenbahn, ihr aktuellstes Buch endlich zu lesen. Wie gesagt: kein Klappentext - kein Plan worauf ich mich da einlasse.
Ihr Schreibstil zog mich, wie immer, sofort in die Handlung und - ruckzuck - hatte ich alle nur erdenklichen emotionalen Ausfälle, die man während einer Lektüre haben kann. Und nein, hierbei handelt es sich nicht um eine berührend kitschige Lovestory, sondern um systemische und vom Staat geförderte Kindesmisshandlung genannt Kinderkuraufenthalt in Deutschland bis rein in die 80er Jahre.
Ehrlich gesagt war dies das erste Mal, dass ich mit der Thematik in Berührung kam und es verwundert mich, dass der mediale Aufschrei nicht viel lauter ist. Wir reden hier immerhin über viele Kurheime, viele Kinder und von der Generation X und Boomer. Die Verdrängung wird groß sein und wie so oft: Erzählungen von Frauen und Kindern wird erst einmal keinen Glauben geschenkt. (Die Gesellschaft kotzt mich einfach nur noch an!)
Ein wichtiges, aber sehr hartes Buch.
Danke Barbara fürs sichtbar machen.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Spannend wie ein Thriller

Before we were innocent
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Dieses Buch ist kein Thriller, aber ein Drama das sich wie ein Thriller liest. Der Schreibstil ist schlicht, und dennoch hat er mich schnell ins Geschehen eingesogen.
Es gibt nur eine Erzählerstimme und ...

Dieses Buch ist kein Thriller, aber ein Drama das sich wie ein Thriller liest. Der Schreibstil ist schlicht, und dennoch hat er mich schnell ins Geschehen eingesogen.
Es gibt nur eine Erzählerstimme und das machte die Geschichte für mich doppelt interessant, weil man als Leser keine allwissende Stellung inne hat und angewiesen ist auf die Realitätsnähe der Erzählerin, und die ist getrübt durch Selbstvorwürfe, Unsicherheit und Selbsthass.
Wir folgen zwei Handlungen, die zwar 10 Jahre auseinander liegen, aber dennoch miteinander verknüpft sind und langsam entrollt sich, was damals wirklich geschah und was jetzt wohl geschehen ist.
Die Protagonistinnen sind nicht immer sympathisch, die Freundschaft der drei Teenager oftmals unverständlich und so war ich immer wieder hin und hergerissen zwischen Spannung und genervt sein, aber zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.
Ich mochte die Story sehr und stimme zu: es liest sich wie ein True Crime Fall.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Unerwartet gut

Die Schatten von Race Point
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Das Buch war ein Fund im öffentlichen Bücherregal und ich dachte (getäuscht von der Optik des Covers), ich lese dann mal zwischendurch eine seichte Schnulze.
Das war es definitiv nicht, sondern ein Drama ...

Das Buch war ein Fund im öffentlichen Bücherregal und ich dachte (getäuscht von der Optik des Covers), ich lese dann mal zwischendurch eine seichte Schnulze.
Das war es definitiv nicht, sondern ein Drama das in ein rasantes Finale mündete.
Eine Geschichte, die eine Zeitspanne von 30 Jahren umfasst und von Freundschaft, Liebe und Verrat handelt. Mir hat vor allem das Setting gefallen, eine Kleinstadt voller portugiesisch stämmiger Menschen, gut ausgearbeitete Charaktere und ein Plot, der ein wunderbares Drehbuch abgäbe. Auf jeden Fall konnte mich die Geschichte komplett einsaugen und nun bin ich wieder aus Cape Cod aufgetaucht und werde nur mühevoll in ein neues Buch eintauchen können.
Aber Achtung: es geht viel um Gewalt innerhalb einer Beziehung.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Hat mich komplett umgehauen

Wild wuchern
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In diesem Jahr bin ich immer wieder über das Buch gestolpert und die durchweg positiven Stimmen hatten mich so neugierig gemacht, dass ich es im Sommer gekauft hatte. Da lag es nun bis gestern auf einem ...

In diesem Jahr bin ich immer wieder über das Buch gestolpert und die durchweg positiven Stimmen hatten mich so neugierig gemacht, dass ich es im Sommer gekauft hatte. Da lag es nun bis gestern auf einem Stapel und wurde von mir einige Monate ignoriert…
Ich wollte dann gestern einfach nur mal reinlesen und es gegebenenfalls wieder abstoßen, wenn’s doch nichts für mich ist. Tja und dann konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen - es hat mich schlicht und ergreifend umgehauen. Was für ein kraftvoller Schreibstil! Kurze prägnante Sätze, schlichte Sprache und alles auf den Punkt. Wir befinden uns in den Gedanken Maries, die auf der Flucht vor ihrem Mann ist. Sie flieht von Wien nach Tirol, rauf auf den Berg auf dem ihre gleichaltrige Cousine ein Einsiedlerleben führt.
Zu sagen haben sie sich nach all den Jahren nichts, aber wir erfahren nach und nach, eingebettet in Naturbeschreibungen und -gewalten, über die Familienstruktur und was genau geschah.
Ein toller Roman, der mich komplett mein Umfeld vergessen ließ.

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