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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2018

Liliths Rückkehr

John Sinclair - Hexenküsse
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Es beginnt mit harmlos, unzusammenhängend scheinend Vorfällen: ein seltsames Freudenhaus im Wald, ein ausgebrannter Jaguar, dessen Fahrer das Herz rausgerissen wurde, ein stümperhafter Banküberfall – doch ...

Es beginnt mit harmlos, unzusammenhängend scheinend Vorfällen: ein seltsames Freudenhaus im Wald, ein ausgebrannter Jaguar, dessen Fahrer das Herz rausgerissen wurde, ein stümperhafter Banküberfall – doch für John Sinclair ist es der Beginn eines Kampfes, bei dem seine mächtigsten Waffen versagen.

Wieder überzeugt John Sinclair mit einer pompösen Doppel-CD. Nichts ist, wie es scheint, doch puzzelt sich die Geschichte zu einem spannenden großen Ganzen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass Joachim Kerzel als Erzähler von Alexandra Lange abgelöst wurde. Die weibliche Stimme bleibt für mich erstmal ein Fremdkörper, wenn damit auch zum Glück das Überdramatisieren wegfällt. Ist aber alles eine Gewohnheitsfrage, denn Alexandra Lange macht ihren Job gut.

Die Soundeffekte sind gewohnt grandios gesetzt. Die düsteren und blutigen Szenen werden bildgewaltig inszeniert. Es ist und bleibt natürlich die Hörspielumsetzung eines Groschenromans und damit hat Frank Glaubrecht (als John Sinclair) sehr viel Text, um dem Hörer bis ins Kleinste zu beschreiben, was geschieht. Diese ausufernden, sich überschlagenden Beschreibungen dröhnen einem manchmal in den Ohren, doch trotzdem bleibt das Hörspiel spannend und unterhaltsam. Hut ab vor Herrn Glaubrecht, der das immense Textpensum so großartig bewältigt und immer glaubhaft bleibt.

Fazit: Die Sonderedition bietet mit ihren Doppel-CDs beste Unterhaltung mit dem bekannten Geisterjäger. Er hat es geschafft seine Schwächen zu Stärken zu machen, indem er sich selbst nicht immer ernst nimmt und damit jeder Kritik die Spitze nimmt. Als besonderes Bonbon sind am Schluss der CD Outtakes mit diversen Versprechern. Damit hat sich diese CD 4 ½ Sterne verdient!

Veröffentlicht am 02.10.2018

Zombie-Alarm

John Sinclair - Voodoo-Land
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Dieses Mal führt die Jagd John Sinclair nach New Orleans. Dort vermuten die Geheimdienste einen mächtigen Voodoo-Zauberer, der Tote wieder auferstehen lässt. Ihm zur Seite stehen der FBI-Agent Fred Diamond ...

Dieses Mal führt die Jagd John Sinclair nach New Orleans. Dort vermuten die Geheimdienste einen mächtigen Voodoo-Zauberer, der Tote wieder auferstehen lässt. Ihm zur Seite stehen der FBI-Agent Fred Diamond und die hübsche Mona. Von Zombies gejagt verdichtet sich ein hässlicher Verdacht: Es gibt einen Verräter in den eigenen Reihen.

Eine spannende Doppel-CD, die den Hörer in die Schrecken des Voodoo-Kultus entführt. Ein genialer Soundtrack schafft die gruselige Atmosphäre und ironische Sprüche lockern die blutige Geschichte auf. John Sinclair-Unterhaltung von gewohnter Qualität. Bekannte Sprecher verkörpern die Charaktere brillant und glaubhaft.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Sprecherwechsel von John Sinclair. Frank Glaubrecht wird von Dietmar Wunder abgelöst. Auch er verleiht John Charakter, doch eine neue Stimme für Hauptcharaktere ist immer erst einmal problematisch bis man sich hineingehört hat. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fiebert man aber auch mit ihm mit.

Ein Punkt, der den Hörgenuss wirklich gestört hat, war wieder einmal die hysterische Frauenfigur. Permanentes, unmotiviertes Gekreische geht mir auf den Keks.

Fazit: Eine spannende Geschichte, gewohnt witzige Gruselunterhaltung, verlustreich, bildlich in Szene gesetzt (vom Soundeffekt bis zur Beschreibung) und zur Auflockerung nicht immer ganz ernst genommen – John Sinclairs Markenzeichen. Abgerundet wird dieses Abenteuer mit Outtakes aus dem Tonstudio. Was alles schief gehen kann beim Einsprechen ist zum Schreien komisch!

Alle, die gruselige und gleichzeitig witzige Hörspielunterhaltung lieben sind bei John Sinclair genau richtig.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Santas neue Mission

Kleiner Streuner - große Liebe
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Es war ein Scherz unter Freundinnen bei zu viel Wein: Eva schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann. Doch für Santa gilt: Ein Wunsch ist ein Wunsch ist ein Wunsch – und so setzt er alles daran Eva den ...

Es war ein Scherz unter Freundinnen bei zu viel Wein: Eva schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann. Doch für Santa gilt: Ein Wunsch ist ein Wunsch ist ein Wunsch – und so setzt er alles daran Eva den gewünschten Mr. Right zu bescheren. Da kommt ihm der kleine Streuner Socke als Hilfself gelegen – er hat ja schon viele gute Erfahrung mit Hunden als Liebesboten gemacht. Jetzt muss er nur noch Eva dazu bringen den Auserwählten auch zu akzeptieren. Es gibt nur ein Problem: Eva und André haben eine Vorgeschichte…

Aus den vorhergehenden Bänden sind einem André, der Koch der Sozialstation – und Eva bekannt, doch auch für Neueinsteiger in die Santa Claus-Bücher ist es kein Problem sofort in die Geschichte einzutauchen. Das Besondere an Petra Schiers-Weihnachtsbüchern ist die großartige Genre-Mischung: ein Liebesroman, durchaus mit erotischen Szenen, ein Märchen aus Santas Weihnachtszentrale mit Elfen und sprechenden Rentieren, sowie eine Tiergeschichte, erzählt aus der Sicht des Hundes. Dass zusätzlich die Perspektive zwischen den Charakteren wechselt, macht das Leseerlebnis umso perfekter.

Ich liebe an Petra Schiers Santa-Claus-Reihe am meisten, dass immer wieder Charaktere aus vergangenen Büchern auftauchen. Deren Geschichten werden ein bisschen weitererzählt, manchmal spielt sogar ein alter Protagonist eine neue Rolle. Damit gewinnt die neue Geschichte einen ganz eigenen Facettenreichtum und man kann den nächsten Weihnachtsroman nicht erwarten, da man hofft, alten Bekannten wieder zu begegnen.

Ich bedaure, dass die Liebesgeschichte um erotische Sequenzen erweitert wird, da sich die Reihe sonst an eine größere Zielgruppe richten könnte. Man muss der Geschichte aber zugutehalten, dass diese Szenen nicht die Qualität des Spannungsbogens, die Erzähllogik oder Glaubhaftigkeit des Erzählten beeinträchtigt.

Fazit: Ein wunderschöner Weihnachtsroman zum immer wieder lesen!

Veröffentlicht am 02.10.2018

Ein neues Leben

Der Himmel über den Black Mountains
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Emma ist äußerst überrascht als ihr ihre Tante eine Farm an den Black Mountains vererbt. Auch das Vermögen soll Emma zufallen, wenn sie das Erbe antritt und ein Jahr lang die Farm bewirtschaftet. Sie wagt ...

Emma ist äußerst überrascht als ihr ihre Tante eine Farm an den Black Mountains vererbt. Auch das Vermögen soll Emma zufallen, wenn sie das Erbe antritt und ein Jahr lang die Farm bewirtschaftet. Sie wagt den Sprung ins Ungewisse und kehrt zurück an den Ort, an dem sie in ihrer Kindheit so glücklich war. Sie hat keine Ahnung, was sie erwartet.

Ein wunderbares Buch zum Abtauchen und Träumen! Von der ersten Minute an möchte man mit der Protagonistin Emma auf der Farm wohnen. Liebenswerte Charaktere, vom knurrigen Bauern über den gutgelaunten Jugendfreund bis zum charmanten Tierarzt schließt man die ganze Szenerie ins Herz und möchte das Buch nie wieder schließen. Jede Figur ist liebevoll gestaltet und lebt, sobald sie die Geschichte betritt. Dabei wird die Geschichte nicht zu einem kitschigen, rosaroten Landleben-Liebesroman. Die harten Seiten des Farmerdaseins, von Winterkatastrophen über den Balanceakten am finanziellen Abgrund bis zum Kampf gegen Raubtiere und Unwetter werden genauso realistisch und herzzerreißend dargestellt wie die Freundschaft und der bedingungslose Zusammenhalt der Farmer. Zusammen mit der wunderschönen Liebesgeschichte und einem guten Schuss überraschender Action ist dieses Buch unvergesslich.

Alles, was mich gestört hat, war die mir zu radikale Tierschutz- und Vegetariereinstellung der Protagonistin. Von ihr hätte ich ein bisschen mehr Verständnis für die Situation der Farmer erwartet. Ich kann nachvollziehen, dass sie gegen Giftköder und den Abschuss von Raubtieren ist, aber sie kann nicht erwarten, dass alteingesessene Farmer, die mit den Raubzügen der Füchse ihre ohnehin bedrohte Existenz vernichtet sehen, die Tiere von jetzt auf gleich zum Streichelzoo machen. Diese Szenen verdeutlichen zwar einerseits, dass Emma als Stadtmensch doch ein Fremdkörper in der eingeschworenen Gemeinschaft ist, andererseits fand ich diese Szenen anstrengend zu lesen.

Fazit: Ein wunderbarer Liebesroman zum Träumen und Abschalten. Ich werde das Buch bestimmt öfter lesen und kann es jedem, der Liebesgeschichten und Geschichten um erfüllte Träume mag wärmstens ans Herz legen!

Veröffentlicht am 02.10.2018

Ein mitreißender zweiter Band

Das Heer des Weißen Drachen
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Der weiße Drache ist erwacht und beginnt brutal und systematisch seine Armee von Verderbten aufzubauen, um die Welt zu verheeren. Die meisten Städte wissen nicht, was auf sie zukommt, die die es wissen, ...

Der weiße Drache ist erwacht und beginnt brutal und systematisch seine Armee von Verderbten aufzubauen, um die Welt zu verheeren. Die meisten Städte wissen nicht, was auf sie zukommt, die die es wissen, sind verbrannt. Das Eisenboot-Syndikat muss hilflos zusehen, wie die Welt in Flammen aufgeht. Ihre ehemalige Agentin Lizanne sucht im Schmutz der kaiserlichen Gefängnisstadt Hilfe bei einem Mann, der seit über 100 Jahren tot ist. Der unregistrierte Blutgesegnete Clay folgt währenddessen seiner Vision in die Tiefen des ewigen Eises. Doch gibt es wirklich eine Waffe gegen den weißen Drachen?

Ein imposanter zweiter Band, der Draconis Memoria-Reihe. Kapitel für Kapitel wechselt der Leser die Perspektive und folgt jeweils einem anderen Protagonisten, ob der Eisenboot-Agentin Lizanne, dem ehemaligen Dieb Clay oder auch dem neuen Kapitän Hilemor, der mit Clay ins ewige Ei segelt. Ergänzt wird der Blick aufs Geschehen um Sirus, einen Verderbten, der in der Armee des weißen Drachen dient. Der stete Perspektivwechsel ist sicherlich nicht jedermanns Sache, für mich macht er die Geschichte dynamisch und verschafft spannende Einblicke in das komplexe Geschehen, ohne dass Ereignisse vorweg genommen werden. Bis zur letzten Seite stockt einem der Atem, man bleibt am Grübeln, wohin die Geschichte führen wird und genießt den ungewöhnlichen Weltentwurf, in dem Drachen brutal „geernet“ werden, um den Menschen Magie und Macht zu verleihen. Besonders reizvoll sind die bisher so unzusammenhängend eingefügt wirkenden Artikel des „Sanoraher Aufklärer“. Gesellschaftlicher Klatsch und Tratsch aus der Welt der Reichen und Schönen – doch sind diese Abschnitte wirklich so belanglos für das Hauptgeschehen wie es wirkt?

Ich liebe den zweiten Band. Hätte der Tag nur wenige Stunden mehr, hätte ich 700 Seiten am Stück verschlungen. Es fällt schwer sich der rasanten Drachengeschichte zu entziehen. Für alle Fans von High Fantasy, Drachenabenteuern und originellen Fantasywelten!