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Veröffentlicht am 02.02.2021

Jenseits der Angst

Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
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Thriller Der Tausch von Julie Clark erschienen am 11.01.2021 im Heyne Verlag, gelesen als eBook 302 Seiten

Spätestens wenn einem bei der Lektüre eines Thrillers die intensiven Einblicke hinter wohl errichtete ...

Thriller Der Tausch von Julie Clark erschienen am 11.01.2021 im Heyne Verlag, gelesen als eBook 302 Seiten

Spätestens wenn einem bei der Lektüre eines Thrillers die intensiven Einblicke hinter wohl errichtete Masken am stärksten in Erinnerung bleiben, weiß man, dass dieses Buch einen persönlich auf einer ganz außergewöhnlichen Ebene berührt hat. So erging es mir hier.

Eva und Claire führen ihr Leben hinter innerlich errichteten Mauern zum Schutz ihrer selbst willen. Die Hintergründe dafür könnten unterschiedlicher nicht sein und dennoch haben sie so viel gemeinsam. Geht es doch um zerplatzte Träume, die Sehnsucht wirklich gesehen zu werden, Selbstliebe sowie Selbstvergebung und einen Neuanfang. Die Autorin lässt ihre Protagonistinnen abwechselnd erzählen, wobei die Kapitel von Eva in der Vergangenheit vor dem Flugzeugabsturz handeln. Beide treffen auf die Person, die ihre harte Schale durchbricht und ein Stück weit Hilfestellung bei der Neufindung leistet. Scheint die Auflösung zunächst absehbar, schleicht sich noch ein weiterer Twist ein, der den Leser äußerst nachdenklich zurücklässt.

Ein Satz wird mir für immer in Erinnerung bleiben: „Alles, was du dir schon immer gewünscht hast, findest du jenseits der Angst.“ Ich denke, besser kann man den Schlüssel zum persönlichen Glück nicht beschreiben.

Fazit: Kein Thriller im herkömmlichen Sinne aber absolut lesenswert und nachhaltig gerade im Hinblick auf die vielfältige psychische Komponente.

Ganz herzlich danke ich dem Verlag und Penguin Random House für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2021

Intelligent und intensiv

Der Mädchenwald
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Thriller Der Mädchenwald von Sam Lloyd erschienen am 01.12.2020 im Rowohlt Verlag, gelesen als eBook 355 Seiten

Mit einem sehr prägnanten, intensiven und bildlichen Schreibstil nimmt der Autor den Leser ...

Thriller Der Mädchenwald von Sam Lloyd erschienen am 01.12.2020 im Rowohlt Verlag, gelesen als eBook 355 Seiten

Mit einem sehr prägnanten, intensiven und bildlichen Schreibstil nimmt der Autor den Leser mit in den dunklen Wald der Erinnerungen. Elissa und Elijah liefern sich ein fein gesponnenes psychologisches Duell, dessen Raffinessen sich im Laufe des Plots entwickeln und steigern.

Die Figuren sind sehr komplex ausgearbeitet und punkten durch ihre charakterliche Tiefe. Besonders imponiert haben mir Elissa, die trotz ihrer unwägbaren Lage tief besorgt um das Wohl ihrer Mutter ist, sich aber dennoch auf ihre hohe Intelligenz beruft, um ihrem Schicksal zu entkommen. Die Polizistin kämpft mit ihrem persönlichen Karma und der verzweifelten Suche nach Elissa.

Interessant ist auch, dass der Autor sich sehr kurzer abwechselnder Kapitel bedient. Die aus Elijahs Sicht werden in der Ich-Form, die aus Elissas und der Polizistinnen Sicht in der 3. Person erzählt. Dadurch fühlt man sich natürlich eher von Elijah angesprochen, obwohl Elissa vermeintlich das Opfer ist.

Die Geschichte schreitet schnell voran, nimmt den Leser gefangen und wartet mit diversen Twists auf. Absolut originell umgesetzt bis auf das fragwürdige Ende, das in meinen Augen die vorherige Subtilität bloßstellt.

Fazit: Dreiviertel des Thrillers haben mich absolut gefesselt, jede seelische und körperliche Grausamkeit konnte ich nachempfinden. Die persönlichen Schicksalsschläge von Elissa und der Polizistin haben mich stark berührt. Leider wird das Ende der vorangegangenen zuvor ausgeklügelten Geschichte überhaupt nicht gerecht und lässt mich sehr ernüchtert zurück. Hier hätte ich mir ein würdigeres Finale gewünscht.

Ganz herzlich danke ich dem Verlag und NetGalley für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2021

Hat mich überhaupt nicht gepackt

Die APP – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.
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Ein typischer Arno Strobel, der mich trotz des guten Sprechers nicht überzeugen konnte. Startet spannend, verliert sich dann aber in zu vielem Hin und Her sowie allzu durchsichtigen Charakteren. Die zu ...

Ein typischer Arno Strobel, der mich trotz des guten Sprechers nicht überzeugen konnte. Startet spannend, verliert sich dann aber in zu vielem Hin und Her sowie allzu durchsichtigen Charakteren. Die zu detailreichen blutigen Szenen wirken eher abstoßend als fesselnd. Auch die Auflösung ist überaus unspektakulär, da sie mit dem Titel überhaupt nichts gemein hat.

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Veröffentlicht am 31.12.2020

Nur bedingt magisch

Love Like Magic
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Roman Love like Magic von Kelly Siskind erschienen am 30.11.2020 im Piper Verlag, gelesen als TB 400 Seiten

In dieser doch recht düsteren Zeit hatte ich mich auf das Buch wegen der versprochenen Magie ...

Roman Love like Magic von Kelly Siskind erschienen am 30.11.2020 im Piper Verlag, gelesen als TB 400 Seiten

In dieser doch recht düsteren Zeit hatte ich mich auf das Buch wegen der versprochenen Magie sehr gefreut. Beatrice und Huxley konnten mich allerdings nur teilweise begeistern. Beatrice ist zwar optisch sehr auffallend mit bunter Kleidung und rotem Haar, wirkt dafür aber recht naiv. Huxley vergeht oft in Selbstmitleid und findet sich wegen seiner äußeren Makel einer Frau nicht würdig. Zu Beginn verlieren sie sich in ihren monotonen Gedankenwelten und schleichen ewig lange umeinander herum. Im letzten Drittel kommt es endlich zur Energieexplosion und die Autorin versteht es, die Liebesszenen sehr prickelnd und ansprechend in Worte zu fassen. Natürlich gibt es danach Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Doch das zieht den Plot unnötigerweise in die Länge. Viel Spaß machen die beiden Brüder Fox und Axel, die Huxley endlich aus seinem Alleinverantwortungsbewusstsein befreien. Auch die betagte Ticketverkäuferin Edna, die quasi zum Inventar des Theaters gehört, sorgt für den ein oder anderen Schmunzler. Ebenso ist Della mit ihrem lockeren Mundwerk mir ans Herz gewachsen.

Fazit: Ein kurzweiliger Liebesroman für triste Tage. Besonders die Nebencharaktere stechen hervor. Doch der entscheidende zauberhafte Magiefunke wurde bei mir nicht entfacht.

Ganz herzlich danke ich dem Verlag und Was liest du für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars.

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  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2020

Psychospiele in eisiger Kälte

Frostgrab
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Thriller Frostgrab von Allie Reynolds erschienen am 27.10.2020 im Harper Audio Verlag gelesen von Camilla Renschke, Hörbuch 706 Minuten

Jedes Hörbuch steht und fällt mit dem Sprecher. Die rauchige Stimme ...

Thriller Frostgrab von Allie Reynolds erschienen am 27.10.2020 im Harper Audio Verlag gelesen von Camilla Renschke, Hörbuch 706 Minuten

Jedes Hörbuch steht und fällt mit dem Sprecher. Die rauchige Stimme von Camilla Renschke passt perfekt zum Setting. Sie versteht es, jedem Charakter seine eigene persönliche Note zu verleihen.

Thematisch ist der Thriller nichts neues. Interessant ist der Hintergrund des Snowboardens. Ein Sport, der aufgrund seines hohen Unfallrisikos leicht unterschätzt wird. Zahlreiche Einblicke in den Ablauf von Trainings und Wettkämpfen werden hier gewährt. Man merkt, dass die Autorin selbst jahrelang Snowboarderin war. Der Plot wird in abwechselnden Kapiteln aus der Gegenwart und der Vergangenheit vor zehn Jahren erzählt. Protagonistin Milla ist regelrecht von Ehrgeiz zerfressen und liefert sich stets ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Curtis Schwester Saskia, um die sich ein großes Geheimnis rankt. Schon in der Vergangenheit stand Milla zwischen dem gefühlsbetonten Brent und dem kühl wirkenden Curtis. Diese Dreiecksgeschichte reicht bis in die Gegenwart und sorgt für manche Überraschung. Es gibt zahlreiche Twists, aber auch einige Längen, welche die Spannung lähmen. Die Auflösung ist dagegen überraschend. Gleichwohl hätte eine Straffung der Story gut getan, denn weniger ist oft mehr.

Fazit: Gefallen haben mir das Thema Snowboard und die Dreiecksgeschichte. Allerdings konnte selbst die geniale Sprechstimme über so manche Länge nicht hinwegtrösten. Als Hörbuch okay, ich bin aber froh, keine Lesezeit investiert zu haben.

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