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CynthiaM94

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

eine Frage der Schuld

Löwen wecken
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Das Buch ging sehr direkt und ungeschönt los, man wird als Leser direkt in die Handlung und Etans moralisches Dilemma geworfen. Wobei mir der Protagonist bereits zu Angang schon recht unsympathisch war. ...

Das Buch ging sehr direkt und ungeschönt los, man wird als Leser direkt in die Handlung und Etans moralisches Dilemma geworfen. Wobei mir der Protagonist bereits zu Angang schon recht unsympathisch war. Man erfährt etwas über Etans berufliche Hintergründe, aber auch hier merkt man schnell, dass es ihm irgendwie an Rückgrat mangelt.

Am spannendsten war für mich eigentlich Sirkit, weil sie eine fast schon geheimnisvolle Aura umgibt. Bei ihr weiß man nie so recht woran man ist und man sollte als Leser nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen. Für mich macht sie die überraschendste Entwicklung durch und ich hatte ihr gegenüber sehr ambivalente Gefühle.

Ich fand die Geschichte wirkte sehr gestellt, teilweise einfach total überzogen, wie sie Figuren sich verhalten und welche Entscheidungen sie treffen. Und mittendrin diese sehr unangemessene sexuelle Anspannung zwischen Etan und Sirkit, die für mich nicht unbedingt ins Bild passen wollte. Die Sprache gleitet ihr teilweise auch ins obszöne ab, das ist immer nicht so ganz mein Fall.

Was mir aber gut gefallen hat war, die die Themen Flucht und Rassismus hier aufgearbeitet worden. Es werden verschiedene Aspekte dessen beleuchtet, sodass es Berührungspunkte aus verschiedenen Blickwinkeln gab.

Das moralische Dilemma, das die Grundprämisse des Buches bildet, wird in meinen Augen schwach aufgelöst. Mir hat dieses Ende einfach überhaupt nicht gefallen und nach dem durchaus immer wieder sehr zähen Mittelteil ein bisschen enttäuscht.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Parallelgesellschaften

Gesellschaftsspiel
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An sich wirft dieses Buch ja erstmal ein spannendes Gedankenexperiment auf: wenn eine einzige Stadt eine neue gesellschaftliche Struktur einführt- kann das funktionieren? Und wenn ja, wie? Und wie nach ...

An sich wirft dieses Buch ja erstmal ein spannendes Gedankenexperiment auf: wenn eine einzige Stadt eine neue gesellschaftliche Struktur einführt- kann das funktionieren? Und wenn ja, wie? Und wie nach der Einführungsphase weitermachen?

Aber innerhalb des Textes werden noch so viel mehr aktuelle und brisante Themen behandelt und sehr spannend mit dem Thema KI verknüpft. Ich fand der Leser wird anhand der Familie auch sehr nahbar an dieses Thema herangeführt. Die Figuren projizieren ihre Erwartungen und Hoffnungen in das Projekt.

Die zwischengestreuten Beiträge aus Foren oder Sozialen Medien passen zwar zum Inhalt und zur Aktualität, haben mich aber immer ein bisschen aus den Lesefluss/ Hörfluss gerissen. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und da waren zum Beispiel die Satzungsänderungen irgendwie irritierend weil man kurz dachte in einer Schleife festzuhängen.

Die Familiengeschichte hat mich anfangs gar nicht abgeholt, mich dann aber zunehmend doch interessiert. Gar nicht mal das Miteinander selbst, sondern wie unterschiedlich sich das Projekt auf ihre Leben, ihre Ansichten und Lebensumstände auswirkten. Das hat die Handlung dann doch sehr greifbar und menschlich gemacht.

Die thematische Verkettung von KI, Schutz der Demokratie und Onlinemedien fand ich sehr gelungen und sie regt eindeutig zum Nachdenken an. Die Idee war superstark, das Konzept des Buches selbst aber vllt noch ausbaufähig. Als Ansatz/ Denkanstoß aber super

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Wir könnten alle glücklich sein

All Better Now
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Neal Shusterman ist einer meiner Lieblingsautoren und eine utopische Dystopie aus seiner Feder hörte sich einfach zu verlockend an. Und ich kann nur sagen: mich hats absolut umgehauen. Fands richtig stark ...

Neal Shusterman ist einer meiner Lieblingsautoren und eine utopische Dystopie aus seiner Feder hörte sich einfach zu verlockend an. Und ich kann nur sagen: mich hats absolut umgehauen. Fands richtig stark geplottet und eine unfassbar gute Idee.

Die Idee rund um die Pandemie, die die Wesenszüge der Menschen verändert hört sich erstmal wild an. Aber noch wilder sind die Auswirkungen dessen, denn die Leute sind plötzlich zufriedener, weniger selbstsüchtig und mehr an Frieden und dem Gemeinwohl interessiert. Aber natürlich stürzt das die bisher nicht Infizierten in ein Dilemma: denn mit glückseligem Mittelmaß lässt sich kein Geld verdienen.

Das Buch wirft ein interessantes moralisches Gedankenspiel auf: ist eine derartige Pandemie wirklich etwas schlechtes? Und ist die Gefahr an dem Virus zu versterben es wert, nach überstandener Infektion ein Teil der neuen Weltordnung zu sein? Und wenn es einen Impfstoff gebe, wäre es erstrebenswert ihn voranzutreiben? Es hat mir einfach großen Spaß gemacht selbst über das Szenario nachzudenken und es für mich durchzuspielen.

Das Szenario, das Shusterman erschafft, ist wunderschöne schauerlich. Denn schnell entfacht sich ein Wettlauf zwischen den zwei Seiten dieser pandemischen Medaille. Und der ist super spannend und nervenaufreibend. Auf die kleinen Intermezzi aus anderen Städten gefielen mir total gut. Insgesamt ist das Ding einfach super rund und liest sich ganz großartig. Mir hats richtig gut gefallen

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Veröffentlicht am 20.07.2025

ich fands absolut umwerfend

Say You'll Remember Me
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Abby Jimenez ist inzwischen glaube ich meine liebste Romcom-Autorin. Habe jetzt in kürzester Zeit zwei Bücher von ihr gelesen und bin absolut hingerissen. Vor allem überzeugt mich, was für absolute Green ...

Abby Jimenez ist inzwischen glaube ich meine liebste Romcom-Autorin. Habe jetzt in kürzester Zeit zwei Bücher von ihr gelesen und bin absolut hingerissen. Vor allem überzeugt mich, was für absolute Green Flags ihre Protagonisten sind. Selten so positive Romance gelesen, gerne noch viel viel mehr davon

Ich mag wie hier seichte unterhaltungsmomente mit authentischen Alltagsszenarien vermischt werden. Denn im wahren Leben läuft auch nicht immer alles ideal. Und so müssen sich die beiden Protagonisten hier sehr realistischen Problemen stellen, die ihrer Liebe Steine in den Weg legen.

Ich mag es, dass Liebesgschichten bei Abby Jimenez nicht so super romantisch verklärt sind, sondern echte Tiefe haben und es auch mal schlecht laufen darf, ohne dass das ganze mach konstruiertem Drama schreit. Die Figuren sind authentisch, machen auch mal Fehler und es darf ihnen auch mal nicht gut gehen. Das finde ich so wunderbar nahbar an dieser Geschichte.

Natürlich wünscht man sich gerade gerade bei solch einer Handlung trotzdem ein Happy End und die Autorin schafft es geschickt auch unbeschwerte, schöne und humorvolle Momente zu platzieren, bei denen einem das Herz aufgeht. Habe sogar das eine oder andere Tränchen verdrückt.

Kann nur sagen, ich habs sehr gefühlt und sehr geliebt

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Die Intimität der Nacht

Der Schlaf der Anderen
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Da Schlaf so einen großen Teil unseres Lebens ausmacht, fand ich das Thema dieser Geschichte sehr ansprechend, ebenso wie die Erzählperspektive, die zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen wechselt. ...

Da Schlaf so einen großen Teil unseres Lebens ausmacht, fand ich das Thema dieser Geschichte sehr ansprechend, ebenso wie die Erzählperspektive, die zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen wechselt. Janis erzählt von der Ruhe der Nacht, Sina vom Trubel des Lebens bei Tag. Und während Sina dabei sehr viel von sich preisgibt, hält sich Janis bedeckt, mehr passive Beobachterin als aktive Protagonistin.

Sinas Leben liest sich wie eine Aneinanderreihung ermüdender Alltagssituationen, die sie zu überfordern drohen. Sehr eindrücklich wird geschildert, wie ihr diese Alltäglichkeit zu entgleiten droht. Jede der Situationen für sich ist dabei nicht mal dramatisch, aber die Summe der Ereignisse mutet besorgniserregend an, steuert auf die unwillkürliche Eskalation zu.

Nach diesem super starken Start verliert die Geschichte, die zwischen Sina und Janis so eindringlich beginnt, in meinen Augen ein bisschen den Fokus und schweift in Bereiche ab, die gar nicht mal mehr so viel mit dem ursprünglichen Thema zu tun haben. Die Handlung wird von der Ruhe der Nacht in die Hektik des Tages und Alltags verlegt. Dadurch verliert sie leider ihre eindringliche Intimität.

Insgesamt hats mir ganz gut gefallen, vor allem der ruhige Erzählton hat meinen Geschmack getroffen.

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