Profilbild von Estrelas

Estrelas

Lesejury Star
offline

Estrelas ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Estrelas über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2019

Eine inbrünstige Liebeserklärung

Winter
0

„Winter“ berichtet von zahlreichen Exkursionen an die kalten Orte der Erde, von kühnen Forschern und furchtlosen Versuchen, sich unter schwierigen Umständen fortzubewegen oder einfach nur zu überleben. ...

„Winter“ berichtet von zahlreichen Exkursionen an die kalten Orte der Erde, von kühnen Forschern und furchtlosen Versuchen, sich unter schwierigen Umständen fortzubewegen oder einfach nur zu überleben. Aber das Buch zeigt auch die ganz alltäglichen Begegnungen mit Schnee und Eis, macht uns bewusst, dass nicht nur die Inuit, sondern auch wir, ganz viele Worte haben, um die weiße Pracht zu beschreiben und und entführt uns auf einen literarischen Weg in die Kälte.
Die Autorin findet immer wieder poetische Worte für ihre Leidenschaft. „Mal sahen die 3D-Streifen aus wie Feenschleier, zart, wie Polarlicht wehend. Mal zeigten sich im Eis eingebackene Schneescheiben wie gefrorene Quallen, und mal erkannten wir verzogene Schlieren, wie weiße Karamellgebilde auf teuren Desserts, die Kunst des Eis-Patissiers.“
Das in taubenblaues Leinen gefasste Büchlein mutet edel an; der Text wird von Zeichnungen harmonisch ergänzt. Aufmachung und Inhalt bilden eine inbrünstige Liebeserklärung für die kalte Jahreszeit, die Lust macht, sich die Skier anzuschnallen.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Schwäbische Dorfchronik

Amerika
0

Ein Chronist spricht mit den Einwohnern eines schwäbischen Dorfes, um dessen Vergangenheit zu dokumentieren. Er erarbeitet ein Stück deutsche Geschichte unter amerikanischer Besatzung, stößt aber auch ...

Ein Chronist spricht mit den Einwohnern eines schwäbischen Dorfes, um dessen Vergangenheit zu dokumentieren. Er erarbeitet ein Stück deutsche Geschichte unter amerikanischer Besatzung, stößt aber auch auf einzelne Dramen der Dorfbewohner.
„Dem Chronisten entgeht nicht, dass in Marthas Erzählung die großen Themen zugunsten der persönlichen verblassen. Er merkt an, das sei nicht ganz das, was er zu hören erwartet habe. Nun, erwidert Martha, sie sei nun einmal keine Schallplatte.“
Die Idee hat was; wer erwartet schon, dass ein Dorf interessant genug ist, um von einem Chronisten besucht zu werden! Und ich habe auch einige originelle Stellen markiert, die mich haben aufhorchen lassen. Leider ist Amerika aufgrund der Sprunghaftigkeit der Geschichte und dem ständigen Figurenwechsel (jeder darf seine Perspektive schildern) am Ende eines der Bücher, von denen bei mir nicht viel hängenbleibt. Schade!

Veröffentlicht am 27.01.2019

Zwischen München und Italien

Mein italienischer Vater
0

Laura macht sich nach dem Tod ihrer Mutter von München auf nach Süditalien, um die Beziehung zu ihrem Vater wiederaufzunehmen. Die Begegnung mit seinem aktuellen Leben und der Vergangenheit birgt ihre ...

Laura macht sich nach dem Tod ihrer Mutter von München auf nach Süditalien, um die Beziehung zu ihrem Vater wiederaufzunehmen. Die Begegnung mit seinem aktuellen Leben und der Vergangenheit birgt ihre Höhen und Tiefen.
Die Autorin würzt ihren Roman mit italienischen Gesten und Worten (es gibt sehr oft caffè), die einem den Duft des Essens in die Nase zaubern und ein lebhaftes Bild der Eigenheiten der Italiener vermitteln.
Man könnte das Buch schnell als Liebesroman vor italienischer Kulisse abtun, denn natürlich taucht da ein netter Italiener auf, doch es ist mehr als das. Denn Laura und ihre Familie haben eine besondere Geschichte, die nicht geradlinig verläuft und mit einigen Besonderheiten aufwartet.
„Doch jetzt, wo sie hiersaß, ihrem Vater gegenüber, spürte sie nicht nur auf eine beruhigende Weise, dass sie ganz langsam am Tod ihrer Mutter zu wachsen schien, sondern auch, wie friedlich sie sich plötzlich fühlte.“
Diese Italienreise war unterhaltsam und bewegend und macht Lust auf weitere Werke von Anika Landsteiner.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Komputer als Kriegsgerät

NSA - Nationales Sicherheits-Amt
0

Helene arbeitet im Nationalen Sicherheitsamt im Weimar des Jahres 1942 als „Programmstrickerin“. Die Behörde ist für die Überwachung der Bürger und das Aufspüren von unliebsamen Personen zuständig.
Wir ...

Helene arbeitet im Nationalen Sicherheitsamt im Weimar des Jahres 1942 als „Programmstrickerin“. Die Behörde ist für die Überwachung der Bürger und das Aufspüren von unliebsamen Personen zuständig.
Wir befinden uns mitten im 2. Weltkrieg, jedoch ist in der Realität des Romans die Technologie so weit fortgeschritten, dass es bereits „Komputer“ und ein „Weltnetz“ gibt.
Neben der Eindeutschung uns bekannter technischer Begriffe ist es amüsant, dass sich auch Figuren im Buch fragen, wie die Welt ohne diese Technologie aussehen würde. „Hätte es keine Komputer gegeben, wäre Hitler vielleicht niemals an die Macht gekommen. Was sagst du zu dieser These?“
Die Geschichten der Protagonisten, Helenes und ihres Vorgesetzten, in dieser Welt voller Unsicherheit spielen eine große Rolle und bilden einen Brückenschlag zwischen dem fiktiven und dem realen Deutschland der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Eschbach hat damit ein einfallsreiches und zugleich beklemmendes Szenario geschaffen, das für spannende Lesestunden sorgt.

Veröffentlicht am 19.01.2019

Der Kampf geht weiter

Aposimz - Land der Puppen 2
0

In diesem zweiten Teil im Land der Puppen setzen die Protagonisten Esrō und Titania ihren Kampf gegen das Imperium fort.
Aposimz wird als Manga von hinten nach vorne gelesen. Auch haben die Hauptfiguren ...

In diesem zweiten Teil im Land der Puppen setzen die Protagonisten Esrō und Titania ihren Kampf gegen das Imperium fort.
Aposimz wird als Manga von hinten nach vorne gelesen. Auch haben die Hauptfiguren die typischen großen Kulleraugen, die ihnen ein kindlich-niedliches Aussehen verleihen, während die Bösewichter ziemlich gruselig daherkommen.
Die Zeichnungen sind in Schwarz-Weiß gehalten und wirken, auch wenn nicht immer alle Linien durchgezogen werden, sehr detailliert.
Obwohl es mir, wie schon im ersten Teil, manchmal schwerfiel, der Handlung zu folgen, hat die Machart durchaus ihren Charme, und ich habe es nicht bereut, erneut in diese Welt einzutauchen.