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Veröffentlicht am 02.12.2017

Anders als erwartet, aber toll

Bloodspell - Es lebe die Nacht!
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Beim Lesen des Titels und des Klappentextes habe ich direkt an Vampire gedacht. Und das hat sich auch bestätigt. Allerdings war ich total überrascht, als ich herausfand, wer hier der Vampir ist. Meine ...

Beim Lesen des Titels und des Klappentextes habe ich direkt an Vampire gedacht. Und das hat sich auch bestätigt. Allerdings war ich total überrascht, als ich herausfand, wer hier der Vampir ist. Meine Vermutung war anfangs nämlich ganz anders. Auch sonst fand ich es schön, dass die Geschichte anders verlief als ich es normalerweise von Vampirromanen erwarte.

Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen geteilt. Wir begleiten zuerst Viva in der Gegenwart. Lernen sie, ihre beiden tollen Assistenten Brigid und Dennis kennen und natürlich Ronan, der ihr Herz für sich gewinnen will. Sobald aber gelüftet wird, wer der Vampir in dieser Geschichte ist, wechseln wir zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer wieder hin und her und erfahren, wie der Vampir zum Vampir wurde und wie die ersten Lebensjahre verliefen. Die Geschehnisse von damals wirken sich nämlich stark auf die Gegenwart aus.

Ich persönlich fand die Vergangenheitsabschnitte interessanter als die Gegenwart, was aber nicht heißen soll, dass die Gegenwart langweilig war. Die Darstellung der Gefühle von Viva und Ronan waren schön und auch wenn es sehr schnell zwischen den beiden verlief, fand ich es in dem Setting glaubwürdig. Die Vampireigenschaften waren etwas anders als im Mythos. Zum einen war es gut, da so das Leben der Vampire in der heutigen technischen Welt mit ihren Möglichkeiten logisch erschien, zum anderen gab es aber auch Dinge, die bei mir Fragen aufgeworfen haben, die nicht beantwortet wurden.

Neben der Liebesgeschichte wird durch Ronan noch ein anderes Problem in die Handlung eingebaut. Er ist Anwalt und im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass einer seiner Mandanten ein falsches Spiel spielt. Bei diesem Thema hat es mich etwas gestört, dass es nicht detailliert beschrieben wird. Ja, ich wusste, dass der Schwerpunkt mehr auf der Beziehung zwischen Viva und Ronan und dem Vampirdasein liegt, aber ich bin jemand, der es gern genau und detailliert hat.


Fazit

Bloodspell ist eine etwas andere Vampirgeschichte, die mich überzeugen konnte. Es war spannend zu lesen, auch wenn es ab und an vorhersehbar war.

Veröffentlicht am 30.04.2017

Leicht enttäuschend

Dark Mafia Prince
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Was habe ich erwartet als ich Dark Mafia Prince angefangen habe zu lesen. Zum einen eine Mafiageschichte mit einem charismatischen Mafiatypen, der allerdings gnadenlos und gewalttätig ist. Zum anderen ...


Was habe ich erwartet als ich Dark Mafia Prince angefangen habe zu lesen. Zum einen eine Mafiageschichte mit einem charismatischen Mafiatypen, der allerdings gnadenlos und gewalttätig ist. Zum anderen eine Liebesgeschichte – die meinetwegen auch auf den ersten Blick entstehen kann, wie es der Klappentext vermuten lässt, die sich dann aber auch entwickelt. Beides konnte ich diesem Buch nicht wirklich finden.

Aleksio und sein Bruder Viktor sind auf der Suche nach ihrem jüngeren Bruder Kiro. Um ihn zu finden, legen sie sich mit dem herrschenden Mafiaboss Nikolla an, indem sie seine Tochter entführen und ihn bedrohen. Ich kenne mich jetzt nicht mit Mafiamethoden aus, aber ich fand es schon merkwürdig, dass betäubt statt getötet wird und dass die Anführer der Organisationen verschont werden, sodass später noch Konfliktpotenziale entstehen können. Die Suche nach Kiro fand ich spannend, weil ich zwar Aleksio einschätzen konnte, aber seinen Bruder Viktor und seine Gegner nicht.

Die Liebesgeschichte ist auch nichts für mich gewesen. Die sexuellen Vorlieben der beiden und wie das vor allem anfangs ablief, konnten mich nicht überzeugen und ich fand einige Sachen nicht erotisch, sondern sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe auch am Ende des Buches kein Kribbeln zwischen den beiden gespürt und hätte mir da mehr Entwicklung gewünscht.

Allerdings werde ich die Reihe weiterlesen, weil ich mich durch die Klappentexte zu den beiden weiteren Bänden schon selbst gespoilert habe und vor allem auf die Geschichte im dritten Band warte. Aber auch die Geschehnisse im ersten Band, die auf das Geschehen im zweiten verweisen, reizen mich und ich hoffe, dass diese Geschichten nicht nur von der Erotik her, sondern auch von der Liebesgeschichte mehr hergeben.


Fazit

Ein entäuschender Einstieg in die Trilogie. Die Geschichte weißt für mich keine schöne erotische Liebesgeschichte auf und auch die Spannung ist nicht durchgängig vorhanden. An der Geschichte dranbleiben, werde ich nur wegen Viktor und Kiro und der Hoffnung, dass der nächste Band besser wird.

Veröffentlicht am 12.03.2017

Ich will direkt weiterlesen ..

New York Bastards - In deinem Schatten
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Das ist endlich mal wieder eines der Bücher, wo ich selbst hin und hergerissen bin, darüber ob ich einen der Protagonisten mag oder nicht. Eigentlich nicht nur einen, sondern seine "Familie" gleich mit. ...


Das ist endlich mal wieder eines der Bücher, wo ich selbst hin und hergerissen bin, darüber ob ich einen der Protagonisten mag oder nicht. Eigentlich nicht nur einen, sondern seine "Familie" gleich mit. Natürlich ist damit John Cohen gemeint - der Anführer einer Verbrecherorganisation. Obwohl er und seine Leute Dinge tun, die einfach falsch sind und für die sie, meiner Meinung nach, auch bestraft werden sollten, habe ich John im Laufe der Zeit lieb gewonnen. Und seinen Bruder Butch auch. (Ich hoffe ja so ein bisschen, dass sich einer der Folgebände ihm widmen wird.) Aber nicht nur die zwei Brüder konnte mich überzeugen, sondern auch Lissiana. Die Charaktere sind vielschichtig, haben wie im echten Leben helle und dunkle Seiten und sind sich ebenbürdig. Ich gestehe, davor habe ich ja immer etwas Angst in letzter Zeit: dass sich der Mann als Macho entpuppt und die Frau ihm zu Willen ist. Das ist hier definitiv nicht der Fall! Ja, John Cohen sieht unglaublich gut aus, ist reich und hat Einfluss, besonders im Untergrund, aber Lissiana beeindruckt das nur minimal. Auch wenn sie mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat und dankbar ist, dass ihr FBI-Partner Nathan oder John ihr Halt geben, ist sie stark und trifft ihre eigenen Entscheidungen. Kurz gesagt, ich mag Lissiana und John! Und Butch und Nathan und Vicky auch!

Die Handlung besteht zum einen aus der komplizierten Beziehung zwischen Lissiana und John und zum anderen aus der Jagd nach dem "Bräutigam". Die Mischung aus beiden fand ich klasse gelungen. Es wurde nie langweilig. Die Übergänge zwischen "Beziehungsabschnitten" und der Jagd war fließend und gut aufeinander abgestimmt. Beides gehört zudem zusammen und hätte alleine nicht so ohne weiteres funktionieren können. Als Leser erhält man Stück für die Stück die Informationen. Bei der Mörderjagd gibt es nur wenige Szenen, in denen man mehr erfährt als die Ermittler. Durch diese ahnte ich zwar einige Seiten vorher, wer der Bräutigam war, aber ob Lissiana und John das noch rechtzeitig herausfinden, das lass ich jetzt mal offen.

Was mich aber etwas verwirrte, war die Tatsache, dass immer vom Polizeirevier gesprochen wurde und Lissiana und Nathan auch als Polizisten angeredet wurden. Aber es wurde auch, wie im Klappentext, vom FBI gesprochen. Irgendwie bin ich mir jetzt unsicher, was Lissiana ist - FBI-Agent oder Polizistin/Detective im Morddezernat der Polizei. Naja, im Endeffekt egal, weil ich durch das Polizeisystem der USA eh noch nicht ganz durchgestiegen bin.
Neben ein paar Logikfehler (z.B. wie Lissiana so schnell ihre Strumpfhose abstreifen konnte, obwohl sie doch eine Fußfessel trägt) ließ sich der Roman super lesen. Der Schreibstil ist angenehm und dem Tempo und dem Genre angepasst.


Fazit

Ein gelungener Debütroman. Die Handlung ist spannend und fesselte mich bis zur letzten Seite. Die Charakter sind vielschichtig und haben sich langsam in mein Leserherz geschlichen. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2.

Veröffentlicht am 18.02.2017

Eine reale Gefahr (?) - mit Defiziten

Glashaus
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Zu Anfang gefiel mir das Buch recht gut. Die Charaktere schienen ein interessantes Gespann zu werden. Vor allem West hat durch sein Trauma viel zu verarbeiten und Schwierigkeiten sich in das soziale Gefüge ...


Zu Anfang gefiel mir das Buch recht gut. Die Charaktere schienen ein interessantes Gespann zu werden. Vor allem West hat durch sein Trauma viel zu verarbeiten und Schwierigkeiten sich in das soziale Gefüge einzugliedern. Allerdings fiel es mir schwer seine "Geschichte" richtig nachzuvollziehen. Ich muss mich jetzt etwas kryptisch ausdrücken, damit ich nicht spoiler. Ich weiß, dass in der realen Welt an sowas, was mit West passiert, gearbeitet wird, allerdings, fand ich es im Buch merkwürdig. Es spielt auf der einen Seite eine große Rolle für sein Verhalten, auf der anderen Seite wird die "Auflösung" am Ende so knapp behandelt, dass ich mich Frage, wieso dieses Thema überhaupt aufgegriffen wird. Ein weiterer Charakter, der mir zu kurz kam, war Thorsten. Ich konnte bei ihm nicht verstehen, wieso er nicht über seinen Schatten springt und den Mund aufmacht. Da hätte ich auch gerne mehr Erklärung gehabt. Julia und der Chef der Glashaus-Einheit mochte ich dagegen. Zu den beiden habe ich schnell ein Gefühl entwickelt und empfand ihre Charaktere als stimmig. Trotzdem wurde vieles nur oberflächlich angesprochen und nicht mehr vertieft.

Die Handlung selbst war zu Beginn spannend. Ich lernte Godspeed als Gefahr für die Gesellschaft und später fürs Leben selbst kennen. Ich war neugierig, was er plant und wieso er es plant und wie weit er bereit ist, dafür zu gehen. Auf der Seite der Ermittler war es auch interessant zu sehen, wie sie den Spagat zwischen Gesetze befolgen und dem Wunsch, Godspeed aufzuspüren, hinbekommen. Allerdings hat sich zum Ende hin eine kleine Flaute eingesetzt. Das lag vor allem an Wests Geschichte, die für mich nicht zu greifen war, sodass ich manchmal den Zugang zur Handlung verlor und dem Ende auch nicht nicht mehr so stark entgegenfieberte wie zu Beginn des Buches.

Die Geschichte wurde aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Ermittler kommen zu Wort und auch einige von Godspeeds Leuten, sowie Politiker und Journalisten. Dadurch habe ich einen guten Einblick in alle relevanten Blickwinkel erhalten. Nicht nur wie die Politik auf die Ereignisse reagiert, sondern auch die Medien und die Bevölkerung. Jedes Kapitel begann mit einem Paragraphen aus Godspeeds Manifest, sodass man Stück für Stück etwas über seine Einstellungen erfährt. Durch die Zeitangaben vor jedem Charakterwechsel sollte wohl dafür gesorgt werden, dass man nicht durcheinander kommt, wenn Dinge gleichzeitig geschehen. Aber irgendwie hat das bei mir nicht immer geholfen und ich musste auch mal zurückblättern, umzuschauen, wie das jetzt alles zusammenhing.


Fazit

Ein spannender Einstieg in den Thriller mit Gefahren, die ich in der heutigen Zeit durchaus für denkbar halte. Allerdings sind die Charaktere zu oberflächlich und ein Handlungsstrang mir zu abstrakt behandelt worden.

Veröffentlicht am 21.01.2017

Schöne spannende Geschichte

Himmelsfeuer
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Klappentext

Die 18-jährige Caelidh führt ein Leben im Verborgenen: Sie gehört der Schwesternschaft der Klinge an, einer verbotenen Vereinigung von gelehrten Kriegerinnen. Ihr zurückgezogenes Leben im ...


Klappentext

Die 18-jährige Caelidh führt ein Leben im Verborgenen: Sie gehört der Schwesternschaft der Klinge an, einer verbotenen Vereinigung von gelehrten Kriegerinnen. Ihr zurückgezogenes Leben im Exil findet ein jähes Ende, als sie von einem Überfall auf ihr Heimatdorf erfährt: Soldaten haben es verwüstet und ihre geliebte Schwester Fianna verschleppt, um sie dem König als Sklavin zu bringen. Einzig Fiannas verzweifelter Ehemann bringt den Mut auf, gemeinsam mit Caelidh das Unmögliche zu wagen: Sie wollen Fianna befreien. Doch das ist nur der Anfang eines beschwerlichen, gefahrvollen Weges ins Ungewisse...


Meine Meinung

Was mir zu Beginn direkt aufgefallen ist: alte Rechtschreibung. Da die 2.te Auflage nach 2006 erschienen ist, hat es mich schon stark gewundert, dass das "ß" noch überall benutzt wurde (z.B. wußte, daß). Auch fehlten manchmal Wörter in Sätzen bzw. es las sich ohne diese komisch (z.B. S. 51 ..., dann frühstückten im Sattel.) Da ich sowas aber nach einiger Zeit überlesen kann, störte es mich den Rest des Buches nicht weiter und ich konnte wunderbar in die Geschichte eintauchen.

Die Geschichte wird aus der personalen Ich-Perspektive von Caelidh erzählt. Da sie die einzige Erzählerin ist, war ich erst etwas skeptisch. Ich mag ja die Ich-Perspektive nicht sonderlich, aber hier fand ich sie sehr gelungen. Ich hatte das Gefühl richtig in die Gedankenwelt von Caelidh einzudringen und ihre Beobachtungsgabe und ihre Menschenkenntnis sorgten dafür, dass ich auch die Beweggründe der anderen Personen gut verstand. Hierzu haben auch die ausführlichen Dialoge beigetragen. Ich mochte Caelidh richtig gerne und konnte ihre Entscheidungen und Handlungen sehr gut nachvollziehen. Ihr Freiheitsdrang in einer solch starken patriarchalischen Gesellschaft und ihr Widerstand gegen Bevormundung gefielen mir sehr gut.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, wurde anschaulich beschrieben. Leider ist bei ebooks ja keine Karte dabei. Die hätte mir sicher besser geholfen, die Reiserouten nachzuvollziehen, aber auch so konnte ich es mir in etwa vorstellen. Caelith und ihre Schwester sind in einem Land aufgewachsen, in dem Frauen keinen Wert haben und dem Mann untertänig sind. Durch einen König, der einer kranken Sekte angehört, verschlimmert sich die Lage der Frauen zusehends. Und dann fällt Fianna in dessen Hände. Caelith zögert natürlich nicht lange und will ihre Schwester befreien, aber der Weg dahin ist risikoreich und selbst wenn sie schaffen sollte, würde die Jagd auf die beiden eröffnet werden. Denn niemand bestiehlt ungestraft den König.
Caelidhs Abenteuer hat Höhen und Tiefen. Nach spannungsreichen Phasen, geht es auch mal ruhiger zu. Aber diese ruhigeren Phasen sind nicht langweilig, da dann, wie ich finde, viel an der Charakterentwicklung bzw. der Beziehung der Charaktere zueinander gearbeitet wird. Die Liebesgeschichte von Caelidh entwickelt sich auch sehr schön. Zudem hat die Autorin keine Probleme Dinge, wie Blutungen etc anzusprechen und in ihre Geschichte einzubauen. In den meisten Geschichten wird das ja totgeschwiegen, aber hier wird endlich mal gesagt, wie Frauen das in einer solch eher mittelalterlich angehauchten Welt auf Reisen bewerkstelligen.

Obwohl es eine Fortsetzung gibt, endet Himmelsfeuer nicht mit einem Cliffhanger. Theoretisch könnte man den zweiten Teil ungelesen lassen, aber wenn man, so wie ich, wissen möchte, wie es mit Caelith Liebe und den Herrschaftsverhältnissen in ihrem Heimatland weitergeht, sollte man zu zweiten Teil greifen. Ich werde es jedensfalls tun.


Fazit

Ein Fantasyroman, der mit einer spannenden Handlung und tollen Charakteren auf den Leser wartet. Ich war schnell in dieser Welt gefangen und habe mit Caelidh gezittert und gehofft, aber auch die schönen Seiten ihres Lebens genoßen.