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Veröffentlicht am 20.04.2018

"Richte gerecht, reite schnell, kämpfe hart."

Blutrecht
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In die Geschichte wird man als Leser regelrecht geworfen. Schon auf den ersten Seiten folgt man Falcio, Kest und Brasti in die ersten Kämpfe und erfährt, wer und was sie sind, welche Probleme sie als Greatcoats ...

In die Geschichte wird man als Leser regelrecht geworfen. Schon auf den ersten Seiten folgt man Falcio, Kest und Brasti in die ersten Kämpfe und erfährt, wer und was sie sind, welche Probleme sie als Greatcoats habe und welche letzte Mission sie für ihren toten König erfüllen sollen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, wenn man gehasst wird und irgendwie als vogelfrei gilt. Im Laufe der Geschichte lernt man nicht nur die Charaktere, vor allem Falcio, besser kennen, sondern es tauchen viele neue Probleme und Geheimnisse auf. Zahlreiche Überraschungen lassen immer wieder Wendungen in der Geschichte auftauchen. Es blieb durchweg spannend.

Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Falcio val Mond erzählt und manchmal wendet er sich durch seine Erzählweise direkt an den Leser. Irgendwie liest es sich so, als würde Falcio mit einem am Lagerfeuer sitzen und seine Lebensgeschichte erzählen. Falcio erzählt uns aber nicht nur, was in der "Gegenwart" passiert, sondern schaut auch zurück in die Vergangenheit und wir erfahren unter anderem, wie er den König kennenlernte und wie sich die Greatcoats gebildet haben. Die Rückblenden sind geschickt gesetzt und beziehen sich auch immer irgendwie auf die aktuellen Geschehnisse.

Am besten lernt man als Leser Falcio kennen. Nicht nur, weil er der Erzähler ist, sondern auch, weil sich die Wege der drei Greatcoats innerhalb des ersten Bandes gezwungenermaßen trennen. Aber auch von Kest und Brasti erhält man einen guten Eindruck und ich denke, letztere wird man in den nächsten Bänden auch noch besser kennenlernen. Die drei sind keine strahlenden Helden, die alles richtig machen. Sie sind irgendwie verbittert, rastlos und vor allem Kest und Brasti scheinen nicht mehr so ganz davon überzeugt zu sein, den letzten Wunsch des Königs zu erfüllen, da dieser ihnen kaum Anhaltspunkte gab. Falcio hingegen klammert sich regelrecht an die Aufgabe und an das Idealbild der Greatcoats. Aber sie halten zusammen und verstecken ihre Gefühle hinter ihrem Sarkasmus. Kurz gesagt: Ich mochte alle drei.

Auch die Nebencharaktere sind gut dargestellt. Einige von ihnen scheinen beim ersten Kennenlernen nur eine nebensächliche Rolle zu spielen und am Ende wurde ich doch überrascht, wie sich deren Rolle sich im Laufe der Geschichte verändert haben und sicher in den Folgebänden noch weiter verändern werden.

Die Welt Tristia ist gut gezeichnet. Man erfährt, dass wichtigste über die Herrschaftsform und die Lebensweise der Leute in den besuchten Städten. Wer eine Karte der Welt ansehen möchte, kann auf der Homepage des Autoren schauen. In meiner gedruckten Version fand ich leider keine. Auch wenn es für den ersten Eindruck reicht, hätte man die Welt noch detaillierter beschreiben können. Es wird nur das erklärt, was in den Situationen nötig ist, um zu verstehen und ich bin eine Leserin, die gerne viel Hintergrundwissen hat. Aber es warten ja auch noch drei Bände auf mich und daher hat der Autor bzw. Falcio val Mond noch ausreichend Zeit mir die Welt zu beschreiben und zu erklären.

Fazit:
Mit Blutrecht hat Sebastien de Castell einen spannenden und voller Überraschungen steckenden Reihenstart geschaffen. Nicht nur die Charaktere sind besonders und konnten mich total von sich überzeugen, sondern auch der Schreibstil ist grandios. Und ich liebe den Humor, der sich hier finden lässt.

Veröffentlicht am 06.04.2018

Endlich geht es weiter

New York Bastards - In deiner Erinnerung
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Da ist er. Der zweite Band der New York Bastards. Wie habe ich mich darauf gefreut. Besonders als ich erfahren habe, dass Band 2 sich Butch widmet. Johns Bruder hatte sich ja schon im ersten Band in mein ...

Da ist er. Der zweite Band der New York Bastards. Wie habe ich mich darauf gefreut. Besonders als ich erfahren habe, dass Band 2 sich Butch widmet. Johns Bruder hatte sich ja schon im ersten Band in mein Herz geschlichen, obwohl er keinen einfachen Charakter hat. Aber irgendwie liebe ich genau solche Männer in Büchern. Schwierig, verschlossen und zum Ausrasten, aber einfach zum lieb gewinnen. Und dann bekomme ich nicht nur Butch, sondern auch noch Vicky. Jackpot! Lissianas Schwester ist auch sowas von toll. Eine Frohnatur, die zwar von den Erlebnissen in Band 1 gezeichnet ist, genau wie Butch, die aber ihr Leben im Gegensatz zu ihm wieder in den Griff bekommen hat. In deiner Erinnerung beginnt nämlich anderthalb Jahre nach dem Ende von Band 1. Und ich war so gefangen in der Geschichte, dass ich sie an einem Tag weggelesen habe.

Die Handlung setzt sich zum einen mit Butch und Vickys Verhältnis auseinander, zum anderen jagt die Familie einen Mädchenhändlerring, der es gewagt hat, sich in New York anzusiedeln. Und ich zitiere jetzt einfach Mal aus dem Buch: ".., aber den ungeschriebenen Gesetzen des New Yorker Untergrunds beugte auch er sich, ohne sie nur für eine Sekunde infrage zu stellen. Und die Regeln für den Umgang mit Kinderhändlern waren ziemlich eindeutig. Direkte Exekution, ohne weitere Fragen." (NYB2, Kap. 8)
Ich fand beide Themen gleich spannend, auch wenn der Fokus der Geschichte mehr auf Butch und seinem Aufstieg aus einem sehr tiefen Loch liegt. Zwischen Butch und Vicky knisterte es ja schon im ersten Band etwas, aber Butch ist untergetaucht und die zwei haben sich monatelang nicht gesehen. Nicht mal seine Familie weiß, wo er ist und eigentlich wollte Butch auch, dass es so bleibt. Nur die Umstände zwingen ihn, Vicky zu treffen und ich behaupte, dass ihm das unglaublich gut tut. Und Vicky auch.
Die Gegenspieler sind zum einen neue Personen, zum anderen aber auch alte Bekannte. Und die Autorin lässt uns Leser zwar mehr wissen als Butch und Vicky, aber sie gibt auch uns nur Krümel, sodass ich mich lange fragte, ob die beiden Gegenspieler nun zusammenarbeiten bzw. ob die eine ohne es zu ahnen, den Händlern hilft. Ich habe einfach nur gehofft, dass alles gut endet. Dabei tappt Butch, trotz der Hilfe aller Mafia-Familien, lange im Dunkeln.

Und wisst ihr, was K.C. Atkin noch gemacht hat? Hinweise auf eine weitere Bedrohung eingebaut und jetzt heißt es für mich wieder warten. Warten auf Band 3 und dabei überlegen, wer aus der Familie diesmal seine Geschichte erzählt. Irgendwie hoffe ich ja auf Tiny. Nathan wäre auch sehr interessant, obwohl er ja offiziell gar nicht zur Familie dazugehört.



Fazit

Die Fortsetzung In deiner Erinnerung überzeugt mit einer interessanten Weiterentwicklung der Charaktere, der Beziehungsentwicklung zwischen Butch und Vicky und einer spannenden Jagd auf einen Mädchenhändlerring. Dabei gehen die Charaktere nicht grade mit Samthandschuhen ans Werk, sondern sie können sehr brutal sein, wenn es darum geht, ihre Familie zu schützen.

Veröffentlicht am 06.04.2018

Schöner Start der Reihe

Palace of Glass - Die Wächterin
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Als ich denn Klappentext von Palace of Glass gelesen hatte, war ich sofort Feuer und Flamme für die Reihe. Der Gedanke, dass Berührungen nicht nur bei Fremden, sondern auch bei der Familie verboten sind, ...

Als ich denn Klappentext von Palace of Glass gelesen hatte, war ich sofort Feuer und Flamme für die Reihe. Der Gedanke, dass Berührungen nicht nur bei Fremden, sondern auch bei der Familie verboten sind, finde ich furchtbar grausam und ehrlich gesagt, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sich das auf Dauer halten wird. Ich sah einen Hauch von Rebellion und nachdem ich das Buch gelesen habe, denke ich, dass sich meine Rebellionsidee gegen das Gesetz in den Folgebänden wiederfinden wird. Und Rea wird dort bestimmt eine entscheidende Rolle spielen.

Rea ist eine tolle Protagonistin. Sie ist intelligent, nicht auf den Mund gefallen, würde sich für die Leute, die sie liebt, opfern und wünscht sich, ohne Angst leben zu können. Denn Rea ist eine Magdalena und damit in ständiger Gefahr. Ich fand, dass sie sehr glaubhaft agiert und ich mochte sie.

Die Idee der Magdalenenkräfte gefiel mir sehr gut und auch wie die Panik davor, eine ganze Gesellschaft verändern konnte. Die Gesellschaft erinnerte mich durch die Kleidung und die Regeln sowie Gepflogenheiten an die Vergangenheit, allerdings ist die Technik auf unserem heutigen Stand (wenn nicht sogar weiter). Allerdings gibt es Dinge, die nicht unserer Geschichtsschreibung entsprechen, weswegen die Welt nicht nur wegen der Magdalenen mir fremd war. Aber ich wurde sehr schön in diese mir fremde Welt mit den merkwürdigen Gesetzen und Regeln eingeführt.

Ich fand die Handlung der Geschichte im Grunde spannend, auch wenn ich vor der Auflösung am Ende nicht sonderlich überrascht war. Irgendwie war die Identität des Attentäters meine erste Idee gewesen, auch wenn ich bis zum Ende nicht vollkommen sicher sein konnte. Dafür fand ich die Charaktere, die Rea im Palast kennenlernt, äußert gelungen. Wem sie vertrauen kann und wem nicht ist, bis zum Ende schwammig und auch mit den Geheimnissen der Personen und wie sie miteinander im Verhältnis stehen konnte mich die Autorin überraschen.


Fazit

Tolle Charaktere mit schöner Entwicklung, gute Einführung in die Besonderheiten dieser Welt, langsame und spannende Auflösung der Attentäterjagd und viele, viele Fragen für den nächsten Band.

Veröffentlicht am 06.04.2018

Frau Holles Geheimnis

Hollerbrunn
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Frau Holle und die Eiskönigin neu gemixt und in unsere Welt geworfen. Das klingt nicht nur gut, es las sich auch gut. Die Geschichte spielt in einem fiktiven Tal in den Alpen. Einem Dorf, wo die Jahreszeiten ...

Frau Holle und die Eiskönigin neu gemixt und in unsere Welt geworfen. Das klingt nicht nur gut, es las sich auch gut. Die Geschichte spielt in einem fiktiven Tal in den Alpen. Einem Dorf, wo die Jahreszeiten noch wirkliche Jahreszeiten sind und pünktlich zum ersten Advent die ersten Flocken tanzen. Aber Geheimnisse warten hier darauf von den beiden Maries und dem Leser entdeckt zu werden.

Ich wurde schön langsam in die Handlung eingeführt. Man lernt die beiden Maries, von der eine nur Pegg genannt wird, und die Eltern kennen und wie die Beziehung untereinander ist. Und ich merkte schnell, dass es hier kein schwarz/weiß Denken gibt wie beim Originalmärchen. Die Spannungen zwischen Marie und Pegg sowie zu der Stiefmutter sind tiefgründig und im Laufe des Lesen wurde mir Pegg immer sympathischer und ich konnte ihr Verhalten verstehen. Im Gegensatz dazu war Frau Holle bzw. Frau Hollerbrunn nicht so tief ausgearbeitet bzw. man erfährt durch die Erzählperspektive meiner Meinung nach nur Oberflächlichkeiten von ihr und ihren Angestellten. Aber das störte mich hier gar nicht. Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt auf den beiden Stiefschwestern und dem Geheimnis des Hollerhofes.


Erzählt wird die Geschichte zuerst von Marie und erst als Pegg ihr Praktikum auf den Hollerbrunn beginnt, wird zwischen den Perspektiven gewechselt. Was sehr gut war, denn Pegg ist im Gegensatz zu Marie nicht so gutgläubig und misstraut erstmal allem und jedem. Ehrlich gesagt hat genau dies mir Pegg sympathisch gemacht. Ganz ehrlich, ich mochte sie lieber als Marie!

Während wir Leser Marie und Pegg besser kennenlernen, tauchen wir auch Stück für Stück in die Geheimnisse des Hollerhofes ein. Nicht in alle. Vieles bleibt ein Geheimnis von Frau Hollerbrunn, aber das stört dem Ablauf der Handlung nicht. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Es wurde ums Leben gekämpft und erst am Ende wird klar, wer Freund und wer "Feind" ist. Mir ging es am Ende etwas zu schnell und musste ab und an gezwungenermaßen Pause machen, um die ganzen Infos, die man bekommt, zusammenzupuzzlen. Aber es war eine sehr schöne und interessante Auflösung. Ich mochte das Ende!


Fazit

Eine wunderschöne Märchenadaption, die einen neuen Blick auf die Feindseligkeit der Schwestern beinhalter und zeigt, dass es manchmal ganz gut ist, nicht einfach nur zu gehorchen, sondern zu Dinge hinterfragen.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Anders als erwartet, aber toll

Bloodspell - Es lebe die Nacht!
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Beim Lesen des Titels und des Klappentextes habe ich direkt an Vampire gedacht. Und das hat sich auch bestätigt. Allerdings war ich total überrascht, als ich herausfand, wer hier der Vampir ist. Meine ...

Beim Lesen des Titels und des Klappentextes habe ich direkt an Vampire gedacht. Und das hat sich auch bestätigt. Allerdings war ich total überrascht, als ich herausfand, wer hier der Vampir ist. Meine Vermutung war anfangs nämlich ganz anders. Auch sonst fand ich es schön, dass die Geschichte anders verlief als ich es normalerweise von Vampirromanen erwarte.

Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen geteilt. Wir begleiten zuerst Viva in der Gegenwart. Lernen sie, ihre beiden tollen Assistenten Brigid und Dennis kennen und natürlich Ronan, der ihr Herz für sich gewinnen will. Sobald aber gelüftet wird, wer der Vampir in dieser Geschichte ist, wechseln wir zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer wieder hin und her und erfahren, wie der Vampir zum Vampir wurde und wie die ersten Lebensjahre verliefen. Die Geschehnisse von damals wirken sich nämlich stark auf die Gegenwart aus.

Ich persönlich fand die Vergangenheitsabschnitte interessanter als die Gegenwart, was aber nicht heißen soll, dass die Gegenwart langweilig war. Die Darstellung der Gefühle von Viva und Ronan waren schön und auch wenn es sehr schnell zwischen den beiden verlief, fand ich es in dem Setting glaubwürdig. Die Vampireigenschaften waren etwas anders als im Mythos. Zum einen war es gut, da so das Leben der Vampire in der heutigen technischen Welt mit ihren Möglichkeiten logisch erschien, zum anderen gab es aber auch Dinge, die bei mir Fragen aufgeworfen haben, die nicht beantwortet wurden.

Neben der Liebesgeschichte wird durch Ronan noch ein anderes Problem in die Handlung eingebaut. Er ist Anwalt und im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass einer seiner Mandanten ein falsches Spiel spielt. Bei diesem Thema hat es mich etwas gestört, dass es nicht detailliert beschrieben wird. Ja, ich wusste, dass der Schwerpunkt mehr auf der Beziehung zwischen Viva und Ronan und dem Vampirdasein liegt, aber ich bin jemand, der es gern genau und detailliert hat.


Fazit

Bloodspell ist eine etwas andere Vampirgeschichte, die mich überzeugen konnte. Es war spannend zu lesen, auch wenn es ab und an vorhersehbar war.