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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2019

Grausam-spannend

Profiling Murder – Fall 3
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Profiling Murder ist eine Reihe, die ich immer mehr zu schätzen weiß. Die Serienmörder, die ich bisher begegnete sind zwar alle fiktiv, aber in jedem Buch gibt es Hinweise zu realen Serienkillern. Und ...

Profiling Murder ist eine Reihe, die ich immer mehr zu schätzen weiß. Die Serienmörder, die ich bisher begegnete sind zwar alle fiktiv, aber in jedem Buch gibt es Hinweise zu realen Serienkillern. Und auch wenn diese und deren Taten nur kurz erwähnt werden, ist es absolut erschreckend zu wissen, dass solche Menschen leben. Bei mir erhöhen diese Hinweise aber auch immer das Interesse und die Spannung an dem Fall, den Laurie und ihr Kollege im jeweiligen Buch bearbeiten. Und der heutige hatte es in sich. Die Altersempfehlung ab 16 Jahren finde ich vollkommen richtig. Die Taten werden nämlich beschrieben. Bilder im Kopf vorprogrammiert.

Im letzten Fall hatte mir eine Wendung nicht gefallen. Absolut nicht. Hier wurde das aber toll aufgegriffen und Lauries Gefühle nachvollziehbar dargestellt. Ich gewöhne mich an den Gedanken, dass das jetzt so laufen wird und fand die Entwicklung der Liebesgeschichte auch schön. Besonders da es keine kitschige Geschichte ist. Gleichzeitig ist die Mischung aus Privatleben und Aufklärung des Falles klasse. Schwerpunkt bleibt die Darstellung und die Suche nach dem Serienkiller, aber ich lernte Laurie und ihren Partner Jake noch ein Stück besser kennen.

Ich bin absolut begeistert davon, dass Dania Dicken es schafft auf knapp 100 Seiten nicht nur eine spannende Jagd auf einen Serienmörder zu zeigen, sondern auch das Privatleben und damit die Charaktere so darzustellen, dass es nicht oberflächlich wirkt.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Wie ein Buch ein Leben ändern kann

Effi liest
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Effi liest und fliegt deswegen aus dem Pensionat. Obwohl ... eigentlich muss es heißen, Effi will ein Buch lesen und wird deswegen rausgeworfen. Ohne richtige Erklärung, warum, wird sie zurück zu ihrem ...

Effi liest und fliegt deswegen aus dem Pensionat. Obwohl ... eigentlich muss es heißen, Effi will ein Buch lesen und wird deswegen rausgeworfen. Ohne richtige Erklärung, warum, wird sie zurück zu ihrem Vater geschickt und von da an Kreisen ihre Gedanken um das mysteriöse Buch, welches ihr soviel Ärger bereitet hat. Effi will nur eins: Das Buch lesen. Und damit fängt das Abenteuer für sie an.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Effis Sicht erzählt und beinhaltet einen richtig tollen Humor. Ich liebte Effi für ihre Gedankengänge. Sie hinterfragt die Tatsache, dass gewisses Wissen für Frauen schädlich wäre und zusammen mit zwei Freundinnen versucht sie Wege zu finden, um an genau solches Wissen heranzukommen. Gleichzeitig muss sie Latein erlernen, da sie gerne mit Sondergenehmigung auf die Universität möchte, sich in die Gesellschaft einführen lassen und sich mit ihren Gefühlen für eine Person auseinandersetzen.

Aber Effi liest nicht nur, sie niest auch. Hauptsächlich wenn ein gewisser Arzt in ihrer Nähe ist und dadurch wird sie schnell zum Beobachtungsobjekt. Max, der Arzt, ist die zweite Person, aus deren Sicht die Leser einen Blick auf die damaligen Gedankengänge erhalten. Seine Gefühle und Gedanken werden hauptsächlich durch Briefe gezeigt, die er an seinen jüngeren Bruder schreibt. Ich fand es unglaublich, welche "Krankheiten" diagnostiziert werden, nur weil eine Frau bzw. Effi niest. Noch unglaublicher wird es, wenn einem bewusst wird, dass diese Diagnosen eben nicht nur im Roman existieren, sondern wirklich so von Doktor Freud und Doktor Fließ erforscht und behandelt wurden. Zwei Personen, die auch im Buch eine wichtige Rolle spielen und deren Behandlungsmethoden gezeigt werden.

Meiner Meinung nach kann man Effi nur sympathisch finden, bei Max schwankten meine Sympathiepunkte je nach Kapitel und die größte Überraschung hielt Tante Auguste für mich bereit. Ich fand die Charaktere alle wunderschön gezeichnet und ich hoffe auch eine Fortsetzung. Vor allem Max Bruder, von dem ich nur durch die Briefe erfuhr, hat mich neugierig gemacht. Bens Briefe sind ja nicht abgedruckt und trotzdem lässt sich der Inhalt super nachvollziehen.

Die Handlung kommt immer wieder mit überraschenden Wendungen um die Ecke. Es ist trotzdem eine ruhige Geschichte, die sich langsam entwickelt und einen tollen Einblick darin gibt, wie über Frauen teilweise gedacht wurde. Aber zum Glück sind nicht alle so furchtbar wie Freud und Fließ, sondern Effi begegnet auch offen Charakteren, die bereit sind, ihre bisherige Haltung zu hinterfragen.

Veröffentlicht am 27.07.2019

Unterhaltsam

Eine Lady mit gewissen Vorzügen
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Die Geschichte beginnt gleich mit der schlechten Nachricht für Titania und ihrem Schlachtplan, schnell einen reichen Mann zum Heiraten zu finden. Ich fand es ganz amüsant zu lesen, wie Titania, die überhaupt ...

Die Geschichte beginnt gleich mit der schlechten Nachricht für Titania und ihrem Schlachtplan, schnell einen reichen Mann zum Heiraten zu finden. Ich fand es ganz amüsant zu lesen, wie Titania, die überhaupt kein Interesse an Mode und Bällen hat, sich auf die Jagd begibt und schon bald ein paar Verehrer vorzuweisen hat. Dabei wollte sie eigentlich aus Liebe heiraten, doch die Pflicht für ihre Familie, Angestellten und Pächtern ist ihr wichtiger.

Über Edwin kann ich eigentlich gar nicht mehr sagen als der Klappentext verrät. Ich mochte ihn, auch wenn ich ihn als ziemlich dreist und seine Übertretungen der gesellschaftlichen Werte manchmal ein bisschen als zu viel empfand.

Was für mich ein kleines Highlight in der Geschichte war, waren die kurzen Kolumnentexte, die am Anfang eines Kapitels zu finden sind. Die Jagd nach einem reichen Mann mit Kriegsstrategien zu vergleichen, las sich sehr witzig und ich fand es schade, dass die Abschnitte so kurz waren.

Die Geschichte enthält immer wieder witzige Elemente und hat am Ende eine große Überraschung parat. Insgesamt hat das Buch geliefert, was ich erwartet habe. Eine seichte Liebesgeschichte mit einer Portion Humor. Allerdings fand ich es schade, dass die Gefühle, die Leidenschaft gleich bei der ersten Berührung entstand. Schöner hätte ich es gefunden, wenn es sich langsamer entwickelt hätte.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Hoffnung und Elend im ersten Weltkrieg

Aufbruch in ein neues Leben
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Die Geschichte startet schon sehr eindrücklich. Die Lebensbedingungen waren katastrophal. Hunger, Krankheit und das Leben in schimmeligen feuchten Kellerwohnungen mischen sich mit der täglichen Angst, ...

Die Geschichte startet schon sehr eindrücklich. Die Lebensbedingungen waren katastrophal. Hunger, Krankheit und das Leben in schimmeligen feuchten Kellerwohnungen mischen sich mit der täglichen Angst, dass einer der Lieben an der Front fällt. Ein Leben, welches von den drei Protagonisten nur Margot aus nächster Nähe kennt. Luise und Edith hingegen sind in besseren Verhältnissen aufgewachsen und dementsprechend ist auch ihre erste Reaktion auf das Elend. Doch trotz dem Elend spürt man auch in jedem Kapitel Hoffnung.

Ich fand die Handlung sehr eindrücklich. Die Probleme der Menschen wurden sehr deutlich. Die einzelnen Kapitel beinhalten verschiedene Geburten und die Probleme, die die Familien haben. Allerdings fehlte mir etwas. Ich fand die einzelnen Schicksale der Gebärenden zu abgehackt. Ich habe insgesamt keine Tiefe empfunden. Mir fehlte eine stärkere Verbindung zwischen den einzelnen Familien/Frauen und den drei Protagonisten. Da war ein roter Faden, aber er verband das Leben von den Müttern nur sehr lose mit dem Leben der drei angehenden Hebammen. So im Nachhinein habe ich nicht das Gefühl, dass diese einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Edith, Margot und Luise hatten. Sie wirkten austauschbar. Vor allem weil alle in der Stadt mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatte. Kaum Essen, furchtbare Wohnsituationen, Geldprobleme, Krankheiten und das klammern an ein klein bisschen Hoffnung.

Zu den Edith, Margot und Luise konnte ich auch keine starke emotionale Bindung eingehen. Ich blieb so distanziert zu ihnen. Auch hatte ich irgendwie erwartet, mehr von der Hebammenausbildung und den Geburten zu erfahren. Aber da wurde gar nicht so groß drauf eingegangen.

Alles in allem hat der erste Band der Saga einen sehr eindrücklichen Einblich in das Leben während der letzten Kriegsjahre des ersten Weltkrieges gegeben und anschaulich die Probleme der Menschen gezeigt. Allerdings konnte ich mich nicht auf die drei Protagonisten einlassen. Diese Reihe werde ich wohl nicht weiterlesen, weil sie einfach meinen Lesegeschmack nicht trifft.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Spannend mit tollen Wendungen

Die Rache des Assassinen
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Willkommen zurück im Müden Land. Zurück zu Girton Klumpfuß, der nach den Geschehnissen im ersten Band, mit seinem Meister durch die Welt streifte, um den Assassinen, die sie jagen, zu entkommmen und gleichzeitig ...

Willkommen zurück im Müden Land. Zurück zu Girton Klumpfuß, der nach den Geschehnissen im ersten Band, mit seinem Meister durch die Welt streifte, um den Assassinen, die sie jagen, zu entkommmen und gleichzeitig irgendwie mit dem, was er über sich erfahren hat, zurecht kommen muss.

Beim ersten Band bin ich ja mit völlig anderen Erwartungen an das Buch gegangen. Hier wusste ich worauf ich mich einlasse und war sehr gespannt auf Girton und was die Erkenntnis, dass er ein Zauberer ist, mit ihm macht. Girton reist zwar immer noch mit seinem Meister durch die Welt, aber er hat seine Stichwaffen beiseite gelegt und zum Kriegshammer gegriffen. Zu tief ist noch sein Entsetzen über die Erkenntnis, dass Magie in ihm schlummert. Und in diesem Band wurde mehr als deutlich, welche Gefahr von Magie wirklich ausgeht. Meine Hoffnungen, dass ich im zweiten Band mehr über die Magie und die Welt erfahre, hat sich erfüllt. Auch wenn da sicherlich noch einige Geheimnisse auf mich warten.

Fünf Jahre, nachdem Girton seinem Freund Rufra die Möglichkeit gab, nach dem Thron zu greifen, kehrt er wieder nach Maniyadoc zurück und muss erfahren, dass drei Könige um den Thron kämpfen. Girton schließt sich Rufra und versucht herauszufinden, wer der Verräter in dessen Reihen sind. Aber alles ist verworren. Viele Geheimnisse tauchen auf und Girton selber muss sich ständig davor in Acht nehmen, von den Landjunkern als Zauberer entlarvt zu werden. Doch nicht nur die Suche nach dem Spion macht das Buch spannend, sondern auch Girtons Auseinandersetzung mit seiner Magie, mit seinen Gefühlen zu seinem Meister und die Tatsache, dass ich beim Lesen immer mehr das Gefühl hatte, dass das Buch ein düsteres Ende nehmen wird.

Was mir auch gefiel, war, dass sich durch den Zeitsprung, die verschiedenen Personen, die ich aus den ersten Band kannte, verändert haben. Krieg, Macht, Verantwortung und die Erwartungen, die an eine Person gestellt werden, verändern diese. Und genau das fand ich hier. Ich lernte also wie Girton neue Aspekte der Charaktere kennen. Das hat allem noch mal eine schöne Tiefe gegeben und es hat mir Spaß gemacht, die Leute neu kennen zu lernen und zu rätseln, ob ich ihnen immer noch vertrauen darf oder lieber nicht mehr. Es gibt hier definitiv kein schwarz und weiß, sondern irgendwie konnte ich alle Charaktere und ihre Handlungsgründe nachvollziehen. Auch wenn ich mich schnell für eine Seite entschieden habe. Nachvollziehen heißt ja nicht unbedingt gutheißen.

Alles in allem ist der zweite Band in meinen Augen besser als der erste. Girton ist nicht mehr so naiv, doch manchmal zu blind für gewisse Wahrheiten. Seine Entwicklung und Zerrissenheit wird deutlich. Sein täglicher Kampf mit dem Wispern der Magie hinterlässt Spuren. Das Buch wurde nie langweilig. Allerdings sollte ich auch sagen, dass es brutaler und düsterer ist als der erste Band. Aber erwartet man wirklich etwas anderes, wenn man zu einem Buch über Assassinen, die sich in einem Kriegslager befinden greift und nur der Tod der Gegner, den Krieg beenden kann? Ich nicht. Und ich mag es düster. Den Hinweisen aus diesem Buch nach, kann ich im dritten Band noch eine gehörige Portion davon erwarten.