Rivals, Romance und ganz viel Chaos
The Romance RivalryThe Romance Rivalry von Susan Lee ist genau das, was der Klappentext verspricht: eine verspielte, moderne Romance über Bücher, Erwartungen – und darüber, dass das echte Leben sich eben nicht so leicht ...
The Romance Rivalry von Susan Lee ist genau das, was der Klappentext verspricht: eine verspielte, moderne Romance über Bücher, Erwartungen – und darüber, dass das echte Leben sich eben nicht so leicht in Tropes pressen lässt.
Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen: Irene, die als Buchbloggerin jedes Klischee kennt, versucht ihr eigenes Liebesleben nach diesen Mustern zu gestalten. Das sorgt nicht nur für viele witzige Momente, sondern auch für eine gewisse Selbstreflexion – denn schnell wird klar, dass Gefühle sich nicht planen lassen. Besonders das Fake-Dating mit ihrem Rivalen Aiden bringt genau die Dynamik rein, die man sich bei „Rivals to Lovers“ erhofft: schlagfertige Dialoge, kleine Sticheleien und dieses unterschwellige Knistern.
Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr zugänglich. Man kommt schnell durch die Seiten, ohne dass es an Unterhaltung fehlt. Die Gestaltung mit Kapiteln, die sich an Romance-Tropes orientieren, ist ein echtes Highlight und gibt dem Buch eine kreative, fast schon spielerische Struktur. Gerade für Leser:innen, die selbst viel im Romance-Genre unterwegs sind, macht das besonders Spaß.
Bei den Charakteren hatte ich gemischte Gefühle. Irene ist auf der einen Seite authentisch – gerade ihre Unsicherheiten und Selbstzweifel wirken nachvollziehbar –, auf der anderen Seite war sie mir stellenweise etwas zu stur oder hat Entscheidungen getroffen, die ich nicht ganz greifen konnte. Aiden dagegen bringt eine angenehm ruhige, reflektierte Energie rein und wirkt oft wie der Gegenpol zu Irenes Chaos.
Die Story lebt stark von ihren Tropes und der Chemie zwischen den Figuren, schwächelt aber gelegentlich bei der Tiefe. Einige Konflikte werden recht schnell abgehandelt oder wirken etwas konstruiert. Gerade im zweiten Teil hätte ich mir mehr Raum für Entwicklung gewünscht.
Dafür punktet das Buch klar beim Gefühl. Es ist süß, teilweise sehr lustig, aber auch immer wieder nachdenklich, besonders wenn es um Selbstwert, Erwartungen und das eigene Leben nach der Schule geht.
Das Ende rundet die Geschichte gut ab und gibt nochmal zusätzliche Einblicke, die das Gesamtbild stimmiger machen.