Ich hab leider mehr erwartet...
Letting Go - Wenn ich falleGrey muss eine sehr schlimme Zeit durchmachen. Ben stirbt 3 Tage vor ihrer gemeinsamen Hochzeit und für Grey geht verständlicherweise die Welt unter. Sie existiert nur noch und verstrickt sich in Erinnerungen. ...
Grey muss eine sehr schlimme Zeit durchmachen. Ben stirbt 3 Tage vor ihrer gemeinsamen Hochzeit und für Grey geht verständlicherweise die Welt unter. Sie existiert nur noch und verstrickt sich in Erinnerungen. Ohne Jagger, ihren und Bens besten Freund, hätte sie sich nie wieder aufraffen können.
Leider habe ich mich mit „Letting go“ sehr schwer getan. Es liegt nichtmal an der Schreibweise. Die war flüssig und leicht, fantastisch wie bei den anderen Büchern. Ich denke, meine eigene Toleranzgrenze was so manche Denkweisen und Emotionen angeht, wurde in dem Buch einfach überschritten.
Grey ist sehr sensibel, in sich gekehrt und lässt sich treiben. Ihre dramatische, schwierige Art mit dem Schmerz umzugehen war mir teilweise einfach zu viel. Dann die Reaktion auf gewisse Gefühle eines männlichen Protagonisten kam mir so unwirklich vor und ich hatte einfach Probleme mit ihr warm zu werden. Gegen Ende konnte man dann zum Glück eine Weiterentwicklung ihres Charakters sehen, für mich einen Hauch zu spät.
Jagger ist sympathisch und wahnsinnig aufopferungsvoll. Er beschützt Grey so gut er kann und hat auch wirklich eine liebevolle Art. Aber auch das wird ihm in manchen Situationen etwas zum Verhängnis. Ich hätte mir ab und zu gewünscht, etwas Temperament und weniger Resignation zu spüren.
Die Nebenprotagonisten runden die Geschichte ab und auch die eine oder andere Überraschung hält Molly McAdams noch für den Leser bereit. Am liebsten ist mir ihr Bruder und seine WG Kumpel, auch über Eltern musste ich oft lachen.
Das Buch ist sehr dramatisch geschrieben und doch beinhaltet es eine wunderschöne Liebesgeschichte. Ich persönlich empfinde es als eine nette Erfahrung, würde es aber nicht unbedingt nochmal lesen wollen.