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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2020

Wichtiges Thema

Sein Reich
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Wir leben noch im Deutschen Reich und sind nur Angestellte der BRD GmbH. Die Mondlandung ist ein Fake. Der 11. September wurde von der CIA inszeniert. Das sind nur einige Verschwörungstheorien, an die ...

Wir leben noch im Deutschen Reich und sind nur Angestellte der BRD GmbH. Die Mondlandung ist ein Fake. Der 11. September wurde von der CIA inszeniert. Das sind nur einige Verschwörungstheorien, an die Juris Vater glaubt. Doch trotzdem will er seine Sommerferien bei ihm verbringem. Am See lernt er dann aber Jule kennen, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat. Juri beginnt sich zu fragen, ob sein Vater und dessen Freunde wirklich nur harmlose Verrückte sind.

Die Geschichte ist wirklich gut geschrieben, sie ist spannend und sie hat keine Handlungssprünge – die gesamte Handlung findet in, ich glaube einer Woche statt. Dadurch kann man sehr flüssig lesen. Das ist wichtig, denn es gibt schon genug Verwirrung durch die ganzen Verschwörungstheorien. Was heißt Verwirrung? Der Leser erfährt erst nicht, worauf genau er sich einlässt und folgt dann dem Sog aus Verschwörungstheorien, bei denen die genauen Zusammenhänge erst gegen Ende aufgelöst werden. Die wichtige Reichsbürgerthematik wird genau richtig mit den für uns wichtigen „typischen“ Jugendthemen verknüpft. Dadurch hat das Buch auch Potential für den Mainstream.

Fazit:
Spannende und gut lesbare Geschichte mit einer wichtigen Thematik. Gerade in Zeiten von Corona wichtig, wo Verschwörungstheoretiker den Virus für inszeniert halten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Jugendbuch über ein Thema, welches sonst eher selten vorkommt

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.
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Leni hat ein glückliches Leben. Sie hat viele Freunde und ist in ihrem letzten Jahr vor dem Abschluss. Doch dann übergibt sie sich in der Schule – ihr Arzt denkt, es sind Magen-Darm-Probleme. Doch als ...

Leni hat ein glückliches Leben. Sie hat viele Freunde und ist in ihrem letzten Jahr vor dem Abschluss. Doch dann übergibt sie sich in der Schule – ihr Arzt denkt, es sind Magen-Darm-Probleme. Doch als sich das wiederholt, besucht sie einen Psychotherapeuten – Diagnose: Depression. Er ordnet einen stationären Aufenthalt an. Dabei lernt sie Matti kennen, der sich wegen seiner Krankheit, bei der man keine Schmerzen spürt, geritzt hat. Gemeinsam treten sie eine Reise an, die keiner von beiden vorher geplant hatte …

Ava Reed hat Erfahrung. Und damit meine ich gar nicht die Erfahrung, die sie als Autorin und Buchbloggerin hat. Sie selbst litt unter Panikattacken und Depressionen, wie sie im Vor- und Nachwort beschreibt. Ihr Buch soll eine Nachricht sein: Gebt nicht auf! Das bringt sie in ihrem Buch klasse rüber. Sie schreibt sehr gefühlvoll und schafft es, die Leser ein Stück weit in die Psyche der beiden Protagonisten zu entführen. Sie schildert den gesamten Leidensweg von Leni: Angefangen bei harmloser Prüfungsangst, über Panikattacken zu Depressionen. Sie gibt einen Einblick in das Leben von Betroffenen, der, meiner Meinung nach.

Nicht nur das Thema ist aus meiner Perspektive unfassbar wichtig, sondern auch ihr Schreibstil ist wahnsinnig gut. Man merkt Ava Reed ihre eben genannte Schreiberfahrung an. Besonders zeichnet sich das unter anderem dadurch aus, dass sie Gefühle oft mit besonders gut gewählten Wörtern umschreibt. Zudem baut sie eine nicht fassbare Spannung auf, die sicherlich für eine schlaflose Nacht sorgen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Pageturner, der zeigt wie gefährlich rechtes Gedankengut ist

Wir sind die Wahrheit
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Leahs Bruder Noah liegt im Koma, nachdem er in eine Schlägerei geraten ist. Leah stört es, dass die Rechten jetzt versuchen die Tat zu instrumentalisieren. Doch dann bekommt sie anonym das geheime Videotagebuch ...

Leahs Bruder Noah liegt im Koma, nachdem er in eine Schlägerei geraten ist. Leah stört es, dass die Rechten jetzt versuchen die Tat zu instrumentalisieren. Doch dann bekommt sie anonym das geheime Videotagebuch ihres Bruders, welches zeigt, dass ihr Bruder selbst nach rechts gedriftet ist.Was Leah kaum fassen kann, da er sich vorher noch in der Flüchtlingshilfe engagiert hat. Als Leah dann versucht herauszufinden, was mit ihrem Bruder passiert ist, kommt sie in Kontakt mit einer rechten Gruppe und verliebt sich auch noch in Alexander, deren Anführer.

Die Rechten gehen subtil vor, wenn sie ihr Gedankengut verbreiten. Das zeigt diese Geschichte. Durch die sympathische Protagonistin Leah wird der Leser durch verschiedene Meinungen aus vielen verschiedenen Richtungen mitgenommen. Man fühlt sich, als wäre man dabei, wenn sie plötzlich mit anderen Weltanschauungen konfrontiert wird. Neben der Nähe zum Leser schafft der Autor es mit immer neuen Wendungen, die durch den geschickten Einsatz neuer Schnipsel Noahs Videotagebuchs, Spannung bis zum Schluss zu erschaffen.

Fazit:
Toll, ein brandaktueller Pageturner.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Spannender Thriller mit Familienbezug

Wer heute lügt, ist morgen tot
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Evans Freundin ist tot. Ermordet. Weil er sich vorher mit ihr gestritten hat, halten alle im Dorf Evan für den Täter. Daraufhin werden noch weitere Leute umgebracht und es taucht ein Video auf, das angeblich ...

Evans Freundin ist tot. Ermordet. Weil er sich vorher mit ihr gestritten hat, halten alle im Dorf Evan für den Täter. Daraufhin werden noch weitere Leute umgebracht und es taucht ein Video auf, das angeblich sein Alibi widerlegt. Evan versucht den wahren Täter zu finden. Schnell wird klar: Es hat irgendetwas mit seiner Familie zu tun.

Es gibt neben dem typischen Thriller, der im Buch steckt, noch zwei weitere (Haupt-)motive. Einmal gibt es die Kleinstadt, fast schon ein Dorf, in dem Evan wohnt. Gerüchte verbreiten sich besonders schnell – ich kenne das selber, ich komme aus einer Kleinstadt, gut, dass ich noch nie unter Mordverdacht stand – und Evan wird schnell zum Täter gemacht. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre. Das andere Motiv ist die Familie in der Evan lebt. Sein Vater ist gestorben, seine Mutter hat einen neuen Freund und ist Alkoholikerin und seinen Bruder sieht er selten – nach außen hin will er aber, dass nichts rauskommt – das bietet ein gewisses Konfliktpotenzial.

Einen Kritikpunkt gibt es dann doch im Buch : Der Titel macht für mich keinen Sinn – er hat eigentlich nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun und ist – übrigens genauso wie das Cover – unpraktisch gewählt.

Fazit:
Ein interessanter und spannender Jugendthriller, bei dem der Titel aber nicht so recht zum Buch passt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Spannend und geheimnisvoll...

Two can keep a secret
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Ellery kennt die dunkle Vergangenheit der Kleinstadt, in die sie mit ihrem Bruder zu ihrer Oma zieht nur zu gut. Ihre Tante verschwand erst spurlos, dann wurde die Homecoming – Queen 2014 ermordet. Ellery ...

Ellery kennt die dunkle Vergangenheit der Kleinstadt, in die sie mit ihrem Bruder zu ihrer Oma zieht nur zu gut. Ihre Tante verschwand erst spurlos, dann wurde die Homecoming – Queen 2014 ermordet. Ellery als True-Crime-Fan versucht das Rätsel zu lösen, doch als ein weiteres Mädchen spurlos verschwindet, wird es zu viel…

Two can keep a secret – der Titel spricht für sich. In der Geschichte gibt es weit mehr als nur zwei Personen die ein Geheimnis tragen! Genau das machte auch schon „One of us is lying“ so interessant und dieses Buch auch. Es fängt schon damit an, dass Ellery direkt weiß, dass ihre Mutter, die sich in einer Entzugsklinik befindet, ein Geheimnis hütet. Die Autorin hat einfach ein Gespür dafür, die Beziehungen zwischen den Figuren so zu spannen, dass jeder folgen kann und es spannend wird. Bei Ellery und Zweit-Protagonist Malcolm, der Bruder des ehemaligen Hauptverdächtigen, wird das auch durch ihre anfängliche Teil-Liebe deutlich.

Aber auch die Geschichte an sich gibt schon sehr viel her : Die Autorin baut die Spannung von der ersten Seite an auf und entwickelt sie sehr temporeich, sodass man teilweise gar nicht aufhören kann zu lesen. Besonders das Finale hat mir sehr gut gefallen, da es hier sehr klassisch zum Höhepunkt kommt, indem es spannend wird und alles aufgelöst wird. Wie genau, muss jeder selbst herausfinden.

Fazit:
Fast noch spannender als das Debüt der Autorin!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere