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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Tolles Ermittler-Duo, spannender Fall, grandioser Auftakt!

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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Am Kreisverkehr der Berliner Siegessäule wird, auf der Ladefläche eines Kleinlasters, die Leiche einer Frau gefunden. Halbnackt, mit einem Schriftzug aus roter Farbe. Schnell wird klar, dass es sich nicht ...

Am Kreisverkehr der Berliner Siegessäule wird, auf der Ladefläche eines Kleinlasters, die Leiche einer Frau gefunden. Halbnackt, mit einem Schriftzug aus roter Farbe. Schnell wird klar, dass es sich nicht nur um irgendeinen Schriftzug handelt. Doch was hat es zu bedeuten, dass auf ihrem halbnackten Körper die Anschrift des Bundeskanzlers prangt? Obwohl Artur Mayer dem Polizeidienst eigentlich abgeschworen hatte, wird der berüchtigte Ermittler um Hilfe gebeten. Kurzerhand bekommt er Kommissar-Anwärterin Nele Tschaikowski zur Seite gestellt und das ungleiche Ermittler-Duo begibt sich auf eine Spurensuche die es in sich hat.

Ich kannte bisher keine Bücher von Marc Raabe, doch mit „Der Morgen“ ist ihm ein wirklich spannender Auftakt zu seiner neuen Thrillerreihe, rund um den eigenwilligen Ermittler Artur Mayer, gelungen. Eigenwillig oder sollte ich besser unkonventionell, unbequem und zudem rau sagen? Auf jeden Fall ist er eine Marke für sich und konnte mich, gemeinsam mit Nele Tschaikowski, direkt für sich einnehmen. Beides spannende Charakter und während man noch verfolgt, wie sich beide problembehaftet annähern, ist eigentlich eins schon klar: ein neues Dreamteam ist geboren - wenn auch beide noch nichts davon ahnen.

Anfangs hatte ich erst so meine Problemchen in die komplexe Geschichte reinzufinden, da die Story u.a. in zwei Zeitebenen spielt und ich den vielen Handlungen nicht gleich folgen konnte, was aber durchaus auch daran gelegen haben kann, dass ich zu Anfang nur das Hörbuch gehört habe.und erst später parallel gelesen habe. By the way, der Sprecher Peter Lontzek hat wirklich einen tollen Job gemacht! Als ich dann einmal drin war, konnte ich die Kopfhörer dann gar nicht mehr weglegen. Die Story hat nicht nur brillant ausgearbeitete Handlungsstränge, sondern ist ebenso spannend, fesselnd und ineinander fein verwoben. 

Fazit: Ein toller Auftakt, mit ganz viel Spannung, interessantem Plot und einem Ermittler-Duo, von dem ich nicht nur wissen möchte wie es privat bei Beiden weitergeht, sondern mit dem ich nur allzu gerne weiter auf Spurensuche gehe. Band 2 liegt schon hier und wartet

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Töchter des Orients

Der Duft der fernen Insel
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1852. Eve, eine junge Lehrerin an einer Liverpooler Blindenschule, bekommt die einmalige Chance Nunu, die blinde Tochter des Sultans von Sansibar, zu unterrichten. Die 9jährige Nunu ist blind zur Welt ...

1852. Eve, eine junge Lehrerin an einer Liverpooler Blindenschule, bekommt die einmalige Chance Nunu, die blinde Tochter des Sultans von Sansibar, zu unterrichten. Die 9jährige Nunu ist blind zur Welt gekommen, ringt mit ihrem Schicksal, wodurch sie immer wieder zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen neigt. Doch Nunu hat auch ein einzigartiges Talent im Umgang mit Aromen und Düften, welches Eve sich zu Nutze macht um das Mädchen zu bändigen. Alles scheint sich zu zum Guten zu fügen, bis sich Eve und Nunu in denselben Mann verlieben und das Schicksal einen unvorhergesehenen Lauf nimmt.

Vor „Der Duft der fernen Insel“ habe ich bislang noch kein Buch der Autorin Christina Rey bzw. Sarah Lark gelesen, vermutlich weil ich mich normalerweise eher in anderen Genres bewege. Um so mehr hat es mich überrascht, wie schnell und intensiv mich das Buch in seinen Bann gezogen hat. Zunächst der atmosphärischen Beschreibungen wegen, die mich sofort mit auf einen Kurzurlaub ins Sansibar des 19. Jahrhunderts genommen haben, dann waren es hinterher die einnehmenden Beschreibungen von Nunu’s Duftkompositionen - ich hätte mir am liebsten auch direkt ein Destilliergerät bestellt und selbst experimentiert

Mir haben sowohl die unterschiedlichen Erzählstränge, die nicht nur von Nunu und Eve berichten, sondern eben auch andere Personen und Themen wie Sklavenhandel und Missionarsarbeit aufgreifen, als auch das exotische Flair, sehr gut gefallen. Besonders beeindruckt hat mich jedoch das Nachwort, welches über die historischen Hintergründe aufklärt und darüber, dass es tatsächlich eine blinde Sultanstochter Nunu gab, welche aber natürlich nichts mit der Nunu im Buch gemein hat. Trotzdem hat es mich dazu bewogen, mir direkt auch noch die im Buch genannte, weiterführende Literatur über das Leben im Sultanspalast zu bestellen.

Fazit: Ein - im wahrsten Sinne des Wortes - absolut dufter Wohlfühl-Roman! Wenn vielleicht auch nicht durchgängig Spannung mit im Spiel war und am Ende alles etwas schnell ging, so habe ich dennoch jedes einzelne Wort und auch die Details genossen.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Das große Krabbeln - ein Highlight!

Im Schatten von Giganten
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Jasmin Schreiber ist nicht nur Schriftstellerin, Illustratorin und Naturfotografin, sondern auch Biologin, und das mit Leib und Seele. Bereits seit der Kindheit gilt ihre besondere Vorliebe und Aufmerksamkeit ...

Jasmin Schreiber ist nicht nur Schriftstellerin, Illustratorin und Naturfotografin, sondern auch Biologin, und das mit Leib und Seele. Bereits seit der Kindheit gilt ihre besondere Vorliebe und Aufmerksamkeit allen Arten von Krabbeltieren, denen sie nun auch ihr neuestes Buch „Im Schatten von Giganten“ gewidmet hat. Sie lädt den Leser ein, mit ihr die spannende Welt von meist verborgenen Insekten und ungesehenen Mikroorganismen zu entdecken.

Warum auch immer, aber auch ich mag Insekten. Empfinde sie in keinster Weise als ekelig, sondern mag es, sie bei ihren Aktivitäten zu beobachten und ihre Vielfältigkeit zu bestaunen. Irgendwann bin ich in einer Talkshow dann über Jasmin Schreiber gestolpert, wie sie mit großer Leidenschaft über ihre Vorliebe für Insekten sprach. Ich fand sie nicht nur auf Anhieb sympathisch, sondern auch in ihrer Begeisterung so mitreißend, dass ich mir daraufhin gleich ihre ersten beiden Bücher zulegen musste. Genau diese Begeisterung ist auch in diesem Buch auf jeder Seite spür- und lesbar! Die Autorin berichtet zwar mit Fachausdrücken, jedoch leicht verständlich und zudem authentisch, von ihren eigenen Erfahrungen, Vorlieben und eben Entdeckungen, die sie in insgesamt 8 Lebensbereiche aufteilt. Neben Leben unter Steinen oder Leben im Totholz findet sich ebenso Leben in speziellen Mikrohabitaten, zudem ist alles mit schönen, großformatigen Fotos versehen. Gerade die Kapitel in denen es um Moose und Flechten ging, fand ich absolut spannend. Es handelt sich hier also nicht um ein reines, starr Insekten beschreibendes Sachbuch - das vermutlich sowieso nur die Wenigsten zur Hand nehmen würden - sondern vielmehr um ein Buch, das Lust zum rausgehen und forschen machen soll. Das für Kleinstlebewesen begeistern und gleichzeitig sensibilisieren und gleichzeitig aufzeigen soll, wie gigantisch und ausgeklügelt unsere Natur schon im allerkleinsten ist. Und genau das, ist der Autorin wieder einmal hervorragend gelungen!

Um alles unter einen Hut bzw. Buchdeckel zu bringen, konnte natürlich nicht auf jedes einzelne Lebewesen genauer eingegangen werden (das hätte den Rahmen wohl mehr als nur einfach gesprengt). Darum geht es meiner Meinung nach in diesem Buch auch gar nicht und dafür gibt es heutzutage ja zum Glück, bei weitergehendem Interesse, ja auch Google

Fazit: Für mich ein absolutes Jahreshighlight! Ich habe auf unterhaltsame und dennoch authentische Art und Weise wieder einiges dazugelernt und mich von Frau Schreiber mitreißen und begeistern lassen. Sicherlich werde ich beim nächsten Gassigang auch den ein oder anderen Stein oder Totholzast heben und mir die Zeit nehmen, richtig hinzuschauen, was für viele sicherlich auch eine lohnenswerte Achtsamkeitsübung wäre!

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Veröffentlicht am 13.08.2025

„Ein bisschen wat hinter die Löffel hat noch keinem geschadet“

Der Sommer am Ende der Welt
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Als Verschickungskind verbringt Hannas Mutter den Sommer 1963 in einem Kinderkurheim auf Borkum. Sechzig Jahre später will Journalistin Hanna den bislang verdrängten, traumatischen Erlebnissen ihrer Mutter ...

Als Verschickungskind verbringt Hannas Mutter den Sommer 1963 in einem Kinderkurheim auf Borkum. Sechzig Jahre später will Journalistin Hanna den bislang verdrängten, traumatischen Erlebnissen ihrer Mutter nachspüren und fährt mit ihrer Tochter Katie zur Recherche auf die Insel. Nach und nach kommt sie, mit Hilfe des Inselarztes Ole, in den sie sich verliebt, den erschütternden Ereignissen von Damals auf die Spur. Doch das Ausmaß der Ereignisse sind verstörender als sie sich je hätte vorstellen können.

Verschickungskinder. Ein wichtiges und wirklich lange verdrängtes Thema, auf das Eva Völler mit ihrem Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ aufmerksam machen möchte. Doch leider verliert es sich, meiner Meinung nach, zunehmend in der Liebesgeschichte zwischen Hanna und Ole. Davon abgesehen, fand ich es auch nicht ideal noch weitere Themen, wie die Verbrechen während der NS-Zeit, mit aufzugreifen und miteinander zu kombinieren - irgendwie verliert dadurch jedes einzelne Thema für sich an Dramatik und Wichtigkeit. Stattdessen hätte ich halt gern noch mehr „Zeitzeugenberichte“ gelesen, was allerdings auch damit zusammenhängen kann, dass ich selbst auch ein Verschickungskind bin, wenn auch ein spätes der 80er Jahre, wenn auch mit nicht ganz so schlimmen Erfahrungen. Was mir jedoch bis zu diesem Buch gar nicht bewusst war, ich nun auch fast 40 Jahre als „dumm gelaufene“, schlechte Kindheitserinnerung abgetan habe! Da sieht man also mal, wie wichtig es ist solche Themen auch in Unterhaltungsromanen aufzugreifen - ohne dieses Buch hier, wäre ich nie auf dieses Thema gekommen! „Ein bisschen wat hinter die Löffel hat noch keinem geschadet“, so hieß es auch noch in den 80ern, da wurde wurde man als Kind nicht wirklich ernst genommen und hinterher einfach nicht mehr drüber gesprochen.

Ansonsten fand ich sowohl die Insel-Atmosphäre, als auch die thematisch bedrückende Atmosphäre in dem Buch hervorragend beschrieben und auch die Protagonisten waren gut ausgearbeitet. Zwar hatte ich mit Hanna und Katie anfangs so meine Probleme, das hat sich dann aber irgendwann auch gelegt. Ergriffen war ich von Sabines Zeitzeugenberichten, die haben mich einige Nächte nicht schlafen und in meinen Erinnerungen graben lassen und waren gut recherchiert. Allerdings ist mir, die Story betreffend, einiges auch nicht ganz so schlüssig erschienen und auch einige Fragen blieben schlussendlich unbeantwortet.

Fazit: Alles in allem hat mir der Roman jedoch sehr gut gefallen und mich, als ehemaliges Verschickungskind, zutiefst berührt und gleichfalls animiert, mich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und nach Sachliteratur Ausschau zu halten.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Eine Erkundungstour für Ohren, Augen und kleine Fingerchen

Mein erstes Vorlese-Fühlbuch - Bist du eine Katze?
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Bei der Vorlesegeschichte „Bist Du eine Katze?“ von Kathrin Lena Orso und Iris Blanck nimmt eine kleine Katze Kinder ab 18 Monaten mit auf eine liebevoll gestaltete Bauernhof-Erkundungstour. Dort treffen ...

Bei der Vorlesegeschichte „Bist Du eine Katze?“ von Kathrin Lena Orso und Iris Blanck nimmt eine kleine Katze Kinder ab 18 Monaten mit auf eine liebevoll gestaltete Bauernhof-Erkundungstour. Dort treffen sie natürlich auf verschiedene Tiere wie Hund oder Esel.

Das besondere an diesem Büchlein ist natürlich, dass es sich nicht nur um ein Vorlese-, sondern eben auch um ein Fühlbuch handelt. Kinder erleben somit nicht nur akustische und optische, sondern eben auch haptische Reize, was ich persönlich großartig finde. Dazu sei allerdings gesagt, dass ich selbst keine Kinder habe, sondern das Buch von mir verschenkt wurde. Doch ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, es zuvor selbst in Ruhe einmal anzuschauen, durchzublättern und zu befühlen. Dabei empfand ich das kleinformatige Papp-Bilderbuch als recht hochwertig verarbeitet, zumal ich mir habe sagen lassen, dass es extra über abwaschbare Seiten verfügt. Sowohl die Illustrationen, als auch die kleinen Reime, sind absolut süß und wirklich liebevoll umgesetzt, obgleich ich auf den ersten Blick erstmal dachte „was schauen denn die Tiere so grimmig und stechend“. Dem Fühlstoff (Fell der einzelnen Tiere) kann man einfach nicht widerstehen, auch wenn mir da vielleicht ein wenig abwechslungsreichere Materialien gewünscht hätte, die den Unterschied der einzelnen Tiere, nach der immer wiederkehrenden Frage „Bist Du eine Katze?“, noch wesentlich deutlicher gemacht hätte.

Fazit: Ein niedliches und tolles Buch, wie ich finde, mit dem Kinder wirklich mit allen Sinnen begreifen und somit auch lernen können. Als Geschenk war es jedenfalls ein voller Erfolg! Bei groß ist es toll angekommen, während es bei klein mit großer Begeisterung angenommen und immer wieder befühlt wurde.

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