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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2018

Ein besonderer Tag, eine besondere Begegnung, eine besondere Geschichte

Was bleibt, sind wir
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Es ist der 11.09.2001, der Tag, an dem die Anschläge auf die Twin-Tower verübt werden. Lucy lernt Gabe in einem Shakespeare-Seminar kennen. Dieser Tag wird nicht nur für New York ein besonders einprägsamer, ...

Es ist der 11.09.2001, der Tag, an dem die Anschläge auf die Twin-Tower verübt werden. Lucy lernt Gabe in einem Shakespeare-Seminar kennen. Dieser Tag wird nicht nur für New York ein besonders einprägsamer, sondern auch für diese beiden. Eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Doch entwickeln sich beide in unterschiedliche Richtungen. So stark, dass sie sich trotz aller Liebe trennen müssen …

Man mag denken, was man will, manchmal ist es tatsächlich richtig, sich trotz aller Liebe zu trennen. Für Gabe und Lucy dreht sich die Welt weiter, beide leben ihre Leben, dennoch sind sie die ganzen Jahre über miteinander verbunden. Lucy erzählt diese Geschichte in ganz besonderer Form: als Brief an Gabe. Wieso, das erfährt der Leser ganz am Ende und das möchte ich deshalb nicht verraten.

Sagen kann ich, dass ich den Roman sehr berührend und bewegend empfunden habe, auch wenn ich streckenweise nicht wusste, was genau mir Jill Santopolo durch Lucy und Gabe sagen wollte. Briefe an andere Menschen zu lesen, hat einen seltsamen Beigeschmack. Man fühlt sich als Eindringling und hat das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Doch sinkt man so in die Worte, die Aussage hinein, dass man unbedingt wissen möchte, wie es nun weitergeht und endet.

Eine gewisse Spannung ist immer da, obwohl ich persönlich bei einer Liebesgeschichte weniger Spannung voraussetze und erwarte. Ein herzergreifender Roman darf auch ganz ohne Spannung sein, er muss mich aber fesseln und berühren. Genau das macht „Was bleibt, sind wir“.

Die Frage „Was wäre, wenn …“, die sich jeder schon mal gestellt hat, schwebt über diesem Buch. Und man stellt sie sich für sich selbst nach der Lektüre ebenfalls. Sich nachträglich noch mal anders entscheiden, würde das etwas ändern? Wenn ja – positiv oder doch negativ? Haben Lucy und Gabe richtig gehandelt? Oder haben sie Fehler gemacht?

„Was bleibt, sind wir“ ist keine leichte Lektüre. Auch keine sehr fröhliche. Aber eine bereichernde. Von mir gibt es vier Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Gelungener Kinderbuch-Serienstart

Schulcafé Pustekuchen 1, Die Mogelmuffins
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Tilli wohnt direkt neben der Schule und ihre Oma leitet das Schulcafé, das bei Schülern und Lehrern sehr beliebt ist. Mit liebevoll gestalteten Gerichten macht Oma jedes Essen zu einem Erlebnis und mit ...

Tilli wohnt direkt neben der Schule und ihre Oma leitet das Schulcafé, das bei Schülern und Lehrern sehr beliebt ist. Mit liebevoll gestalteten Gerichten macht Oma jedes Essen zu einem Erlebnis und mit ihren Supermuffins hilft sie noch dazu, dass die Kids schlauer werden. Aber die gemeine Lehrerin Frau Habersack verleitet Oma Moma dazu, Mogelmuffins zu machen. Eins kommt zum anderen und plötzlich muss ein Wunder her …

Kati Naumann hat hier eine wunderschöne Geschichte rund um die Themen Ehrlichkeit, Zusammenhalt, Fairness und Freundlichkeit geschaffen, die kindgerecht ist und Spaß macht. Immer wieder finden sich tolle Illustrationen von Silvia Baroncelli im Buch. Kinder im Zielgruppenalter werden so im Lesen ein wenig unterstützt. Die Illustrationen lockern den Text auf und regen das Kopfkino an.

Tillis Umfeld ist einigermaßen speziell, aber auch aus dem Leben gegriffen. Ihr kleiner Bruder nervt sie, die Mutter ist alleinerziehend und berufstätig, die Nachbarin schlecht gelaunt und notiert alles, die Lehrerin gemein. Gut, dass Tilli eine tolle Oma und eine supergute beste Freundin hat, mit der sie alles im Geheimversteck bequatschen kann. Ein so tolles Schulcafé gibt es wohl nirgendwo, aber eine schöne Idee ist das auf alle Fälle.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und ich hoffe, dieser Serienauftakt findet bei recht vielen Kids und Eltern so viel Anklang, wie bei mir: fünf Sterne!

Veröffentlicht am 30.04.2018

Das Märchen geht weiter!

Verflixte Flüche
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Das Märchen geht weiter

Nachdem Hannah verhext wurde, landet sie im Märchenreich. Doch nicht bei Dornröschen, sondern bei einer anderen Märchenprinzessin (ich will nicht zu viel verraten). Hannah fängt ...

Das Märchen geht weiter

Nachdem Hannah verhext wurde, landet sie im Märchenreich. Doch nicht bei Dornröschen, sondern bei einer anderen Märchenprinzessin (ich will nicht zu viel verraten). Hannah fängt sich schnell und macht sich auf den Weg, um wieder in ihre Zeit zurückfinden zu können. Dabei begegnet sie so machen märchenhafter Figuren …

Dieser dritte Band der „Verflixten Flüche“ hat mir am besten gefallen. Sehr flott und modern, sehr jugendlich und doch in gewissem Maße reif – ein Band, der die Brücke zwischen Märchen und Realität sehr schön und passend schlägt.

Leider ist das Ende auch hier relativ abrupt und vor allem wieder ein böser Cliffhanger, sodass einem nicht viel anderes übrig bleibt, als auf den nächsten Band zu warten. Das mag bei dicken Thrillern passend sein, aber bei so kurzen Büchlein finde ich das weniger ansprechend, denn irgendwann sollte etwas auch in sich abgeschlossen sein.

Hier bleiben aber viele Fragen – und Möglichkeiten – offen, die dringend einer Antwort bedürfen. Noch dazu sind aus den ersten beiden Bänden noch immer offene Fragen übrig. Mir persönlich ist es lieber, wenn man bei Beginn einer Serie absehen kann, wie viele Bände folgen, wenn sie denn nicht in sich abgeschlossen sind.

Die relativ moderne Version so einiger Märchenfiguren im Buch finde ich sehr gelungen. Julia Bohndorf hat die Figuren nicht einfach nur so genommen, wie wir sie kennen, sondern witzig verändert und ihnen quasi ein Paralleluniversum geschaffen. Das hat mir sehr gut gefallen und mich gut unterhalten.

Insgesamt ist das für mich der stärkste der drei bisherigen Teile, doch für den fiesen weiteren Cliffhanger ziehe ich einen Stern ab. Bleiben also wieder vier Sterne!

Veröffentlicht am 28.04.2018

Dornröschens Nachfahren

Verflixte Flüche
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Nachdem Dornröschen Rosa durch den Kuss von Niko wieder in ihre Zeit zurückkam, grübelte dieser vor sich hin. Doch dann sieht er an der Schule Rosa! Oder ist sie es gar nicht? Und warum will diese Tante ...

Nachdem Dornröschen Rosa durch den Kuss von Niko wieder in ihre Zeit zurückkam, grübelte dieser vor sich hin. Doch dann sieht er an der Schule Rosa! Oder ist sie es gar nicht? Und warum will diese Tante Ludowika verhindern, dass Rosa Kontakt zu Jungs hat? Ein turbulentes Abenteuer beginnt …

Auch dieser zweite Teil der verflixten Flüche liest sich schnell, locker und leicht weg. Für mich sind ein paar Stolpersteine drin, da ich gewisse Fragen doch gern beantwortet bekomme – und zwar nicht in einem folgenden Band, sondern im dem, bei dem diese Fragen auftauchen. Auch muss ich sagen, dass ich solch kurze eBooks nicht wirklich mag. Alle drei Bände in einem, das wäre ein faires Angebot und eine faire Sache, denn die einzelnen Teile sind doch recht kurz.

Doch auch wenn mir das Ende mal wieder zu kurz und schnell erledigt war, ist das Büchlein rappelvoll mit witzigen Ideen und guten Einfällen. Besonders die Idee, dass Märchenfiguren auch Nachfahren haben, gefällt mir sehr. Der Mix zwischen Märchenfiguren und realen Figuren ist gelungen. Über allem schwebt durchweg ein Geheimnis, das immer mehr Fragen aufwirft. Julia Bohndorf ist es meiner Meinung nach gelungen, die Gedanken und Gefühle von Teenagern schön einzufangen. Meine Lieblingsfigur ist Emma, die diesmal leider etwas weniger Raum bekommen hat.

Das Büchlein endet mit einem fiesen Cliffhanger, der quasi dazu zwingt, den dritten Teil auch noch zu lesen. Und daran mache ich mich jetzt auch sofort.

Alles in allem hat mir die märchenhafte Geschichte gut gefallen. Mit ein wenig Feinschliff und drei Bände zusammen als ein Buch, gäbe es die volle Sternezahl. So bleiben aber noch immer vier Sterne!

Veröffentlicht am 27.04.2018

Der Deutsche in Portugal ermittelt wieder

Spur der Schatten
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Leander Lost ist ein Austausch-Polizist. Als wäre das nicht schon speziell genug, ist er noch Asperger-Autist, hat ein eidetisches Gedächtnis und ist unfähig zu lügen. Das macht ihn unverwechselbar und ...

Leander Lost ist ein Austausch-Polizist. Als wäre das nicht schon speziell genug, ist er noch Asperger-Autist, hat ein eidetisches Gedächtnis und ist unfähig zu lügen. Das macht ihn unverwechselbar und führt immer wieder zu lustigen, aber auch anstrengenden Szenen. Als ihn Rosado und Estevez um Hilfe bei der Suche nach einer vermissten Kollegin bitten, ist er sofort bereit zu helfen. Schnell wandelt sich der Fall und Lost hat mit seiner Arbeit und sich selbst alle Hände voll zu tun …

In diesem Buch gibt es eine ganze Reihe außergewöhnlicher Charaktere. Dennoch wirkt es nicht so grotesk, wie die Eberhofer-Krimis (die ich mal mag, mal nervig finde). Alles in sich ist stimmig und der Leser bzw. Hörer bekommt viel Portugal-Flair geboten. Auch die kulinarischen Leckereien kommen nicht zu kurz und ich persönlich hatte das halbe (Hör-)Buch durch Hunger!

Das Privatleben – besonders von Leander Lost – wird recht intensiv geschildert und ja, dadurch gerät der Kriminalfall teils ins Hintertreffen, aber mir persönlich hat das sogar sehr gefallen. So war das Buch weniger „technisch“, mehr aus dem Leben und sehr lebendig. Die Gedankengänge von Lost sind teils extrem speziell, aber bei genauerer Betrachtung auch absolut treffend. Wunderbar, wie er mit seiner Besonderheit umgeht, sie kennt und akzeptiert und versucht, damit anderen nicht zu sehr zur Last zu fallen. Immer gelingt ihm das nicht, aber schon der Versuch ehrt ihn.

Der Krimi selbst ist sogar eine kleine Lehrstunde in portugiesischer Geschichte. Das meine ich äußerst positiv!

Insgesamt bekam ich hier einen Krimi, der sich deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Für Fans knallharter Ermittlungen ist er sicher nicht sehr geeignet, aber für alle, die gern unterhalten werden möchten, alles nicht zu bierernst sehen und dennoch „nebenbei“ einen Kriminalfall genießen möchten. Für mich ist Lost mit Wilsberg zu vergleichen. Da geht es auch viel um die einzelnen Personen und eine Spur weniger um den Fall, doch am Ende passt alles super ineinander.

Ein ganz besonderes Lob an Andreas Pietschmann, der das Hörbuch perfekt eingelesen hat. Er haucht den Figuren so spielerisch Leben ein. Sein Spanisch/Portugiesisch klingt, als sei es seine Muttersprache. Dadurch hatte ich noch mal so viel Freude am Krimi.

Ich bin jedenfalls Fan geworden: fünf Sterne!