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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2026

Verkorkstes Leben

Der Kellerby-Code
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Edward ist schon wirklich bedauernswert, so kriecherisch er ist. Auch wenn man seine Gründe dafür verstehen kann, macht ihn das nicht sympathischer. Gut, man muss allerdings auch fair sein und dazusagen, ...

Edward ist schon wirklich bedauernswert, so kriecherisch er ist. Auch wenn man seine Gründe dafür verstehen kann, macht ihn das nicht sympathischer. Gut, man muss allerdings auch fair sein und dazusagen, dass Robert und Stanza ebenfalls keine Sympathieträger sind. Womit wir schon bei einem wichtigen Punkt wären, nämlich dass es erstaunlich ist, dass ein Buch komplett ohne Figuren auskommt, die man mag!

Die Rückblenden in Edwards Vergangenheit sind geschickt eingefügt, sodass sich nach und nach eine Art Profil ergibt. Nicht nur von ihm selbst, sondern auch von den anderen Figuren. Dabei werden auch jede Menge sozialkritische Themen mit eingewoben. Teilweise empfinde ich das als überfrachtet und nicht zwingend nötig für die eigentliche Story. Die ist in sich schlüssig und logisch, sodass zwar nicht alle Wendungen, aber insgesamt die Richtung doch auf gewisse Art vorhersehbar sind. Dennoch bleiben die Geschehnisse nicht harmlos, sondern sind schockierend und abstoßend.

Einige Sätze sind wahre Wortkunstwerke und urkomisch. Ob das so gewollt war, kann ich nicht beurteilen. Ich mag solche Dinge super gern, finde sie bei einem Krimi jedoch etwas unpassend. Ich habe zwar das komplette Hörbuch interessiert gehört, war auch über einige Vorkommnisse mehr als schockiert, aber begeistert hat mich das Ganze leider überhaupt nicht. Es ist ein Thriller für zwischendurch, aber keiner, der mich tief beeindruckt hätte. Die Gesellschaftskritik darin habe ich sehr wohl bemerkt, ist aber eher lächerlich in ihrer Extremheit.

Ach, es ist wirklich schade, aber für mich ist es ein mittelmäßiger Thriller. Weder schlecht noch toll. Daher drei Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Naivität in Reinkultur

The Woman in Suite 11
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Nach ihrem traumatischen Erlebnis auf der AURORA hat Lo Blacklock ihr Leben mit Mann und Kindern aufgebaut. Sie möchte wieder Fuß in ihrem Job als Reisejournalistin fassen. Da erhält sie die Einladung ...

Nach ihrem traumatischen Erlebnis auf der AURORA hat Lo Blacklock ihr Leben mit Mann und Kindern aufgebaut. Sie möchte wieder Fuß in ihrem Job als Reisejournalistin fassen. Da erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels. Lo wird schon am ersten Tag unangenehm mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, doch das ist erst der Anfang.

Da ich The Woman in Cabin 10 echt klasse fand, hab ich mich sehr gefreut, dass die Autorin ihre Heldin so viele Jahre später erneut auftreten lässt. Allerdings habe ich das Gefühl, sie fand selbst nicht so richtig gut in die eigene Story hinein. Beim Lesen war es wirklich erschreckend, wie wenig ich Anschluss an die Geschichte und die Figuren fand. Noch erschreckender ist jedoch, dass ich meine mühsam aufgebaute Verbindung auch immer wieder verloren habe.

Laura Blacklock, genannt Lo, ist unfassbar naiv. Wo bei mir die Alarmglocken laut schrillen, tapert sie fröhlich weiter mitten in die laufende Kreissäge. Das hat bei mir leider dazu geführt, dass ich das Buch immer wieder ein paar Tage liegen lassen musste, um ohne eine Art Wut auf Lo weiterlesen zu können. Wie kann Lo nach ihren Erlebnissen auf dem Schiff so schrecklich einfältig sein?

Etwas unangenehm sind auch die ständigen Anspielungen auf die Ereignisse auf dem Luxuskreuzfahrtschiff. Ich habe das Buch gelesen, mochte es sehr, doch nach neun Jahren waren nur noch Fragmente der Erinnerung da. Also hätte ich theoretisch das Buch noch mal lesen müssen, um wieder alles präsent zu haben. Wie muss es dann sein, wenn man den Vorgänger gar nicht kennt?

So sehr sich die Story zieht, hat sie auch immer eine gewisse Spannung. Leider baut die irgendwann tatsächlich fast hauptsächlich darauf auf, welche Dummheit Lo nun schon wieder anstellt. Es gibt einige nette Twists und Wendungen, die aber nicht ganz so überraschend sind, als dass sie alle Schwächen ausgleichen könnten. Ständig dachte ich an das Sprichwort Fool me once, shame on you, fool me twice, shame on me.

Es ist so schade. Ich mag die Autorin, finde die Grundidee des Buches gar nicht so übel, aber es fehlt einfach so viel, um mich zu begeistern. Schlecht finde ich die Story nicht. Aber mehr als drei Sterne mag ich einfach nicht geben. Und das, nachdem Woman in Cabin 10 die vollen fünf Sterne von mir bekam. Das macht mich traurig.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Nicht nur für Partylöwen!

Partyrezepte von A–Z
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Die Idee ist vielleicht nicht neu, aber die Rezepte finde ich super schön in diesem Buch. Alles geeignet, um die Gäste auf einer Party oder einem kleinen Fest zu verwöhnen und ein mehr oder weniger großes ...

Die Idee ist vielleicht nicht neu, aber die Rezepte finde ich super schön in diesem Buch. Alles geeignet, um die Gäste auf einer Party oder einem kleinen Fest zu verwöhnen und ein mehr oder weniger großes Buffet aufzubauen.

Die Darstellung der Rezepte ist klar strukturiert. Durch Linien sind die einzelnen Bereiche klar voneinander abgegrenzt, selbst die Zubereitungsschritte. Name des Gerichtes, Angabe zu Zubereitungszeiten, ggf. Angabe ob vegetarisch/vegan, Angabe der Menge Portionen, Zutaten aufgeteilt in die einzelnen Komponenten, wenn erforderlich, Nährwerte; Zubereitungsschritte, Tipps und Anmerkungen sowie ein aussagekräftiges Foto bilden eine gekonnte Einheit.

Die Zutaten empfinde ich durchweg als alltagstauglich und gut zu bekommen. Auch die Zubereitung ist selten wirklich anspruchsvoll und zeitraubend. Alles ist gut machbar und das in einem angemessenen Zeitrahmen, um auch mehrere der Rezepte für einen Anlass zuzubereiten. Für jeden Geschmack sollte sich genug finden lassen und gerade auf einer Feier sind ja viele unterschiedliche Geschmäcker gefordert. Auch für kleinere Gesellschaften kann man die Rezepte nutzen. Sie lassen sich gut auch herunterrechnen auf weniger Portionen.

Als schöne Idee empfinde ich auch, dass die Rezepte alphabetisch geordnet sind, eben von A-Z, nicht nach Zutat oder Gang. Dafür sind sie dann im Register sortiert in die Kapitel Alkoholhaltig; Backofengerichte; Desserts & Kuchen; Dips & Saucen; Fingerfood & Häppchen; Fisch & Meeresfrüchte; Fleisch & Wurst; Gebäck (herzhaft); Nudelgerichte; Salate; Spieße; Suppen & Eintöpfe; Vegane Gerichte; Vegetarische Gerichte. Entsprechend sind die Rezepte dann teilweise in mehreren Kategorien zu finden.

Ein wenig schade, gerade für Kochbuch-Sammler und Dr.-Oetker-Fans, finde ich, dass einige Rezepte dieses Buches auch im Buch Desserts von A-Z zu finden sind. Ansonsten ist dieses Buch eine echt tolle Sache, für Anfänger, für Fortgeschrittene, für Partyfans und Kochbuchsammler gleichermaßen. Daher trotz Wermutstropfen die vollen fünf Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Braucht einen sehr langen Anlauf

Minnesota
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Bob Oz kämpft mit seinen Dämonen. Der Tod der dreijährigen Tochter, das Scheitern seiner Ehe, der Rückzug seiner Freunde, all das kann er nur durch Ermittlerarbeit etwas verdrängen. Der Mörder, der offenbar ...

Bob Oz kämpft mit seinen Dämonen. Der Tod der dreijährigen Tochter, das Scheitern seiner Ehe, der Rückzug seiner Freunde, all das kann er nur durch Ermittlerarbeit etwas verdrängen. Der Mörder, der offenbar einen Rachefeldzug gegen Waffenhändler und Drogenbosse führt, hält ihn ordentlich auf Trab. Er scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Mich konnten die Bücher von Jo Nesbø bisher nicht so sehr begeistern. Eine Ausnahme machte Das Nachthaus. Keine Frage, dass ich es einfach noch einmal mit diesem Autor versuchen musste, auch wenn Der König mich wieder unzufrieden zurückgelassen hatte. Ein neuer Serienstart macht eben neugierig.

Der Protagonist Bob Oz erinnert mich an einige andere Figuren aus der langen Reihe von Ermittlern. Verkrachte Existenz, von sich selbst überzeugt, von Dämonen getrieben. Trotzdem hat er etwas, das mich dazu bewegt hat, ihn zu mögen.

Beim Hörbuch verwirren die Perspektivwechsel und Zeitenwechsel von 2016 und 2022 ein wenig. Oder anders ausgedrückt, sie strengen ein wenig an, man muss sehr aufpassen. Daher zieht sich die Story auch etwas in die Länge. Die Nebenschauplätze dürften für weitere Bände wichtig sein, haben mich hier aber leider nur mäßig interessiert. Erst im letzten Fünftel wurde ich wirklich gefesselt und konnte mich für die Wendungen begeistern. Mir ist das zwar dann alles doch zu brutal und blutig, dennoch finde ich die Idee schon neuartig. Grausen kommt definitiv auf.

Es ist schwierig. Schlecht finde ich das Buch diesmal nicht. Aber es hallt eben nach dem langen Anlauf dann auch nicht lange nach. Die Ideen sind gut, erreichen mich aber nicht so sehr, wie ich das gerne hätte. Selbst der geniale Sprecher David Nathan kann keinen Extra-Stern drauflegen. Daher bleiben drei Sterne. Und die Erkenntnis, dass Das Nachthaus wohl doch einfach nur eine Ausnahme war.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Mit Zahlen Spaß haben im Comic-Stil

Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)
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Die Idee mit NERVT funktioniert offensichtlich prima. Nach bisher bereits vier Büchern ums Lesen ist nun hier das erste Buch ums Rechnen. Die Namen der Tierchen und Personen für Erwachsene schon lustig, ...

Die Idee mit NERVT funktioniert offensichtlich prima. Nach bisher bereits vier Büchern ums Lesen ist nun hier das erste Buch ums Rechnen. Die Namen der Tierchen und Personen für Erwachsene schon lustig, für Kinder dürften die Wortwitze ein bisschen schwerer zu erkennen sein.

Die Zeichnungen sind witzig, die Aufgaben abwechslungsreich und in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sodass das Kind immer wieder mal ein Erfolgserlebnis hat und nicht nur drückend schwere Aufgaben lösen muss. Dabei werden auch unterschiedliche Fähigkeiten geschult. Beispielsweise beim Zählen der Geräusche, die unterschiedlichen Dingen zugeordnet werden müssen. Hier ist Konzentration wichtiger, als Rechenkunst. Oder die Frage zu den Öffnungszeiten. Hier ist das Verstehen der Frage und der Angaben im Mittelpunkt. Alle einzelnen Aufgaben sind dem Rechnen insgesamt förderlich und sehr bunt gemischt. Das kommt der kindlichen Spielfreude sehr entgegen.

Die Aufgaben mit einer durchgehenden Geschichte zu verbinden, finde ich sehr schön. Das fördert automatisch den Drang des Kindes, weiter dran zu bleiben und zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Für Fans der Vorgänger-Bücher zum Thema Lesen findet sich ein ganz besonderer kleiner Leckerbissen, denn unsere Karoline Kneberwecht ist Kundin im ALLES-MARKT.

Ich finde das Buch sehr gelungen und hoffe, die Kinder merken wie Konstantin, dass Zahlen immer und überall um uns herum sind und richtig Spaß machen können. Wer weiß, vielleicht folgen ebenfalls noch weitere Bände, wie bei Karoline? Fände ich gut! Fünf Sterne von mir!

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