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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2022

Thriller auf zwei Zeitebenen

Die Rezeptur: Thriller
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Als Fan von Catherine Shepherd habe ich bisher noch kein Buch oder Hörbuch aus der Zons-Reihe gelesen/gehört und so war ich sehr gespannt wie sie die Gegenwart mit der Vergangenheit verbindet. Schon der ...

Als Fan von Catherine Shepherd habe ich bisher noch kein Buch oder Hörbuch aus der Zons-Reihe gelesen/gehört und so war ich sehr gespannt wie sie die Gegenwart mit der Vergangenheit verbindet. Schon der Einstieg in die Geschichte lässt mich als Hörerin erahnen, dass es ziemlich mordend zugeht.

In der Vergangenheit begeben wir uns mit dem Stadthauptmann Bastian Mühlenberg in das Franziskaner Kloster, wo der Mönch Nicolas im Kräutergarten tot aufgefunden wird. Als ein weiterer Toter gefunden wird, lässt Bastian nicht locker und geht von Mord aus, denn beide Männer befanden sich in den besten Jahren.

In der Gegenwart begleiten wir Kommissar Oliver Bergmann, der in dem Fall eines getöteten Arztes ermittelt. Seine 16 jährige Tochter hatte ihren Vater tot in der Badewanne gefunden, die mit merkwürdig riechenden und schlammigen Wasser gefüllt war.

Geschickt hat die Autorin eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hergestellt. Ich mag die Erzählweise von Catherine Shepherd und den Aufbau ihres Spannungsbogens. Da man auch am Privatleben der Ermittler teilnimmt, kann man eine Beziehung zu den Figuren aufbauen. Obwohl es mein Erstlingswerk aus dieser Reihe war, konnte ich sofort die Zusammenhänge in der Vergangenheit und Gegenwart verstehen.
Der Hörbuchsprecher Wolfgang Berger hat mir sehr gefallen, seine Stimme unterstützt die Spannung und ich habe gern zugehört.

Wieder ein spannender Thriller, der mich von Beginn an gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Martha Frisch ermittelt

Frisch ermittelt: Der Fall Vera Malottke
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Der Krimi entführt uns in die 1950er Jahre nach Leer. Martha Frisch musste sich um eine Erwerbstätigkeit kümmern, als ihr Mann erblindet aus dem Krieg zurück kam. Nun ist sie Witwe. Sie hat sich krummgelegt, ...

Der Krimi entführt uns in die 1950er Jahre nach Leer. Martha Frisch musste sich um eine Erwerbstätigkeit kümmern, als ihr Mann erblindet aus dem Krieg zurück kam. Nun ist sie Witwe. Sie hat sich krummgelegt, als sie nach der Währungsreform eine Heißmangel angeschafft hat. Man trifft sich gern in der Heißmangel, wo so mancher Tratsch und Klatsch ausgetauscht wird. Die Stammkundin Traudel erzählt von einem Streit den Vera Malottke mit einem Verehrer gehabt hat und wenig später wird sie in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Vera hatte oft Herrenbesuch empfangen und die Nachbarschaft hat sich das Maul darüber zerrissen. Keiner stört sich an den ungeklärten Umständen ihres Todes, aber alle regen sich über ihren Lebenswandel auf. Rasch wird ein Schuldiger gefunden und Kommissar Onnen will so bald wie möglich den Fall abschließen, damit er nicht noch einige Herren von Rang und Namen ins Visier nehmen muss, die im Notizbuch von Vera Malottke aufgeführt sind. Doch Martha Frisch kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen und begibt sich auf die Suche nach dem Täter.

Das Autorenduo Franke und Kuhnert haben einen wunderbaren Fünfzigerjahre-Krimi geschrieben, der nicht nur die Zeit lebendig werden lässt, sondern auch viele Erinnerung bei mir hervorgerufen hat. Martha Frisch ist eine sympathische Person, die das Herz am rechten Fleck hat. Trotz aller Sorgen, die sie nach dem Krieg hatte, blickt sie nach vorn und ist zupackend.

Der flüssige Schreibstil hat dafür gesorgt, dass die Seiten nur so dahin flogen. Der Krimi blieb bis zum Schluss spannend und konnte mich noch überraschen. Nun bin ich auf den zweiten Band dieser Reihe schon gespannt.

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Ideale Urlaubslektüre

Dünenleuchten
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Bente hatte ihr Studium als Biologin in Kalifornien beendet. Eigentlich wollte sie in L.A. bleiben, doch dann hat sie festgestellt, dass sie für ein dauerhaftes Leben in Amerika nicht geschaffen war und ...

Bente hatte ihr Studium als Biologin in Kalifornien beendet. Eigentlich wollte sie in L.A. bleiben, doch dann hat sie festgestellt, dass sie für ein dauerhaftes Leben in Amerika nicht geschaffen war und ist nach St. Peter-Ording zurückgekehrt. Sie hatte Glück und bekam den Job als Leiterin der Schutzstation am Westerhever Leuchtturm. Als der Kitesurfer Tilo mit ihr flirtet, verspürt Bente ein angenehmes Kribbeln in der Magengegend, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Doch dann stellt sich die Frage, hat Tilo bewusst ihre Nähe gesucht, um bessere Karten für sein Projekt zu haben?

Das ansprechende Cover lädt zu einem Aufenthalt an der Nordsee ein und macht neugierig auf die Geschichte. Der flüssige Schreibstil ist leicht und locker, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Durch die detaillierten Beschreibungen hat man das Gefühl man befindet sich in St. Peter-Ording, spürt den Sand an den Füßen und den Wind durch das Haar wehen. Neben der Liebesgeschichte, ist auch die Freundschaft zwischen Bente und Franka wunderbar beschrieben und gleichzeitig erfährt man noch etwas über die Arbeit der Schutzstation. Die Charaktere sind alle sehr sympathisch gezeichnet, so dass man sie schnell ins Herz schließt.

Der Roman verbreitet nicht nur eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre, sondern ist auch die ideale Lektüre für den Urlaub.

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Veröffentlicht am 10.06.2022

Ausflug in die jüngste Vergangenheit

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)
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An einem heißen Sommertag im Juli 1956 beobachtet Martha im Strandbad am Berliner Müggelsee weit draußen auf dem Wasser jemand hilflos mit den Armen winken. Martha rief um Hilfe und sprang mit Clara ins ...

An einem heißen Sommertag im Juli 1956 beobachtet Martha im Strandbad am Berliner Müggelsee weit draußen auf dem Wasser jemand hilflos mit den Armen winken. Martha rief um Hilfe und sprang mit Clara ins Wasser. Als sie den älteren Herrn erreichten, war auch Betty bei ihnen. Gemeinsam brachten sie den Schwimmer ans Ufer zurück. Das Leben der drei Mädchen war in unterschiedlichen Bahnen verlaufen, doch von einer Sekunde auf die andere, hatte das Schicksal sie zusammen geworfen. Obwohl sie aus unterschiedlichen Verhältnissen kommen, hat das Erlebte sie verbunden.

Martha möchte später gern Lehrerin werden. Ihre Eltern sind aktive Parteigenossen und Martha liebt ihre Arbeit in der FDJ. Als sie von dem Geheimnis ihrer Familie erfährt, ist sie geschockt. Clara ist klug und hofft auf einen Studienplatz, um sich ihren Traum Kosmonautin zu werden, erfüllen zu können. Sie möchte in das Weltall fliegen. Ihre Eltern sind nicht in der Partei. Clara will sich nicht anpassen und in die FDJ eintreten, deshalb verbaut man ihr die Zukunft. Betty träumt von einer Hollywood-Karriere. Ihr Vater ist Leiter des Strandbades und in der Familie kriselt es.

Beim Lesen begleitet man die drei Mädchen von der Jugend zum Erwachsen werden. Dinge, die ihnen jahrelang eingetrichtert worden sind, beginnen sie nach und nach zu hinterfragen. Vieles bleibt auf der Strecke, weil die Realität sie eingeholt hat und der Bau der Berliner Mauer ihr Leben verändert. Trotz auftretender Probleme hat das Erlebte die drei Freundinnen immer mehr zusammen geschweißt und sie können sich aufeinander verlassen.

Julie Heiland hat die damalige Zeit zum Leben erweckt. Geschickt hat sie wahre politische Ereignisse mit den Mädchen vom Strandbad am Berliner Müggelsee verwoben und die Abläufe bis zum Mauerbau im Osten der Stadt skizziert. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet mit all ihren Ecken und Kanten, so dass die drei Freundinnen mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Mir hat dieser Ausflug in die jüngste Vergangenheit sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 10.06.2022

Start einer neuen Reieh

Weißer Flieder
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In der südschwedischen Stadt Lund hat im Stadtpark ein Verbrechen stattgefunden. Der 17jährge Johannes hatte den Notruf gewählt. Bei Ankunft der Polizei fanden sie den Jungen mit einem Zweig weißen Flieder ...

In der südschwedischen Stadt Lund hat im Stadtpark ein Verbrechen stattgefunden. Der 17jährge Johannes hatte den Notruf gewählt. Bei Ankunft der Polizei fanden sie den Jungen mit einem Zweig weißen Flieder am Boden liegend. Jemand hatte ihn niedergeschlagen, nach dem er eine junge Frau gefunden hatte, die auch einen Fliederzweig in der Hand hielt. Der Täter war geflohen, als Johannes vorbeikam. Die Polizeikommissarin Sara Vallén übernimmt den Fall. Schnell gerät Johannes unter Verdacht und Sara wird von dem Fall freigestellt, denn er ist ihr Sohn. Als Johannes verhaftet wird, war Sara klar, dass er unschuldig ist und sie versucht die Ermittlungen fortzuführen, um den wahren Täter zu finden.

Es ist der erste Fall von Sara Vallén und ihrem Team. In einer Fortsetzung der Reihe könnte das Tempo etwas anziehen, da in diesem Fall viele private Beschreibungen von Sara und ihrem Sohn sowie weiteren Charakteren die Spannung beeinflusst haben. Mir gefällt es, wenn private Details des Ermittlungsteams mit dem Kriminalfall verbunden sind, aber hier war es mir doch zu viel.

Die Hörbuchsprecherin Kaja Sesterhenn hat mich überzeugt. Ihr Sprechstil ist angenehm, so dass ich ihr gern zugehört habe und dem Hörbuch problemlos folgen konnte.

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