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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2021

Spannend, fesselnd, empfehlenswert

Darling Rose Gold
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Das Cover dieses Buches lässt einen eigentlich einen Frauenroman erwarten. Liebe, Sex, Gefühl. Sowas lese ich ja gerne mal im Bett, wenn mein Hirn runterkommen muss. Doch bei Darling Rose Gold trügt der ...

Das Cover dieses Buches lässt einen eigentlich einen Frauenroman erwarten. Liebe, Sex, Gefühl. Sowas lese ich ja gerne mal im Bett, wenn mein Hirn runterkommen muss. Doch bei Darling Rose Gold trügt der äußere Schein. Dieses Buch hat es in sich!

Rose Gold ist von frühester Kindheit an schwer krank. Jedenfalls scheint es so. Sie übergint sich oft, kann kaum laufen und ist völlig von ihrer Mutter abhängig. Doch als sie 18 Jahre alt wird, entdeckt sie, dass ihre Mutter Patty sie krank gemacht hat. Diese muss dafür auch ins Gefängnis. Patty kommt nach 5 Jahren wieder auf freien Fuss und bei Rose Gold unter. Rose Gold ist in den 5 Jahren erwachsen geworden und verfolgt ihre ganz eigenen Pläne.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Wir lesen zwei Perspektiven. Einmal Rose Gold, die in der Vergangenheit weilt, von den 5 Jahren von der Verurteilung bis heute erzählt und dann Patty, die im hier und jetzt berichtet. Dadurch bekommen wir natürlich auch von jeder Figur 2 Seiten mit. Beide wirken in ihren Abschnitten durchaus sympathisch und gerade Pattys Humor hat mich teilweise völlig abgeholt. Man fragt sich immer wieder, ob man für Patty überhaupt Sympathie empfinden darf und gerade diese innere Zerrissenheit des Lesers sorgt dafür, dass man völlig vom Buch gefangengenommen wird.

Stets spannend geschrieben, lässt dieses Buch den Leser nicht mehr los, bis es dann in einem absolut fulminanten Finale mit Gänsehaut endet. Ein Buch, das mich absolut überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Leise Worte, tiefe Wirkung

Der Klang der Wälder
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Der Klang der Wälder lädt den Leser zu einer Reise nach Japan ein und ich bin dieser Einladung nur zu gerne gefolgt.
Der junge Tomura soll dem Klavierstimmer in der Schule die Tür öffnen. Was wie eine ...

Der Klang der Wälder lädt den Leser zu einer Reise nach Japan ein und ich bin dieser Einladung nur zu gerne gefolgt.
Der junge Tomura soll dem Klavierstimmer in der Schule die Tür öffnen. Was wie eine einfache, unwichtige Aufgabe erscheint, verändert sein Leben. Denn als der Klavierstimmer die Töne erklingen lässt, entsteht vor Tomuras Auge eine neue Welt, ein Wald. Er weiß jetzt, was er in seinem Leben will. Er möchte Klavierstimmer werden und das, obwohl er selbst nicht spielt.

Wir begleiten Tomura auf seinem Weg zum Klavierstimmer und lernen, dass das eigentliche Erlernen eines Berufes erst nach der Ausbildung beginnt. Wir begleiten Tomura von Klavier zu Klavier und eigentlich ist damit die Handlung des Buches auch schon beschrieben, denn der Zauber, der sich zwischen den Buchdeckeln befindet, liegt nicht in der Story, sondern in den Zwischentönen. Natsu Miyashita schreibt so, wie man sich Japaner vorstellt: ruhig, edel und tiefgründig. Wer sich auf dieses Buch einlässt, der erfährt viel über Naturverbundenheit, aber auch über den Weg zu sich selbst, über das Lernen und den Zweifel, wenn man feststellt, dass Lernen ein Fass ohne Boden ist und wahre Perfektion unerreichbar scheint.

Dieses Buch ist wie ein Musikstück. Es bietet jedem Leser ein anderes Erlebnis und holt ihn genau dort ab, wo er sich befindet. Dem Einen bringt es die Schönheit der Natur näher, dem anderen öffnet es das Tor zur Musik und wieder andere lernen über den Weg des Lebens. Es ist sicherlich kein Buch für jedermann, wie auch die Musik nicht jedem gefällt. Aber mich hat es in seinen Bann gezogen.

Den japanischen Buchhändlerpreis hat es jedenfalls völlig zurecht gewonnen.

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Veröffentlicht am 24.04.2021

Wichtiges Thema mit Schwächen in der Umsetzung

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
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„2,5 Grad- morgen stirbt die Welt“ weckte mein Interesse aus zwei Gründen. Zum einen habe ich vor nicht allzu langer Zeit ein Buch mit dem Titel 42 Grad gelesen und war völlig begeistert, zum Anderen finde ...

„2,5 Grad- morgen stirbt die Welt“ weckte mein Interesse aus zwei Gründen. Zum einen habe ich vor nicht allzu langer Zeit ein Buch mit dem Titel 42 Grad gelesen und war völlig begeistert, zum Anderen finde ich das Thema Klimawandel sehr interessant und bin immer wieder begeistert, wie Autoren dieses hochaktuelle Thema aufgreifen und verarbeiten. Anders als in 42 Grad muss sich Deutschland hier auf Überschwemmungen einstellen. Aber zurück zum Anfang: Leela Faber ist schwanger von ihrem Freund Jakob, einem Glaziologen, der sich gerade in der Antarktis befindet. Jakob schickt ihr hochbrisante Dokumente. Kurz darauf kommt er bei einem Gletscherabbruch ums Leben. Sein Leben wäre aber so oder so in Gefahr gewesen, die Natur kam seinem Mörder nur zuvor. Jedoch wissen die Mächtigen nun, dass Leela im Besitz der brisanten Dokumente ist und ihr Leben ist auch in Gefahr. Doch Leela dreht den Spieß um. Für Jakob und die Zukunft ihrer Kinder.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Durch die kurzen Kapitel liest es sich sehr schnell und auch der spannende Schreibstil sorgt dafür, dass die Seiten nur so durch die Finger fliegen. Das Thema ist hochbrisant und sehr gut umgesetzt. Oft fragt man sich, ob das wirklich unsere Zukunft sein wird, denn der Klimawandel wird nicht ernst genug genommen. Das sorgt beim Lesen für eine ganz besondere Art von Gänsehaut.

Leider finde ich das Buch ein wenig überladen. Viele Themen werden angesprochen, die zwar jedes für sich perfekt zum Hauptthema passen, aber dem Buch ein wenig an Spannung nehmen. Durch die vielen verschiedenen Protagonisten verlieren die einzelnen leider an Tiefe. Es fiel mir unglaublich schwer, zu den Figuren Bezug aufzubauen, was sehr schade ist. Ich verstehe durchaus die Intention des Autors, die verschiedenen Auswirkungen und Gefahren einzubauen, aber manchmal ist weniger mehr. Vielleicht hätte man sogar zwei Bücher daraus machen können, um das Ganze ein wenig zu entzerren und dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich besser in die Figuren einfühlen zu können.

Alles in allem ein sehr spannendes Buch mit fesselndem Ende zu einem wichtigen Thema, welches aber leider durch zu viele Nebenschauplätze und zu farblose Charaktere ein wenig verliert.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Spannender Pageturner

Blutzeit
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Lina Saint-Georges hat es eigentlich geschafft. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin und in einer guten, festen Beziehung. Leider ist ihr diese Beziehung ein wenig zu fest(gefahren) und ihre Heimat, der ...

Lina Saint-Georges hat es eigentlich geschafft. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin und in einer guten, festen Beziehung. Leider ist ihr diese Beziehung ein wenig zu fest(gefahren) und ihre Heimat, der Westerwald fehlt ihr, und so zieht sie kurzerhand wieder zurück in die Heimat. Der versierte Thrillerleser weiß natürlich, dass nicht nur in der Großstadt schreckliche Verbrechen geschehen und so ist Linas erster Fall auch direkt ein Fall bestialischer Morde in ihrer Heimat. Lina kennt alle Opfer. Kennt sie auch den Täter? Ist sie selbst in Gefahr?

Dieser Thriller hat es definitiv in sich. Doris Litz geht nicht zimperlich mit „ihren Opfern um und auch Tiere werden gequält. Für mich als Tierfreund ist das immer das Schlimmste, aber ich finde es gut, wichtig und richtig, eben auch Tierquälerei zu thematisieren. Sei es das „loswerden“ von Bauernhofkätzchen oder Jagdpraktiken, die auch von Jägern verurteilt werden, aber bei manchen Jägern noch immer hoch im Kurs stehen. Gewaltverbrecher beginnen oft mit Tieren. Das darf nie in Vergessenheit geraten. Man merkt deutlich, dass die Autorin selbst Tierfreundin ist, denn obwohl Tiere sterben,werden diese Szenen zum Glück nicht detailliert beschrieben.

Die Protagonistin ist eine sehr interessante Figur. Sie hat ihren einen Stil, ihre eigenen Prinzipien, nach denen sie lebt und handelt und lässt sich da auch nicht reinreden. Das mag am Anfang ein wenig arrogant wirken, doch je weiter man ins Buch eintaucht, desto mehr merkt man, dass jedem von uns ein bisschen Lina gut tun würde. Dabei ist sie nicht perfekt, was ihre Figur umso glaubhafter macht.

Der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch und ich bin sehr froh, das Buch an einem Wochenende gelesen zu haben, da ich es ansonsten heimlich auf der Arbeit hätte lesen müssen. Man kann einfach nicht damit aufhören. Nur gegen Ende gibt es eine Stelle, die mir ein wenig too much war. Es wirkte, als hätte Hollywood angerufen, dass doch noch ein wenig Action fehle. Das Buch hätte auch ohne diese Szene perfekt funktioniert. Aber das ist wirklich jammern auf höchstem Niveau, denn der Rest des Buches ist einfach phänomenal. Das Ende ist sehr spannend und wirklich nichts für schwache Nerven.

Mir hat dieses Buch wirklich außerordentlich gut gefallen. Man merkt, dass die Autorin im Setting verwurzelt ist, denn Linas Liebe zu ihrer Heimat und das Auflebenlassen der alten Freundschaften sind mit viel Gefühl beschrieben, was nur jemand kann, der das selbst auch fühlt. Mich hat das Buch wirklich mitgerissen und begeistert und so vergebe ich gerne und von Herzen die volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Absolut empfehlenswertes Erstlingswerk

SCHIKANE
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Das Lesen eines Erstlingswerkes ist immer ein wenig wie eine Wanderung durch neues Gebiet. Wenn man anfängt, weiß man nicht, ob einen öde, langweilige Landstriche oder ein abenteuerlicher Dschungel erwartet. ...

Das Lesen eines Erstlingswerkes ist immer ein wenig wie eine Wanderung durch neues Gebiet. Wenn man anfängt, weiß man nicht, ob einen öde, langweilige Landstriche oder ein abenteuerlicher Dschungel erwartet. Adrian Zeyher ist mit Schikane ein blühendes, lebendiges Meisterwerk gelungen, welches man ungern wieder verlässt. Wie bei einer Wanderung läuft man einfach los, ohne zu wissen, wo man ist, was man erlebt. Doch je mehr sich der Schleier lichtet, desto gefangener ist man in der Geschichte.

Leonard Kaczmarek ist ein ganz besonderer Kommissar. Nicht exzentrisch, eigenbrötlerisch oder extrem egoman, wie man es oft in anderen Büchern erlebt, sondern eher Typ Opfer. Leonard kämpft Zeit seines Lebens mit Mobbing und den Auswirkungen davon. Auch jetzt, bei der Polizei, ist er den Schikanen eines Kollegen ausgesetzt. Daher freut es ihn umso mehr, als sein Freund aus Jugendtagen sich in sein Revier versetzen lässt. Der erste gemeinsame Fall ist auch sogleich der Mord an einem Jugendlichen, welcher bekannt dafür war, seine Opfer zu schikanieren. Ein möglicher Täter, das Lieblingsopfer des Ermordeten, ist schnell gefunden. Doch ist der Fall wirklich so schnell gelöst?

Mit Leonard Kaczmarek ist Adrian Zeyher eine ganz besondere Figur gelungen. Er wirkt auf den ersten Blick unglaublich unscheinbar und geradezu langweilig und man möchte ihn so oft schütteln, damit er sich nicht ständig selbst im Wege steht. Er ist das perfekte Sinnbild dafür, was Mobbing in der Schule aus einem macht. Dass man es eben nicht später einfach ad acta legen kann, wenn man gerade in der prägenden Zeit des Lebens gelernt hat, wie gemein andere Menschen sein können. Seine Freunde aus der Schulzeit, die Brüder Viktor und Ragan, von denen einer im Gefängnis sitzt, sind das genaue Gegenteil und gerade diese beiden extremen Pole machen die Freundschaft und auch das Buch für die Leser spannend. Man verzeiht gerade Viktor vieles, was man anderen nicht verzeihen würde, eben weil er so gut zu Leo ist. Die psychologische Komponente gibt dem Buch eine ungeahnte Tiefe, ohne jemals belehrend zu wirken. Man kann sich drauf einlassen, muss es aber nicht.

Nicht nur die Protagonisten, auch die Story selbst ist nicht zu verachten. Ein packender Schreibstil gepaart mit einem hohen Spannungsbogen voller unerwarteter Wendungen sorgt dafür, dass man den Thriller nicht aus der Hand legen kann.

Ich bin von diesem Buch absolut überzeugt und begeistert und kann es nur empfehlen. Dem Autoren wünsche ich alles Gute und hoffe, bald wieder ein Werk von ihm in Händen halten zu können.

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