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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2019

Ein ungleiches Paar

Wilder Winter
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Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde, könnten aber ungleicher nicht sein . Mir gefallen sie gut, ebenso wie Cover und Titel.
„Wilder Winter“ ist nicht der einzige Krimi in der Serie mit den beiden ...

Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde, könnten aber ungleicher nicht sein . Mir gefallen sie gut, ebenso wie Cover und Titel.
„Wilder Winter“ ist nicht der einzige Krimi in der Serie mit den beiden Protagonisten Hap & Leonard , ich habe aber noch keine anderen gelesen. das wird sich wahrscheinlich jetzt ändern.
Hap Collins: weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer.
Leonard Pine: schwarz, schwul, Vietnamveteran.
Die beiden Freunde sind dankbar für das Geschäft, das Haps Ex-Frau Trudy ihnen vorschlägt – denn mehr als Gelegenheitsjobs haben sie selbst nicht zu bieten. Aber wie gedacht läuft die Sache schief und ein wilder Winter beginnt.
Der Krimi ist nicht nur spannend und zugleich unterhaltsam. Der schwarze Humor und die Spitzen auf die Gesellschaft sind das wirklich Tolle daran. Der Schreibstil ist außergewöhnlich, selbst Details werden skurril und originell präsentiert. Die Dialoge sind nur so gespickt mit Sticheleien und wirken dennoch sehr authentisch.
Die Beschreibung der Natur der texanischen Moorlandschaft schwächt den Humor ab und trägt zur teilweise bedrohlichen Grundstimmung des Krimis bei.

Der Krimi – der viel mehr als ein Krimi ist -hat eindeutig das Potential zu einer Kultserie.



Veröffentlicht am 31.03.2019

Eine tröstliche Botschaft für uns alle?

Der Wal und das Ende der Welt
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Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny ...

Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny Kennet, die Romanautorin Demelza Trevarrick und Polly, die hübsche Frau des Pastors. Doch keiner von ihnen ahnt, wie existenziell ihre Gemeinschaft vermutlich bedroht ist. Denn Joe ist aus London geflohen, wo er einen Kollaps in Gang gesetzt hat. Aber steht wirklich das Ende der ganzen Zivilisation bevor? Und was ist mit dem Wal, der in der Bucht von St. Piran viel zu nah am Strand schwimmt?
Das ist die Ausgangssituation für das kleine Dorf in Cornwall, das in eine große Geschichte über die Menschlichkeit hineingezogen wird. Eigentlich ein idyllischer kleiner Ort , aber auch hier macht die Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte nicht halt. der Mensch hat weit gebracht in seiner Zerstörungswut , in seiner Gedankenlosigkeit. Uns wird schmerhaft bewusst,. dass es „den Menschen“ an sich nicht gibt , sondern dass wir das sind , die endlich nachdenken müssen , die sich endlich von ihrem Egoismus lösen müssen und die Gemeinschaft , unsere Gemeinschaft stärken müssen.
Es sind in letzter Zeit viele dystopische Romane geschrieben worden, die uns zeigen , wie nah wir an einer Katastrophe sind. John Ironmongers „Der Wal und das Ende der Welt“ ist ein Endzeitroman mit optimistischer Aussage. Gut so.


Veröffentlicht am 23.03.2019

Wie der Westen seine demokratischen Werte verrät

Die große Heuchelei
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Jürgen Todenhöfer stellt uns schonungslos , offen und ehrlich der Wahrheit und deren erschütternden Hintergründen gegenüber. Selten habe ich dieser Zeit des Populismus , der fake News, des wachsenden ...

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Jürgen Todenhöfer stellt uns schonungslos , offen und ehrlich der Wahrheit und deren erschütternden Hintergründen gegenüber. Selten habe ich dieser Zeit des Populismus , der fake News, des wachsenden Rassismus und Nationalismus solche klaren und gut recherchierten Aussagen gelesen.
Während verschiedenster reisen in die Krisen- und Kriegsgebiete diese Welt sucht er nach der Wahrheit über sinnlose Kriege und Konflikte, deren Hintergründe , in denen die westliche Zivilisation seit jeher eine gewaltige Rolle spielt. Dabei beleuchtet er die Selbstherrlichkeit des Westens und stößt uns direkt auf Aussagen, die wir eigentlich alle kennen: Mit Krieg und Terror lässt sich die Welt nicht verbessern und Macht macht korrupt, egal von welcher Seite aus betrachtet.
Der Autor spricht dabei mit ganz verschiedenen Personen, hört Terroristen genauso aufmerksam zu wie Politikern und ganz einfachen Menschen , die nur friedlich mit ihrer Familie leben wollen
Dazu kommen Bilder der Zerstörung in verschiedenen Gegenden der Welt, aufgenommen von seinem Sohn Frederic , die und erschüttert zurücklassen .
Ein wichtiges Sachbuch , das uns sprachlos macht .Aber wenn wir nachdenken , werden wir nicht sprachlos bleiben dürfen.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Guilia kommt an …

Bella Ciao
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… und sagt Bella Ciao ?
Ein gewohnt schönes, auf das Wesentliche reduzierte „Diogenes-Cover“ macht den Leser neugierig.
1946 kommt Mrs. Giulia Masca in einer Limousine mit Chauffeur nach Borgo di Dentro ...


… und sagt Bella Ciao ?
Ein gewohnt schönes, auf das Wesentliche reduzierte „Diogenes-Cover“ macht den Leser neugierig.
1946 kommt Mrs. Giulia Masca in einer Limousine mit Chauffeur nach Borgo di Dentro zurück.
Sie ist eine „gemachte“ Frau und will sich irgendwie für das erlittene Leid rächen :
Fast ein halbes Jahrhundert zuvor wurde sie von ihrer Freundin Anita und ihrem Verlobten hintergangen. Enttäuscht und verletzt ließ sie deshalb als einfache Fabrikarbeiterin die piemontesischen Hügel hinter sich – allein, schwanger und ohne eine Lira –, um in New York ein neues Leben zu beginnen.
Während für Giulia der American Dream wahr wurde, mussten sich die Menschen von Borgo di Dentro mit den Folgen zweier Weltkriege auseinandersetzen. Sie erlebten das Aufkommen des Faschismus und den Befreiungskampf der Partisanen gegen dieses Regime.
Diese Leute durchlebten Krieg und Leid, erlebten aber auch Liebe und Mut. Es sind typische Geschichte der Menschen Mitte des 20.Jahrhunderts.
Nach und nach erfährt Giulia auch , wie es ihrer Freundin Anita und deren Familie ergangen ist und wie dem Verlobten, den Giulia damals ohne eine Erklärung zurückgelassen hat. Es sind Geschichten von Krieg und Leid, aber auch von Mut und Liebe, die sie zu hören bekommt – Geschichten, wie sie das 20. Jahrhundert schrieb.
Guilia erkennt, dass man in seinem Leben immer wieder mit schmerzhaften Ereignissen konfrontiert wird und das es Kraft und Mut erfordert, diese zu verarbeiten, und dann vielleicht enttäuschendes Verhalten zu verzeihen. Das ist letztendlich besser als jede Rache.
Die Autorin versteht es, die gesamte Geschichte detailgetreu zu schildern, um uns mitzunehmen, um mitzufühlen.
Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz.
Dennoch muss man sich konzentrieren, will man den Ereignissen folgen, denn die Zeitebenen wechseln häufig.
Der Stammbaum und die Auflistung der handelnden Personen erleichtern das Zurechtfinden im Roman ungemein.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Die Reinsten ?

Die Reinsten
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Künstliche Intelligenz , von der wir überwacht werden ,die unsere Zukunft lenkt – brauchen wir die ? Sind sie wirklich „rein“ und was ist das „rein“?
Nach dem Cover und dem Buchtrailer war ich gespannt, ...

Künstliche Intelligenz , von der wir überwacht werden ,die unsere Zukunft lenkt – brauchen wir die ? Sind sie wirklich „rein“ und was ist das „rein“?
Nach dem Cover und dem Buchtrailer war ich gespannt, aber nach der Leseprobe stellten sich mit obige Fragen.
Zum Inhalt:
Der Autor Thore D. Hansen zeigt uns eine Gesellschaft am Rande der Existenz. Wir sind im ausgehenden 22. Jahrhundert. Nach einer verheerenden Zeit von Kriegen, Seuchen und Klimakatastrophen führt die künstliche Intelligenz "Askit" die letzten Überlebenden in eine Ära des Friedens. Elite der neuen Welt sind die von Askit ständig überwachten "Reinsten", die als Wissenschaftler für die Regeneration des Planeten arbeiten.
Eve Legrand ist die Protagonistin dieses Romans ; sie ist eine geachtete Reinste. Die Askit -Gemeinschaft scheint sich positiv auf das Überleben der Menschen auszuwirken – so empfindet es jedenfalls Eve und will sich für diese Welt einsetzen. Aber sie wird nicht ausgewählt , sondern ohne nähere Erklärung einfach verstoßen. Sie flieht in die Zonen , die nicht von "Askit" kontrolliert werden. Dort erlebt sie eine Welt , die meilenweit von ihrem Vorstellungsvermögen entfernt ist. Erst jetzt erkennt sie die Problematik der Einteilung der Gesellschaft in Reinste und Kolonisten und der Schaffung des perfekten Menschen , die totale Kontrolle durch Askit .
Viele meiner Fragen vom Anfang wurden beantwortet , aber neue , teilweise beängstigende tauchten auf. Ein Buch , welches uns nachdenklich zurücklässt.
Insgesamt eine wichtige Geschichte über Menschlichkeit ; ein spannender Thriller, ein aufrüttelnder Science-Fiction-Roman