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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2019

eiskalt

Kalte Wasser
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Melanie Goldings „Kalte Wasser“ hat ein ansprechendes Cover, es irritiert allerdings die Bezeichnung Roman, da es sich ja wohl eher um einen Thriller handelt.
Mir fällt es etwas schwer, dieses Buch zu ...

Melanie Goldings „Kalte Wasser“ hat ein ansprechendes Cover, es irritiert allerdings die Bezeichnung Roman, da es sich ja wohl eher um einen Thriller handelt.
Mir fällt es etwas schwer, dieses Buch zu bewerten; das passiert mir eher selten.
Lauren, die Protagonistin, ist gerade Mutter von Zwillingen geworden, als der Alptraum beginnt. Eine Frau steht nachts an ihrem Krankenhausbett und schlägt ihr einen grausamen Deal vor: Eines von ihren Kindern gegen eines von Laurens.
Ganz am Anfang lesen wir aber, dass sich eine Frau will mit zwei Kindern im See ertränken will; das klingt nach einem eiskalten Lesegenuss.
Die Geschichte wird aus Laurens und Jos Perspektive erzählt. Jo, das ist die junge Polizistin Jo Harper .
Lauren lässt sich nicht auf den Tausch ein, daraufhin droht die Frau ihr beide Kinder wegzunehmen. Lauren schaltet daraufhin die Polizei ein.
Aber die Einzige, die ihr glaubt, ist eben jene junge Polizistin Jo Harper.
Die Geschichte entwickelt sich so dramatisch weiter, dass man das Buch nicht weglegen kann. Dabei kann man die Protagonisten nicht als sympathisch oder unsympathisch einordnen – mit Ausnahme von Jo Harper. Aber vielleicht macht das gerade auch die Spannung aus.
Der Thriller ist flüssig zu lesen .Es gibt viel Mystisches und manchmal fehlt allerdings die Stringenz. Als Leser pendelt man ständig zwischen realität und Fiktion. Am Ende ist es der Leser, der seine eigenen Schlüsse zu ziehen hat. was an und für sich nicht schlecht ist.

Veröffentlicht am 05.06.2019

Mit Märchen hat das nichts zu tun

Schneewittchensarg
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Krimis aus Schweden stehen in meinem Bücherschrank eine ganze Anzahl.
Krimis aus Schweden halten meist , was sie versprechen : Spannung , interessante Informationen zum jeweiligen historischen Kontext ...

Krimis aus Schweden stehen in meinem Bücherschrank eine ganze Anzahl.
Krimis aus Schweden halten meist , was sie versprechen : Spannung , interessante Informationen zum jeweiligen historischen Kontext und tolle Naturbeschreibungen.
Das Buch wäre mir in der Buchhandlung schon wegen seines Covers aufgefallen. Diesmal geht es um das Jahr 1971 und schon der Prolog lässt einen gelungenen Krimi erahnen.
Der Krimi beginnt mit einer Szene aus dem Jahr 1971…;ein stark angetrunkener Mann erleichtert sich im Wald und macht eine merkwürdige Beobachtung.
Und dann beginnt eine zunächst eher bizarre Story- um ein hinter Glas gebetteten Skelett – ein Schneewittchensarg. Allerdings entpuppt sich das als Kunstwerk in einer Ausstellungseröffnung präsentierte Werk als grausame Realität, denn nicht nur der Sarg ist gefälscht , er enthält auch keine Glasknochen , sondern die Leiche der seit langem – nämlich seit 1971 - vermissten Bertil Gustavssons.
Wir begegnen Kommissarin Stina Forss und Hauptkommissarin Ingrid Nyström, über deren Ermittlungen es schon Vorgängerbände gibt. Diese muss man aber nicht gelesen haben, um der Handlung dieses Bandes folgen zu können. Zum besseren Verständnis gibt es Rückblenden.
Das sind zwei starke Frauen , zwei starke Persönlichkeiten, die ein unterkühltes Verhältnis zueinander haben. Ich finde es gut , dass auch private Einblicke in das Leben des gesamten Ermittlerteams in den Krimi einfließen.
Das schwierige Verhältnis der beiden Ermittlerinnen erleichtert die nötige Zusammenarbeit nicht gerade- gut dass es ein Team um sie herum gibt , die alles zusammenhalten.
Zusätzlich erschwert werden die Ermittlungen dadurch, dass die auflösenden Ereignisse schon so lange her sind und damals nur knapp ermittelt wurde.
Es war meiner erster Roman um das Team der beiden Kommissarinnen .
Die Geschichte ist trotz der recht zahlreichen Handlungsstränge spannend.
Die überraschende Auflösung – eigentlich durchaus – hat mich besonders angesprochen.

Veröffentlicht am 05.06.2019

Ein ungleiches Paar

Wilder Winter
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Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde, könnten aber ungleicher nicht sein . Mir gefallen sie gut, ebenso wie Cover und Titel.
„Wilder Winter“ ist nicht der einzige Krimi in der Serie mit den beiden ...

Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde, könnten aber ungleicher nicht sein . Mir gefallen sie gut, ebenso wie Cover und Titel.
„Wilder Winter“ ist nicht der einzige Krimi in der Serie mit den beiden Protagonisten Hap & Leonard , ich habe aber noch keine anderen gelesen. das wird sich wahrscheinlich jetzt ändern.
Hap Collins: weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer.
Leonard Pine: schwarz, schwul, Vietnamveteran.
Die beiden Freunde sind dankbar für das Geschäft, das Haps Ex-Frau Trudy ihnen vorschlägt – denn mehr als Gelegenheitsjobs haben sie selbst nicht zu bieten. Aber wie gedacht läuft die Sache schief und ein wilder Winter beginnt.
Der Krimi ist nicht nur spannend und zugleich unterhaltsam. Der schwarze Humor und die Spitzen auf die Gesellschaft sind das wirklich Tolle daran. Der Schreibstil ist außergewöhnlich, selbst Details werden skurril und originell präsentiert. Die Dialoge sind nur so gespickt mit Sticheleien und wirken dennoch sehr authentisch.
Die Beschreibung der Natur der texanischen Moorlandschaft schwächt den Humor ab und trägt zur teilweise bedrohlichen Grundstimmung des Krimis bei.

Der Krimi – der viel mehr als ein Krimi ist -hat eindeutig das Potential zu einer Kultserie.



Veröffentlicht am 31.03.2019

Eine tröstliche Botschaft für uns alle?

Der Wal und das Ende der Welt
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Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny ...

Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny Kennet, die Romanautorin Demelza Trevarrick und Polly, die hübsche Frau des Pastors. Doch keiner von ihnen ahnt, wie existenziell ihre Gemeinschaft vermutlich bedroht ist. Denn Joe ist aus London geflohen, wo er einen Kollaps in Gang gesetzt hat. Aber steht wirklich das Ende der ganzen Zivilisation bevor? Und was ist mit dem Wal, der in der Bucht von St. Piran viel zu nah am Strand schwimmt?
Das ist die Ausgangssituation für das kleine Dorf in Cornwall, das in eine große Geschichte über die Menschlichkeit hineingezogen wird. Eigentlich ein idyllischer kleiner Ort , aber auch hier macht die Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte nicht halt. der Mensch hat weit gebracht in seiner Zerstörungswut , in seiner Gedankenlosigkeit. Uns wird schmerhaft bewusst,. dass es „den Menschen“ an sich nicht gibt , sondern dass wir das sind , die endlich nachdenken müssen , die sich endlich von ihrem Egoismus lösen müssen und die Gemeinschaft , unsere Gemeinschaft stärken müssen.
Es sind in letzter Zeit viele dystopische Romane geschrieben worden, die uns zeigen , wie nah wir an einer Katastrophe sind. John Ironmongers „Der Wal und das Ende der Welt“ ist ein Endzeitroman mit optimistischer Aussage. Gut so.


Veröffentlicht am 23.03.2019

Wie der Westen seine demokratischen Werte verrät

Die große Heuchelei
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Jürgen Todenhöfer stellt uns schonungslos , offen und ehrlich der Wahrheit und deren erschütternden Hintergründen gegenüber. Selten habe ich dieser Zeit des Populismus , der fake News, des wachsenden ...

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Jürgen Todenhöfer stellt uns schonungslos , offen und ehrlich der Wahrheit und deren erschütternden Hintergründen gegenüber. Selten habe ich dieser Zeit des Populismus , der fake News, des wachsenden Rassismus und Nationalismus solche klaren und gut recherchierten Aussagen gelesen.
Während verschiedenster reisen in die Krisen- und Kriegsgebiete diese Welt sucht er nach der Wahrheit über sinnlose Kriege und Konflikte, deren Hintergründe , in denen die westliche Zivilisation seit jeher eine gewaltige Rolle spielt. Dabei beleuchtet er die Selbstherrlichkeit des Westens und stößt uns direkt auf Aussagen, die wir eigentlich alle kennen: Mit Krieg und Terror lässt sich die Welt nicht verbessern und Macht macht korrupt, egal von welcher Seite aus betrachtet.
Der Autor spricht dabei mit ganz verschiedenen Personen, hört Terroristen genauso aufmerksam zu wie Politikern und ganz einfachen Menschen , die nur friedlich mit ihrer Familie leben wollen
Dazu kommen Bilder der Zerstörung in verschiedenen Gegenden der Welt, aufgenommen von seinem Sohn Frederic , die und erschüttert zurücklassen .
Ein wichtiges Sachbuch , das uns sprachlos macht .Aber wenn wir nachdenken , werden wir nicht sprachlos bleiben dürfen.