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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2024

Sehr berührende Geschichte in tollem Setting

So nah der Morgen
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Jessica Winter ist eine meiner Lieblingsautorinnen im New Adult-Bereich - bisher war fast jedes Buch, das ich von ihr gelesen habe, ein Volltreffer. Auch der Auftakt zur Oak Harbor-Reihe konnte mich vom ...

Jessica Winter ist eine meiner Lieblingsautorinnen im New Adult-Bereich - bisher war fast jedes Buch, das ich von ihr gelesen habe, ein Volltreffer. Auch der Auftakt zur Oak Harbor-Reihe konnte mich vom ersten Moment an mitnehmen. Ich habe mich sofort in das verschlafene Örtchen verliebt, und auch die Protagonisten Charlie und Noah waren mir von Anfang an total sympathisch.

Charlie war natürlich aufgrund ihrer Kindheit und Jugend von außen betrachtet der spannendere Charakter, das Mädchen mit dem Fluchtreflex, das nie Liebe erfahren hat und deshalb auch nicht glauben kann, dass sie es wert ist geliebt zu werden. Doch auch Noah fand ich total vielschichtig, mit seinem Helferkomplex Charlie gegenüber und gleichzeitig seiner Risikofreude im Job, die, wie sich herausstellt, vielmehr seine Art der Traumabewältigung darstellt. Seine Tätigkeit für die Seenotrettung fand ich super spannend - manchmal vielleicht etwas überdramatisch, aber auch total heiß.
In Rückblicken erlebt der Leser, wie sich die beiden kennengelernt haben und wie es dazu kam, dass Charlie Hals über Kopf ihre Zelte in Oak Harbor abbrechen musste. Für mich waren diese Kapitel die perfekte Ergänzung, um die Chemie zwischen den beiden, die zweifelsohne von Anfang an vorhanden und spürbar war, zu verstehen.

Neben Charlie und Noah fand ich als Nebencharakter vor allem Seven und Marvin klasse. Seven in erster Linie in seiner Interaktion mit Charlie und Marvin... nun, weil er einfach Marvin ist.

Die Handlung war gut durchdacht, klar strukturiert und logisch nachvollziehbar. Wenn ich etwas bemängeln müsste, wäre es die Sache mit dem Konzert bzw. die fehlende Aufarbeitung der Ereignisse. Soweit ich das sehen kann, versucht jeder der Beteiligten, auf seine Weise mit dem Erlebten umzugehen. Dabei wäre eine Therapie wahrscheinlich die sinnvollere Strategie gewesen. Auch die Tatsache, dass am Anfang die Verletzungen der Hauptcharaktere so gravierend ausgesehen haben und am Ende quasi nichts körperliches geblieben ist, empfand ich als äußerst unrealistisch. Aber wir schieben das mal auf die künstlerische Freiheit.

Mein Fazit: Ich hab das Buch sehr gerne gelesen, ein absolut gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich bin gespannt, warum es Posie nach Hollywood verschlagen hat, auch wenn ich hierzu bereits eine Theorie habe. Auf jeden Fall gebe ich eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.10.2024

Überhaupt nicht mein Fall

Things We Left Behind (Knockemout 3)
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"Things we left behind" ist der dritte Teil der Knockamout-Reihe von Lucy Score. Um alle Zusammenhänge zu verstehen, sollte man die ersten beiden Bände gelesen haben.

Ich bin ganz ehrlich: Mir hat das ...

"Things we left behind" ist der dritte Teil der Knockamout-Reihe von Lucy Score. Um alle Zusammenhänge zu verstehen, sollte man die ersten beiden Bände gelesen haben.

Ich bin ganz ehrlich: Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen und ich bin im Nachhinein ganz schön stolz auf mich, dass ich die gesamten 558 Seiten trotzdem durchgezogen habe. Dennoch die positiven Aspekte zuerst:
Die Buchcover dieser Reihe fand ich ganz bezaubernd und auch die Idee mit den jeweiligen Blumen, die alle in den einzelnen Bänden eine Rolle spielen, ganz süß. Im Großen und Ganzen und trotz meiner Probleme mit den männlichen Protagonisten habe ich die Clique rund um Naomi, Lina und Sloane lieb gewonnen. Es gab durchaus ein paar witzige Szenen in den Büchern und vor allem auch ein paar sehr liebevoll ausgearbeitete Nebencharaktere wie Stef oder Waylay, die die Reihe zu etwas besonderem gemacht haben. Last but not least: Die Rahmenhandlung der drei Bände, das kriminalistische Element, fand ich durchaus spannend und sie war einer der Gründe, warum ich die Bücher zu Ende gelesen habe.

Was ich leider nicht so gelungen fand, das waren der Schreibstil und die männlichen Protagonisten. Zu Knox und Nash habe ich in meinen Rezensionen zu den ersten beiden Bänden bereits etwas geschrieben, weshalb ich mich hier auf Lucian konzentrieren möchte. Bei ihm hat mich dieses ständige beschützende und teilweise sogar übergriffige Alphamännchen-Gehabe extrem gestört. Zudem konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, was er für ein Problem mit Sloane hatte. Es handelt sich bei diesem Roman ja um eine Second Chance- und gleichzeitig Enemies-to-lovers-Geschichte - doch dieses Enemy-Ding wirkte dermaßen konstruiert, dass ich es einfach nicht ernst nehmen konnte. Auch, dass er so lange verschweigt, was eigentlich sein Problem ist, wirkte recht unnatürlich.
Hinzu kommt der Schreibstil, der Lucian eine extrem ordinäre Sprache vorgibt und damit auch nicht dazu beiträgt, dass ich ihn sympathisch gefunden hätte. Die Sexszenen sind äußerst explizit geschrieben - sowas muss man mögen oder eben nicht. Mir wars in dieser Reihe echt zu viel, weil es die Beziehung der drei Paare so stark auf etwas Neandertalerhaftes reduziert hat. Sloane hatte wie vorher auch schon Lina einen tollen und interessanten Charakter, kam aber leider viel zu oft rüber wie ein höriges Püppchen, das sich in einer Tour von ihrem toxischen Liebhaber manipulieren lässt.

Mein Fazit: Ich kann den Hype um diese Reihe leider nicht nachvollziehen. Die Bücher sind mit insgesamt mehr als 1.500 Seiten deutlich zu lang und warten mit jeder Menge Klischee auf. Leider überhaupt nicht mein Fall - deshalb nur 2 von 5 Sternen für "Things we left behind".

Veröffentlicht am 22.09.2024

Deutlich besser als Band 1

Things We Hide From The Light (Knockemout 2)
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Auch Band 2 der Knockamout-Reihe von Lucy Score ist wieder eine Kombination aus Liebesroman und Krimi. Wäre es ein Kinofilm, wäre es wahrscheinlich eine Actionkomödie mit Jennifer Aniston und Ryan Reynolds ...

Auch Band 2 der Knockamout-Reihe von Lucy Score ist wieder eine Kombination aus Liebesroman und Krimi. Wäre es ein Kinofilm, wäre es wahrscheinlich eine Actionkomödie mit Jennifer Aniston und Ryan Reynolds in den Hauptrollen geworden - denn eine Geschichte, in der während der größten Schießerei über das Heiraten gesprochen wird, kann man ja wohl wirklich nicht ernst nehmen.

Im Vergleich zum ersten Teil bin ich diesmal viel schneller mit den Protagonisten Nash und Lina warm geworden. Ich fand Nash einfach total liebenswert, mit seinem Helfersyndrom, seinem großen Herzen und und seiner Heldenaura. Der Polizeichef flucht zwar auch oft, aber bei weitem nicht so ordinär und inbrünstig wie sein Bruder Knox.
Lina ist der Inbegriff einer taffen Frau, deren zweiter Vorname "Eigenständigkeit" ist. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt und ich mochte die Art, wie sie sich langsam von ihrem selbst auferlegten Käfig der Einsamkeit gelöst hat.
Ganz zauberhaft fand ich Piper, die so plötzlich in Nashs Leben geschneit ist und so von Anfang an ein Bindeglied zwischen ihm und Lina dargestellt hat.

Die Handlung war im Großen und Ganzen gut durchdacht und spannend angelegt. Trotzdem war mir auch Band 2 wieder zu lang - das Buch ist 530 Seiten dick, und das ist bei einer Trilogie, in der die Handlung eigentlich nicht allzu komplex angelegt ist, doch ne ganz schöne Hausnummer. Dennoch war inhaltlich mehr geboten als in Band 1.
Den Schreibstil fand ich auch in Band 2 wieder sehr leicht und humorvoll. Vor allem Mrs. Tweedy und ihre Gang haben sehr zu meiner Erheiterung beigetragen.

Abschließend noch ein Wort zu den Covers der Reihe: Ich mag die Farbgebung, die moderne Schriftart und die Idee mit den verschiedenen Blumen. Wäre mir auf jeden Fall im Regal in der Buchhandlung aufgefallen. Wie auch schon die Gänseblümchen in Band 1, haben auch die Maiglöckchen hier eine tiefere Bedeutung.

Mein Fazit: Für mich deutlich besser als Band 1. Das Buch ließ sich trotz der Länge gut lesen und war zu keiner Zeit langweilig, sondern lediglich langatmig. Hierfür gibt's von mir 4 von 5 Sternen - wir haben also für die Geschichte von Lucian und Sloane, zu der es in den ersten beiden Bänden schon so viele Teaser gab, noch ein bisschen Luft nach oben.

Veröffentlicht am 17.09.2024

Roadtrip mit Hindernissen

Der erste letzte Tag
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Ungleicher könnte das Paar kaum sein, das Sebastian Fitzek in seinem Nicht -Thriller "Der erste letzte Tag" auf einen Roadtrip quer durch Deutschland schickt. Livius hat lange nicht mehr darüber nachgedacht, ...

Ungleicher könnte das Paar kaum sein, das Sebastian Fitzek in seinem Nicht -Thriller "Der erste letzte Tag" auf einen Roadtrip quer durch Deutschland schickt. Livius hat lange nicht mehr darüber nachgedacht, was er sich für sein Leben eigentlich wünscht. Er reagiert anstatt zu agieren, geht gerne auf Nummer Sicher und entbehrt jeglicher spontanen Ader. Lea hingegen liebt Risiken, sie denkt in Grauzonen, hinterfragt alles und ist nie um einen schlauen Spruch verlegen.

Auf ihrer Reise durch die Republik erleben sie jede Menge Haarsträubendes, das Livius dazu bringt, seine Scheuklappen abzulegen und über den Tellerrand hinaus zu schauen. Der Roman wartet mit einigen Plottwists und Überraschungen auf, die das Buch zu einem echten Leseerlebnis machen.

Persönlich fand ich etwas anstrengend, dass Fitzek gefühlt jede Lebensweisheit, die es auf der Welt gibt, in den Roman einfließen lassen musste. Ich verstehe das Konzept dahinter, hätte mich aber auch mit weniger zufrieden gegeben.

Mein Fazit: Ja, er kann nicht nur Thriller. Das Buch war humorvoll, überraschend und äußerst bewegend. Für die manchmal etwas langatmigen Diskurse über die Weisheiten dieser Welt gibt's einen halben Stern Abzug, so dass ich 4,5 von 5 Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 15.09.2024

Cozy und romantisch - Winterfeeling pur!

New Wishes
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Ein weiterer Ausflug nach Green Valley - diesmal zur Vorweihnachtszeit. Ich habe das Buch an einem regnerischen Tag im Herbst gelesen und konnte deshalb das volle Weihnachtsfeeling in mich aufsaugen. Der ...

Ein weiterer Ausflug nach Green Valley - diesmal zur Vorweihnachtszeit. Ich habe das Buch an einem regnerischen Tag im Herbst gelesen und konnte deshalb das volle Weihnachtsfeeling in mich aufsaugen. Der Geruch von Tannennadeln und Bratapfelpunsch kam nur so aus den Seiten geflogen, begleitet von einem immerwährenden Glöckchenklingeln und den leisen Klängen der Weihnachtsklassiker von Sinatra und Co.

Die Geschichte von Rebecca und Leo hat mir richtig gut gefallen. Es ist eine Geschichte der leisen Töne, ganz unaufgeregt und ohne viel unnötiges Drama. Endlich mal wieder ein Couple, das sich unbeschwert und völlig außerhalb der aktuell so angesagten Tropes kennen- und lieben lernen kann. Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte einen Plottwist, aber der Umgang unserer Protagonisten damit ist größtenteils vernünftig und nicht überdramatisiert.

Schön fand ich auch, viele alte Bekannte aus Green Valley wiederzusehen. Die Clique ist inzwischen zu einer stattlichen Größe angewachsen, aber mit jeder einzelnen Person verbindet man schöne Erinnerungen an die Vorgänger-Bände.

Mein Fazit: Ein ganz wundervoller, romantischer Roman mit etwas Eishockeyflair und ganz viel Weihnachtsfeeling. Hab ich super gerne gelesen und vergebe dafür ebenso gerne 5 von 5 Sternen.