Ein stilles, aber intensives Finale
Between Fading Stars~Between Fading Stars von Anna Savas~
Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anna Savas schon seit Langem, und Between Fading Stars war für mich eines der meisterwarteten Bücher überhaupt. Als Abschluss ...
~Between Fading Stars von Anna Savas~
Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anna Savas schon seit Langem, und Between Fading Stars war für mich eines der meisterwarteten Bücher überhaupt. Als Abschluss der London is Lonely-Reihe hatte ich große Hoffnungen – und gleichzeitig diese leise Angst, dass es emotional vielleicht „zu viel“ oder nicht ganz rund werden könnte, da ich besonders den zweiten Band der Dilogie davor, nicht ganz mochte. Doch rückblickend kann ich sagen: Dieses Buch war genau das Finale, das diese Reihe gebraucht hat.
Die Geschichte setzt an einem Punkt an, an dem vieles noch unausgesprochen ist. Wes und Hailey verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die von Liebe, Verletzungen und Entscheidungen geprägt ist, die beide nachhaltig verändert haben. Ihr Wiedersehen fühlt sich von der ersten Seite an intensiv an – nicht laut oder dramatisch, sondern schwer, angespannt und voller unausgesprochener Gefühle. Man spürt sofort, dass zwischen ihnen Dinge stehen, die nicht einfach vergessen werden können und dort auch noch Gefühle sind, die sie sich nicht eingestehen wollen.
Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig Anna Savas mit dieser Second-Chance-Dynamik umgeht. Schon in „Hold Me“ hat sie das großartig umgesetzt und auch wieder in dieser Geschichte. Es gibt kein schnelles Verzeihen und kein überstürztes Wiederannähern. Stattdessen entsteht ein vorsichtiges, manchmal schmerzhaft langsames Aufeinander-Zugehen. Alte Wunden brechen auf, Erinnerungen drängen sich in den Vordergrund, und genau das macht ihre Geschichte so glaubwürdig.
➳ Hailey als Protagonistin hat mich emotional sehr abgeholt. Ihre Unsicherheiten, ihre Selbstzweifel und ihr innerer Druck wirken unglaublich real, vor allem in Bezug auf ihre Rolle als Autorin. Die Einblicke in die Verlagswelt, Lesereisen und den Prozess einer Veröffentlichung fand ich nicht nur sehr spannend, sondern habe es geliebt! Auch einfach, weil eine Autorin davon am besten schreiben kann.
Schreiben ist für Hailey nicht einfach ein Job, sondern ein Teil ihrer Identität, und genau das spürt man in jeder Szene. Ihre Ängste, nicht gut genug zu sein oder den Erwartungen nicht zu genügen, haben mich immer sehr berührt und haben sie noch authentischer gemacht.
➳ Wes hingegen zeigt sich in diesem Band so verletzlich wie nie zuvor. Ich mochte ihn in Band 1 schon sehr (er tat mir dann auch echt leid!) und über die gesamte Reihe hinweg betrachtet, bekommt seine Entwicklung hier endlich den Raum, den sie verdient. Er wirkt nachdenklich, teilweise verloren und auf der Suche nach seinem Platz – sowohl beruflich als auch emotional. Besonders berührend fand ich, wie sehr er versucht, für andere da zu sein, während er selbst oft nicht weiß, was er eigentlich braucht. Seine innere Zerrissenheit hat ihn Nahbarer gemacht.
Die Beziehung zwischen Wes und Hailey lebte von kleinen Momenten. Es sind Blicke, Gespräche, Erinnerungen und unausgesprochene Gedanken, die ihre Verbindung ausmachen. Große Gesten treten in den Hintergrund, dafür gewinnen die leisen Szenen umso mehr an Bedeutung. Gerade diese Zurückhaltung macht ihre Liebesgeschichte so intensiv und hat sie mich so lieben lassen. Es ist eine Romance, die nicht auf Drama setzt, sondern auf Emotionen, Entwicklung und gegenseitiges Verständnis.
Auch thematisch überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Neben der Liebesgeschichte geht es um Selbstfindung, Schuld, Vergebung und darum, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Nichts davon wirkt überladen oder aufgesetzt.
Obwohl die Handlung insgesamt ruhiger ist, hatte ich nie das Gefühl, dass etwas fehlt – im Gegenteil: Die emotionale Tiefe trägt das gesamte Buch. Der Schreibstil von Anna Savas ist für mich, wie immer, eines der größten Highlights. Er ist weich, poetisch und gleichzeitig sehr klar. Viele Szenen wirken lange nach, weil zwischen den Zeilen so viel Gefühl liegt. London als Schauplatz verstärkt diese melancholische Atmosphäre noch einmal und passt perfekt zur emotionalen Grundstimmung der Geschichte.
Gegen Ende hatte ich mehrfach diesen Moment, in dem ich das Buch kurzschließen musste, um das Gelesene wirken zu lassen. Nicht, weil es zu viel war, sondern weil es so ehrlich und berührend geschrieben ist. Der Abschluss fühlt sich ruhig, verdient und genau richtig an – ohne unnötige Dramatik, aber mit ganz viel Herz. Ich kann es jetzt auch noch gar nicht fassen, dass die Reihe wieder zu Ende ist und noch nichts von Anna Savas neu angekündigt wurde. Ich hoffe sehr, dass das bald passieren wird!
Fazit:
„Between Fading Stars“ bekommt von mir 5 von 5 Sternen und war für mich ein absolutes Monatshighlight. Ein emotionales, tiefgründiges und wunderschönes Finale, das die London is Lonely-Reihe perfekt abschließt. Anna Savas erzählt eine Second-Chance-Romance, die weh tut, Hoffnung schenkt und lange nachhallt. Für alle, die leise Geschichten mit großer emotionaler Wirkung lieben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.