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Veröffentlicht am 10.03.2026

Zwischen Schicksal, Zweifel und zerbrochener Zeit

The Things Gods Break – Schattenverführt
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~The Things Gods Break – Schattenverführt von Abigail Owen~

Meine Meinung:
(Achtung! Spoiler möglich, lesen auf eigene Gefahr!)
Nachdem ich schon den ersten Band der Reihe sehr geliebt habe, musste ich ...

~The Things Gods Break – Schattenverführt von Abigail Owen~

Meine Meinung:
(Achtung! Spoiler möglich, lesen auf eigene Gefahr!)
Nachdem ich schon den ersten Band der Reihe sehr geliebt habe, musste ich natürlich auch den zweiten Band lesen und auch dieser hat mir wieder sehr gefallen.
Ganz ehrlich? Dieses Buch ist absolut verrückt. Im besten und im frustrierendsten Sinne zugleich. Schon nach den ersten Kapiteln war klar, dass Abigail Owen hier nicht einfach nur einen „Übergangsband“ schreibt, wie es bei den meisten zweiten Bänden der Fall ist. Stattdessen sprengt sie ihr eigenes Universum: Zeitreisen. Resets. Eine zerbrochene Timeline. Titanen, die vielleicht nie die wahren Monster waren. Und mittendrin Lyra, die nach dem ersten Band noch nicht genug gelitten hatte, sie ist nicht nur Überlebende der Spiele, sondern Dreh- und Angelpunkt von allem.

Das Konzept? Einfach großartig! Die meisten Geschichten heutzutage tendieren eher dazu vorsichtig zu sein, Abigail Owen ist mit dieser Geschichte aber aufs Ganze gegangen. Ich liebe es wie sie mit der Zeit spielt, die Realität verbiegen und nach und nach ein riesiges Puzzle zusammensetzen. Besonders der Gedanke, dass die Titanen Lyra schon aus vorherigen Zeitlinien kennen, dass sich alles immer wiederholt, mit kleinen Veränderungen, hat mich sehr gefesselt. Dieses langsame Enthüllen, dass Hades sie schon viel länger kennt, als sie begreift, war für mich eines der stärksten Elemente des Buches. Ich hatte im ersten Band schon so eine leise Vermutung und ich liebe es, wenn sich Theorien am Ende tatsächlich bewahrheiten.

Aber (und das ist ein großes Aber): Dieses Buch ist lang. Und voll. Und manchmal einfach zu viel. Es passiert so unfassbar viel gleichzeitig, viele neue Prüfungen, neue Rätsel, neue „Schlösser“, die gelöst werden müssen, neue Enthüllungen, neue Charaktere mit komplizierten Namen, sodass ich zwischendurch wirklich einen Knoten im Kopf hatte. Einige der Prüfungen wirkten auf mich unnötig in die Länge gezogen, fast wie ein Déjà-vu zu den Spielen aus Band eins. Einerseits habe ich die Komplexität des ganzen geliebt, aber andererseits hat mir manchmal auch eine gewisse Leichtigkeit gefehlt, da es regelrecht, wie ein Rennen gegen die Zeit war.

Lyra selbst war für mich diesmal etwas schwieriger zu greifen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe ihre Stärke, ihren Kampfgeist und ihren Humor. Aber ihre ständigen Selbstzweifel und ihre endlosen Fragen haben mich irgendwann wahnsinnig gemacht. Gerade in Bezug auf Hades. Nach allem, was er für sie getan hat, sie zur Königin gemacht, Opfer gebracht, sich gegen die Götter gestellt, immer wieder zu hinterfragen, ob er sie wirklich liebt, fühlte sich für mich wie ein Rückschritt an. Als würde ihre Entwicklung aus Band eins stellenweise wieder zurückgedreht werden.
Und trotzdem: Ich finde Lyra als Figur unglaublich spannend. Gerade jetzt, wo sie mehr über ihre Rolle in der Zeit und ihre eigene Macht erfährt. Ich bin extrem neugierig, wohin ihre Entwicklung als Göttin noch führen wird, da da bestimmt noch einiges kommen wird.

Hades hingegen war diesmal weniger präsent (was ich sehr schade fand), zumindest im „Jetzt“. Durch die Zeitsprünge sehen wir verschiedene Versionen von ihm, an unterschiedlichen Punkten seines Lebens, und das war emotional unglaublich stark. Zu erkennen, wie lange er sie schon kennt. Wie tief seine Gefühle reichen. Wie oft sie sich, aus seiner Perspektive, vielleicht schon begegnet sind und das über Jahrhunderte hinweg. Es hat für mich sein Verhalten aus Band 1 noch besser erklären können und ich mag ihn jetzt auch noch viel mehr als davor!

Ein absolutes Highlight waren für mich die Titanen. Ihre Dynamik, dieses beinahe familiäre Miteinander, die Grauzonen zwischen Gut und Böse. Ich fand das richtig gut und auch der perfekte Touch für diese Geschichte. Eigentlich kennt man ja nur die Geschichten wie böse die Titanen sind und ich liebe es, wie Abigail Owen das ganze umgeschrieben hat und das auch mit einer sehr logischen Erklärung.
Vor allem Kronos hat mich überrascht. So vielschichtig, so anders als erwartet, und sein Schicksal hat mich wirklich getroffen. Auch Persephone mochte ich hier deutlich mehr, als ich gedacht hätte. Sie verdient definitiv mehr, als sie bekommen hat.
Was ich ebenfalls spannend fand, war die Enthüllung rund um die Prophezeiung. Dass vielleicht nicht alles so wahr ist, wie es scheint. Dass Manipulation im Spiel sein könnte. Und dieses Epilog-Kapitel? Unheimlich. Ich weiß gar nicht wenn man noch trauen kann und wem nicht…

Trotz aller Kritikpunkte hatte ich beim Lesen unglaublich viel Spaß und habe das Buch sehr schnell verschlungen. Es war intensiv, verwirrend, emotional, manchmal auch etwas frustrierend und dabei nie langweilig. Die Idee hinter der zerbrochenen Zeit, die moralischen Grauzonen, die Frage danach, wer wirklich der „Böse“ ist (die immer noch nicht geklärt wurde), haben diese Reihe für mich auf eine neue Ebene gehoben. Man muss aufmerksam lesen, mitdenken, tausende Theorien spinnen und genau das liebe ich eigentlich an Büchern.


Fazit:
„The Things Gods Break – Schattenverführt“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sterne und hat mir sehr gut gefallen! Auch wenn mich die Zeitreisen stellenweise überfordert, einige Prüfungen sich gezogen und Lyras Zweifel mich wahnsinnig gemacht haben, bleibt das gesamte Buch und damit auch diese Reihe unglaublich stark. Es ist ein komplexer, emotionaler Mittelband mit mutigen Plot-Twists, spannenden moralischen Grauzonen und einer Liebesgeschichte, die mehr tragisch-schicksalhaft als märchenhaft ist.
Ich habe jetzt schon Angst vor Band drei. Wirklich. Aber ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie das ganze weitergeht, und ich glaube, das ist genau das, was für diese Reihe spricht!

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Ein stilles, aber intensives Finale

Between Fading Stars
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~Between Fading Stars von Anna Savas~


Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anna Savas schon seit Langem, und Between Fading Stars war für mich eines der meisterwarteten Bücher überhaupt. Als Abschluss ...

~Between Fading Stars von Anna Savas~


Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anna Savas schon seit Langem, und Between Fading Stars war für mich eines der meisterwarteten Bücher überhaupt. Als Abschluss der London is Lonely-Reihe hatte ich große Hoffnungen – und gleichzeitig diese leise Angst, dass es emotional vielleicht „zu viel“ oder nicht ganz rund werden könnte, da ich besonders den zweiten Band der Dilogie davor, nicht ganz mochte. Doch rückblickend kann ich sagen: Dieses Buch war genau das Finale, das diese Reihe gebraucht hat.
Die Geschichte setzt an einem Punkt an, an dem vieles noch unausgesprochen ist. Wes und Hailey verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die von Liebe, Verletzungen und Entscheidungen geprägt ist, die beide nachhaltig verändert haben. Ihr Wiedersehen fühlt sich von der ersten Seite an intensiv an – nicht laut oder dramatisch, sondern schwer, angespannt und voller unausgesprochener Gefühle. Man spürt sofort, dass zwischen ihnen Dinge stehen, die nicht einfach vergessen werden können und dort auch noch Gefühle sind, die sie sich nicht eingestehen wollen.

Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig Anna Savas mit dieser Second-Chance-Dynamik umgeht. Schon in „Hold Me“ hat sie das großartig umgesetzt und auch wieder in dieser Geschichte. Es gibt kein schnelles Verzeihen und kein überstürztes Wiederannähern. Stattdessen entsteht ein vorsichtiges, manchmal schmerzhaft langsames Aufeinander-Zugehen. Alte Wunden brechen auf, Erinnerungen drängen sich in den Vordergrund, und genau das macht ihre Geschichte so glaubwürdig.

➳ Hailey als Protagonistin hat mich emotional sehr abgeholt. Ihre Unsicherheiten, ihre Selbstzweifel und ihr innerer Druck wirken unglaublich real, vor allem in Bezug auf ihre Rolle als Autorin. Die Einblicke in die Verlagswelt, Lesereisen und den Prozess einer Veröffentlichung fand ich nicht nur sehr spannend, sondern habe es geliebt! Auch einfach, weil eine Autorin davon am besten schreiben kann.
Schreiben ist für Hailey nicht einfach ein Job, sondern ein Teil ihrer Identität, und genau das spürt man in jeder Szene. Ihre Ängste, nicht gut genug zu sein oder den Erwartungen nicht zu genügen, haben mich immer sehr berührt und haben sie noch authentischer gemacht.
➳ Wes hingegen zeigt sich in diesem Band so verletzlich wie nie zuvor. Ich mochte ihn in Band 1 schon sehr (er tat mir dann auch echt leid!) und über die gesamte Reihe hinweg betrachtet, bekommt seine Entwicklung hier endlich den Raum, den sie verdient. Er wirkt nachdenklich, teilweise verloren und auf der Suche nach seinem Platz – sowohl beruflich als auch emotional. Besonders berührend fand ich, wie sehr er versucht, für andere da zu sein, während er selbst oft nicht weiß, was er eigentlich braucht. Seine innere Zerrissenheit hat ihn Nahbarer gemacht.

Die Beziehung zwischen Wes und Hailey lebte von kleinen Momenten. Es sind Blicke, Gespräche, Erinnerungen und unausgesprochene Gedanken, die ihre Verbindung ausmachen. Große Gesten treten in den Hintergrund, dafür gewinnen die leisen Szenen umso mehr an Bedeutung. Gerade diese Zurückhaltung macht ihre Liebesgeschichte so intensiv und hat sie mich so lieben lassen. Es ist eine Romance, die nicht auf Drama setzt, sondern auf Emotionen, Entwicklung und gegenseitiges Verständnis.

Auch thematisch überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Neben der Liebesgeschichte geht es um Selbstfindung, Schuld, Vergebung und darum, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Nichts davon wirkt überladen oder aufgesetzt.
Obwohl die Handlung insgesamt ruhiger ist, hatte ich nie das Gefühl, dass etwas fehlt – im Gegenteil: Die emotionale Tiefe trägt das gesamte Buch. Der Schreibstil von Anna Savas ist für mich, wie immer, eines der größten Highlights. Er ist weich, poetisch und gleichzeitig sehr klar. Viele Szenen wirken lange nach, weil zwischen den Zeilen so viel Gefühl liegt. London als Schauplatz verstärkt diese melancholische Atmosphäre noch einmal und passt perfekt zur emotionalen Grundstimmung der Geschichte.

Gegen Ende hatte ich mehrfach diesen Moment, in dem ich das Buch kurzschließen musste, um das Gelesene wirken zu lassen. Nicht, weil es zu viel war, sondern weil es so ehrlich und berührend geschrieben ist. Der Abschluss fühlt sich ruhig, verdient und genau richtig an – ohne unnötige Dramatik, aber mit ganz viel Herz. Ich kann es jetzt auch noch gar nicht fassen, dass die Reihe wieder zu Ende ist und noch nichts von Anna Savas neu angekündigt wurde. Ich hoffe sehr, dass das bald passieren wird!


Fazit:
„Between Fading Stars“ bekommt von mir 5 von 5 Sternen und war für mich ein absolutes Monatshighlight. Ein emotionales, tiefgründiges und wunderschönes Finale, das die London is Lonely-Reihe perfekt abschließt. Anna Savas erzählt eine Second-Chance-Romance, die weh tut, Hoffnung schenkt und lange nachhallt. Für alle, die leise Geschichten mit großer emotionaler Wirkung lieben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Zwischen Verlust, Wahrheit und leiser Liebe

The Darlington - Ethan & Grace
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~The Darlington – Ethan & Grace von Laura Kneidl~

Meine Meinung:
Nachdem mich der erste Band der Darlington-Reihe eher solide unterhalten hat, war ich unglaublich gespannt auf Ethans Geschichte – und ...

~The Darlington – Ethan & Grace von Laura Kneidl~

Meine Meinung:
Nachdem mich der erste Band der Darlington-Reihe eher solide unterhalten hat, war ich unglaublich gespannt auf Ethans Geschichte – und darauf, ob diese mich überzeugen kann und ich kann direkt sagen: Dieser Band hat mich vollkommen überzeugt!
Schon der Einstieg ist mir leichtgefallen, was vor allem daran lag, dass der Cliffhanger aus Band eins wirklich fies war und ich unbedingt wissen wollte, wie es mit dem Hotel, der Familie Darlington und vor allem Grace weitergeht. Die Geschichte setzt nur wenige Wochen nach dem Ende des ersten Teils an und man wird direkt wieder mitten ins Geschehen gezogen. (Achtung, dies ist der zweite Band einer Reihe die man in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollte, Spoiler könnten folgen!).

Der Schreibstil der Autorin war wieder absolut angenehm, flüssig und emotional. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch wieder aus zwei Sichtweißen erzählt wurde. Dadurch lernt man sowohl Ethan als auch Grace viel besser kennen und kann ihre Gedanken, Zweifel und Gefühle hautnah spüren.

➳ Grace mochte ich von Anfang an sehr (schon in Band eins!). Sie liebt ihren Job im Darlington und würde für ihre Familie alles tun. Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester steckt sie jedoch in einem emotionalen Ausnahmezustand. Besonders nachvollziehbar fand ich, dass sie sich nicht nur mit dem Verlust an sich auseinandersetzen muss, sondern auch damit, dass ihr Umfeld sie plötzlich nur noch mit Samthandschuhen anfasst (was mich auch irgendwann genervt hatte). Sie will nicht zerbrechlich behandelt werden – sie will Antworten. Ihre Entschlossenheit, selbst nachzuforschen, was in der Nacht der Pearl Gala wirklich passiert ist, konnte ich absolut verstehen und hab mehr als einmal mit ihr gebangt.

➳ Ethan hingegen hat mich wirklich überrascht. Im ersten Band konnte ich mit ihm nicht viel anfangen – er wirkte oberflächlich, arrogant, wie ein typischer Partygänger und wie ein Ar+chloch. Doch in diesem Teil zeigt er eine ganz andere Seite. Seine Entwicklung ist für mich eines der Highlights der Geschichte. Man merkt, dass er beginnt, sein Verhalten zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen und an sich selbst zu arbeiten. Besonders schön fand ich seine Bemühungen um eine bessere Beziehung zu seinen Brüdern und wie fürsorglich er gegenüber seiner Mutter ist.

Die Dynamik zwischen Ethan und Grace hat mir unglaublich gut gefallen. Ihr Übergang von anfänglichem genervt sein, regelrechtem Hass und Misstrauen hin zu vorsichtiger Nähe war sehr subtil und realistisch umgesetzt. Nichts wirkte überstürzt oder kitschig. Gerade dass Ethan einer der wenigen ist, der Grace nicht nur als „die Schwester der Verstorbenen“ sieht, sondern sie einfach als Grace behandelt, hat ihre Beziehung für mich besonders gemacht. Die Gefühle entwickeln sich langsam, nachvollziehbar und fühlen sich zu jedem Zeitpunkt verdient und richtig an. Die beiden zusammen waren so süß und echt!

Neben der Liebesgeschichte spielt auch die Suche nach dem Täter eine große Rolle. Dieser Spannungsbogen hat mich komplett gepackt. Als Leser*in kann man wunderbar miträtseln, wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt und merkt, wie sich die Lage Stück für Stück zuspitzt. Dass Grace keine Polizistin ist, aber durch ihre Arbeit im Hotel und ihre Gespräche mit Mitarbeitenden trotzdem an Informationen kommt, fand ich sehr spannend. Als Ethan beginnt, sie zu unterstützen, gewinnt die Handlung noch einmal deutlich an Fahrt, da er an ganz andere Informationen herankommt.

Auch die Nebencharaktere haben mir wieder sehr gut gefallen. Es war schön zu sehen, wie es Henry und Kate geht, und auch Logan bekommt erste Momente, die neugierig auf seinen Band machen. Besonders spannend bleibt weiterhin die Hintergrundgeschichte rund um Mr. Darlington und wie alles zusammenhängt. Diese übergreifende Handlung zieht sich wie ein roter Faden durch die Reihe und macht alles noch viel interessanter.


Mein Fazit:
„The Darlington – Ethan & Grace“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen und hat mir sehr gut gefallen. Für mich ist dieser Band deutlich stärker als der erste Teil: emotionaler, spannender und tiefer. Ethan und Grace sind großartige Charaktere mit einer authentischen, langsam wachsenden Liebesgeschichte, die unter die Haut geht. Die Mischung aus Romance, Familiengeschichte und spannender Ermittlungsarbeit hat mich vollkommen abgeholt und ich hab’s echt geliebt!

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Zwischen Göttern, Dämonen und Gefühlen

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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~ Velvet Falls – But the Gods forgot to die von Julia Dippel~

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Julia Dippel und ihr neustes Werk musste ich deshalb auch direkt lesen. Der Einstieg fiel mir erstaunlich ...

~ Velvet Falls – But the Gods forgot to die von Julia Dippel~

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Julia Dippel und ihr neustes Werk musste ich deshalb auch direkt lesen. Der Einstieg fiel mir erstaunlich leicht, obwohl ich anfangs etwas anderes erwartet hatte. Julia Dippel entführt uns diesmal nicht in eine klassische High-Fantasy-Welt, wie in ihren letzten Romanen, sondern schlägt mit Velvet Falls wieder eine Brücke zur Urban Fantasy. Diese moderne, fast greifbare Welt, in der Magie, Mythen und Realität miteinander verschmelzen, hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Die Geschichte ist spannend, temporeich und voller Wendungen. Velvet muss das Blut der sieben Göttersöhne sammeln, um die Welt zu retten – eine Aufgabe, die nicht nur gefährlich, sondern auch emotional äußerst aufwühlend ist, denn einer dieser Göttersöhne ist ausgerechnet Kash, ihr Ex und ihre einzige Hilfe. Die Dynamik zwischen Weltrettung, alten Gefühlen und neuen Gefahren sorgt dafür, dass man (ich) das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Der Autorin gelingt es meisterhaft, Action, Mythologie und Emotionen zu einer mitreißenden Geschichte zu verweben. Besonders die Art, wie sie eine urbane Welt mit Göttern, Dämonen und Magie verbindet, fand ich großartig.
Die Action-Szenen sind fesselnd und perfekt beschrieben, die emotionalen Momente ehrlich und greifbar. Man spürt jederzeit, dass hinter all dem Chaos aus Blut, Feuer und Magie echte Gefühle stehen – Liebe, Schmerz, Hoffnung, Verzweiflung.

➳ Velvet war für mich eine so tolle Protagonistin! Sie ist stark, eigenwillig, schlagfertig und dabei unglaublich sympathisch. Ihre frechen Sprüche, ihr Humor und die Tatsache, dass sie sogar ihren Waffen Namen gibt, machen sie zu einer dieser Hauptfiguren, die man einfach nicht vergessen kann. Hinter ihrer rauen, oft sarkastischen Fassade verbirgt sich ein weicher, verletzlicher Kern, der sie nur noch liebenswerter macht.
➳ Mit Kash bin ich leider nicht ganz warm geworden. Er war zwar sehr charmant und war auf seine Weise faszinierend – aber ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum er so handelt, wie er handelt. Einige seiner Entscheidungen blieben für mich unverständlich (an dieser Stelle werde ich nicht näher drauf eingehen, da ich dann spoilern würde), und das hat mich emotional manchmal ein wenig auf Abstand gehalten.
Die Beziehung zwischen ihm und Velvet war zwar spürbar, aber durch Kash war es für mich nicht so intensiv und greifbar, wie es hätte seien können. Trotzdem haben ihre Wortgefechte und das Hin und Her zwischen Nähe und Distanz für viele spannende, manchmal auch humorvolle Szenen gesorgt.

➳ Auch die Nebenfiguren sind, wie man es von Julia Dippel kennt, mit unglaublich viel Liebe zum Detail gestaltet. Besonders Eddie hat sich in mein Herz geschlichen: mit seiner unbeholfenen, aber herzensguten Art sorgt er immer wieder für Momente, in denen man einfach schmunzeln muss. Mama Dante, Atlas und auch all die anderen Charaktere bringen ebenfalls Tiefe, Wärme, etwas Hass und eine Portion Geheimnis mit in die Geschichte.

Der Schreibstil von Julia Dippel war wieder so toll! Sie schreibt mit einer Leichtigkeit, die einen mühelos durch die Seiten trägt. Ihre Dialoge sprühen vor Witz, ihr Humor ist so gut, und gleichzeitig schafft sie es, tiefgehende Emotionen und bedeutende Themen in die Geschichte einfließen zu lassen.
Und dann das Ende dieses Buches… Ich brauche unbedingt Band 2, dieser Cliffhanger hätte verboten werden sollen. Es war der perfekte Abschluss für dieses Buch, aber das nicht mal der Erscheinungstag von Band 2 bekannt ist, macht den Abschluss nicht besser.


Fazit:
„Velvet Falls – But the Gods forgot to die“ bekommt von mir 4,5 von 5 Sterne und hat mir sehr gut gefallen. Es war eine tolle Geschichte mit einer großartigen Heldin, einer spannenden Handlung und einem Schreibstil, der einfach Spaß macht. Nur Kash hat mich nicht ganz überzeugt, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf die Fortsetzung – denn eines ist sicher: Von Julia Dippel werde ich noch ganz viel lesen! 💫

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Eine spannende Geschichte, der mehr Tiefe fehlte

Silver Elite
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~Silver Elite von Dani Francis~

Meine Meinung:
Auch nach dem Beenden von Silver Elite bin ich noch ein wenig hin- und hergerissen, was ich von dem Buch halten soll, aber insgesamt hat es mich definitiv ...

~Silver Elite von Dani Francis~

Meine Meinung:
Auch nach dem Beenden von Silver Elite bin ich noch ein wenig hin- und hergerissen, was ich von dem Buch halten soll, aber insgesamt hat es mich definitiv gefesselt. Die Geschichte um Wren Darlington, die in das Trainingsprogramm als Soldat für die Regierung (die sie hasst) aufgenommen wird, startet spannend und hält diese Spannung auch über das gesamte Buch an. Man wird direkt in eine dystopische Welt voller Geheimnisse, Verrat, Machtkämpfe und Unterdrückung hineingeworfen – und genau das hat mich von Anfang an gepackt.
Die Handlung selbst ist temporeich, überraschend und teilweise richtig nervenaufreibend. Wren wird durch einen Fehltritt gezwungen mit ihrem Feind zusammenzuarbeiten und muss nun innerhalb des Trainingsprogrammes überleben, während sie ihre Fähigkeiten geheim hält, deren Existenz ein Grund ist, sie zu töten.
Die Mischung aus Training, politischem Kalkül und der ständigen Gefahr, entdeckt zu werden, sorgte für einen guten Spannungsbogen.

Besonders gefallen hat mir das Magiesystem: Die Fähigkeiten der Mods, die von Telepathie über Heilung bis hin zu Gedankenmanipulation reichen, sind clever durchdacht und haben dem Buch sehr viel Spannung gebracht. Ich fand die Idee, dass telepathische Stimmen anders klingen als die reale Stimme, richtig faszinierend. Auch die Art, wie Wren und ihr geheimnisvoller Kontakt „Wolf“ sich über Telepathie näherkommen, hat der Geschichte mehr tiefe verliehen: von harmlosen Kindergesprächen bis hin zu intensiven, fast vertraulichen Unterhaltungen über Gefühle und Vertrauen, ohne dass sie sich je getroffen haben. (Obwohl es hier gerne auch noch mehr Gespräche geben hätte können, in der Mitte der Geschichte war das leider sehr eingebrochen!)

Die Charaktere haben mir größtenteils gut gefallen:
➳ Wren ist mutig, stur und gleichzeitig verletzlich aber leider auch sehr impulsiv. An sich eine Mischung, die sie hätte, sympathisch machen sollen, mich dann aber leider irgendwann genervt hat. Sie war die ganze Zeit impulsiv, hat sich schnell ablenken lassen und irgendwie fehlte da ein Roter Faden. Ihre Entwicklung konnte das auch leider nicht wirklich verbessern, auch wenn ich das Gefühl hatte, das sie gegen Ende dann doch langsam wusste, was sie wollte.
➳ Cross, ein sehr strenger Trainingsoffizier und irgendwie ihr Gegenstück, ist zunächst eher unnahbar, hat dann aber im Laufe der Geschichte auch hin und wieder seine sanfte, nachdenkliche Seite durchschauen lassen.
Die Beziehung zwischen Wren und Cross hat mir leider nicht wirklich gefallen, mir ging es besonders mit der körperlichen Anziehung zu schnell und es fehlte viel zu sehr die emotionale Tiefe. Ich habe irgendwie große Hoffnung, dass das sich in Band 2 verbessert oder wir vielleicht auch einen neuen Love Interest bekommen.

➳ Die Nebencharaktere wie Kaine, Xavier und Tana haben mir dafür sehr gut gefallen, besonders Kaine mit seinem Humor und seiner charmanten Art. Sie haben das Buch noch interessanter gemacht, auch wenn ich bei manchen Figuren das Gefühl hatte, das man sie nur Oberflächlich kennengelernt hatte und auch hier die Tiefe manchmal fehlte.

Das gesamte Worldbuilding wurde interessant aufgebaut und hat sehr viel Potenzial. Die dystopische Gesellschaft mit ihren sozialen Spannungen, der Misstrauen zwischen den Mods und den Primes und den Gefahren für Menschen mit besonderen Fähigkeiten, alles hat mich sehr gefesselt, auch wenn ich mir gleichzeitig gerne an manchen Stellen mehr Hintergrundinformationen zur Geschichte, Politik und Machtstrukturen gewünscht hätte. Trotzdem wird genug gezeigt, um die Handlung nachvollziehbar und spannend zu gestalten.
Noch ein kleines Kritikpunkt von mir, ist das Ende. In den letzten 10–15 % des Buches wird vieles viel zu schnell abgehandelt, so dass es ein echter Wirbelsturm an Wendungen, Verrat und Action war. Dadurch wirkt das Finale etwas gehetzt, und die Konsequenzen von Wrens Entscheidungen treten nicht immer so deutlich hervor, wie sie es hätten machen sollen. Dafür hätte man vielleicht die ganze Schwärmerei von Wren gegenüber Cross kürzer machen können…


Fazit:
„Silver Elite“ bekommt von mir 3,5 von 5 Sternen und hat mir gefallen. Die Geschichte lebt von ihrer Spannung, den gut umgesetzten Magiesystemen und der dystopischen Atmosphäre. Einige Nebenhandlungen und die Liebesgeschichte könnten noch etwas mehr Tiefe vertragen, aber das Gesamtpaket ist in Ordnung und macht neugierig auf die Fortsetzung. Nachdem fiesen Ende hoffe ich, das der zweite Band schnell herauskommt!

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