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Veröffentlicht am 12.01.2026

Unfassbar gut!

The Ordeals
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Sophia de Winter kennt ihre Eltern nicht, sie wuchs bei jemandem auf, der sie durch einen Vertrag an sich gebunden hat, der jeden ihrer Schritte überwachen konnte und für den sie Aufträge erledigen musste.
Sie ...

Sophia de Winter kennt ihre Eltern nicht, sie wuchs bei jemandem auf, der sie durch einen Vertrag an sich gebunden hat, der jeden ihrer Schritte überwachen konnte und für den sie Aufträge erledigen musste.
Sie hat genug von diesem Leben und flieht daher an die Killmarth-Academy, einer Akademie für Magie. Hinter diesen Mauern ist sie sicher, denkt sie. Und nicht zuletzt hofft sie, dort doch noch etwas über ihre Eltern erfahren zu können. Doch um wirklich dort studieren zu können, muss sie zuerst schwere und brutale Prüfungen, die sogenannten Ordeals, bestehen, in denen Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten antreten. Nur die Besten überleben die Ordeals und werden schließlich Studenten an der Killmarth-Academy. Man muss vorsichtig sein, denn man weiß nicht, wer Freund und wer Feind ist. Doch zu zweit ist man stärker, und so tun sich die Illusionistin Sophia und der Botaniker Alden Locke zusammen. Gemeinsam wollen sie die Ordeals meistern und ihre Magie stärken.
Zwischen Sophia und Alden besteht von Anfang an eine starke Anziehungskraft, doch für die Liebe bleibt nicht viel Zeit, denn in Killmarth drohen nicht nur durch die Ordeals, sondern auch durch andere Dinge größte Gefahren ...
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Fantasy ist wirklich nicht mein Genre - ich lese es nur äußerst selten, weil mir nur sehr wenige Werke gefallen. Oft bin ich schon nach dem Klappentext raus. Und noch weniger Werke dieses Genres können mich dann auch wirklich begeistern.
Hier war es jedoch anders - Cover und Klappentext fand ich auf Anhieb toll, und auch die Leseprobe fand ich großartig. Ich wollte "The Ordeals" also unbedingt lesen - und ich bereue es keine Sekunde, ganz im Gegenteil! Ich hätte was verpasst, wenn ich nicht zu dem Buch gegriffen hätte. "The Ordeals" ist absolut empfehlens- und lesenswert.
Die Geschichte ist unfassbar gut geschrieben, Rachel Greenlaws Stil ein wahrer Genuss, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre absolut!
Auch ist sie herrlich atmosphärisch. Die Kulisse und die Figuren sind ebenfalls großartig. Die Autorin hat viele tolle neue Ideen, sodass man nie das Gefühl hat, die Geschichte so ähnlich schon mal gelesen zu haben. Auch Längen sucht man vergeblich.
Vor allem Sophia und Alden, ihre Annäherung, ihre Gefühle und ihre Liebe, die Szenen zwischen ihnen, ihre Dialoge ... sind einfach so toll ge- und beschrieben. Selten haben mich Protagonisten und ihre Dialoge so begeistert.
Nicht nur durch die Ordeals, sondern auch durch die anderen Dinge, die geschehen, herrscht eine düster-gefährliche Grundstimmung, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. "The Ordeals" ist auch in jeder Hinsicht unglaublich spannend. Diese Spannung nimmt noch zu - und am Ende möchte man am liebsten sofort zum zweiten Band greifen und weiterlesen!
Neben all der Spannung und Gefahr kommen aber wie gesagt auch Leben und Lernen an der Akademie, Freundschaft, Liebe, Gefühle und auch ein paar spicy Szenen nicht zu kurz.
Ich bin absolut begeistert und überzeugt und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Uneingeschränkte Leseempfehlung! Wer dieses Buch nicht liest, der verpasst wirklich was. Dieses Buch wird allen gefallen, auch Lesern wie mir, bei denen Fantasy nun wirklich nicht zu den Lieblingsgenres gehört.
Dark Academia mag ich sehr. Romantasy mag ich eigentlich nicht allzu sehr - aber hier hat es mir unglaublich gut gefallen.
Rachel Greenlaw ist definitiv eine Autorin, von der man noch viel, viel mehr lesen will!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Nur ein absolut durchschnittlicher Thriller

Eisnebel
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Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau ...

Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau unter die Lupe nehmen.
Sie ist eingeladen, eine ganze Weile mit der Familie auf Idlewood, einem Berg, der der Familie gehört, mit ihnen zu verbringen.
Doch sie bekommt schon bald anonyme Nachrichten auf ihr Handy, die sagen, dass sie sich von Connor fernhalten soll und besser nicht nach Idlewood gekommen wäre. Und es geschehen noch mehr mysteriöse Dinge.
Theodora hat das Gefühl, schon mal an diesem Ort gewesen zu sein, doch zunächst kann sie sich die Sache nicht erklären. Nach und nach kehren ihre Erinnerungen zurück - und es sind keine guten ...
Bald wird klar, dass sowohl Theodora als auch die Familie viel zu verbergen haben und dunkle Geheimnisse hüten. Geheimnisse, die besser nie ans Licht kämen.
Theodora stellt heimlich Nachforschungen an - und macht eine Entdeckung, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt und ihr sagt, dass sie schnellstmöglich verschwinden sollte. Doch das ist wegen des Wetters nicht möglich. Wird Idlewood zur tödlichen Falle werden?
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Es klang nach einem Thriller, der perfekt in die Jahreszeit passt. Die Leseprobe hatte mir gut gefallen, und so waren die Erwartungen hoch.
Rückblickend muss ich leider sagen, dass sie nicht erfüllt wurden.
Der Schreibstil ist in Ordnung, wenn auch nichts Besonderes, lässt sich immerhin angenehm flüssig lesen.
Die Figuren blieben mir zu blass und distanziert. Die Handlung wirkt sehr konstruiert und dadurch nicht glaubwürdig.
Und es war auch längst nicht so spannend und fesselnd wie erhofft, auf die versprochenen schwindelerregenden Wendungen musste man lange warten. Erst auf den letzten 100 Seiten kam Tempo in die Sache, wurde es spannend und nervenaufreibend.
Insgesamt leider nur ein absolut durchschnittlicher Thriller; es gibt wesentlich bessere. Das erwartete Highlight war es nicht. Aber immerhin passt er gut in die Jahreszeit.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein großartiges Kochbuch!

Meine Tiroler Welt
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Viktoria Fahringer ist die jüngste Haubenköchin Österreichs. Mit "Meine Tiroler Welt" ist nun ihr erstes Kochbuch erschienen. Hierfür ist sie ein Jahr lang durch ihre Heimat gereist, hat einige ihrer Produzenten ...

Viktoria Fahringer ist die jüngste Haubenköchin Österreichs. Mit "Meine Tiroler Welt" ist nun ihr erstes Kochbuch erschienen. Hierfür ist sie ein Jahr lang durch ihre Heimat gereist, hat einige ihrer Produzenten besucht - ein Road Trip durch Tirol. Und so ist es nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Reisebericht, eine Reportage, durch den/die man Tirol und die Produzenten näher kennenlernt.

Das Buch umfasst über 200 Seiten, ist sehr hochwertig aufgemacht, auch mit Lesebändchen, und enthält sehr viele ganz- und doppelseitige Bilder, sowohl von den Gerichten als auch von Viktoria, Tieren und Natur sowie von den Besuchen bei den Produzenten. Schon das Durchblättern ist eine wahre Freude, lässt einen die Fotos genießen und macht viel Lust auf die Arbeit mit dem Buch und das Nachkochen der Rezepte. Man möchte sofort loslegen - und genau das habe ich auch getan.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet. Im Frühling gibt es Getreide und Gemüse, im Sommer Käse, Fisch, Lamm und Rind, im Herbst Knödel, Wild, Pilze und Kalb, im Winter Nachspeisen. Abgerundet wird das Buch durch Register und Glossar. Nach einem Vorwort von Viktoria geht es los.

Im Frühling gibt es bspw. Grießnockerlsuppe, Kartoffelblattln, Bärlauchsuppe, Rahmwirsing mit Speck, Kartoffel-Millefeuille, Tomatensalat, Apfelrotkraut, im Sommer Käsespätzle und Röstzwiebeln, Krautsalat, Kaspressknödel, im Herbst Kartoffelknödel, Semmelknödel, Spinatknödel, Schupfnudeln mit Kräuterseitlingen, Eierschwammerl-Gulasch, im Winter Kaiserschmarren, Apfelmus, Apfelradl, Sauerrahm-Holunderblüteneis, Buchteln mit Marillenmarmelade, Germknödel, Kiachl mit Preiselbeermarmelade, Nuss-Schupfnudeln, Topfenknödel mit Zwetschgen, Zwetschgenröster, Topfen-Rahm-Strudel, Honigparfait mit Ribiselkonfit, geeisten Kaiserschmarren ...

Erwähnenswert ist auch, dass es zu manchen Rezepten, etwa zu den Käsespätzle und Kartoffelknödeln, neben den klassischen Rezepten auch glutenfreie und vegane alternative Rezepte gibt. Auch bei den Desserts sind manche vegan und manche vegan und glutenfrei möglich und es gibt dafür ein alternatives Rezept.

Sehr positiv finde ich, dass es wirklich zu jedem Gericht ein Foto gibt, und zwar ein großes ganzseitiges. Diese sind wunderschön anzusehen, machen viel Appetit - und man weiß sofort, wie das jeweilige Gericht aussehen soll und wird.

Die Koch- und Arbeitszeiten und die Portionen sind immer angegeben. Nährwert- oder wenigstens Kalorienangaben gibt es nicht, was mich hier aber nicht stört - schließlich weiß man, dass die Tiroler Küche deftig und nicht kalorienarm ist. Auf Kalorien achtet man da sicher nicht.

Die Rezepte sind absolut übersichtlich, gut erklärt, gelingsicher, oft durch zusätzliche Tips von Viktoria abgerundet. Man sieht sofort, welche Zutaten man braucht. Wenn man sich an die Arbeitsschritte, die immer einfach und klar beschrieben sind, hält, kann nichts schiefgehen. Und Viktorias Tips tragen zusätzlich zum Gelingen bei. Neben Zubereitungstips an sich findet man bspw. auch Tips dazu, welche Gerichte man gut miteinander kombinieren kann.

Es finden sich im Buch auf viele QR-Quodes bei den Rezepten; dort erhält man weitergehende Tips, Infos und Anleitungen, etwa zur Millefeuille-Schichtung. Ich könnte mir vorstellen, dass das für ältere Menschen nachteilig ist und es für sie besser wäre, wenn solche Anleitungen im Buch selbst bei den jeweiligen Rezepten enthalten wären. Und ich muss gestehen, dass ich dies auch bevorzugt hätte, obwohl ich jung und in Sachen Technik fit bin. Ich hätte Sachen wie die Anleitung zur Millefeuille-Schichtung und weitere Anleitungen lieber direkt im Buch gehabt. Mit QR-Code finde ich persönlich es umständlicher und auch nicht so schön. Aber das soll nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, da das Buch ansonsten einfach nur großartig ist und das auch nur eine persönliche Vorliebe bzw. Abneigung ist.

Zu vielen Rezepten braucht man meiner Meinung nach aber auch keinen QR-Code - für Käsespätzle, Kaspressknödel oder Apfelmus braucht man sicher keine Herstellungsanleitung (jedenfalls dann nicht, wenn man kein blutiger Kochanfänger ist), sodass es sicher auch ohne diese QR-Codes geht, wenn man kein Fan davon ist.

Das Buch enthält wirklich viele vegetarische Rezepte, sodass es auch perfekt für Vegetarier ist. Ich als Vegetarierin bin mit dem Buch absolut glücklich - die Fleisch- und Fischesser der Familie aber ebenso, weil sich für sie auch genug tolle Rezepte mit Fleisch und Fisch finden und man ansonsten bei Gerichten wie Käsespätzle mit Röstzwiebeln auch sicher kein Fleisch vermisst.

Die Rezepte weisen verschiedene Schwierigkeitsgrade auf, viele sind jedoch wirklich einfach und gelingsicher, zumal die Anleitungen in den Rezepten und Viktorias Tips nicht besser sein könnten. Daher denke ich, dass auch Kochanfänger viel Freude und Erfolgserlebnisse mit diesem Buch haben werden. Aber auch für Leute wie mich, die schon ewig und viel und gerne kochen, ist das Buch perfekt, da man so viele tolle Rezepte entdecken kann. Alle Rezepte, die wir bisher getestet haben, waren ein voller Erfolg. So kochen wir bspw. schon ewig Käsespätzle mit Röstzwiebeln, Rahmwirsing, Kartoffelknödel, Semmelknödel, Spinatknödel, Schupfnudeln, und haben schon entsprechend viele Rezepte getestet - aber nichts war so gut wie die Rezepte von Viktoria! Wir werden diese Gerichte nur noch nach ihren Rezepten zubereiten. Andere Rezepte, etwa Kartoffelblattln, Kartoffel-Millefeuille, Apfelradl, Sauerrahm-Holunderblüteneis, Kiachl mit Preiselbeermarmelade, Topfen-Rahm-Strudel, Honigparfait ... haben wir neu entdeckt.

Es ist eines dieser Kochbücher, die wir auf Anhieb geliebt haben, das jetzt schon fleißig benutzt wird und das schon jetzt aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken ist. Das ist ein Lieblingskochbuch und wird es ganz sicher auch immer bleiben.

"Meine Tiroler Welt" ist einfach uneingeschränkt empfehlenswert und ein Muss für alle, die die Tiroler Küche entdecken und auch zu Hause genießen wollen!

Veröffentlicht am 27.12.2025

Drei starke Frauen im Schwarzwald

Die Riesinnen
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Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen ...

Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen in Wittenmoos, schon das ist genug, um sie zu Außenseitern zu machen - und es gibt noch mehr Dinge, die dafür sorgen, dass sie nicht dazugehören, dass sie gemieden werden.
Dennoch ist Weggehen keine bzw. keine dauerhafte Option, denn es ist ihre Heimat, sie sind hier verwurzelt, sie lieben den Schwarzwald.
Der Roman beleuchtet das Leben dieser drei Frauen über Jahrzehnte hinweg, von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
Hannah Häffners Schreibstil und Sprache, diese Schönheit, dieses Poetische, all diese Gedanken, Erkenntnisse und Weisheiten haben mich von der ersten Seite an begeistert, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Romans.
Es sind starke Frauen, die viel erleiden müssen und doch alle Schwierigkeiten meistern, die viel träumen und viel sehnen und dann doch weiter wurzeln oder sich gar zu ihrer Heimat bekennen - und auch die Natur spielt hier eine große Rolle; auch sie, auch der Schwarzwald machen diesen Roman aus.
Ich habe "Die Riesinnen" sehr gerne gelesen, denn es ist auch ein Roman, der viele Denkprozesse beim und im Leser anstößt. Es ist keine Geschichte, die man mal eben nebenbei lesen kann, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen, die man auf sich wirken lassen, über die man nachdenken muss. Gerade das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Doch leider gibt es auch Kritikpunkte: ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass es die ein oder andere Länge gibt.
Cora blieb mir leider völlig fremd und distanziert, ich konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen.
Und ich hätte gerne noch mehr Antworten auf offene Fragen bekommen.
Doch insgesamt ist "Die Riesinnen" ein sehr guter und lesenswerter Roman und sehr empfehlenswert für alle, die sprachlich hervorragende, fast schon poetische Romane voller Weisheiten sowie Romane, in deren Mittelpunkt starke Frauen und die Natur stehen, mögen.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Unerwartetes Highlight!

Der Tag, an dem Barbara starb
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2025 war für mich leider das Jahr der schlechten cosy crimes - ich liebe das Genre; umso ärgerlicher und trauriger war es, dass ich dieses Jahr nur schlechte cosy crimes erwischt hatte; es war kein einziger ...

2025 war für mich leider das Jahr der schlechten cosy crimes - ich liebe das Genre; umso ärgerlicher und trauriger war es, dass ich dieses Jahr nur schlechte cosy crimes erwischt hatte; es war kein einziger dabei, den ich wirklich gerne gelesen habe, der mich wirklich überzeugt hat.
Dann kam "Der Tag, an dem Barbara starb". Die Leseprobe hat mich nicht wirklich überzeugt, und so habe ich lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen will und soll. Letztendlich habe ich "Der Tag, an dem Barbara starb" doch eine Chance gegeben - zum Glück, denn ich wurde absolut positiv überrascht!

Es geht um Margaret, eine 89-jährige Dame, die in einem kleinen Dorf in England lebt. Sie leidet an Demenz. Eines Tages wird ihre Nachbarin ermordet. Die Polizei kommt einfach nicht voran mit den Ermittlungen, scheint das Verbrechen nicht aufklären zu können - zumindest nicht so bald. Margaret findet, dass man es Barbara schuldig ist, ihren Mörder zu finden und seiner gerechten Strafe zuzuführen - und so beginnt sie selbst zu ermitteln, gemeinsam mit ihrem 15-jährigen Enkel James. Die Chancen stehen gut, denn Barbara hatte Margaret kurz vor ihrem Tod etwas sehr Wichtiges anvertraut. Doch Margaret kann sich einfach nicht mehr daran erinnern, was es war ...

Es handelt sich um Richard Hootons Debüt, zu dem er durch seine Großmutter, seine Beziehung zu ihr sowie durch deren Demenzerkrankung er inspiriert wurde.

Ich wurde wie gesagt absolut positiv überrascht - dieser cosy crime ist gut geschrieben, lässt sich wunderbar lesen, überzeugt durch seine Figuren, allen voran natürlich Margaret und James, ein ebenso ungewöhnliches wie wundervolles Ermittlergespann.
Neben dem Fall steht natürlich das Thema Demenz im Vordergrund und nimmt sehr viel Raum ein, was diese Geschichte zu einer extrem berührenden, melancholischen und traurigen Geschichte macht. Sie wird aber nie zu schwer und erdrückend, da diese Geschichte immer wieder durch ihren großartigen Humor besticht, der dem Leser ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Insgesamt ist "Der Tag, an dem Barbara starb" einfach auch herzerwärmend.
Auch der Fall selbst, die Ermittlungsarbeit und die Auflösung haben mir gut gefallen - es ist durchgehend spannend, die Spannung steigert sich immer mehr, man kann beim Lesen herrlich mitverdächtigen und -ermitteln, nichts ist vorhersehbar, die Auflösung wirklich verblüffend.
Es gibt nichts auszusetzen.

Für mich war "Der Tag, an dem Barbara starb" ein unerwartetes Highlight, sowohl in diesem Genre als auch im Lesejahr 2025 generell.
Ich habe das Buch so gerne gelesen, hätte noch weiterlesen können und wollen, hätte auch gerne weitere Bände gelesen. Eine Reihe wäre großartig, doch leider deutet das Ende stark an, dass es keine Reihe geben wird, sondern es bei diesem einen Fall für Margaret und James bleiben wird. Sehr schade.
Leseempfehlung!

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