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Veröffentlicht am 14.05.2026

Die Jagd nach den sächsischen Diamanten

Der Diamanten-Coup
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„Was bedeutet ein Diamant eigentlich für dich?" ist ein Zitat aus dem Thriller "Der Diamanten-Coup" von Patrick Burow. Das Buch erschien am 25. August 2022 im Benevento Verlag.

Der Autor hat es sich ...

„Was bedeutet ein Diamant eigentlich für dich?" ist ein Zitat aus dem Thriller "Der Diamanten-Coup" von Patrick Burow. Das Buch erschien am 25. August 2022 im Benevento Verlag.

Der Autor hat es sich hier zur Aufgabe gemacht, den spektakulären Einbruch in das Grüne Gewölbe in der sächsischen Landeshauptstadt weiterzuspinnen und zu überlegen, wie der Raub und die Ermittlungen abgelaufen sein könnten. Somit machen sich die Direktorin des Museums, Julia Graf, sowie der unter Verdacht stehende Kunstdetektiv, Adrian Falke, auf die Suche nach dem verlorenen Staatsschatz. Ihre Reise führt sie dabei rund um den Globus, den Verbrecherbanden dicht auf der Spur.


Das Cover und der farbige Buchschnitt, bei dem die Formen von Diamanten aufgegriffen sind, harmonieren miteinander und fallen einem sofort ins Auge, sodass ich auch im Buchladen danach gegriffen hätte. Die Uhrzeiten, sowie die verschiedenen Namen über den Kapitelanfängen, erinnern mich außerdem an einen Tatbericht.
Die kurzen Kapitel haben sich angenehm und einfach lesen lassen, was mir sehr gut gefallen hat. Bei zu langen Kapiteln verliere ich relativ oft die Motivation oder das Interesse, mich weiter mit der Geschichte zu beschäftigen
Die Beschreibung des Raubzuges am Anfang des Buches hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein können. Allerdings muss ich zugeben, dass dem Leser dadurch das Gefühl vermittelt wird, dass der Einbruch tatsächlich in nur fünf Minuten stattgefunden hat. Dieser Aspekt hat mir wiederum gefallen.

Mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten. Generell kamen für mich wenig Emotionen herüber, was aber auch am Schreibstil des Autors liegt, der die Beschreibung kurzgehalten und den Fokus eher auf die Dialoge gelegt hat. Auch die Sätze waren nicht sehr lang, wodurch wenig Tiefe vermittelt wurde. Die Handlungen und Gedanken der Hauptprotagonisten haben dann ab einem bestimmten Punkt den Hang zur Realität verloren und waren für mich nur noch zum Teil nachvollziehbar gewesen.

Die Liebesgesichte zwischen Julia und Adrian habe ich schon früh kommen sehen. Jedoch wäre es schön gewesen, wenn diese das Ganze ein wenig aufgelockert hätte. Auch hier wirkte das meiste leider plump und oberflächlich.
Im Klappentext wird das Buch als Thriller betitelt. Davon hat man nur wenig gespürt. Generell habe ich beim Lesen kaum Spannung empfunden. Lediglich der Anfang und das Ende haben mich über den spektakulären Raub zum Nachdenken angeregt.


An dem Buch "Der Diamanten-Coup" habe ich leider so einiges auszusetzen. Auch als Thriller kann ich das Werk nur schwer einordnen. Dafür habe ich zu wenig Spannung und Lesedrang gespürt. Man muss jedoch sagen, dass man viel über die Kunstwelt und den Diamantenhandel erfährt. Demnach habe auch ich einiges dazugelernt.

Das Buch würde ich allerdings nur der älteren Leserinnen und Lesern und Kunstliebhabern empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein kurzer, langer Sommer

Ein unendlich kurzer Sommer
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„Manche Momente waren so schön, dass sie es wert waren, sich an sie zu erinnern. Egal, wie schrecklich vieles andere war. Egal, wie verwirrend die ganze Situation war.“ (Kristina Pfister, 2022, S. 202)

„Ein ...

„Manche Momente waren so schön, dass sie es wert waren, sich an sie zu erinnern. Egal, wie schrecklich vieles andere war. Egal, wie verwirrend die ganze Situation war.“ (Kristina Pfister, 2022, S. 202)

„Ein unendlich kurzer Sommer“ ist ein Roman von Kristina Pfister. Das Buch erschien im Juni 2022 im Fischer Verlag. Es handelt von vier unterschiedlichen Personen aus drei Generationen, die auf einem Campingplatz einen unvergesslichen Sommer erleben.

Lale will einfach nur weg. Völlig überstürzt, mit nur ein paar wenig gepackten Sachen, setzt sie sich einfach in den nächsten Zug. Ohne Plan und ohne Ziel landet sie auf einem deutschen Campingplatz irgendwo im nirgendwo. Dort trifft sie zunächst auf den alten Platzbesitzer Gustav, einen aufgeweckten Jungen namens Flo und Christophe, der nach dem Tod seiner Mutter seinen leiblichen Vater sucht. All diese Menschen könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch entstehen in diesem kurzen, langen Sommer Freundschaften und Gefühle, die weitaus tiefer reichen.

Das Buch ließ sich sehr leicht und angenehm lesen, was dem Schreibstil der Autorin zu verdanken ist. Die detailreichen Beschreibungen und bestimmten wiederkehrenden Phrasen haben dazu geführt, dass ich fast jede Zeile markieren wollte. Es hat sich dabei beinahe so angefühlt, als würde man dort selbst auf dem Zeltplatz vor dem Haus von Gustav sitzen und dem Grillen beim Zirpen zuhören. Als könnte man den Geruch von Sommer durch die Seiten hindurch riechen. Dieses Gefühl beim Lesen war großartig!

Es gab viele spannende Momente, aber auch solche, in denen alles und nichts passiert ist. Diese haben mich jedoch nicht ganz so sehr gestört, da ich durchweg von dem tiefgründigen Schreibstil der Geschichte fasziniert war.

Über die vier Hauptcharaktere hat man im Laufe des Buches viel erfahren. Besonders zu Lale, Chris und Gustav hat man einen tieferen Einblick in ihr vorheriges Leben, sowie Schicksal erhalten. Mit Lale hatte ich leider meine Schwierigkeiten. Zu Beginn der Geschichte mochte ich sie eigentlich, doch je mehr sie mit Problemen konfrontiert wurde, desto öfter stieß sie andere Personen von sich weg. Bei Chris und Flo dagegen konnte man deutlich eine Charakterentwicklung erkennen, was bei Lale leider nicht der Fall war.

Von den Nebencharakteren zum Beispiel, habe ich den hippiemäßigen James gegen Ende sehr ins Herz geschlossen. Er und Flo haben mich das eine oder andere Mal durchaus zum Schmunzeln gebracht.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin hat es durch den Schreibstil geschafft, die Atmosphäre perfekt einzufangen und rüberzubringen, sodass man sich als Leser so fühlt , als wäre man hautnah dabei. Die Handlung ist ein Wechsel zwischen Glücksmomenten und traurigen Was-wäre-wenn-Augenblicken. Demnach ist „Ein unendlich kurzer Sommer“ in meinem Augen absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Eine für mich eher uninteressante Geschichte.

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Der Roman „Der Uhrmacher aus der Filigree Street“ von der Autorin Natasha Pulley, erschien 2021 im Klett-Cotta Verlag.

Die Geschichte spielt im Jahr 1883 in London. Thaniel Steepleton, ein einfacher Telegrafist, ...

Der Roman „Der Uhrmacher aus der Filigree Street“ von der Autorin Natasha Pulley, erschien 2021 im Klett-Cotta Verlag.

Die Geschichte spielt im Jahr 1883 in London. Thaniel Steepleton, ein einfacher Telegrafist, der eigentlich lieber Pianist wäre, findet eines Tages auf dem Bett seiner kleinen Wohnung eine Taschenuhr. Einige Monate später wird er von genau dieser gewarnt, als eine Bombe im Gebäude von Scotland Yard explodiert. Um dem ganzen Nachzugehen, sucht er nach dem Uhrmacher und trifft außerdem auf Grace Carrow, eine ehrgeizige Wissenschaftlerin, die sich in einer männerdominierten Gesellschaft versucht durchzusetzen.

Der Klappentext hat mir eine rasante Suche nach einem Bombenleger mit Fantasy Elementen versprochen. Ich hatte mich schon richtig auf eine Sherlock Holmes-artige Geschichte gefreut, bei der man so gefesselt ist, dass man das Buch gar nicht weglegen möchte. Doch dies war in keinster Weise der Fall. Stattdessen war ich sogar einige Male kurz davor, das Buch einfach abzubrechen.

Es gab keinen roten Faden, der das Buch vorangebracht hat. Der Bombenanschlag wurde nur ein paar Male erwähnt, da es hauptsächlich um die nicht besonders spannenden Leben der drei Hauptprotagonisten ging. Von Mori, dem Uhrmacher, wusste ich eine lange Zeit nicht, was ich von ihm halten sollte. Er sprach fast nur in Rätseln und die Freundschaft zwischen ihm und Thaniel war mir auch unschlüssig, da die beiden eigentlich nur Tee getrunken und über belanglose Dinge geredet haben. Die Kapitel aus Graces Sicht fand ich am Anfang noch interessant. Aber das hauptsächlich nur wegen Masimoto, der von allen Charakteren der einzige mit Tiefe war. Grace hat mich so manches mal zur Weißglut getrieben. Denn auf der einen Seite kämpft sie für Gleichberechtigung, auf der anderen lästert sie über andere Frauen und ist gegen das Frauenwahlrecht. Dazu kamen später weitere Aktionen, die sie mir ziemlich unsympathisch gemacht haben.

Ein weiterer Punkt, der mir das Lesen erschwert hat und mich auch ziemlich wütend gemacht haben, war der offensichtliche Rassismus. So wurden in der deutschen Übersetzung einige nicht akzeptable Begriffe benutzt.

Die gegen Ende aufkommende Liebesgeschichte war so dünn beschrieben, dass sie fast gar nicht erwähnenswert ist und auch nicht weiter ausgeführt wurde. Sie kam für mich zwar überraschend, hat aber mehr Sinn ergeben als der Rest der Geschichte.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Handlung fad ist, die Charaktere uninteressant und das Ende im Nichts verläuft. Aus diesem Grund würde ich das Buch nicht weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.05.2021

Tiefgründiger Roman mit Schwachstellen

So wie du mich kennst
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„Was haben wir denn vom schönen Leben, wenn wir’s nicht sehen, wenn wir’s nicht wagen, es wissen auszufüllen?“ (S. 221)

Der Roman „So wie du mich kennst“ von der Autorin Anika Landsteiner, erschien am ...

„Was haben wir denn vom schönen Leben, wenn wir’s nicht sehen, wenn wir’s nicht wagen, es wissen auszufüllen?“ (S. 221)

Der Roman „So wie du mich kennst“ von der Autorin Anika Landsteiner, erschien am 28. April 2021 im FISCHER Krüger Verlag.

Als Kinder waren Karla und Marie fast ein und dieselbe Person. Doch dann gingen beide ihre eigenen Wege. Marie zog es in die weite Welt nach New York, während es Karla nie aus ihrem kleinen Heimatdorf hinausschaffte. Nun ist Marie tot und Karla muss sich fragen, ob sie ihre Schwester wirklich so gut gekannt hat, wie sie dachte.

MEINE MEINUNG

Die Geschichte ist aus den Sichten der beiden Schwestern geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat, weil man so das Geschehene aus mehreren Blickwinkeln betrachten kann.

Karla und Marie sind auf irgendeine Art total unterschiedlich, aber auch total ähnlich. Viellicht, weil sie als Kinder so unzertrennlich waren. Während Marie mutig, kreativ und große Träume hat, geht Karla lieber den sicheren Weg und zieht sich oft zurück. Die Kapitel, die aus Maries Sicht geschrieben sind, haben mir dabei besser gefallen als die von Karla, weil in ihren mehr passiert. Vor allem im Hauptteil und am Ende hatte ich kaum Motivation weiterzulesen, da Karlas Kapitel mich ein wenig gelangweilt haben. Außerdem fand bei Karla leider kaum eine Charakterentwicklung statt.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Jedoch wurden für meinen Geschmack manche Abschnitte und Kapitel zu abrupt abgebrochen, sodass ich aus meinem Lesefluss gerissen wurde.

Auf Maries Geheimnis bin ich relativ schnell allein gekommen, da es zu vorhersehbar war. Auf das, was die Mutter der beiden betraf, war ich jedoch nicht vorbereitet gewesen. Das Ende war mir zu unspektakulär und zu einfach gewesen. Dazu wurden mir zu viele Fragen offengelassen.

FAZIT

Der Roman war angenehm zu lesen und es gab viele tiefgründige Stellen, die mich berührt haben. Die Charaktere waren echt und realistisch beschrieben, sodass man sich mit einigen sehr gut identifizieren konnte. Doch leider war mir die Handlung zu vorhersehbar und zu langatmig. „So Wie Du Mich Kennst“ ist ein bewegender Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich mehr mit den Problemen von Frauen in der Gesellschaft auseinandersetzen möchte.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Große Kleine Helden

Asphalthelden
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„Wenn du Wolken siehst, mach dich auf Regen gefasst. Wenn du eine Fuge vor dir im Asphalt siehst, heb die Füße. Und die Häuser, die du siehst, sehen jeden Tag gleich aus, weil Häuser sich nicht bewegen. ...

„Wenn du Wolken siehst, mach dich auf Regen gefasst. Wenn du eine Fuge vor dir im Asphalt siehst, heb die Füße. Und die Häuser, die du siehst, sehen jeden Tag gleich aus, weil Häuser sich nicht bewegen. Sie ändern sich nicht.“ (Seite 76)


Das Buch „Asphalthelden“ ist ein Kinder - und Jugendroman des US-amerikanischen Schriftstellers Jason Reynolds.

Aus der Sicht von unterschiedlichen Kindern einer Schulklasse erzählt der Autor in 10 Kurzgeschichten die Abenteuer, die die Kinder jeden Tag auf dem Nachhauseweg nach der Schule erleben. Mit unglaublich viel Feingefühl und Tiefe beschreibt er mit welchen Sorgen, Ängsten oder Schicksalen sie zu kämpfen haben. Es geht aber auch um Familie, Liebe und Freundschaft.

MEINE MEINUNG

Das Cover hat mich durch seine auffälligen Farben sofort angesprochen und beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass die Personen darauf die Charaktere aus dem Buch darstellen sollen, was mir sehr gut gefällt. Tatsächlich wäre noch ein Stadtplan im Umschlag schön gewesen, damit man die Wege der Protagonist: innen mitverfolgen hätte können.

Schon nach der ersten Geschichte war mir positiv der Schreibstil des Autors aufgefallen. Von Seite zu Seite hat er mich in seinen Bann gezogen und gezeigt, was mit Worten alles möglich ist.

Alle Kinder habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es war großartig ihre Gedanken, Pläne und Geschichten zu verfolgen, obwohl man sie ja nur für die kurze Zeit auf ihren Nachhausweg begleitet hat. Einige der Geschichten haben mir jedoch besser gefallen als andere.

Der Satz „Ein Schulbus, der vom Himmel fällt“ zieht sich durch das gesamte Buch und verbindet somit die einzelnen Geschichten. So hat am Ende alles perfekt zusammengepasst und der Kreis hat sich geschlossen.

Einige der Schicksale haben mich sogar zu Tränen gerührt. Auch, weil die Repräsentation von Themen wie Mobbing, Homosexualität, Soziale Medien, sowie Kinder mit Autismus oder anderen Beeinträchtigungen so gut umgesetzt wurde.

FAZIT

Das Buch hatte ich innerhalb kürzester Zeit beendet, da sich der Schreibstil super lesen lässt. Die Charaktere haben mich an mich selbst als Kind und an meinen Nachhauseweg nach der Schule erinnert. Da der Roman in kurze Geschichten unterteilt ist, ist er perfekt für den Unterricht an Schulen geeignet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin sehr froh, dass ich darauf aufmerksam geworden bin und es gelesen habe.

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