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Veröffentlicht am 12.04.2023

Der Fluch der Frauen, die mit Totenbeschwörung zu tun haben – interessante Magie!

Als wir Vögel waren
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Eine magische Geisterwelt, die schattenhafte Totenwelt wird herauf beschwört, nicht nur zu Allerseelen auf Trinidad, einer tropischen Insel. Es geht um das magere Überleben eines Rastaman namens Emmanuel ...

Eine magische Geisterwelt, die schattenhafte Totenwelt wird herauf beschwört, nicht nur zu Allerseelen auf Trinidad, einer tropischen Insel. Es geht um das magere Überleben eines Rastaman namens Emmanuel Darwin und um einen alten Friedhof mit ihm als Totengräber. Daneben geht es um das anormale Leben von besonderen Frauen, die seit vielen Generationen auf einer alten Kakaoplantage leben. Yejide als jüngster weiblicher Spross kann ebenso die Toten hören, sehen und spüren seit dem Tot ihrer Mutter. Um diese Figuren spinnt sich eine dramatische Geschichte mit Leichenfledderei, um scheinbare Halluzinationen und um den Wunsch des Normalseins. Der virtuose Schreibstil verhilft diesem Roman zu echtem 3d-Leben rund um Darwins Träume und Prophezeiungen der Mutter. Den Buchtitel finde ich etwas irreführend: Raben als Begleiter der Toten und sehr bunte Papageien als Vertreter des Lebens finden Erwähnung, aber der direkte Bezug fehlt mir leider. Das Cover mit seiner bunten Blättervielfalt passt in die tropische Inselwelt.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Die Zeit der italienischen Renaissance lebendig präsentiert.

Florentia - Im Glanz der Medici
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Florenz im 15. Jahrhundert war wohl eine mächtige, reiche, prächtige Stadt zur Zeit der italienischen Renaissance, voller endloser Intrigen, Verrat, aber auch scheinbar aussichtslose Liebe zwischen Männern ...

Florenz im 15. Jahrhundert war wohl eine mächtige, reiche, prächtige Stadt zur Zeit der italienischen Renaissance, voller endloser Intrigen, Verrat, aber auch scheinbar aussichtslose Liebe zwischen Männern und Liebenden aus zu verschiedener Ständen. Eine lebendige Szenerie wird hier geschildert. Sehr breit wird in diesem historischen Roman auch auf die Kunst mit ihren berühmten Malern wie Leonardo da Vinci und Botticelli, ihrem problematischen Werdegang, ihren Interessen eingegangen. Auch die besondere, teils vielfältige Rolle von Frauen kristallisiert sich klar heraus. Das politische Machtgefüge zwischen den Gilden und Stadträten mit ihrem Abstimmungsverfahren wirkt überzeugend demokratisch. Das Cover zeigt ein nur teilweise dargestelltes Liebespaar, locker umrahmt von einem blauen Tuch mit dem Unendlichkeits-Symbol und einzelnen Blumenblüten. Erwartet hätte ich hier eher das Porträt von Lorenzo de’ Medici als der Hauptfigur in großen Teilen des Romans.

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Veröffentlicht am 09.04.2023

Eine Frau im reiferen Alter!

Sehnsucht in Sirmione aus der Reihe Liebe am Lago di Garda
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Beschrieben werden touristisch interessante Sehenswürdigkeiten rund um Sirmione am Gardasee. Die landschaftliche Schönheit, das angenehme Klima nebst regionalen kulinarischen Köstlichkeiten kommen auch ...

Beschrieben werden touristisch interessante Sehenswürdigkeiten rund um Sirmione am Gardasee. Die landschaftliche Schönheit, das angenehme Klima nebst regionalen kulinarischen Köstlichkeiten kommen auch nicht zu kurz in dieser romantischen Urlaubsszenerie, die auch zum Kuren einlädt. Viel Betonung wird auf Freundschaft unter Frauen gelegt sowie auf Ehrlichkeit und Vertrauen innerhalb der Familie und zwischen Partnern. Schwul sein in italienischen katholischen Familien könnte Anlass zu unnötiger Lügerei sein, doch im Roman kann auch diese Hürde durch starke Familienbande überbrückt werden. Mit einer Leichtigkeit im Schreibstil folgt man als Leser sehr gerne diesen angenehmen Kulissen Italiens, lässt sich auch in Urlaubstimmung versetzen und kann die Sehnsucht nach der wahren Liebe gut nachempfinden. Insgesamt eine leicht verdauliche, sommerliche Urlaubslektüre!

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Veröffentlicht am 07.04.2023

Vom verborgenen Nachtleben der Tiere, den Menschen eingeschlossen.

Lebendige Nacht
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Wie Wildtiere sich an veränderte Lebensraumbedingungen anpassen, können wir hautnah mitverfolgen, die wir direkt an einem Waldgrundstück angrenzend wohnen, ohne Zäune und Gartenbeleuchtung, und wir mittels ...

Wie Wildtiere sich an veränderte Lebensraumbedingungen anpassen, können wir hautnah mitverfolgen, die wir direkt an einem Waldgrundstück angrenzend wohnen, ohne Zäune und Gartenbeleuchtung, und wir mittels aufgestellter Nachtkameras versuchen Anteil zu nehmen an der Vielzahl bisher angetroffener Tiere: Füchse, Dachse, Rehe, Katzen, Mäuse, Fledermäuse, Vögel. Auch die Spurensuche, warum so viele Tiere hauptsächlich seit den Dinosauriern nachtaktiv sind, finde ich interessant. Die Nennung so vieler mir bisher unbekannter Tierarten hat mich zum eifrigen Googeln animiert. Das Problem der Lichtverschmutzung, dem Verlust der Nacht, habe ich bisher nicht aus solch negativer Sicht nicht nur für die Tierwelt wahrgenommen. Fun Facts bieten oft einen angenehmen, teils lustigen Schlussakzent mancher Kapitel. Insgesamt ein für mich aufschlussreiches Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 06.04.2023

Teilweise interessantes Lesevergnügen!

Der weiße Fels
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Vier Erzählstränge, die sich alle um den weißen Felsen an der mexikanischen Küste bei San Blas winden, handeln von Stellvertretern verschiedener Epochen: -
• 1775 Drei spanische Expeditionsschiffe treiben ...

Vier Erzählstränge, die sich alle um den weißen Felsen an der mexikanischen Küste bei San Blas winden, handeln von Stellvertretern verschiedener Epochen: -
• 1775 Drei spanische Expeditionsschiffe treiben von diesem kleinen Hafen die Kolonisierung Mexikos voran.
• 1907 Zwei indigene Mädchen der Yoemem vermitteln einen Eindruck ihrer Kultur. Auch die der Wixárika wird berücksichtigt.
• 1969 Der Sänger Jim Morrison verbringt dort eine Auszeit, angefüllt mit Alkohol und Drogen.
• 2020 Die Schriftstellerin ist im Pandemie-Jahr auf einer Pilgerreise über drei Stationen zusammen mit ihrer Familie.
Sicher steckt viel Recherche-Arbeit in diesem Buch. Besonderen Eindruck macht auf mich die mir bisher unbekannte Geschichte und Kultur der Yoemem und Wixárika. Aber auch die Expedition der Spanier als erste Europäer, die die Bucht von San Francisco erkundeten und kartographierten mit den Navigationsgeräten des 18. Jahrhunderts fand ich interessant, wenn auch mit fiktiven Figuren dargelegt. Diese geschichtlichen Stränge fand ich persönlich sehr ansprechend, während ich die Passagen rund um den Sänger Jim Morrison und die Schriftstellerin mit ihren Zukunftsängsten weniger erquickend fand. Das Cover wird dominiert von weißer Beschriftung, bildlich überragt von einem Felsblock in der Ferne – zwar den Inhalt treffend, aber künstlerisch wenig ansprechend.