Profilbild von gagiju

gagiju

Lesejury Star
offline

gagiju ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gagiju über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Auf außergewöhnliche Art packend

Tödliche Freundinnen
0

Die Autorin kannte ich bisher nicht, das Cover mag ich nicht, obwohl oder weil es mich in seinem Rot und Schwarz und den Schattenriss-Figuren an Krimi- Taschenbücher aus dem letzten Jahrhundert erinnert. ...

Die Autorin kannte ich bisher nicht, das Cover mag ich nicht, obwohl oder weil es mich in seinem Rot und Schwarz und den Schattenriss-Figuren an Krimi- Taschenbücher aus dem letzten Jahrhundert erinnert. Was ja nicht schlecht sein muss, ist eben subjektiv.

Aber der Text war super lebendig und spannend, die Szene am Anfang um das abgestürzte Flugzeug und den vermeintlichen und dann ermordeten Retter ist sehr anschaulich geschildert und machte sofort Gänsehaut.

Chloe schien mir sofort suspekt, aber genau mit solchen Elementen weiß die Autorin gekonnt zu spielen .... In Vor- und Rückblenden und unterschiedlichen Perspektiven werden wir als Lesende auf falsche und richtige Fährten gelockt und manchmal einfach völlig verwirrt - zumindest ich. Aber das hat mir gut gefallen, und ich konnte das Buch bis zum Ende kaum aus der Hand legen.

Interessant war für mich, dass es kein "reiner" Krimi ist, sondern dass es an vielen Stellen recht tiefgründig um Freundschaft, Täuschungsmanöver, Vertrauen, um Wahrnehmungen und Beziehungen im weitesten Sinn geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Melancholisch und emotional

Elbland
0

Wunderschön gestaltet ist das Cover, gelbe Blumen, Erde, Wurzeln, steht für mich für Verwurzelung und Aufblühen, und das Symbol wiederholt sich immer wieder als Zeichnung innerhalb des Textes.

Ein Stück ...

Wunderschön gestaltet ist das Cover, gelbe Blumen, Erde, Wurzeln, steht für mich für Verwurzelung und Aufblühen, und das Symbol wiederholt sich immer wieder als Zeichnung innerhalb des Textes.

Ein Stück alte DDR Nostalgie, eine komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter und ebenso zwischen den Schwestern, das sind für mich die hauptsächlichen Themen dieses Romans, aber das ist noch nicht alles.

Diese Familiengeschichte liest sich sehr gut und spannend, sie spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen, und ich konnte die Protagonist/innen an jeder Stelle mitfühlend begleiten. Die Charaktere sind gut geschildert, die Handlungsstränge sind interessant und gut nachvollziehbar.

Es geht um Heimat und Herkunft, um Schuld und Verzeihen und offene, vielleicht nicht mehr zu klärende Fragen innerhalb einer Familie.

Leichte Melancholie bis Traurigkeit schwingt überall mit, ohne in Kitsch abzugleiten.

Von mir eine überzeugte Lese- und Verschenkempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein wirklich beeindruckender und toll geschriebener Roman mit brisanten Themen

Real Americans
0

Mir gefällt das auf den ersten Blick eher schlicht wirkende Cover gut, das zarte Blau, das ins Türkis tendiert, lässt Gedanken ans Meer assoziieren. Dazu passt die - geschlossene - Muschel, die für mich ...

Mir gefällt das auf den ersten Blick eher schlicht wirkende Cover gut, das zarte Blau, das ins Türkis tendiert, lässt Gedanken ans Meer assoziieren. Dazu passt die - geschlossene - Muschel, die für mich neben Meerestiefe auch Weiblichkeit, Verschlossenheit, Geheimnis symbolisiert. Schön ihr Schwarzweiß, man möchte sie berühren, die scharfen Kanten mit den Fingern nachfahren.
Den Bezug der Auster zum INhalt des Buches erschließt sich erst allmählich.

Sehr, sehr gut gefällt mir der ruhige und dennoch intensive Stil der Autorin.
Und ich war begeistert, wie sie es superschnell schaffte, mich in die unterschiedlichen Szenerien hinein zu ziehen. Ich habe die Protagonisten direkt gespürt und gesehen.

Im ersten Teil erinnerte mich die Handlung ein wenig an "Pretty Woman" auf asiatisch-amerikanisch. Das ist keineswegs abwertend gemeint, sondern damit möchte ich sagen, dass neben dem Reich-Arm-Gefälle auch Themen wie Rassismus, familiärer Dünkel, Snobismus von Freunden beleuchtet werden, und eben das Image der Asiatin als hübsche, nette, leicht zu handelnde "Gespielin".

Im zweiten und dritten Teil merkt man, dass der Schwerpunkt eigentlich ganz andere Themen sind, Biotechnologie, Genmanipulation, aber auch Familienzugehörigkeit und die große Frage, was uns wirklich zu den Menschen macht, die wir sind und wie weit wir - und andere - darauf Einfluss haben können.

Es gefällt mir, wie diese schwierigen Themen sehr unterhaltsam unter der Oberfläche brodeln, ohne plakativ und klischeehaft zu wirken.

Ich fand alles sehr spannend, sehr gut zu lesen, flüssig und lebendig, und sehr berührend. fühlte mich regelrecht hinein gesogen in die vielschichtige Problematik um ethnische und Familienzugehörigkeit, um ein Arm-Reich-Gefälle, um gentechnische Fragen.

Absolute unbedingte Lese- und Verschenkempfehlung!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Wundervoll beschriebene Reise zu inneren und äußeren Inseln

Odysseus und ich
0

Ich kannte die Autorin vor der Lektüre nicht, war aber vom Klappentext und dem Cover her sehr neugierig auf das Buch.

Schon der Einband ist wunderbar gestaltet, macht Lust auf Sommer, Mediterranes, Sonne ...

Ich kannte die Autorin vor der Lektüre nicht, war aber vom Klappentext und dem Cover her sehr neugierig auf das Buch.

Schon der Einband ist wunderbar gestaltet, macht Lust auf Sommer, Mediterranes, Sonne und Licht. Wer hier aber eine seichte Easy-Going-Geschichte erwartet, ist völlig falsch. Das Gegenteil ist der Fall - es ist ein Buch mit wirklichem Tiefgang, das bei mir noch lange nachwirken wird. Dabei liest es sich locker und munter runter, und das empfinde ich wirklich als eine Kunst.

Wir begleiten die Protagonistin während des Corona-Lockdowns auf verschiedene Inseln im Mittelmeer, was an und für sich schon eine wunderbare Geschichte ist. Ganz besonders wird sie aber dadurch, dass sie an die Odyssee angelehnt ist, immer wieder Parallelen gezogen und Fragen aufgeworfen werden. Sehr geschickt gelöst und fern von historischer oder mythischer Langeweile, sondern sehr spannend.

Die Auseinandersetzungen und Diskussionen mit dem Vater und der Abschied haben mir Tränen in die Augen getrieben.

Unbedingte Lese- und Verschenkempfehlung!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Fühle mich nicht angesprochen

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Frankfurter Ausgabe
0

Schon sehr lange stand dieses Buch auf meiner Lese-wunschliste, wird es doch als MUSS und Kultbuch seit Jahrzehnten gehyped.

Ich halte mich für einen literarisch sehr interessierten Menschen, der sich ...

Schon sehr lange stand dieses Buch auf meiner Lese-wunschliste, wird es doch als MUSS und Kultbuch seit Jahrzehnten gehyped.

Ich halte mich für einen literarisch sehr interessierten Menschen, der sich für eine kunstvolle Sprache begeistern kann. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich an meine Grenzen gebracht. Ich habe mich regelrecht Seite für Seite hindurch gequält. Und war erleichtert, als es zu Ende war.

Ja, es gibt stellenweise sehr schöne, poetische, philosophische und kluge Stellen. Die sind jedoch meist einzelne Sätze - auch wenn sich diese schon einmal über zwei Seiten hinziehen können -. Aber der komplette Text ist für mich einfach zu langatmig und konnte mich in keiner Weise fesseln.

Vielleicht liegt es ja an der Übersetzung, aber ich kann die Begeisterung nicht teilen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere