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Veröffentlicht am 29.01.2026

Die Macht der Worte

The Poet Empress
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The Poet Empress ist ein Fantasy-Debüt von Shen Tao, einer chinesisch-kanadischen Autorin, die von chinesischer Kultur, Geschichte und klassischer Dichtung inspiriert wurde.

Das Buch ist wunderschön gestaltet. ...

The Poet Empress ist ein Fantasy-Debüt von Shen Tao, einer chinesisch-kanadischen Autorin, die von chinesischer Kultur, Geschichte und klassischer Dichtung inspiriert wurde.

Das Buch ist wunderschön gestaltet. Die Seitenkanten des Buchblocks haben ein prachtvolles Blumenmuster das perfekt zum aufwendig gestalteten Umschlag passt. Sogar unter dem Buchumschlag ist die wunderschöne Illustration zu finden.

Yin-Wei aus Lu'an ist die sechzehnjährige Tochter eines armen Reisbauers. Wei hält mit der Naivität eines Dorfmädchens an der Hoffnung fest, als Konkubine des grausamen Prinz Terren ihr Dorf während einer Hungersnot mit Reis zu versorgen und ihrem Bruder eine Zukunft bieten zu können.

Der Kaiser der Azaleen-Dynastie liegt im Sterben, und die Machthaber horten die magischen Gedichte, die dem Volk helfen könnten. Wei, inzwischen Prinz Terrens zukünftige Kaiserin, glaubt an die Macht dieser Verse, die durch Worte entstehen.

Am Hof wird Wei zu einer Kaiserin, der es gelingt, mit der Magie von Gedichten alte Konflikte zu überbrücken. Sie lernt mit ihrer Stärke, ihrem Willen, ihrer Güte - doch letztlich auch mit ihrer Skrupellosigkeit - die lebensgefährliche Palastpolitik zu überleben.

Der Roman überzeugt durch seine ruhige, bildhafte Sprache. Er ist einfühlsam geschrieben, voll emotionaler Wucht, wunderschön - und doch herzzerreißend. Diese fabelhaft geschriebene, düstere Fantasy-Geschichte ist definitiv nichts für Zartbesaitete. In diesem Roman werden viele Facetten von Loyalität und Liebe dargestellt, viele davon sind toxisch, doch es gibt auch immer wieder Hoffnungsschimmer, die einem durch diese emotional aufwühlende Lektüre helfen.

Absolut lesenswert, von mir alle 5 Sterne für diesen wahrhaft großartigen Roman.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Dunkle Geheimnisse und uralte Mythen

Rostiges Grab
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"Rostiges Grab" ist der dritte Band der skandinavischen Krimireihe um Kommissarin Leo Asker und ihrem Team aus der „Abteilung für verlorene Seelen". Das Buch kann ohne Vorkenntnis gelesen werden, aber ...

"Rostiges Grab" ist der dritte Band der skandinavischen Krimireihe um Kommissarin Leo Asker und ihrem Team aus der „Abteilung für verlorene Seelen". Das Buch kann ohne Vorkenntnis gelesen werden, aber die Einhaltung der Reihenfolge hätte mir ein besseres Verständnis der Charaktere und ihrer Entwicklung ermöglicht.

Der Rostskogen ist ein sagenumwobenes sumpfiges Waldgebiet, das Tod und Unheil bringen soll. Vor zehn Jahren wurde in der verlassenen Torffabrik im Rostskogen eine tote Frau entdeckt. Ihr wurde ein Finger abgetrennt, der seither verschwunden war. Die tote Frau wurde mit einer 2000 Jahre alten Moorleiche in Verbindung gebracht, die im Museum ausgestellt ist. Auch ihr, dem Graumädchen, hat ein Finger gefehlt.
Kommissarin Leo Asker und ihre Kollegen, allesamt Außenseiter aus der Abteilung für hoffnungslose Fälle, übernehmen die Ermittlungen. Als der abgetrennte Finger der Toten auf mysteriöse Weise wieder auftaucht, kommt der Fall so richtig ins Rollen. Die Ermittlungen führen tief in die dunklen Geheimnisse des Rostskogen und seiner Bewohner hinein.
Schnell zeigt sich, daß der Fall weit in die Vergangenheit reicht. Leo Asker bittet ihren Freund, den Lost-Place-Experten Martin Hill, um Hilfe. Zusammen setzen sie alles daran, das Rätsel um die tote Frau zu lösen und die düsteren Geheimnisse des Waldes und der dort ansässigen Bewohner zu lüften.

"Rostiges Grab" ist ein packender Krimi, der den Mythos des 2000 Jahre alten Graumädchens mit dem zehn Jahre alten Mordfall verknüpft, wobei die dunkle Atmosphäre des Waldes und seine gruseligen Bewohner eine große Rolle spielen.
Der Erzählstil ist flüssig, fesselnd und so spannend, daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die beklemmende, mystische Stimmung der Lost Places und die Geheimnisse, die dort lauern, hat mir gut gefallen.
Es gibt allerdings auch einen Minuspunkt. Schrecklich waren die Seiten 202 bis 204 (Triggerwarnung für Tierfreunde).
Sonst ein sehr gelungener nordischer Krimi, dem ich jedoch wegen der völlig unnötigen Tiermisshandlungen einen Stern abziehe.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Das Böse ist selten sichtbar, zumindest nicht auf den ersten Blick

Safe Space
7

Anna Salomon hat gerade eine Stelle als forensische Psychologin in einer Hochsicherheits-JVA angetreten. Diese JVA ist voll mit Sadisten, Psychopathen und Serienmördern. Warum ist Anna der Meinung, unter ...

Anna Salomon hat gerade eine Stelle als forensische Psychologin in einer Hochsicherheits-JVA angetreten. Diese JVA ist voll mit Sadisten, Psychopathen und Serienmördern. Warum ist Anna der Meinung, unter all diesen Schwerverbrechern genau am richtigen Ort zu sein?
Der Grund dafür liegt an einem furchtbaren traumatischen Erlebnis. Für die Heilung dieses Traumas muss Anna den Verursacher dieses seelischen Schmerzes finden.
Sie riskiert viel und lässt sich auf ein Spiel ein, daß ihr Leben bedroht

Schon die ersten Seiten haben eine beängstigende Atmosphäre ausgestrahlt und mich in ihrem Bann gezogen. Anna, die forensische Psychologin und dazu das beklemmende Setting der JVA. Die Charaktere sind realistisch und mit psychologischer Tiefe porträtiert. Anna war mir nicht immer sympathisch, ihre Handlungen waren mir oft emotional zu impulsiv und auch nicht immer nachvollziehbar. Gerade als psychologische Forensikerin wirkten ihre Reaktionen in psychisch aufwühlenden Situationen oft unglaubwürdig.

Der Schreibstil ist klar und gut lesbar. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen machen die Handlung unvorhersehbar. Ich habe mit gerätselt und war bis zuletzt überrascht vom Verlauf und dem Ende.
Manche Rückblenden sind grausam und waren für mich sehr belastend. Der Thriller hat mich nicht nur unterhalten sondern auch erschüttert und zum Mitdenken gezwungen.
Für mich ist es ein gelungenes Buch, das ich so schnell nicht vergesse.

Ich kann "Safe Space" für Leser empfehlen, die psychologische Thriller mit düsterer Atmosphäre, Manipulation, Geheimnissen und psychischem Horror mögen und die vor Grausamkeit und harten Szenen nicht zurückschrecken.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Ein sehr persönlicher Fall für Julia Schwarz

Verstummte Narben: Thriller
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Vorsicht: Einmal angefangen, legt man das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand.

Die Reihe um Julia Schwarz von Catherine Shepherd mag ich sehr gerne und deshalb war ich auf den neuesten Fall überaus ...

Vorsicht: Einmal angefangen, legt man das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand.

Die Reihe um Julia Schwarz von Catherine Shepherd mag ich sehr gerne und deshalb war ich auf den neuesten Fall überaus gespannt.

Das Cover passt wunderbar zur Reihe und ist ein toller Eyecatcher. Der Titel ist thematisch sehr treffend.

Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird zu einer Leiche gerufen und entdeckt bei der Obduktion drei parallele Kratzspuren über dem Hüftknochen.

Dieses Muster ist das unverwechselbare Signaturzeichen eines Serienkillers, den die Polizei bereits vor Jahren gefasst hat und der seither im Hochsicherheitsgefängnis sitzt. Er kann deshalb unmöglich seine Handschrift auf dem neuen Opfer hinterlassen haben. Ist ein Nachahmungstäter am Werk?

Kriminalkommissar Florian Kessler ermittelt unter hohem Zeitdruck und befragt den inhaftierten Mörder. Doch der stellt eine Bedingung. Er will nur mit Julia sprechen. Sie ist entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen, doch obwohl er eingesperrt ist, genießt er das Kräftemessen und versucht die Kontrolle zu behalten. Während Julia tiefer in den Fall eintaucht, gerät sie selbst zunehmend in Gefahr.

Wie bei allen Büchern von Catherine Shepherd beginnt die Spannung mit den ersten Zeilen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und einige Cliffhänger sorgen für einen schnellen Lesefluss. Mit der Kombination von psychologischen Momenten, persönlicher Bedrohung und polizeilichen Ermittlungen baut Catherine Shepherd eine Spannung auf, die Lesepausen fast unmöglich macht. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.

"Verstummte Narben" ist ein in sich abgeschlossener Thriller aus der Julia-Schwarz-Reihe, Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Von mir eine klare und absolute Leseempfehlung für Neueinsteiger und Fans. Auf das nächste Buch freue ich mich schon sehr.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein beklemmender, Roman, der die Gedanken unterwandert und der lange nachhallt

HEN NA IE - Das seltsame Haus
7

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes ...

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes Zimmer eingezeichnet ist.
Er zieht Kurihara, einen befreundeten Architekten zu Rate. Kurihara entdeckt noch mehr seltsame Merkmale und vermutet, daß im Haus unheimliche Dinge geschehen sind. Während sie theoretisieren spekuliert Kurihara kühn, daß das Haus möglicherweise absichtlich zum Morden gebaut wurde.

Mir hat der Aufbau der Dialoge zwischen dem Ich-Erzähler und Kurihara und die sich daraus ergebenden Überlegungen und Entdeckungen sehr gefallen.
Durch die Grundrisse, Skizzen und Dokumente wurde eine Atmosphäre geschaffen, die mich aktiv mit einbezogen hat. Diese visuellen Elemente ließen mich miträtseln und ich versuchte herauszufinden, was hinter den Mauern und den verborgenen Räumen stecken könnte.
Jedoch habe ich auch einen Kritikpunkt. Ab der Mitte des Romans wird der Fokus auf den recht komplizierten Familienstammbaum der Katabuchis gerichtet. Es war schwer, bei so vielen Namen und verschachtelten Familienverhältnissen den Überblick zu bewahren.

Uketsu setzt mit "Das seltsame Haus" nicht auf schockierende Effekte, sondern auf eine klaustrophobische Atmosphäre und auf die sehr menschliche unzuverlässige Wahrnehmung. Manche Geschichten waren Gerüchte, Erinnerungen und Interpretationen. Oft war ich mir nicht sicher, was wirklich passiert ist und wem ich trauen kann.
Das Haus ist eine Metapher dafür, dass nicht alles sichtbar ist. Es gibt verborgene Räume und Zimmer, die über Mauern und Wände hinaus existieren, und diese Zimmer bergen Machtverhältnisse, Trauma und Schuld.

Nachdem ich das Buch "Seltsame Bilder" bereits kannte, war mir die ruhige und doch spannende Darstellungsweise im Stile einer "Sketch Mystery" von Uketsu bekannt.

Das Ende bleibt bewusst verstörend und offen. Damit musste ich erst klarkommen, doch dieser albtraumhafte Schluss macht den Roman authentisch und besonders.

Ich liebe diesen neuen Mystery-Stil von Uketsu, bei dem Abbildungen, Skizzen und Darstellungen zentral sind. Starke Dialoge, reichlich Atmosphäre und viel Deutungsspielraum. Ein Roman innovativ, genial und spannend, für Fans von psychologischem Horror sehr zu empfehlen.

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