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Veröffentlicht am 02.12.2025

Das Böse ist selten sichtbar, zumindest nicht auf den ersten Blick

Safe Space
7

Anna Salomon hat gerade eine Stelle als forensische Psychologin in einer Hochsicherheits-JVA angetreten. Diese JVA ist voll mit Sadisten, Psychopathen und Serienmördern. Warum ist Anna der Meinung, unter ...

Anna Salomon hat gerade eine Stelle als forensische Psychologin in einer Hochsicherheits-JVA angetreten. Diese JVA ist voll mit Sadisten, Psychopathen und Serienmördern. Warum ist Anna der Meinung, unter all diesen Schwerverbrechern genau am richtigen Ort zu sein?
Der Grund dafür liegt an einem furchtbaren traumatischen Erlebnis. Für die Heilung dieses Traumas muss Anna den Verursacher dieses seelischen Schmerzes finden.
Sie riskiert viel und lässt sich auf ein Spiel ein, daß ihr Leben bedroht

Schon die ersten Seiten haben eine beängstigende Atmosphäre ausgestrahlt und mich in ihrem Bann gezogen. Anna, die forensische Psychologin und dazu das beklemmende Setting der JVA. Die Charaktere sind realistisch und mit psychologischer Tiefe porträtiert. Anna war mir nicht immer sympathisch, ihre Handlungen waren mir oft emotional zu impulsiv und auch nicht immer nachvollziehbar. Gerade als psychologische Forensikerin wirkten ihre Reaktionen in psychisch aufwühlenden Situationen oft unglaubwürdig.

Der Schreibstil ist klar und gut lesbar. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen machen die Handlung unvorhersehbar. Ich habe mit gerätselt und war bis zuletzt überrascht vom Verlauf und dem Ende.
Manche Rückblenden sind grausam und waren für mich sehr belastend. Der Thriller hat mich nicht nur unterhalten sondern auch erschüttert und zum Mitdenken gezwungen.
Für mich ist es ein gelungenes Buch, das ich so schnell nicht vergesse.

Ich kann "Safe Space" für Leser empfehlen, die psychologische Thriller mit düsterer Atmosphäre, Manipulation, Geheimnissen und psychischem Horror mögen und die vor Grausamkeit und harten Szenen nicht zurückschrecken.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.11.2025

Ein sehr persönlicher Fall für Julia Schwarz

Verstummte Narben: Thriller
0

Vorsicht: Einmal angefangen, legt man das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand.

Die Reihe um Julia Schwarz von Catherine Shepherd mag ich sehr gerne und deshalb war ich auf den neuesten Fall überaus ...

Vorsicht: Einmal angefangen, legt man das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand.

Die Reihe um Julia Schwarz von Catherine Shepherd mag ich sehr gerne und deshalb war ich auf den neuesten Fall überaus gespannt.

Das Cover passt wunderbar zur Reihe und ist ein toller Eyecatcher. Der Titel ist thematisch sehr treffend.

Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird zu einer Leiche gerufen und entdeckt bei der Obduktion drei parallele Kratzspuren über dem Hüftknochen.

Dieses Muster ist das unverwechselbare Signaturzeichen eines Serienkillers, den die Polizei bereits vor Jahren gefasst hat und der seither im Hochsicherheitsgefängnis sitzt. Er kann deshalb unmöglich seine Handschrift auf dem neuen Opfer hinterlassen haben. Ist ein Nachahmungstäter am Werk?

Kriminalkommissar Florian Kessler ermittelt unter hohem Zeitdruck und befragt den inhaftierten Mörder. Doch der stellt eine Bedingung. Er will nur mit Julia sprechen. Sie ist entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen, doch obwohl er eingesperrt ist, genießt er das Kräftemessen und versucht die Kontrolle zu behalten. Während Julia tiefer in den Fall eintaucht, gerät sie selbst zunehmend in Gefahr.

Wie bei allen Büchern von Catherine Shepherd beginnt die Spannung mit den ersten Zeilen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und einige Cliffhänger sorgen für einen schnellen Lesefluss. Mit der Kombination von psychologischen Momenten, persönlicher Bedrohung und polizeilichen Ermittlungen baut Catherine Shepherd eine Spannung auf, die Lesepausen fast unmöglich macht. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.

"Verstummte Narben" ist ein in sich abgeschlossener Thriller aus der Julia-Schwarz-Reihe, Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Von mir eine klare und absolute Leseempfehlung für Neueinsteiger und Fans. Auf das nächste Buch freue ich mich schon sehr.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein beklemmender, Roman, der die Gedanken unterwandert und der lange nachhallt

HEN NA IE - Das seltsame Haus
8

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes ...

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes Zimmer eingezeichnet ist.
Er zieht Kurihara, einen befreundeten Architekten zu Rate. Kurihara entdeckt noch mehr seltsame Merkmale und vermutet, daß im Haus unheimliche Dinge geschehen sind. Während sie theoretisieren spekuliert Kurihara kühn, daß das Haus möglicherweise absichtlich zum Morden gebaut wurde.

Mir hat der Aufbau der Dialoge zwischen dem Ich-Erzähler und Kurihara und die sich daraus ergebenden Überlegungen und Entdeckungen sehr gefallen.
Durch die Grundrisse, Skizzen und Dokumente wurde eine Atmosphäre geschaffen, die mich aktiv mit einbezogen hat. Diese visuellen Elemente ließen mich miträtseln und ich versuchte herauszufinden, was hinter den Mauern und den verborgenen Räumen stecken könnte.
Jedoch habe ich auch einen Kritikpunkt. Ab der Mitte des Romans wird der Fokus auf den recht komplizierten Familienstammbaum der Katabuchis gerichtet. Es war schwer, bei so vielen Namen und verschachtelten Familienverhältnissen den Überblick zu bewahren.

Uketsu setzt mit "Das seltsame Haus" nicht auf schockierende Effekte, sondern auf eine klaustrophobische Atmosphäre und auf die sehr menschliche unzuverlässige Wahrnehmung. Manche Geschichten waren Gerüchte, Erinnerungen und Interpretationen. Oft war ich mir nicht sicher, was wirklich passiert ist und wem ich trauen kann.
Das Haus ist eine Metapher dafür, dass nicht alles sichtbar ist. Es gibt verborgene Räume und Zimmer, die über Mauern und Wände hinaus existieren, und diese Zimmer bergen Machtverhältnisse, Trauma und Schuld.

Nachdem ich das Buch "Seltsame Bilder" bereits kannte, war mir die ruhige und doch spannende Darstellungsweise im Stile einer "Sketch Mystery" von Uketsu bekannt.

Das Ende bleibt bewusst verstörend und offen. Damit musste ich erst klarkommen, doch dieser albtraumhafte Schluss macht den Roman authentisch und besonders.

Ich liebe diesen neuen Mystery-Stil von Uketsu, bei dem Abbildungen, Skizzen und Darstellungen zentral sind. Starke Dialoge, reichlich Atmosphäre und viel Deutungsspielraum. Ein Roman innovativ, genial und spannend, für Fans von psychologischem Horror sehr zu empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 13.10.2025

Im idyllischen Seniorenresort Coopers Chase wird es wieder kriminell

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Das Cover ist unverkennbar - der Donnerstagsmordclub ist zurück!
Ihre Mitglieder sind Elizabeth - eine ehemalige Geheimagentin, Ron - ein ehemaliger Gewerkschaftsführer, Ibrahim - ein ehemaliger Psychiater ...

Das Cover ist unverkennbar - der Donnerstagsmordclub ist zurück!
Ihre Mitglieder sind Elizabeth - eine ehemalige Geheimagentin, Ron - ein ehemaliger Gewerkschaftsführer, Ibrahim - ein ehemaliger Psychiater und nicht zuletzt Joyce – die inzwischen achtzig Jahre alt ist.

Der Fall beginnt mit einem frohen Ereignis - der Hochzeit von Joyce's Tochter Joanna. Dort wird Elizabeth von dem Trauzeugen Nick Silver angesprochen und um Hilfe gebeten. Zweifelsfrei ist das genau das was sie braucht, um sich aus der Starre die Stephens Tod hinterlassen hat, zu lösen.

Während die vier wie gewohnt eigenwillig ermitteln, wird klar, dass dieser Fall nicht nur intellektuell herausfordernd, sondern auch emotional sehr persönlich ist - besonders für Elizabeth.

Schnell bahnt sich wieder ein Krimi in bester britischer Tradition an und die scharfsinnigen Senioren treffen auf einen Schurken, der vor nichts zurückschreckt und auf einen mysteriösen Code, der sich scheinbar nicht knacken lässt.

Die vier Senioren sind mir bereits durch die Vorgängerbände bekannt und ich mag sie sehr. Ich liebe ihre Kameradschaft, ihre Scherze und Joyces Tagebucheinträge. Besonders gelungen ist diesmal die Tiefe der Charakterentwicklung – Joyce blüht weiter auf, Ron zeigt neue Seiten, und Elizabeth wird mit einer Entscheidung konfrontiert, die sie an ihre Grenzen bringt. Auch die Nebenfiguren, etwa DCI Chris Hudson und PC Donna De Freitas, wachsen weiter ans Herz.

Richard Osman lässt den Leser das Geschehen durch die Augen der verschiedenen Personen erleben, so daß sich das Lesen sehr abwechslungsreich gestaltet. Es war wieder eine Freude, die fabelhaften, wenn auch alternden Mitglieder des Donnerstagsmordclubs bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Osman ist wieder der Balanceakt zwischen humorvoller Leichtigkeit und ernsthaften Themen wie Alter, Schuld, Loyalität und Verlust gelungen.

Der Stil ist wie gewohnt flott, mit viel britischem Humor und pointierten Dialogen. Die Handlung ist intelligent konstruiert, mit mehreren Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammengeführt werden. Ich kann diesen clever konstruieren Krimi mit britischem Witz, liebenswerten Figuren und überraschenden Wendungen nur empfehlen.
Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Mimi: "Wenn man zu offen ist, fällt einem das Gehirn raus."

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das Cover ist ein Hingucker und auch die Cover-Innenseiten sind sehr schön gestaltet. Dort sind die Hauptdarsteller der Geschichte abgebildet und mit kurzen Beschreibungen versehen. Für mich war das sehr ...

Das Cover ist ein Hingucker und auch die Cover-Innenseiten sind sehr schön gestaltet. Dort sind die Hauptdarsteller der Geschichte abgebildet und mit kurzen Beschreibungen versehen. Für mich war das sehr hilfreich bei dem Einstieg in das Geschehen.

Rosemary, genannt Mimi, lebt auf Mackinac Island und ist zu einer Auktion ihrer Nachbarin Jane eingeladen. Die Einladung enthält jedoch auch einen Erpresserbrief, und es bleibt Mimi keine andere Wahl als hinzugehen. Sie bittet jedoch ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten. Addie ist eine Videospielentwicklerin, deren Ex-Verlobter ihre Idee gestohlen hat und nun das alleinige Eigentum beansprucht.

Während sie ihre Großmutter auf die Party begleitet, wird Jane, die Gastgeberin, ermordet. Für Mimi sieht es nicht gut aus, als Außenstehender könnte man sie leicht für die Mörderin halten. Das angespannte Verhältnis zwischen Mimi und Addie entspannt sich durch das gemeinsame Ziel, den wahren Täter zu finden.

Oma und Enkelin fangen an zu ermitteln. Die anderen Gäste waren einer wie der andere egozentrische Menschen mit ähnlichem Wesen. Jeder von ihnen hütet ein brisantes Geheimnis, das nicht ans Tageslicht kommen sollte. Die von Addie und Mimi abgehaltenen Verhöre der Gäste fand ich etwas unrealistisch. Zum einen werden große Geldsummen bezahlt um Geheimnisse unter Verschluss zu halten und Mimi und Addie werden sie so einfach erzählt?

Das Buch fing ganz gut an, konnte aber ab der Hälfte weder Spannung noch Nervenkitzel erzeugen. Ich konnte keinen roten Faden finden und der Spaß des mitermittelns blieb auf der Strecke. "Die Einladung" fühlte sich etwas langatmig an und erwies sich als weniger unterhaltsam, als die Beschreibung vermuten ließ.

Für mich ein durchschnittlicher Kriminalroman, der mir leider nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

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