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Veröffentlicht am 27.12.2020

besonders und berührend, aber nicht komplett überzeugend

Diese eine Lüge
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Es ist wie ein Sturm, der über sie hinweg fegt
Dinge anstößt,
umstößt,
umwirft,
durcheinander wirbelt
und sie aufgewühlt und zerzaust zurück lässt
gefangen in ihren wirren Gedanken,
in dem Schmerz,
in ...

Es ist wie ein Sturm, der über sie hinweg fegt
Dinge anstößt,
umstößt,
umwirft,
durcheinander wirbelt
und sie aufgewühlt und zerzaust zurück lässt
gefangen in ihren wirren Gedanken,
in dem Schmerz,
in all dem, was sie verloren zu haben glaubt
und doch mit der Bestätigung,
dass es anders ist,
wie sie es erwartet hat
aber doch anders
als sie es erwartet hat
(©Dana)

Cordelia ist auf der Suche nach ihren Wurzeln. Bei einem Schulprojekt für ihren Abschluss, für das sie ihre Gene analysieren lässt, findet sie heraus, dass ihr Vater nicht ihr Vater ist. Eine Information, die sie verständlicherweise ziemlich aus der Bahn wirft, obwohl sie schon lange vermutet hatte, dass sie anders ist, als der Rest ihrer Familie. Während der Suche nach ihrer Herkunft begibt sie sich auch auf eine Suche nach sich selbst.

Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes, schon allein aufgrund des Stils, in dem es sich präsentiert. Weite Strecken der Geschichte sind in Gedichtform geschrieben und sorgen für einen völlig anderen Lesefluss und ein ungewohntes Empfinden beim Lesen, als man es in anderen Büchern hat.
Protagonistin Cordelia schreibt selbst gern Gedichte und will auch ihr Schulprojekt, durch das sie die Nachforschungen überhaupt angestellt hat, in lyrischer Form anfertigen. Damit hat man eine direkte Verbindung zwischen der Figur und dem Stil, in dem die Handlung präsentiert wird, die ich an sich zwar mochte, die mich aber trotzdem nicht restlos überzeugen konnte.
Die anderen Passagen des Buches werden in Form von E-Mail-Kommunikation und dem Austausch von Handynachrichten über Messangerdienste dargestellt. Eine reine Textform, wie man es in den meisten anderen Werken findet, gibt es hier also gar nicht, allerdings hätte ich persönlich mir diese ab und an gewünscht. Durch die ständige Nutzung der Gedichte war es für mich irgendwann nichts so besonderes mehr bzw. die Gedichte, die ich wirklich sehr intensiv und berührend fand, sind im Gesamtkontext fast ein wenig untergegangen, da es immer wieder Abschnitte gab, in denen für mich zu wenig rüberkam. In diesen Passagen wurde mein Lesefluss durch die Gedichtform eher behindert und ins Stocken gebracht, als dass ich es als wirklich sinnvoll empfunden habe. Natürlich geschieht auch in diesen Szenen etwas, aber es sind eher Erzählungen dessen, was gerade passiert, zum Beispiel dass sie Abendbrot essen, wer vielleicht sauer auf wen ist und warum, mit wem sie unterwegs ist oder Ähnliches. Da fehlte es mir teilweise an Inhalt und Emotionen und damit fehlte mir auch irgendwie ein Grund, das in ein Gedicht zu packen. Diese Textstücke wären für mich in einer „normalen“ schriftlichen Form vermutlich viel angenehmer gewesen. Man wäre trotzdem auf dem aktuellen Stand gewesen, hätte gewusst, was gerade passiert ist und wo es Streit gab und dann hätte im Anschluss eines der bewegenden Gedichte kommen können, das zum Ausdruck bringt, wie zerrissen und aufgewühlt Cordelia ist. So hätte das Buch für mich definitiv besser funktioniert. Denn es gibt wirklich sehr, sehr schöne, berührende Momente in der Handlung, in denen ich mich richtig gut in Cordelias Situation und ihre Gefühle hineinversetzen konnte, in denen sie mich mit ihren Gedanken und Gedichten total abgeholt und mitgenommen hat. Das Spiel mit den Worten, ihre Vergleiche und Metaphern waren stellenweise wirklich großartig und tiefgründig. Dieser Eindruck wurde durch den Rest rundrum aber teilweise abgeschwächt, was ich total schade fand, weil ich das Thema der Identitätsfindung und das Herausfinden der eigenen Wurzeln usw. wichtig und auch bedeutungsvoll finde. Es werden innerhalb der Geschichte einige tolle Botschaften transportiert.

Man könnte jetzt vielleicht den Eindruck bekommen, ich habe generell etwas gegen Gedichte, aber so ist es nicht. Ich schreibe selbst auch Gedichte, meistens zwar bezogen auf Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage oder solche Dinge, aber auch aus anderen Gründen und über andere Themen (wie zum Einstieg in diese Rezension). Einige sind emotionaler, andere auch einfach lockerer oder witzig. Es ist also nicht so, dass ich Gedichte nicht mag oder keinen Bezug zu ihnen habe, im Gegenteil, aber dennoch haben mich einige der im Buch präsentierten einfach überhaupt nicht erreicht oder mitgenommen.
Neben Cordelia sind weitere Figuren in die Handlung integriert, mit denen sie auf unterschiedliche Weise kommuniziert. Einige der Gespräche verarbeitet sie in ihren Gedichten, der andere Austausch findet über Mails oder das Handy statt.
Die Passagen mit den Chatverläufen und den ausgetauschten E-Mails mochte ich gern. Die direkte oder etwas zeitverzögerte Kommunikation ist noch mal was anderes, als normale Gespräche und passte zum einen gut zu den jungen Charakteren, aber auch dazu, dass man sich in der Familie oder im Freundeskreis eben durchaus auch mal Nachrichten schickt, um an Sachen zu erinnern, auf irgendwas hinzuweisen oder zu fragen, wo der andere sich befindet oder wie es einem gerade geht.
Dass es für Cordelia gerade keine leichte Zeit ist und sie durch die aufgewühlten Gefühle, ihre Ängste, Hoffnungen und Zweifel auch mal falsche Entscheidungen trifft und Menschen von sich stößt, die sie eigentlich bräuchte, empfand ich als nachvollziehbar. Sie muss sich über viele Dinge klar werden und weiß selbst einfach noch nicht so richtig, wo sie mit sich und ihren Gedanken hin soll. Dass auch die Menschen in ihrer Umgebung nicht perfekt sind, ebenfalls mal Fehler machen oder gemacht haben, ist authentisch und gehört zu Freundschaften und Familienleben einfach mit dazu. Besonders Kodiak empfand ich als interessanten Charakter, der selbst sein Päckchen zu tragen hat und Cordelia bei ihrer zermürbenden Suche trotzdem zur Seite steht.
Fazit

Dieses Buch lässt mich hin- und hergerissen zurück. Es gab einige Passagen, die mich sehr berührt haben und in denen mich die Autorin mit ihren Worten total mitgenommen und gepackt hat und ich sehr intensiv bei der Protagonistin war. Es gab aber dazwischen immer wieder Stellen, in denen mich die Gedichtform eher rausgebracht hat, ich den Stil als nicht so optimal für den Inhalt empfand und dadurch auch einfach kaum etwas bei mir ankam.
Auf der einen Seite eine wirklich tolle, bewegende Lektüre mit wichtigen Botschaften, auf der anderen Seite für mich persönlich einfach nicht durchweg überzeugend.

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Veröffentlicht am 19.12.2020

wieder gefühlvoll, nicht mehr so düster

Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch
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Achtung Fortsetzung! Die Geschichte von Landon und Shay geht weiter, Vorwissen ist auf jeden Fall nötig, um der Handlung folgen zu können und die Entwicklungen der Charaktere und zwischen ihnen zu verstehen. ...

Achtung Fortsetzung! Die Geschichte von Landon und Shay geht weiter, Vorwissen ist auf jeden Fall nötig, um der Handlung folgen zu können und die Entwicklungen der Charaktere und zwischen ihnen zu verstehen. Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“.

Wenn man jemanden von ganzem Herzen liebt, heißt das noch lange nicht, dass es einen auch zwingend glücklich machen muss. Der Weg, den Shay und Landon bereits gegangen sind, war alles andere als leicht. Tiefe Dunkelheit, viele Probleme und Zweifel haben sie begleitet, auch wenn es immer wieder schönere und leichtere Momente gab. Und auch ihr weiterer Weg wird alles andere als einfach, denn nur weil man sich nach einem anderen Menschen sehnt, heißt es noch lange nicht, dass derjenige zu einem zurückfindet.

Nachdem ich den erste Teil der Geschichte rund um Landon und Shay verschlungen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit den beiden Protagonisten weitergeht. Dass zwischendurch etwas passiert sein muss, was sie entzweit und sie sich erst Jahre später wiedersehen, dass wusste man bereits aus dem Buch „Wie die Ruhe vor dem Sturm“, in dem es ja vorrangig um Greyson und Eleanor ging.
So war es dann nicht verwunderlich, dass es in der Geschichte einen Zeitsprung gab, in dem die Charaktere vollends dem Teenager bzw. dem jungen Erwachsenenalter entwachsen und im Verlauf der Handlung dann Anfang 30 sind. Bevor es zu diesem Sprung kommt, beginnt das Buch jedoch nur mit einem geringen zeitlichen Abstand zum Ende des ersten Bandes von „Wie die Stille vor dem Fall“. Man erlebt gemeinsam mit den Protagonisten einige Passagen aus ihrem gemeinsamen Weg, kann Nachrichten lesen, die sie sich hin und her schicken und verfolgen, wie es zunehmend schwieriger wird für sie.

Der Schreibstil war erneut sehr mitnehmend und flüssig zu lesen. Die zahlreichen Emotionen der Protagonisten waren aufgrund der beiden Ich-Perspektiven wieder greifbar. Ich mochte die detaillierten Einblicke in ihre Gedankenwelt und auch in ihre Leben an sich, die sich sowohl vor, als auch nach dem größeren Zeitsprung ziemlich verändert haben. Es läuft nicht immer alles gut und nach wie vor zeigen beide nicht jedem ihrer Gegenüber, was wirklich in ihnen vorgeht. Ich empfand es insgesamt jedoch als deutlich weniger düster. Im Auftakt der Geschichte um Landon und Shay waren sehr viele bedrückende, dunkle Gedanken enthalten, die zum Großteil der Depression geschuldet waren, die immer wieder thematisiert wurde. Ich fand das Thema sehr gut und nachvollziehbar eingearbeitet, es hat das Buch aber auch nicht besonders leichtgängig gemacht und oft nachdenklich und traurig gestimmt. Auch in diesem Band spielt das Thema zwar weiterhin eine Rolle, jedoch in einer anderen Intensität, so dass ich es hier als nicht mehr so mächtig und niederschmetternd empfunden habe. Es kann eben auch einen Weg hinaus geben.

Man trifft einige liebgewonnene Figuren wieder, so wie Mima, Rain und Hank, es kommen aber auch noch weitere Personen dazu, die mal eine kleinere, mal eine größere Rolle für den Verlauf der Handlung spielen. Ich mochte die alten und noch immer stabilen Freundschaften unglaublich gern. Wenn man so viel miteinander erlebt hat, ist es von unschätzbarem Wert, diese Menschen noch immer an seiner Seite zu haben. Außerdem mag ich auch Rains Art, sich so dezent „gar nicht“ einzumischen. 😉 Zumindest behauptet sie das eben meistens, bevor sie dann doch irgendwas ausplaudert oder unternimmt.
Die Interaktion der Charaktere hat mir wieder gut gefallen. Man spürt sofort, dass Landon und Shay viel verbindet, auch nachdem sie sich einige Jahre nicht gesehen haben. Aber da ist eben nicht nur Wiedersehensfreude, sondern auch viel Frust, Schmerz, Trauer um Verlorenes und Unsicherheit. In ihrer Kommunikation wird deutlich, dass sie im Kern ihres Wesens die gleichen Menschen geblieben sind, aber sie haben sich entwickelt, sind erwachsener geworden, sind an ihren Herausforderungen gewachsen und bewerten einige Dinge inzwischen etwas anders. Und doch war immer spürbar, dass sie eben nicht völlig neue Ansichten haben und ihr Herz noch immer am rechten Fleck sitzt, wenn auch umgeben von einigen Schutzmauern. Neben einigen der bereits aus dem ersten Band bekannten Themen, rückt nun auch die Schauspielerei und das Leben im Rampenlicht mit in den Fokus. Immer unter Beobachtung zu stehen, macht viele Sachen nicht leichter und man perfektioniert seine Masken, damit niemand sieht, was wirklich in einem vorgeht – größtenteils interessiert es ja auch niemanden.

Insgesamt auf jeden Fall wieder eine sehr gefühlvolle Geschichte, in der man die Charaktere intensiv begleitet und ihren weiteren Weg verfolgen kann. Es gibt Stolpersteine und Probleme, aber auch Sonnenscheinmomente und Hoffnung. Alles in allem nicht so düster und bedrückend, wie der erste Band, für mich persönlich daher aber eben auch nicht ganz so intensiv vom „Mitleiden“ mit den Personen. Was nicht heißt, dass ich es wieder so düster hätte haben wollen. Aber es geht einem einfach anders nah. Ich habe mich sehr für die Figuren gefreut, dass es hier deutlich mehr positive und erfreuliche Augenblicke gab, auch wenn längst nicht alles super und einfach ist.
Ein schöner Abschluss der Reihe ist es in jedem Fall.

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Veröffentlicht am 14.12.2020

emotional, aufwühlend, gedanklich düster, bewegend

Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch
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Es ist zwar der zweite Band der Chances-Reihe, meine Rezension enthält aber keine Spoiler in Bezug auf den ersten Band „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ da es hier um zwei andere Figuren geht. Man könnte Band ...

Es ist zwar der zweite Band der Chances-Reihe, meine Rezension enthält aber keine Spoiler in Bezug auf den ersten Band „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ da es hier um zwei andere Figuren geht. Man könnte Band zwei ohne Vorwissen lesen.

Sie hassen einander, gehen sich aus dem Weg und haben kaum einen Blick füreinander übrig. Auch wenn manche nicht mal erklären könnten, warum das so ist, so weiß doch die gesamte Highschool, dass Landon und Shay sich eben einfach nicht ausstehen können. Erst eine dumme Wette auf einer Party führt dazu, dass die beiden sich miteinander beschäftigen müssen. Wer wird sich wohl zuerst in wen verlieben? Kann Landon wirklich jede Frau haben, die er will oder ist Shays Willen stärker oder ihre Anziehung? Was als „Spiel“ beginnt, geht schnell viel tiefer und richtig unter die Haut. Zeig mir deine Narben und ich sag dir, wer du bist…

Dieses Buch war einfach… intensiv. Es war so bewegend, herzzerreißend, aufwühlend, streckenweise sehr düster, was die Gedanken der Protagonisten betraf, es steckt voller schwieriger Themen, Sorgen, Ängste und trotzdem so voller Herz, Wärme und wundervoller Augenblicke.

Der gefühlvolle Schreibstil hat mich von Beginn an wieder mitgenommen und bis zum Schluss nicht wieder losgelassen. Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, aber dieses war noch einmal besonders und für mich noch deutlich intensiver, als andere. Einen Teil dazu beigetragen hat auf jeden Fall die sehr ehrliche und authentische Einarbeitung des Themas „Depressionen“. Durch die sehr eindrücklichen Einblicke in die düstere, teils verzweifelte Gedankenwelt und die Endlosspiralen an negativen Empfindungen wurde das Buch an vielen Stellen sehr ernst und aufwühlend, aber auch noch mal ehrlicher und echter. Man konnte mit der Figur mitfühlen und sich in sie hineinversetzen. Und ich mochte auch den Umgang an sich mit dem Thema. Den Wunsch es zu verstecken und zu verdrängen und nach außen hin stark zu bleiben, aber auch das Verlangen danach zeigen zu können, wie es wirklich ist, jemandem seine Narben zu präsentieren, seine Dämonen zu zeigen und trotzdem nicht schief angesehen zu werden. Es ist ein sehr schwieriges Thema und nichts, was man einfach mal von heute auf morgen bearbeitet und abgeschüttelt bekommt. Das wird in der Geschichte immer wieder deutlich und sehr einfühlsam aufgearbeitet.
Aber auch darüber hinaus enthält das Buch sehr viel Gefühl und tolle Entwicklungen bei den Charakteren und vor allem auch bei ihrem Umgang miteinander. Aus ihrer „schau-mich-nicht-an-ich-hasse-dich“-Einstellung wurde etwas sehr viel schöneres, wertvolleres und etwas, womit die beiden selbst wohl am wenigsten gerechnet hätten. Als sie zulassen, dass sie hinter die Mauern des anderen schauen, entdecken sie, dass der Schein eben manchmal wirklich nur ein Schein ist und daher viel mehr „Schwächen“ und „Unperfektheit“ lauert, als man dachte.

Shay ist eine hübsche, beliebte und gutmütige Protagonistin. Ihr scheint alles zu zufliegen, ihr Leben macht nach außen hin einen ziemlich stabilen und perfekten Eindruck. Sie ist gern für andere da und hilft, wo sie kann. Sie geht ihrer Leidenschaft nach und verfasst Drehbuchmanuskripte, arbeitet ausdauernd, damit sie immer besser wird und ihre Ziele erreichen kann. Aber auch hinter ihrer fröhlichen und unbekümmerten Fassade lauern Ängste und Probleme, die sie eben nur nicht nach außen trägt. In ihrer Familie läuft längst nicht alles rund und umso weiter das Buch voranschreitet, umso deutlich wird, wie viele Schatten dort wirklich lauern. Aber Shay überlegt sich eben gut, wem sie Einblick gewährt und wem nicht und ich hatte oft auch den Eindruck, dass ihre positive Art ihr selbst dabei hilft, stark zu bleiben und den Kopf hoch zu halten. Für mich war es nicht gänzlich aufgesetzt oder gespielt, sie ist wirklich gern für andere da und hat eine tolle Art, hinter die Masken von anderen zu schauen, sie zu halten, wenn sie sie brauchen und Kraft zu geben. Das gehört genauso zu Shays Wesen, wie die Wut und die Angst, die durch die Ereignisse in ihrer Familie ausgelöst werden und die Zweifel, die auch sie begleiten.
Landon hat an seiner Schule ein ziemliches Bad Boy Image, das er auch gern aufrechterhält. Wenn man cool und unantastbar wirkt, dann schaut auch niemand so genau hin, wie es ihm wirklich geht. Seine Kontakte zu Drogen und seine Vorliebe für Partys sind keine Geheimnisse, allerdings ist es auch nicht unbedingt das, was Landon wirklich ausmacht. Nur seine engsten Freunde haben überhaupt eine Vorstellung davon, wie es in ihm aussieht und was sein Leben so auf den Kopf stellt. Seine Eltern sind selten da und zeigen teilweise auch nur wenig Interesse an seinem Leben, da hilft es auch nicht, dass er in einem luxuriösen Haus wohnt, denn Geld allein macht eben einfach nicht glücklich. Hinter seinen sehr hohen Mauern wartet ein oft trauriger, junger Mann, der viel Dunkelheit in sich trägt und sich manchmal selbst dafür hasst, dass es so ist und es doch nicht einfach so abstellen kann. Nie hätte Landon erwartet, dass ausgerechnet Shay jemand sein könnte, dem er sich offenbart und bei der er zulässt, dass sie hinter seine Masken schaut. Allerdings gelingt es ihr wirklich gut, zu sehen, was niemand sonst sehen kann oder nicht sehen will

Durch die zwei Ich-Perspektiven bekommt man sehr intensive und detaillierte Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelten der beiden Protagonisten und kann hautnah miterleben, was sich bei ihnen alles verändert, wie sie innerlich weicher werden, wie ihr strahlen langsam mehr nach außen tritt, obwohl sie sich auf gewisse Weise auch dagegen wehren, schließlich hassen sie sich ja – dachten sie.
Es ist im Buch jedoch nicht nur traurig und aufwühlend, es gibt auch Passagen, in denen es fröhlicher zugeht und man mit den Figuren lachen kann oder über sie. Die beiden ärgern sich, provozieren einander und tanzen teilweise ziemlich geschickt umeinander herum. Das resultiert zu einem gewissen Teil aus der Wette, die sie überhaupt dazu gebracht hat, sich miteinander abzugeben, aber auch daraus, dass es ihnen Freude zu machen scheint, einander aufzuziehen und so gleichzeitig noch mehr über den anderen zu erfahren. Auch wenn die Nebencharaktere neben den beiden starken Protagonisten etwas in den Hintergrund rücken, so spielen sie doch an einigen Stellen eine wichtige Rolle und sorgen teilweise auch für Momente zum Schmunzeln, aber auch für neue Schwierigkeiten.
Dass aus der Abneigung von Shay und Landon füreinander etwas anderes entstehen könnte, war zwar vielleicht nicht unbedingt überraschend, aber der Weg dahin war auf jeden Fall besonders und sehr gefühlvoll. Da ist viel Schmerz und Dunkelheit, das Buch ist alles andere als locker-leichte Lektüre. Mir ging es sehr unter die Haut und es wirkt auch hinterher noch nach. Und trotzdem empfand ich es einfach als eine wundervolle Lektüre, da zwischen den Buchseiten eben nicht nur Leid und Trauer, sondern auch so viel Freundschaft, Liebe und Zuneigung steckt

Dass die Geschichte der beiden hier noch nicht zu Ende ist, weiß man aus dem ersten Band der Reihe „Wie die Ruhe vor dem Sturm“. Insgesamt hat der erste Teil einem aber von ihrem ganz persönlichen Weg nicht viel vorweg genommen, da man dort ja zwei andere Protagonisten hatten, die im Vordergrund standen und es zwar ein paar Ereignisse gibt, bei denen sich die Wege kreuzen, es insgesamt aber schon getrennt voneinander abläuft und ein großer Teil des Buches zu einer Zeit spielt, die die Figuren in „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“ noch nicht erreicht haben. Ich bin sehr gespannt darauf zu erfahren, wie der emotionale Weg zwischen Landon und Shay weitergehen wird.
Fazit

Ein extrem gefühlvolles, sehr aufwühlendes, stellenweise gedanklich düsteres Buch, das mir richtig unter die Haut ging. Landon und Shay sind zwei tolle Protagonisten, die beide ihr Päckchen zu tragen haben, auch wenn es nach außen nicht immer so wirkt. Ihr Umgang miteinander hat mir gefallen, besonders als es intensiver und einfühlsamer wurde. Die beiden wirkten auf mich sehr authentisch und damit auch greifbar. Die Geschichte enthält einige schwierige Themen und war dadurch noch viel ernster und tiefgehender, als ich es vermutet hätte.

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Veröffentlicht am 08.12.2020

so viel mehr als eine Liebesgeschichte – aufwühlend, bewegend, spannend

Rixton Falls - Secrets
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Hinter der erste große Liebe steckt häufig eine Person, die man nicht so leicht vergisst. Ein wenig von demjenigen bleibt für immer, denn die Erfahrungen, die man macht, bleiben in Erinnerungen, prägen ...

Hinter der erste große Liebe steckt häufig eine Person, die man nicht so leicht vergisst. Ein wenig von demjenigen bleibt für immer, denn die Erfahrungen, die man macht, bleiben in Erinnerungen, prägen einen teilweise auch für die Zeit danach. Für Demi war es noch schwieriger, diesen Menschen zu vergessen, da es keine „normale“ Trennung gegeben hat, nach der sie hätte versuchen können, es zu verarbeiten und zu vergessen. Von einem Tag auf den anderen ist Royal aus ihrem Leben verschwunden und sie hat nie erfahren, was eigentlich passiert ist. Nur mühsam gelingt es ihr, nach vorn zu schauen und sich auf ein Leben ohne ihn einzulassen. Als sie eigentlich dachte, sie hätte den Schmerz und den Verlust überwunden, steht er plötzlich wieder vor ihr…

Zu Beginn des Buches, im Prolog, erlebt man die Jugendzeit der Protagonisten wie im Zeitraffer. Es gibt einige wichtige Momente, die man mit ihnen gemeinsam erlebt und die deutlich machen, wie sich die Verbindung zwischen ihnen vertieft hat. Vom nervigen Freund des Bruders hin zu dem jungen Mann, für den das Herz schlägt. Als Royal dann von einem Tag auf den anderen aus Demis Leben verschwindet, kann man sich gut vorstellen, wie hart es sie trifft und wie schwer es ist, darüber hinwegzukommen, wenn man nie eine Erklärung bekommt. Demis Schmerz war durch die Ich-Perspektive für mich sehr gut spürbar.

Sieben Jahre später geht dann der Hauptteil der Handlung los. Es ist einiges an Zeit vergangen, es sind aber dennoch längst nicht alle Wunden geheilt – auf beiden Seiten. Da das Buch zwei Ich-Perspektiven enthält, ist es für den Leser möglich, sowohl Demi, als auch Royal sehr intensiv zu begleiten. So bekommt man detaillierte Einblicke in ihre Gedankenwelten und kann besonders ihre Gefühle und die Änderungen in ihrer emotionalen Welt hautnah miterleben. Auch wenn für beide das Leben weiter gegangen ist, nachdem sich ihre Wege so plötzlich trennten, spürt man bei der ersten Begegnung der beiden sofort, dass da längst nicht alles überwunden und verarbeitet ist. Stück für Stück werden die alten Dämonen bekämpft, Mauern eingerissen und neues Vertrauen aufgebaut. Doch die Zeit, die die beiden miteinander verbringen, wird von einigen misstrauisch beäugt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, teils hängen sie mit den Familien zusammen, teilweise auch mit dem Arbeitsumfeld oder den privaten Entwicklungen der Protagonisten, schließlich haben sich beide ein Leben aufgebaut, in dem unterschiedliche Dinge eine Rolle spielen.
Ich mochte das Zusammenspiel der Figuren sehr gern. Die Anziehung und das Knistern zwischen ihnen war genauso greifbar, wie die Vorsicht, die immer präsent ist, das Zögern und Hadern, das Kopfzerbrechen. Die Verbindung, die zwischen Demi und Royal ist, lässt sich nicht leugnen und sie wird im Verlauf der Handlung wieder sehr viel intensiver, als zu Beginn. Es war schön zu beobachten, wie sich die Figuren entwickeln, wie sie wieder zusammenwachsen, wie aber auch ernste Gespräche geführt werden und Probleme auftreten, die sie erneut auseinander treiben.

Demis Familie steht hinter ihr und wünscht ihr nur das Beste. Auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, so sind sie doch für einander da, unterstützen und pushen sich. Doch trotz der recht harmonisch erscheinenden Bindung, gibt es einige Dinge, die Demi ihrer Familie nicht anvertrauen möchte, aus Angst, dass sie ihr nicht glauben könnten oder dass sie damit das Bild verstört, dass ihre Familie von ihr und ihrem Leben hat. Ihre Zweifel und Sorgen waren nachvollziehbar dargestellt, denn die Situation, in der sie sich aktuell befindet, ist wirklich alles andere als leicht. Zudem hat auch die Presse ein gewisses Interesse an ihrer Situation, so dass sie doppelt aufpassen muss, was sie sagt und tut.
Royal kommt aus zerrütteten Familienverhältnissen und wuchs bis zum verhängnisvollen Tag mehr bei Demis Familie auf, als bei seinen wechselnden Pflegeeltern. Durch die enge Bindung war der Verlust für alle Seiten noch mal schmerzhafter. Royal hat einigen Mist erlebt in der Zeit, in der er keinen Kontakt zu Demi hatte. Nach und nach erfährt der Leser, was los war und wieso es ihm noch immer schwer fällt, über diese Dinge zu reden.
Mir waren beide Protagonisten sympathisch, Royal mochte ich vielleicht sogar noch einen ticken mehr. Es gibt sehr viele gefühlvolle Passagen, in denen Gespräche, Gesten oder Gedanken im Vordergrund stehen, aber auch leidenschaftliche Momente, in denen die Zweifel mal für einen Augenblick ruhen.

Dieses Buch ist aber so viel mehr als eine einfache oder eben eher komplizierte Liebesgeschichte. Was da im Laufe der Handlung aufgedeckt wird, damit hätte ich niemals gerechnet. Einige Enthüllungen werden ziemlich hinausgezögert, wodurch teilweise die Anspannung enorm hoch gehalten wird und man schon fast mit etwas noch schlimmeren rechnet, als es dann gab. Was nicht heißt, dass ich die Auflösung harmlos fand, denn das war sie keinesfalls. Verrat, Betrug, Geheimnisse und Manipulationen sind ein paar der Themen, die im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen. Es kommen aber noch weitere, zum Teil sehr bedrückende, schwierige, belastende Themen hinzu, die ich aus Spoilergründen hier jetzt nicht alle aufzählen möchte. Für mich war es überraschend, was da kam, das möchte ich niemandem vorwegnehmen.
Einige dieser Aspekte sind in der Triggerwarnung am Ende des Buches enthalten. Auch wenn mir persönlich das Spektrum da fast etwas zu weit gefasst ist, konnte ich bei einigen Sachen schon verstehen, wieso sie mit aufgeführt wurden, selbst wenn die betreffenden Szenen im Buch nicht sehr lang waren. Das Empfinden bei solchen Dingen ist ja auch sehr unterschiedlich, je nachdem, was man selbst eben so erlebt hat oder wozu man einen Bezug hat. Es ist auf jeden Fall keine locker-leichte Lektüre, da zahlreiche emotional-aufwühlende Dinge thematisiert werden. Dennoch empfand ich den Schreibstil als sehr angenehm und die Stimmung auch nicht als dauerhaft bedrückt oder betrübt, denn die Charaktere erleben auch positive Sachen oder schöpfen Kraft aus den Gesprächen und der Aufarbeitung der Vergangenheit. Einige Dinge gingen mir manchmal ein bisschen schnell, insgesamt war das meiste aber gut nachvollziehbar und passte auch zu den Figuren und ihren Entwicklungen und Wesenszügen, die man kennengelernt hat.

Auch wenn mir bewusst ist, dass für ein Buch, eine fiktive Geschichte, Szenen, die im Krankenhaus spielen gern mal eingekürzt, Heilungsverläufe beschleunigt werden und so weiter, weil es sonst den Rahmen sprengen oder nicht mehr ins Gesamtbild passen würde, so wünsche ich mir manchmal halt trotzdem eine etwas realistischere/wahrscheinlichere Darstellung der Verläufe. Wenn ich nicht selbst in dem Bereich arbeiten würde, würde es mir vielleicht nicht so auffallen, aber durch die direkte Verbindung, stellt man sich eben schon immer die Frage, ob das jetzt wirklich so passt, wie es beschrieben wird

Ich habe das Buch als eBook gelesen, das Cover des Prints gefällt mir allerdings fast ein wenig besser. Auch wenn das für die Bewertung des Buches an sich jetzt keine Rolle spielt
Fazit

Eine Geschichte, in der mehr steckt, als man anhand des Klappentextes vielleicht erwarten würde. Es werden zahlreiche, ernste Themen eingeflochten, die die Figuren auf ihrem Weg begleiten oder begleitet haben. Betrug in unterschiedlicher Form ist da noch eines der leichteren Probleme. So entstehen immer wieder nachdenkliche Momente und emotionale Passagen. Es gibt aber auch leidenschaftliche und positivere Augenblicke, in denen es nicht ganz so düster zugeht. Insgesamt auf jeden Fall keine ganz leichte Geschichte, mir hat sie aber gut gefallen, auch weil so viel unterschiedliches drin steckte und ich die Charaktere und ihre Entwicklung gern mochte.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

spannender Auftakt, der viele Fragen aufwirft

Federn über London 1
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In einer völlig fremden Umgebung aufzuwachen, ohne Erinnerungen an sein früheres Leben, ohne Erinnerungen an sich selbst, ohne einschätzen zu können, ob man wach ist oder schläft. Das stelle ich mir ziemlich ...

In einer völlig fremden Umgebung aufzuwachen, ohne Erinnerungen an sein früheres Leben, ohne Erinnerungen an sich selbst, ohne einschätzen zu können, ob man wach ist oder schläft. Das stelle ich mir ziemlich furchtbar vor und auch für Clear war es alles andere als amüsant. Ihre Angst ist verständlich und wer würde an ihrer Stelle wohl glauben, dass man nun ein Todesengel sein soll? Doch die schwarzen Flügel auf ihrem Rücken und die Schwingen der anderen Engel um sie herum, lassen sie langsam daran glauben, was nun ihre neue Bestimmung sein wird.
Die Seelen von Verstorbenen zurück in den Lebensstrom zu bringen, ist eine bedeutsame Aufgabe, leider aber auch nicht ganz ungefährlich, denn die Todesengel sind nicht die einzigen, die Interesse an den Seelen haben. Und zur Zeit scheint es ganz besonders bedrohlich zu sein, sich außerhalb der schützenden Akademiemauern aufzuhalten…

Autorin Sabine Schulter hat es von Beginn an geschafft, mich in die Handlung zu ziehen, neugierig zu machen und den Wunsch zu wecken, immer weiter lesen zu wollen, um noch mehr von all den Geheimnissen, den tollen Figuren und den Entwicklungen zu erfahren. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Durch bildhafte Beschreibungen entsteht ein detailliertes und lebendiges Bild von den Charakteren und den Schauplätzen.

Den Aufbau der Welt mochte ich richtig gern. Am meisten erfährt man von den Engeln, die sich in verschiedene Unterarten aufteilen. Den meisten Kontakt hat man dabei zu den Todesengeln, zu denen auch Protagonistin Clear gehört. Aber auch die Schutzengel spielen eine große Rolle und sind auf unterschiedliche Weise immer wieder in die Geschehnisse eingebunden. Zu den anderen beiden Arten möchte ich hier noch nicht so viel verraten. Nicht nur optisch unterscheiden sich die Todes- und Schutzengel, auch ihre Bestimmungen sind anders geartet. Beide Aufgaben sind unglaublich wichtig und bedeutsam.
Neben den Engeln gibt es weiter übersinnliche Wesen, die zwar namentlich teilweise vorgestellt und eingeführt werden, von denen man aber insgesamt noch nicht so viel erfährt. Hier und da gibt es ein paar Einblicke, zu der einen oder anderen Art bekommt man auch kurzen Kontakt, ein bisschen was wird angedeutet, es bleibt aber auch noch viel offen und ungesagt. Es ist auf jeden Fall spannend, wie vielfältig die Welt ist und es schafft viel Raum für mögliche, zukünftige Begegnungen und Verstrickungen der unterschiedlichsten Art.
Ein besonderes Highlight waren für mich die Vellas, die auf unterschiedliche Weise und in verschiedener Intensität genutzt werden können, um die Aufgaben zu erledigen, die so anstehen. Was genau sich dahinter verbirgt, möchte ich an der Stelle nicht verraten, aber es hat die Handlung bereichert.

Die Geschichte enthält insgesamt vier Ich-Perspektiven, wobei zwei davon hauptsächlich zum Tragen kommen. Clear und ihr Teamleiter Ease führen den Leser durch die Handlung und nehmen einen mit bei ihren sehr unterschiedlichen Erlebnissen. Neben den beiden Todesengeln kommen auch die Schutzengel Lance und Aura zu Wort. Über dem jeweiligen Abschnitt steht der Name der Figur, die man begleitet, so dass man immer eine gute Orientierung hat und nichts durcheinander bringen kann. Durch die verschiedenen Herausforderungen und Aufgaben, die sie zu meistern und zu erledigen haben, fällt es aber auch so recht leicht, die Szenen auseinander zu halten. Für Clear ist alles noch sehr neu, auf sie prasseln viele Dinge ein, die ihr unbekannt waren und nebenbei muss sie auch noch sich selbst neu entdecken und herausfinden, wer sie eigentlich ist. Dass dabei nicht immer alles gut gehen kann, ist kaum verwunderlich.
Ease ist der erfahrenste der Londoner Todesengel und ein sehr interessanter Charaktere. Er ist teilweise sehr still und nachdenklich, aber auch verantwortungsbewusst, zielstrebig und hat ein gutes Herz, nur nicht immer sich selbst gegenüber.
Auch die anderen drei Todesengel sind interessante Figuren und gemeinsam ergeben sie eine ziemlich bunte und facettenreiche Mischung. Jeder bringt seine Eigenheiten mit ein, keiner wird verbogen, ich mochte das sehr.
Und auch wenn die Schutzengel nicht so im Fokus des Geschehens standen, wie die Todesengel, so erfährt man eben auch von ihnen schon das eine oder andere und ich bin sehr neugierig geworden. Hoffentlich erfährt man zu vielen Figuren im Verlauf der Reihe noch mehr, ich schätze, einige habe da wirklich spannende Geschichten zu erzählen und Facetten zu zeigen.

Im Verlauf des Buches wird es immer spannender und komplexer. Stück für Stück wird man in die Welt eingeführt und es fühlte sich an, als würde es einfach nebenbei passieren, während man die einzelnen Figuren besser kennenlernt und sie dabei begleitet, was sie so erleben und herausfinden. Es wirkte nirgends langatmig und war sehr harmonisch und fließend in das Gesamtgeschehen eingebunden. Am Ende hat man einiges erfahren, einige Zusammenhänge haben sich ergeben, es sind aber auch viele Fragen aufgeworfen worden und ich bin super gespannt, wie es weitergehen wird.
In der Unterwelt scheint es zu brodeln und es ist nicht so einfach, den Gründen auf die Spur zu kommen. Die Gefahren nehmen zu, die Ausbrüche der Bedrohungen werden mehr und intensiver. Die dadurch auftretende Anspannung ist greifbar und ich habe beim Lesen sehr viele Leute verdächtigt, die vielleicht etwas damit zu tun haben könnten. Man sieht vermutlich schon Gespenster, aber es ist einfach sehr verzwickt und noch sehr undurchsichtig. Alles könnte irgendwie möglich sein und passieren.
Fazit

Ein toller, facettenreicher Auftakt, der einen in eine interessante Welt voller übernatürlicher Wesen entführt. Obwohl es viele Informationen zu der Welt an sich, den Zusammenhängen, Fähigkeiten und Möglichkeiten einzelner Wesen, Verbündeten und Feinden gibt, wirkte es nie überladen oder langatmig. Für mich war all das Wissen sehr gut mit der Handlung und den Entwicklungen der Figuren verknüpft, so dass es stets spannend blieb, mit den Engel unterwegs zu sein. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn sowohl die abwechslungsreichen Figuren, als auch die wachsenden Bedrohungen und offenen Fragen machen mich sehr neugierig.

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