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Veröffentlicht am 03.11.2024

Komm, lass uns die Zeit neu aufbrühen

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Komm, setz dich doch zu mir, ich lade dich ein auf einen Kaffee – ja, einfach so, ganz entspannt. Lass uns in diesem kleinen Café am Rand von Sapporo eintauchen, wo die Besitzerin mit einer Tasse Kaffee ...

Komm, setz dich doch zu mir, ich lade dich ein auf einen Kaffee – ja, einfach so, ganz entspannt. Lass uns in diesem kleinen Café am Rand von Sapporo eintauchen, wo die Besitzerin mit einer Tasse Kaffee uns mehr schenken kann als nur Wärme. Sie lädt uns ein, für ein paar Momente zurückzugehen, verpasste Chancen zu sehen, und vielleicht sogar – neu zu wählen.

Während wir da sitzen, dampfender Kaffee vor uns, denk ich an Himari, die junge Pianistin, die mit ihrem Traum und dem Schmerz eines Verlusts ringt. Sie wünscht sich nichts mehr, als die Zeit zurückzudrehen – wie wir das doch alle manchmal tun. Shiori Ota erzählt uns leise und zart von ihr und all den anderen, die nach etwas greifen, das ihnen entglitten ist. Ich hatte erst erwartet, die Geschichte aus der Perspektive der Barista zu erleben, doch stattdessen ist es Himari, die uns führt. Unerwartet, zu kurz angerissen und irgendwie – genau das Richtige.

Hier im Café wird uns klar, dass wir die Vergangenheit nicht wirklich ändern müssen, sondern vielleicht nur, wie wir auf sie schauen, um die Gegenwart neu zu gestalten. Und so wie die bittere Note im Kaffee das Aroma erst perfekt macht, ist Reue nicht das Ende – sondern der Anfang von etwas Neuem. Diese Lektüre hat mich berührt mit ihrer stillen, tiefen Weisheit. Also, was sagst du? Lass uns diesen Kaffee genießen und wer weiß, vielleicht finden auch wir hier im Café nicht das, was wir erwarten – sondern das, was wir wirklich brauchen.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Prophezeiung des Ertrinkens

A Song to Drown Rivers
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In alten Schriftrollen vergraben, steht sie geschrieben, in der Tiefe jener Worte, die Ann Liang auf Pergament fließen lässt: Eine Frau wird kommen, schön wie der Mond, gefährlich wie eine scharfe Klinge. ...

In alten Schriftrollen vergraben, steht sie geschrieben, in der Tiefe jener Worte, die Ann Liang auf Pergament fließen lässt: Eine Frau wird kommen, schön wie der Mond, gefährlich wie eine scharfe Klinge. Xishi – eine Schönheit, deren Antlitz Reiche stürzen lässt, während ihr Herz schon im Dunkel vergraben scheint. So beginnt das Drama um Liebe, Rache und unerbittliches Schicksal. Doch jeder Schritt könnte sie hinabziehen, tiefer und tiefer, bis die Strömung sie verschlingt.

Doch hüte dich, oh du Leser: Liebe ist ein Fluss, unberechenbar, verschlungen, der alle verschlingt, die ihm folgen. In Fanli findet Xishi einen Gefährten, der ihren Schmerz sieht, der sie zur Klinge schmiedet, die in den Schatten ihr wahres Ich verbirgt. Kann Liebe überleben, wenn jede Lüge zur Waffe wird? Und so habe kein Mitleid für den feindlichen König!

Ah, wie es schmerzt, diese Prophezeiung zu lesen und nach wenig langen Atemzügen das drohende Ende zu fühlen! Die Wellen der Geschichte haben Xishi ergriffen. Und so besingt "A Song to Drown Rivers" die tragische Melodie einer Liebe, die nie sein darf – ein Strudel aus Verlangen, Verrat und Verlust. Eine Tragik, von dem sich niemand abwenden kann, ohne selbst Teil des Schicksals zu werden.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Wo Flüche flüstern und Spannung tobt

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Eine Welt voller göttlicher Intrigen und tödlichen Prüfungen, die einen unwiderstehlichen Sog entwickelt - das ist The Games Gods Play – Schattenverführt. Zwölf mächtige Gottheiten, ein erbitterter Kampf ...

Eine Welt voller göttlicher Intrigen und tödlichen Prüfungen, die einen unwiderstehlichen Sog entwickelt - das ist The Games Gods Play – Schattenverführt. Zwölf mächtige Gottheiten, ein erbitterter Kampf um die Macht – und unsere Heldin Lyra mitten im tödlichen Getümmel. Von Hades höchstpersönlich auserwählt, stürzt sie sich in die Crucible-Spiele, die alles auf die Probe stellen – ihren Mut, ihren Verstand und, ja, vielleicht auch ihr Herz.

Unser Stern Lyra ist herrlich sarkastisch und hinter ihrer mutigen Fassade steckt ein Herz, das manchmal fast zu treudoof ist. Die Dynamik zwischen ihr und Hades ist dabei ein Highlight: ein ständiges Hin und Her zwischen Hitze und Schatten, Necken und Ernst. Dabei bleibt Hades selbst geheimnisvoll wie die Unterwelt.

Lyras Fluch hingegen? Ist wie ein launischer Gott selbst, taucht nur dann auf, wenn's der Story passt – ein bisschen inkonsequent und unklar, wie ich finde. Auch wenn die Spiele spannend gestaltet sind, fühlt sich die Handlung manchmal überladen an, als ob zu viele göttliche Finger im Spiel wären. Doch selbst im Chaos bleibt es unterhaltsam. Das Lesen wurde zu einem Abenteuer.

Was wirklich Spaß gemacht hat, ist der Schreibstil – leicht, modern, flüssig, mit einem Hauch von Humor. Die Autorin hat es drauf, diese grausame, göttliche Welt so lebendig und greifbar zu machen, dass man fast schon selbst das Chaos spürt. Und ja, der Cliffhanger hat mich am Ende ordentlich erwischt! The Games Gods Play ist ein wahrlich abenteuerliches Leseerlebnis – der zweite Teil kann gar nicht schnell genug kommen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Welt in meinen Händen

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Was, wenn wir plötzlich die Macht hätten, alles zu verändern – und doch jedes Mal was falsch machen? "Game Changer" hat mich mitgerissen, aber auch verwirrt. Ash, ein ganz normaler Typ, plötzlich mit der ...

Was, wenn wir plötzlich die Macht hätten, alles zu verändern – und doch jedes Mal was falsch machen? "Game Changer" hat mich mitgerissen, aber auch verwirrt. Ash, ein ganz normaler Typ, plötzlich mit der Macht, Realitäten zu verschieben, landet mitten in einer Welt voller Konsequenzen. Ein Footballspiel, ein Schlag, und alles ändert sich - er bringt die Rassentrennung zurück! Klingt spannend, oder? Es war definitiv spannend - bis es ein wenig zu viel wurde.

Ash als Protagonist hat mir wirklich gefallen, gerade weil er so normal ist. Er stolpert von einer Dimension in die nächste, jede mit ihren eigenen Regeln. Mal ist er der Held, dann plötzlich der Böse. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte - er stolpert, reflektiert und lernt. Es ist seine Reise, seine Entwicklung, die mir am meisten in Erinnerung geblieben ist.

Die Themen, die hier behandelt werden – Rassismus, Homophobie, weiße Privilegien - sind alles andere als leichte Kost. Und ich finde es bewundernswert, wie Shusterman es schafft, diese Themen so in eine Story zu verpacken. Aber manchmal war es einfach zu viel - zu viele Ideen, zu viele Welten, zu viele Gedanken. Am Ende war ich fast schon erschöpft.

Trotzdem - es hat mich berührt. Die parallelen Welten sind nicht nur Spielereien, sondern Spiegel unserer eigenen. Es regt wirklich dazu an, mal über die eigenen Entscheidungen und Werte nachzudenken. Und auch wenn ich am Ende das Gefühl hatte, dass die Geschichte etwas konstruiert war, bleibt die Botschaft klar: Jeder hat die Macht, Dinge zu verändern, aber die Verantwortung, das Richtige zu tun - ist der wahre Game Changer. Es ist zwar vielleicht nicht ganz das, was ich mir nach "Scythe" erhofft hatte, aber ja - das Leben ist auch nicht perfekt, oder?

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Versteckte Klingen und Verrat im Herzen

Five Broken Blades
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In "Five Broken Blades" von Mai Corland ist es nicht einfach, fünf gefährlichen Attentätern zu vertrauen – und genau das hat mich absolut in den Bann gezogen. Fünf Klingen, ein Ziel und so viele Geheimnisse, ...

In "Five Broken Blades" von Mai Corland ist es nicht einfach, fünf gefährlichen Attentätern zu vertrauen – und genau das hat mich absolut in den Bann gezogen. Fünf Klingen, ein Ziel und so viele Geheimnisse, dass man kaum durchblickt. Ich hab’s geliebt, wie Mai Corland diese Welt aufgebaut hat, in der keiner ist, was er zu sein scheint. Jeder kämpft für sein eigenes Ziel, aber kann man jemals wirklich sicher sein, wer Freund oder Feind ist? Jede Klinge schneidet tiefer – nicht nur ins Fleisch, sondern auch ins Vertrauen. Das hat die Intrigen und Täuschungen für mich so unfassbar spannend gemacht.

Anfangs ist es ein wenig überwältigend, die verschiedenen Perspektiven und Charaktere zu sortieren, aber nach und nach wachsen sie einem ans Herz – jeder mit seinen Stärken und Schwächen. Sie haben so viel Leben, dass ich mich einfach nicht entscheiden konnte, wen ich am meisten mochte – oder wem ich am wenigsten trauen sollte. Diese morally grey Figuren, die ständig zwischen Loyalität und Verrat schwanken, haben mich besonders fasziniert.

Das ist keine simple Geschichte, sondern eine Reise durch die dunklen Facetten der menschlichen Seele. Keine Figur ist, was sie vorgibt zu sein und das Geflecht aus Verrat und Täuschung finde ich beeindruckend komplex. Ich warte bereits sehnsüchtig auf den nächsten Teil!

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Stimmen, die Klingen schärfen

Die Sprecher beim Argon Verlag haben es geschafft, jede Figur so durch ihre Stimme zum Leben zu erwecken, dass die Spannung und die Intrigen förmlich greifbar wurden. Jede der fünf Hauptfiguren hatte ihre eigene Stimme, und das hat den Charakteren nicht nur Tiefe gegeben, sondern sie richtig lebendig gemacht. Das macht es so viel einfacher, den Perspektivenwechseln zu folgen. Was mich besonders beeindruckt hat, dass die Sprecher nicht nur gelesen haben. Sie haben die Emotionen und inneren Konflikte der Figuren so spürbar transportiert, sodass man die Spannung und das Misstrauen in jedem Satz nachempfinden konnte. Es war, als hätten sie die Charaktere wirklich verkörpert. Die Sprecher LEBTEN die Charaktere.

Nur die Lautstärke schwankte manchmal zwischen den verschiedenen Sprechern, was mich ab und zu aus dem Hörerlebnis gerissen hat. Zum Beispiel, wenn eine tiefe, raue Stimme plötzlich von einer quirligen abgelöst wurde. Trotzdem war das Hörbuch insgesamt ein packendes Erlebnis, das die Geschichte noch eindringlicher und emotionaler gemacht hat.

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