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Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine Mutter-Tochter-Geschichte mit einem großen Familiengeheimnis

Tanzende Spiegel
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Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf ...

Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf das Leben ihrer Mutter als junge Frau Anfang der 50er Jahre zurück. Zum anderen erzählt die Psychotherapeutin von sich und ihren Gefühlen zu einer jungen Cellistin.

Die Erzählstränge über die Mutter fand ich sehr interessant. Byford zeigt auf, wie es den Frauen im Nachkriegsdeutschland erging. Die vielen Entbehrungen der Kriegsjahre wollten sie hinter sich lassen. Sie wollten wieder ins Kino gehen, sich in einem Café mit Freunden treffen und das Leben einfach in vollen Zügen genießen. Auch erzählt Byford sehr anschaulich, dass es für Frauen aber längst nicht so einfach war. Von ihnen wurde erwartet, dass ihr größter Wunsch es war, Ehefrau und Mutter zu werden. Die Protagonistin steckt in einem Zwiespalt. Sie will mehr und kann sich nicht mit dem typischen Frauenbild identifizieren. Sie ist eine taffe Frau.
Dennoch wird deutlich, dass zu dieser Generation das Schweigen und Nicht-Aussprechen mancher unangenehmer Dinge leider dazu gehören.

Byford ist ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass sich Vieles in beider Leben spiegeln.

Byford schreibt unaufgeregt und mit viel Wärme für ihre Mutter. Der Roman ist autofiktional.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Schaurige Gruselgeschichten mit Lachgarantie

Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten (Band 3)
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Jeff Kinney schafft es mit seinen Büchern einfach immer wieder Kinder fürs Lesen zu begeistern. „Gregs Tagebücher“ bringen selbst Lesemuffel zum Lesen.

Mit seinem 3. Band aus der Reihe „Rupert präsentiert“ ...

Jeff Kinney schafft es mit seinen Büchern einfach immer wieder Kinder fürs Lesen zu begeistern. „Gregs Tagebücher“ bringen selbst Lesemuffel zum Lesen.

Mit seinem 3. Band aus der Reihe „Rupert präsentiert“ werden die 14 Gruselgeschichten von Rupert Jefferson, dem besten Freund von Greg („Gregs Tagebuch“), erzählt.

Schon allein die Gestaltung des Covers ist ein echter Hingucker: Das Cover leuchtet im Dunkeln und der in orange und schwarz gehaltene Farbschnitt mit Gruselfiguren springen sofort ins Auge. Eine Gruselmaske zum Herausnehmen befindet sich als kleines Goodie im Buch. Perfekt für die kommende Halloween-Zeit.

In typischer Jeff Kinney- Manier sind die Geschichten kurzweilig und mit einer gehörigen Portion Humor geschrieben. Die kleinen Comics sind lustig und unterstreichen damit das Geschriebene, was vor allem für ungeübte Leser ein großer Vorteil ist.

Zombies, Vampire, Geister und andere gruselige Gestalten warten in den Geschichten auf den Leser. Manche Geschichten sind etwas makaber (z.B. „Das Nickerchen“). Da sollte man schauen, ob manche Geschichten wirklich geeignet sind für das besagte Kind.

Mein Sohn (9 Jahre alt) ist jedenfalls restlos begeistert von den Gruselgeschichten und hat sich an vielen Stellen kaputt gelacht.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein emotionaler Jugendroman

Eine Insel im Meer
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„Eine Insel im Meer“ von Annika Thor erschien bereits 1996 das erste Mal und wurde nun mit wunderschönen Illustrationen von Sabine Wilharm neu herausgebracht.

Der Roman spielt 1939 / 1940. Die jüdischen ...

„Eine Insel im Meer“ von Annika Thor erschien bereits 1996 das erste Mal und wurde nun mit wunderschönen Illustrationen von Sabine Wilharm neu herausgebracht.

Der Roman spielt 1939 / 1940. Die jüdischen Schwestern Steffi und Nelli werden von ihren Eltern auf eine kleine Schäreninsel nach Schweden geschickt, da ihr Leben in Wien nicht mehr sicher ist. Ihre Eltern dürfen leider nicht mit, da Schweden zur Zeit des Nationalsozialismus nur flüchtende Kinder aufgenommen hat. Die Familie hofft, dass sie bald eine Einreisegenehmigung nach Amerika erhalten, um dort ein neues Leben anzufangen.

Während es der jüngeren Schwester gelingt, schnell auf der Insel Fuß zu fassen und Freunde zu finden, fällt es der 12-jährigen Steffi umso schwerer. Sie wird von ihren Mitschülerinnen geärgert, keiner möchte etwas mit ihr zu tun haben. Ihre Pflegemutter ist sehr streng, keiner scheint Steffi zu verstehen.

Die Geschichte der beiden Schwestern ist tief bewegend, da man sich gut vorstellen kann, dass sie wirklich so hätte passieren können.
Annika Thor erzählt altersgerecht, wie sich die Lage immer mehr zugespitzt hat. Der Krieg breitet sich immer mehr aus, nun fürchten auch die Menschen in Skandinavien um ihr Leben. Eine Einreisegenehmigung in ein anderes Land wird immer unwahrscheinlicher.

Auch wenn die Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus spielt, greift der Roman auch Thematiken auf, denen Jugendliche heute oft ausgesetzt sind: Mobbing, Ausgrenzung, das Nicht verstanden werden.


Ein emotionaler Roman, der zu Herzen geht. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Eine Frau geht beharrlich ihren Weg

Es könnte so einfach sein
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„Es könnte so einfach“ wurde geschrieben von Carla Grosch und Volker Jarck (Pseudonym Anne Handorf).

In dem Roman geht es um die Höhen und Tiefen im Leben der Protagonistin Vera. Vera ist Schriftstellerin.
Die ...


„Es könnte so einfach“ wurde geschrieben von Carla Grosch und Volker Jarck (Pseudonym Anne Handorf).

In dem Roman geht es um die Höhen und Tiefen im Leben der Protagonistin Vera. Vera ist Schriftstellerin.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Wir erfahren in Rückblicken, wie es Vera in der männerdominierten Buchbranche erging. In den 70er Jahre durften zum Beispiel ihre Bücher nur unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht werden. Eine Frau als Autorin war undenkbar.
Die andere Zeitebene spielt um 2005. Eine Frau wird zum ersten Mal Kanzlerin. Dieses Ereignis wird mehrmals im Buch hervorgehoben. Wahrscheinlich haben die Autoren das Jahr 2005 als zweite Zeitebene gewählt, um die Bedeutsamkeit hervorzuheben: Endlich ändert sich etwas. Auch eine Frau hat das Zeug und wird gesehen!

Die Geschichte um Vera, die beharrlich ihren Weg geht, ist gut geschrieben. Sie ist selbstbewusst und schaffte es in der männerdominierten Buchbranche Fuß zu fassen. Vera führt seit Jahrzehnten eine glückliche und gleichberechtigte Ehe. Die Figur „Leo“, ihren Ehemann, finde ich allerdings etwas lasch dargestellt. Er kommt für mich als Pantoffelheld rüber. Die kleinen und großen Familiendramen sind etwas vorhersehbar.
Die eingestreuten Textpassagen, die zeigen, wie Vera an ihrem letzten großen Roman arbeitet, fand ich nach einiger Zeit störend. Ich habe sie dann nur noch überflogen.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Wie sehr prägen uns unsere Rollenbildee?

Die bärtige Frau
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M
„Sie fragt sich, warum sie unbedingt ein Kind wollte und es ihr Herz bestimmt gebrochen hätte, keines zu bekommen. (…) War ihr Wunsch nicht einfach das Ergebnis ihrer Sozialisierung als Frau? Oder stand ...

M
„Sie fragt sich, warum sie unbedingt ein Kind wollte und es ihr Herz bestimmt gebrochen hätte, keines zu bekommen. (…) War ihr Wunsch nicht einfach das Ergebnis ihrer Sozialisierung als Frau? Oder stand er mit ihrer Mutter in Verbindung? Weil ihr Muttersein sie definierte? Sie diese Identität hochhielt und an sie weitergab?“ (S.31)


Bettina Wilpert setzt sich in diesem Roman mit Lebensrollen, selbstgewählten Entscheidungen und Prägung auseinander.

Alex, vor einem Jahr Mutter geworden, ist das erste Mal getrennt von ihrer Tochter Paula. Alex hilft ihrer Mutter ein Zimmer zu entrümpeln und setzt sich dabei immer wieder mit ihrer Rolle als Frau und Mutter auseinander. In Gedanken setzt sie sich noch einmal mit ihrer Schwangerschaft auseinander: „Sie hatte ständig Angst: Angst zu fallen, Angst geschubst zu werden(…). (S.78)

Die Verunsicherung als Neu-Mutter sich im Alltag zurechtzufinden in unserer (kinderfeindlichen) Gesellschaft, die oftmals von Kindern erwartet, leise zu sein und ja nicht mit einem Kind aufzufallen. Auf sich allein gestellt zu sein, Kind und Beruf zu vereinigen - mit unserem Gesellschaftsmodell oftmals nicht kompatibel. Hier schafft Bettina Wilpert in ihrem zeitgenössischem Roman „Die bärtige Frau“ uns als Gesellschaft einen Spiegel vor das Gesicht zu halten.

„Sie verstand plötzlich, was sie bereits vor der Geburt wusste, bevor sie sich für ein Kind entschieden hatte, denn sie sah es bei Freundinnen: Das System funktioniert nicht. Es funktioniert nicht, wenn beide arbeiten. Man bräuchte neben den Eltern und dem Tagespapa noch eine vierte Person, die einspringen kann, wenn das Kind krank ist.“ (S.169)

Wilperts Sprachstil ist ausdrucksstark. Sie beschönigt nichts.

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