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Veröffentlicht am 14.09.2025

Die Kraft der kleinen Gedanken

Was wäre, wenn ...
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Dieses wundervolle Bilderbuch richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Es steckt voller inspirierender und kluger Fragen, die immer mit „Was wäre wenn…“ beginnen. Was, wenn jeder lächeln würde? Was ...


Dieses wundervolle Bilderbuch richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Es steckt voller inspirierender und kluger Fragen, die immer mit „Was wäre wenn…“ beginnen. Was, wenn jeder lächeln würde? Was wäre, wenn wir die leisen Stimmen genauso ernst nehmen würden wie die lauten? Was, wenn jeder den anderen so respektieren würde, wie er ist?

Zu jedem Gedankenspiel gibt es eine passende Illustration. Diese sind nicht überfrachtet, sondern reduziert gehalten, sodass die Fragen zum Nachdenken im Vordergrund stehen.

Das Bilderbuch ist eine schöne Geschenkidee, vor allem für alle, die Gedankenspiele mögen. In dem Buch sind zahlreiche hoffnungsvolle Gedanken zu finden, die dem Leser aufzeigen, dass jeder von uns es in der Hand hat, unsere Welt ein bisschen schöner und friedlicher zu machen.

Das Zitat Gandhis trifft es hier auf den Punkt: „Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Manipulation durch eine radikale christliche Glaubensgemeinschaft

Monstergott
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Wow… Was war das?! Caroline Schmitts 2. Roman ist so ganz anders als ihr Debüt „Liebewesen“.

Im Vordergrund des Buches stehen die beiden Geschwister Esther und Ben. Beide wachsen wohlbehütet und nach ...

Wow… Was war das?! Caroline Schmitts 2. Roman ist so ganz anders als ihr Debüt „Liebewesen“.

Im Vordergrund des Buches stehen die beiden Geschwister Esther und Ben. Beide wachsen wohlbehütet und nach sehr konservativen Wertevorstellungen der christlichen Freikirche auf. Schmitt gelingt es, dass man als Leser die Gefühlswelt von Esthers und Ben miterleben kann. Beide scheinen fast an den strengen Glaubensvorschriften der radikalen Gemeinschaft zu zerbrechen. Die starren Regeln bringen Ben dazu eine grausame Entscheidung für sein Leben zu treffen.
Esther und Ben sind gedanklich so eingeschränkt, dass sie gar nicht wissen, was sie eigentlich wirklich wollen und können. Schmerzhaft ist es mitanzusehen, dass Esther sich immer wieder unterordnen muss, da sie ja „nur“ eine Frau ist. Eine Frau hat zu gehorchen, muss lieb, fromm und folgsam sein. Esther bleibt in ihren Möglichkeiten zurück. Ihr erträumtes Medizinstudium ist nichts für Mädchen, eine Ausbildung in der Krankenpflege reicht.

In aller Klarheit beschreibt Schmitt die Scheinheiligkeit, die manipulativen Verfahren und die Verlogenheit der Gemeinschaft.

Nach und nach beginnen Esther und Ben die Ansichten der Gemeinde zu reflektieren und zu hinterfragen. Es gelingt ihnen vom „Baum der Erkenntnis“ zu kosten und eine Wandlung mitzumachen.

„Monstergott“ ist ein spezielles Buch, da die Thematik schon sehr außergewöhnlich ist. So ein Buch habe ich bislang noch nicht gelesen. Der potentielle Leser sollte sich schon für den Alltag in radikalen Glaubensgemeinschaften interessieren, da diese Thematik den Roman dominiert.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein zartes feines Buch

Die Rheinreise
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Als Leserin fühle ich mich beim Lesen des Buches ins Viktorianische Zeitalter hineinversetzt. Die Geschichte spielt 1851 - ein Reverend aus England unternimmt mit seiner Frau Marion, seiner Tochter Ellie ...

Als Leserin fühle ich mich beim Lesen des Buches ins Viktorianische Zeitalter hineinversetzt. Die Geschichte spielt 1851 - ein Reverend aus England unternimmt mit seiner Frau Marion, seiner Tochter Ellie und seiner Schwester Charlotte eine Dampfschiffsreise von Baden-Baden bis nach Köln.

Im Vordergrund steht Charlotte, eine Frau mittleren Alters, unverheiratet, die das Dienen anderer als ihre Pflicht begreift. Charlotte vollzieht langsam aber stetig eine kleine innere Revolution. Dennoch ist es anfangs schwer zu ertragen, wie sie sich immer wieder unterordnet, sich schikanieren lässt und eigentlich auch nicht als vollwertiges Familienmitglied angesehen wird.

Auf der Rheinreise wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, als sie einem Passagier begegnet, der sie an eine vergangene Liebe erinnert. Charlotte werden mehr und mehr ihre verpassten Chancen und ihre unterdrückten Bedürfnisse bewusst.

"Die Rheinreise" von Ann Schlee (1934-2023) ist ein zartes feines Buch in poetischer Sprache. Bereits 1981 erschien der Roman und stand auf der Shortlist des Booker Prize. Nun wurde dieser historische Roman zum Glück wiederentdeckt und neu herausgebracht. Ein wundervolles, wertiges Buch.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein mitreißender feministischer Pageturner

Madwoman
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"Langsam begriff ich, dass ich die Entscheidung für das Leben nicht unbedingt mit meiner Vergangenheit zu tun haben musste, sondern eher mit der Chance auf eine vollkommen andere Zukunft. Wenn ich mich ...

"Langsam begriff ich, dass ich die Entscheidung für das Leben nicht unbedingt mit meiner Vergangenheit zu tun haben musste, sondern eher mit der Chance auf eine vollkommen andere Zukunft. Wenn ich mich denn dafür entschied." (Kapitel 7 / S. 121)

Was für ein Pageturner! Clove, die ein scheinbar perfektes Familienleben führt, wird plötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Ihr Leben lang hat sie versucht, ihre Kindheit und Jugend zu vergessen und vor ihrer Familie zu verheimlichen. Doch dann bekommt Clove Post aus dem Frauengefängnis und ihr Leben gerät ins Wanken.

Es gibt in dem Roman zwei Zeitebenen. Wir erfahren zum einen, wie Clove heute lebt. Ihr heutiges Leben ist geprägt davon, ihren Kindern die schönste Kindheit zu bieten. Cloves Selbsoptimierung, Gesundheitswahn und die permanente Angst um ihre Kinder haben schon wahnhaften Charakter.
Zum anderen erfahren wir nach und nach, was Clove in ihrer Kindheit durchleiden musste.
Bieker gelingt es, das Vergangene so spannend zu erzählen, dass bis zum Schluss manche Wendungen nicht vorhersahbar sind und das Ende so packend ist.

Ich konnte den Roman kaum aus den Händen legen. Bieker gibt in ihrem Roman Frauen eine Stimme, die unter häuslicher Gewalt leiden. Die Triggerwarnung am Ende des Buches ist absolut angebracht, da Bieker sehr sensible Themen anspricht.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Ein wichtiges Buch

In uns der Ozean
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„Denn wir haben nur diese eine Welt. Gerade weil unsere Wissenschaft so vieles zu erreichen vermag, stehen wir in der Verantwortung.“ (S.358)

Ich habe die Lebensgeschichte um
Rachel Carson verschlungen.

Theresia ...


„Denn wir haben nur diese eine Welt. Gerade weil unsere Wissenschaft so vieles zu erreichen vermag, stehen wir in der Verantwortung.“ (S.358)

Ich habe die Lebensgeschichte um
Rachel Carson verschlungen.

Theresia Graw hat das Leben der berühmten Biologin Rachel Carson (1907-1964) wieder in das Blickfeld gerückt. Die US-Amerikanerin Rachel Carson, die die Natur und vor allem das Meer liebte, gibt in ihren Büchern einen Blick auf unsere wundervolle Schöpfung und will auf die Wunder dieser Welt aufmerksam machen. Ihre Bücher wurden Bestseller.
Rachel Carson war eine ungewöhnliche Frau. Sie war eine hochgebildete Frau, die sich gegen die männerdominierte Welt in der Wissenschaft und den Behörden aufgelehnt hat und einen Umweltskandal ans Licht brachte, der bis heute nachwirkt und grundlegend für die Umweltbewegung ist.
Theresia Graw gelingt es in einer wundervollen Sprache einer der wichtigsten Frauen des 20. Jahrhunderts wieder eine Stimme zu geben. Das Buch regt zum Nach- und Umdenken an. Dennoch ist es spannend und packend geschrieben.
„In uns der Ozean“ sollte jeder lesen, da Umweltschutz und der Erhalt unserer Erde uns alle angeht. Einfühlsam beschreibt Graw wie Rachel Carson leidenschaftlich kämpfte und trotz widriger Umstände nicht den Mut verlor, für das „Richtige“ einzustehen.

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