Großartiger historischer Krimi im Wien der 1920er
Mord im PlanetariumEin Mord im Dunkel der Sterne – und ein Krimi, der bis zur letzten Seite funkelt! *Mord im Planetarium* zieht einen mit unwiderstehlicher Sogkraft ins Wien des Jahres 1927, wo Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher ...
Ein Mord im Dunkel der Sterne – und ein Krimi, der bis zur letzten Seite funkelt! *Mord im Planetarium* zieht einen mit unwiderstehlicher Sogkraft ins Wien des Jahres 1927, wo Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher Glanz und politische Spannungen aufeinanderprallen. Die Eröffnung des ersten österreichischen Planetariums wird zur grandiosen Bühne für ein Verbrechen, das ebenso raffiniert wie atmosphärisch inszeniert ist.
Gerade weil ich selbst in Wien lebe und das Planetarium schon oft besucht habe, hat mich dieser Band auf einer ganz persönlichen Ebene erwischt. Beim Lesen hatte ich unwillkürlich den Geruch der Polstersessel in der Nase, das gedämpfte Murmeln vor Vorstellungsbeginn im Ohr – und dieses ganz spezielle Gefühl, wenn das Licht ausgeht und sich der Himmel über einem öffnet. Die Schilderung der Eröffnung samt des leitenden Wissenschaftlers wirkte für mich überraschend vertraut und liebevoll, fast so, als würde man einem historischen Echo der eigenen Erinnerungen begegnen.
Mit sicherem Gespür für Tempo und Details entfaltet die Autorin eine Geschichte, in der es wieder um Mord, wirtschaftliche Interessen, familiäre Verstrickungen und das politische Weltgeschehen der Zwischenkriegsjahre geht. Besonders gefallen hat mir, wie subtil diese Themen ineinandergreifen, ohne je belehrend zu wirken – Geschichte wird hier gelebt, nicht erklärt. Wien vor hundert Jahren steht plastisch vor Augen: mondän, angespannt, voller Gegensätze.
Auch dieser Band hat mich durchwegs begeistert. Die Figuren wirken vertraut wie alte Bekannte, das Zusammenspiel von Anton und Ernestine macht einfach Freude, und auch die Familie rundherum verleiht der Handlung Wärme und Tiefe. Für mich war es nicht nur ein spannender Krimi, sondern ein literarischer Spaziergang durch meine eigene Stadt – mit Sternen über dem Kopf und einem Mordfall, der lange nachhallt.