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Veröffentlicht am 31.12.2025

Großartiger historischer Krimi im Wien der 1920er

Mord im Planetarium
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Ein Mord im Dunkel der Sterne – und ein Krimi, der bis zur letzten Seite funkelt! *Mord im Planetarium* zieht einen mit unwiderstehlicher Sogkraft ins Wien des Jahres 1927, wo Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher ...

Ein Mord im Dunkel der Sterne – und ein Krimi, der bis zur letzten Seite funkelt! *Mord im Planetarium* zieht einen mit unwiderstehlicher Sogkraft ins Wien des Jahres 1927, wo Fortschrittsglaube, gesellschaftlicher Glanz und politische Spannungen aufeinanderprallen. Die Eröffnung des ersten österreichischen Planetariums wird zur grandiosen Bühne für ein Verbrechen, das ebenso raffiniert wie atmosphärisch inszeniert ist.

Gerade weil ich selbst in Wien lebe und das Planetarium schon oft besucht habe, hat mich dieser Band auf einer ganz persönlichen Ebene erwischt. Beim Lesen hatte ich unwillkürlich den Geruch der Polstersessel in der Nase, das gedämpfte Murmeln vor Vorstellungsbeginn im Ohr – und dieses ganz spezielle Gefühl, wenn das Licht ausgeht und sich der Himmel über einem öffnet. Die Schilderung der Eröffnung samt des leitenden Wissenschaftlers wirkte für mich überraschend vertraut und liebevoll, fast so, als würde man einem historischen Echo der eigenen Erinnerungen begegnen.

Mit sicherem Gespür für Tempo und Details entfaltet die Autorin eine Geschichte, in der es wieder um Mord, wirtschaftliche Interessen, familiäre Verstrickungen und das politische Weltgeschehen der Zwischenkriegsjahre geht. Besonders gefallen hat mir, wie subtil diese Themen ineinandergreifen, ohne je belehrend zu wirken – Geschichte wird hier gelebt, nicht erklärt. Wien vor hundert Jahren steht plastisch vor Augen: mondän, angespannt, voller Gegensätze.

Auch dieser Band hat mich durchwegs begeistert. Die Figuren wirken vertraut wie alte Bekannte, das Zusammenspiel von Anton und Ernestine macht einfach Freude, und auch die Familie rundherum verleiht der Handlung Wärme und Tiefe. Für mich war es nicht nur ein spannender Krimi, sondern ein literarischer Spaziergang durch meine eigene Stadt – mit Sternen über dem Kopf und einem Mordfall, der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Toller Band 2

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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Mit *Rebel Witch. Der rote Nachtfalter liefert Kristen Ciccarelli eine Fortsetzung, die emotionaler, komplexer und mitreißender kaum sein könnte. Als zweiter Band der Reihe setzt die Geschichte konsequent ...

Mit *Rebel Witch. Der rote Nachtfalter liefert Kristen Ciccarelli eine Fortsetzung, die emotionaler, komplexer und mitreißender kaum sein könnte. Als zweiter Band der Reihe setzt die Geschichte konsequent auf dem bereits bekannten Fundament aus Band 1 auf – und genau das macht den Reiz aus: Man wird nicht an die Hand genommen, sondern direkt zurück in eine Welt gestoßen, in der Vertrauen ein Luxus und Liebe ein Risiko ist.

Rune ist auf der Flucht. Ihre enttarnte Identität als Hexe macht sie zur Gejagten, und der Verrat durch Gideon – den Hexenjäger, der ihr Herz erobert hat – schmerzt mehr als jede offene Feindschaft. Dass ausgerechnet er den Auftrag erhält, sie zu töten, verleiht der Handlung eine bittersüße Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Nichts ist schwarz oder weiß, und genau das spielt Ciccarelli meisterhaft aus.

Besonders spannend: Seit Band 1 ist Zeit vergangen, und Rune hat sich verändert. In ihrem Leben gibt es einen neuen Mann – sogar einen Prinzen namens
S∅ren. Doch neue Gefühle können alte Wunden nicht einfach auslöschen. Während Rune und Gideon gezwungen sind, erneut zusammenzuarbeiten, beginnt alles zu wanken, was man über Loyalität, Feindschaft und Wahrheit zu wissen glaubte. Gideon muss erkennen, dass nicht alles so ist, wie es scheint – und als Leser:in geht man diesen Weg voller Zweifel und innerer Konflikte mit ihm.

Der zweite Band besticht durch eine enorme Gefühlsdichte und zahlreiche Plot-Twists. Mehr als einmal habe ich mitten im Geschehen kurz den Überblick verloren, welcher Charakter nun auf welcher Seite steht – allerdings nicht im negativen Sinne, sondern weil die Figuren so vielschichtig und die Intrigen so geschickt gesponnen sind. Offene Fragen aus Band 1 werden konsequent und zufriedenstellend aufgearbeitet, ohne dass die Geschichte an Dynamik verliert.

Besonders positiv hervorzuheben ist das Ende: Es entspricht genau dem, was man sich erhofft – emotional stimmig, verdient und dennoch nicht banal. Ich habe das Buch mit einem zufriedenen Lächeln geschlossen und dem Gefühl, vollständig in diese Geschichte eingetaucht gewesen zu sein.

Fazit:
Eine fesselnde, gefühlvolle und überraschende Fortsetzung, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen hat.
5 von 5 Sternen – ein absolutes Highlight für Romantasy-Fans!*

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Wer Kaffee mag, wird diese Reihe lieben

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Schon nach wenigen Seiten zieht dieses Buch einen hinein in ein herbstliches Kleinstadtchaos, das nach Zimt, Kaffeedampf und unausgesprochenen Gefühlen riecht. Jude ist eine wunderbar rastlose Protagonistin, ...

Schon nach wenigen Seiten zieht dieses Buch einen hinein in ein herbstliches Kleinstadtchaos, das nach Zimt, Kaffeedampf und unausgesprochenen Gefühlen riecht. Jude ist eine wunderbar rastlose Protagonistin, die mit scharfem Humor und inneren Fluchten überzeugt, während Lower Whilby genau jene Gemütlichkeit verkörpert, vor der sie ihr Leben lang davonläuft. Dass ausgerechnet die Hochzeit ihrer Schwester sie zurück an diesen Ort zwingt, wirkt wie der perfekte narrative Zünder für alles, was folgt.

James ist der Inbegriff des grummeligen Wohlfühl-Baristas: wortkarg, charmant widerwillig und mit einer Vergangenheit, die weit größer ist als das kleine Café, in dem er arbeitet. Die Enemies-to-Lovers-Dynamik zwischen ihm und Jude ist pointiert, lebendig und voller Dialoge, die knistern, ohne je aufgesetzt zu wirken. Ihre Wortgefechte machen süchtig, ihre Annäherung fühlt sich ehrlich an, und ihre gemeinsamen Szenen sind getragen von genau jener emotionalen Wärme, die man sich von einem Cozy Fall Read erhofft.

Die Gilmore-Girls-Vibes sind spürbar, aber nie bloße Kopie. Wer jedes Jahr im Herbst Stars Hollow besucht und die Energie zwischen Lorelai und Luke liebt, wird hier fündig – und vielleicht sogar noch mehr abgeholt. Die Figuren wirken moderner, nahbarer und emotional vielschichtig. Besonders Jude und James wachsen einem schnell ans Herz, weil sie Ecken und Kanten haben, weil sie Fehler machen und weil ihre Entwicklung glaubwürdig erzählt wird.

Das Kleinstadtsetting glänzt mit liebevollen Details, Nebenfiguren mit Potenzial und einer Offenheit, die Raum für queere Geschichten schafft, ohne sie zu problematisieren. Die leise Hoffnung auf weitere Bände macht dieses Universum umso reizvoller, zumal einige Figuren bereits jetzt nach mehr Bühne verlangen.

Am Ende bleibt ein wohliges Gefühl zurück, wie nach einem langen Spaziergang durch buntes Laub mit einem heißen Getränk in der Hand. Ein Herbstbuch, das nicht nur perfekt in die Pumpkin-Spice-Saison passt, sondern überraschend gut auch unter dem Weihnachtsbaum funktioniert. Warmherzig, witzig und emotional genau auf den Punkt. 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Hört mitten in der Handlung auf

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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Lightfall. Das verlorene Licht überzeugt vor allem durch seinen detailreichen, atmosphärischen Zeichenstil, der die fantastische Welt Irpa lebendig und einladend wirken lässt. Die Illustrationen tragen ...

Lightfall. Das verlorene Licht überzeugt vor allem durch seinen detailreichen, atmosphärischen Zeichenstil, der die fantastische Welt Irpa lebendig und einladend wirken lässt. Die Illustrationen tragen maßgeblich dazu bei, dass man sich schnell in der Geschichte verliert, auch wenn Graphic Novels sonst nicht zu meinen bevorzugten Genres zählen. Besonders gelungen ist, dass neben dem Abenteuer auch ruhigere, emotionale Themen aufgegriffen werden, etwa die Frage nach Beas Herkunft und warum sie ihrem Großvater äußerlich nicht ähnelt.

Positiv hervorzuheben ist zudem die spätere Auflösung rund um die Bedeutung der Ewigen Flamme und warum Bea so eindringlich dazu angehalten wurde, über sie zu wachen. Diese Erklärung verleiht der Geschichte im Nachhinein mehr Gewicht und mildert ein wenig den Eindruck einer sehr offenen Handlung. Dennoch bleiben einige erzählerische Schwächen bestehen, die den Gesamteindruck trüben.

Ein deutlicher Minuspunkt sind für mich die Echsenwesen, die zwar für eine actionreiche Passage sorgen, jedoch kaum Tiefe oder Bedrohlichkeit entwickeln. Hier hätte man mehr Atmosphäre und Hintergrund einbringen können, um der Dunkelheit der Handlung wirklich Substanz zu verleihen. Stattdessen bleibt diese Sequenz oberflächlich und wirkt wie verschenktes Potenzial innerhalb einer ansonsten stimmungsvollen Welt.

Das größte Problem ist jedoch das Ende: Band 1 schließt nicht einmal ansatzweise ab, sondern bricht mitten in der Handlung ab. Dieser Umstand hinterlässt weniger Neugier als vielmehr das Gefühl, dass die Geschichte an einem unpassenden Punkt unterbrochen wurde. Insgesamt bleibt ein gemischter Eindruck zurück: eine visuell beeindruckende, emotional vielversprechende Welt mit einigen erzählerischen Lücken und einem zu offenen Ende. Daher komme ich trotz der starken Atmosphäre nur auf 3 von 5 Sternen und würde empfehlen, mit dem Lesen zu warten, bis die Reihe vollständig vorliegt.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wie fühlst du dich?
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Nach der Leseprobe wollte ich mein erstes Buch von Axel Hacke unbedingt lesen - und habe mich auf "Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen" sehr gefreut.

Nach einmaligem (sehr vorsichtigem) ...

Nach der Leseprobe wollte ich mein erstes Buch von Axel Hacke unbedingt lesen - und habe mich auf "Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen" sehr gefreut.

Nach einmaligem (sehr vorsichtigem) Lesen sieht das Buch allerdings schon ziemlich mitgenommen aus, und das, obwohl ich das Buch nirgendwohin mitgenommen habe, sondern es nach dem Lesen immer zurück auf den Nachttisch gewandert ist. Das Lesebändchen ist 2 cm aufgeganben, die Buchunterseite wirkt abgetriffen und auch der obere Teil des Schutzumschlages hat beim Versand gelitten. In diesem Zustand würde ich es zum Beispiel nicht weiterschenken oder gebraucht erwerben wollen, es sieht also hochwertiger aus, als es aus meiner Sicht ist, denn auch der Buchrücken ist leicht schief, obwohl ich das Buch nie ganz aufgebogen habe zum Lesen.

Jetzt aber zum Entscheidenden, dem Inhalt.
Als Trainerin für Entspannungstechniken interessieren mich fundierte Texte zum Thema Gefühle, und in dem Büchlein werden zahlreiche Emotionen, Gefühle und Handlungen thematisiert.

Von der Müdigkeit (ja, die kenne ich sehr gut), über Angst, Wut, Ohnmacht, Hass, Einsamkeit, Überforderung, Verbundenheit und Hoffnung werden viele literarische Quellen, Erfahrungen des Autors und das Zeitgeschehen eingwoben.

Das Buch lässt sich daher für mich am besten kapitelweise lesen - am allerbesten hätte ich mir jede Woche ein Gefühl herausgesucht, und das ganz intensiv betrachtet, auch mit entsprechenden Yogaübungen oder Meditationen untermauert.
Viele Ansätze gefallen mir, auf die werde ich zu einem späteren Zeitpunkt zurück kommen, wenn sich eine bestimmte Emotion in meinem Leben zeigt.

Der größte Pluspunkt ist aber, dass das Buch auch Handlungen vorschlägt, die Gefühle werden nicht zerredet, sondern auf ihre wichtige Bedeutung zur eigenen und kollektiven Entscheidungsfindung wird eingegangen.

Fazit: wer ein kurzweiliges Buch zum schnell lesen sucht, wird hier nicht fündig. Wer im eigenen Denken und Fühlen Anregungen sucht und die entsprechende Zeit und Energie mitbringt, kann sich aus diesem Buch viel mitnehmen.

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