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Veröffentlicht am 03.01.2020

Die Braut, die sich nicht traut - Roman über Selbstfindung und Freundschaft und keine (reine) Liebesgeschichte

Die kostbaren Momente des Glücks
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Jeannie ist auf dem Weg zum Standesamt, als sie plötzlich Panik bekommt, ob es die richtige Entscheidung ist, ihren Verlobten Daniel zu heiraten. Die beiden haben sich über eine Partnerbörse kennengelernt ...

Jeannie ist auf dem Weg zum Standesamt, als sie plötzlich Panik bekommt, ob es die richtige Entscheidung ist, ihren Verlobten Daniel zu heiraten. Die beiden haben sich über eine Partnerbörse kennengelernt und nach nur fünf Monaten hat ihr Daniel romantisch auf der Brooklyn Bridge in New York einen Heiratsantrag gemacht, den Jeanny euphorisch angenommen hat.
Als Jeannie Dan kurz vor der Vermählung anruft, um die Hochzeit abzusagen, erreicht sie nur die Mailbox. Trauzeuge Owen teilt ihr anschließend mit, dass Dan von einem Bus erfasst wurde. Dan liegt nach dem Unfall im Koma und Jeannie besucht ihn jeden Tag mit einem schlechten Gewissen. Sie verschweigt ihre Zweifel über die Hochzeit und weiß nicht, was wird, wenn Dan aufwacht.

Jeannie ist die Braut, die sich nicht traut. Doch bevor sie selbst die folgenschwere Entscheidung offenbaren und Hochzeit verhindern kann, kommt ihr das Schicksal zuvor. Dans komatöser Zustand ist dabei jedoch nicht die Lösung ihres Problems, denn sie quält sich mit Schuldgefühlen und kann Dan nun erst recht nicht verlassen.
Auch wenn man sich natürlich fragen kann, wie man so kurz vor einer Hochzeit einen Rückzieher machen kann, ist Jeannies Gefühlschaos nachvollziehbar dargestellt. Sie und Dan kennen sich nur kurz und haben sich scheinbar nach der Verlobung ausschließlich mit Vorbereitungen für die Hochzeit beschäftigt, statt sich als Paar weiter kennenzulernen.

Anders als erwartet handelt es sich bei "Die kostbaren Momente des Glücks" nicht um eine emotionale Liebesgeschichte einer unsicheren oder wankelmütigen Frau, sondern eine Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen und welche Wendungen ein Leben unerwartet nehmen kann.


Deshalb beschränkt sich die Handlung auch nicht auf die Partnerschaft von Jeannie und Dan, sondern handelt auch von den Freundschaften, die Jeannie aufgrund des mit der Hochzeit verbundenen Umzugs in das Cottage in Longhampton neu schließt. Wer bereits Romane von Lucy Dillon gelesen hat, wird nicht überrascht sein, dass auch in diesem Roman Hunde eine Rolle spielen. Jeannie engagiert sich durch die Nähe zu Dans Arbeitgeber, einem Tierarzt, für ein Tierheim, kümmert sich um die Welpen und Hundemamas vor Ort und um Ideen für Spendeninitiativen. Ihre Gedanken kreisen sich aber weiterhin über ihr Beziehungsdilemma, bei dem sie es lange nicht wagt, ihre Verwirrung mit Freunden oder Verwandten zu teilen, aus Angst abgelehnt zu werden. Bei all ihren Ablenkungen um das Engagement für die Hunde, Hochzeitskleider, die gespendet werden und ihrer Passion als Musikerin stellt sich nicht nur für den Leser die Frage, ob Jeannie lediglich am Bund fürs Bund leben zweifelt oder aber ihre Liebe zu Dan in Frage stellt.

Der Roman ist aus der Perspektive von Jeannie geschrieben, lässt aber dennoch Raum dafür, ihr Verhalten differenziert zu betrachten und gibt der Figur und dem Roman Tiefgang. Dabei bleibt es spannend zu erfahren, wie sich Jeannie aus ihrer misslichen Lage befreien kann und welche Auswirkungen ihre Entscheidung auf ihr neu begonnenes Leben in Longhampton hat, das so eng mit ihrer Beziehung zu Dan verbunden ist.

Eine Erkenntnis in Bezug auf Dan gibt dem Roman eine Wende, die die Geschichte zu einem einfachen und schnellen Ende führt, jedoch im Vergleich zur bisherigen Erzählung enttäuschend simpel ist.
Ich hatte eine andere Vorstellung von dem Roman, fand ihn aber dennoch unterhaltsam geschrieben und den Originaltitel "Unexpected Lessons in Love" treffender, als den für die deutsche Übersetzung.

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Fünf berührende Schicksale eines Freundeskreises, aber keine unbeschwerte Romanze, wie man erwarten könnte

So was wie Liebe
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Marys erste Liebe Robert kam vor elf Jahren ums Leben, als sie mit 17 Jahren schwanger war. Ihr Sohn Ben kam im Alter von fünf Jahren tragisch ums Leben. Mary lebt seitdem zurückgezogen mit ihrem uralten ...

Marys erste Liebe Robert kam vor elf Jahren ums Leben, als sie mit 17 Jahren schwanger war. Ihr Sohn Ben kam im Alter von fünf Jahren tragisch ums Leben. Mary lebt seitdem zurückgezogen mit ihrem uralten Hund Mr. Monkels in ihrem Cottage.
Ex-Musiker Sam zieht nach einem erfolgreichen Drogenentzug von New York in die Heimat seiner Großmutter nach Kenmare, um zur Ruhe zu kommen und sich vor einem Rückfall in die Heroinsucht zu schützen. Von seiner missmutigen Nachbarin ist er wenig angetan. Beide versuchen sich, so gut es geht, aus dem Weg zu gehen, doch in der Kleinstadt kreuzen sich ihre Wege ganz automatisch.

Der Klappentext suggeriert eine sich abzeichnende Liebesgeschichte zwischen Mary und Sam, das Buch umfasst jedoch noch drei weitere Charaktere in Kenmare, einer Kleinstadt in der Nähe von Kerry in Irland, die ebenfalls vom Schicksal gebeutelt sind. Da ist Marys beste Freundin Penny, die ihren Liebeskummer mit Alkohol zu ertränken versucht, Marys Freund Adam, der seine große Liebe verlassen muss, um seine Kinder nicht zu verlieren und Marys Cousin Ivan, der von seiner Ehefrau verlassen wurde und seine Kinder kaum sieht. Statt einer einzigen Liebesgeschichte stehen vielmehr die Problemfelder wie Trauer- und Traumabewältigung sowie ein Kampf gegen Drogensucht.

Es sind fünf berührende Schicksale, die fast zu viel für einen Roman sind. Da es sich bis auf Sam jedoch um einen Freundeskreis handelt, sind die Einzelgeschichten eng miteinander verbunden.
Mary und Sam sind die Schlüsselfiguren des Romans, die aufgrund ihrer Erlebnisse in der Vergangenheit jeweils ein einsames Leben führen. Die Kapitel sind ergänzend aus den Perspektiven der drei Nebencharaktere geschildert, die ebenfalls eine eigene Stimme haben. Es ist ein Roman der viele schwerwiegende Themen wie Tod und Trauer, Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Ehebruch und Betrug behandelt. Dabei zeigt sich, wie wichtig ein Zusammenhalt in der Familie und verlässliche Freundschaften sind, um schwere Zeiten zu überstehen.
Auch wenn der Roman aufgrund der großen Anzahl bedrückender Schicksal etwas überladen war, habe ich mich in den jeden einzelnen Charakter hineinversetzen, seine Gefühle und Handlungen nachvollziehen können. Der Schreibstil von Anna McPartlin, von der ich schon mehrere jüngere Romane gelesen habe, ist auch bei dieser schon 2006 geschriebenen Erzählung gewohnt eingängig und warmherzig. Die Handlung ist nicht auf eine vorhersehbare Liebesgeschichte beschränkt, sondern abwechslungsreich erzählt und man ist gespannt darauf zu erfahren, ob und wie jeder einzelne seine Vergangenheit hinter sich lassen kann, um seinem Leben eine neue Richtung zu geben und hoffentlich glücklicher neu anzufangen.
Das Buch ist anders als erwartet - eben nur "so was wie" Liebe und keine unbeschwerte Romanze.

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Veröffentlicht am 30.12.2019

Oberflächliche Geschichte über Freundschaft und Selbstfindung, die Charaktere sind eigenartig, künstlerische Aspekte kommen dabei zu kurz

Die Saiten des Lebens
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Dan lebt zurückgezogen im ländlichen Exmoor, wo er in seiner Werkstatt leidenschaftlich Harfen baut. Er ist kein Mann vieler Worte, braucht einzig und allein die Natur um sich herum, seine Arbeit, Sandwiches ...

Dan lebt zurückgezogen im ländlichen Exmoor, wo er in seiner Werkstatt leidenschaftlich Harfen baut. Er ist kein Mann vieler Worte, braucht einzig und allein die Natur um sich herum, seine Arbeit, Sandwiches und den Duft von Kaffee.
An einem Tag im September verirrt sich eine Frau in seine Scheune und ist überwältigt von den Harfen. Ihr Name ist Ellie, eine Hausfrau, die sich eine Liste mit Dingen erstellt hat, die die sie vor ihrem 40. Lebensjahr tun möchte u.a. das Erlernen des Harfespielens.
Dan mag Ellie auf Anhieb und schenkt ihr unbedarft eine seiner teuersten Harfen. Aufgrund ihres besitzergreifenden Ehemanns kann sie das Geschenk nicht annehmen, möchte jedoch bei ihm auf der Harfe üben.
Ellie verheimlicht die Abmachung ihrem Ehemann Clive, was nach der Entdeckung durch ihn eine Katastrophe auslöst, die aber nicht nur negative Folgen, sondern für Dan eine besondere Überraschung bereithält.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Dan bzw. Ellie geschrieben. Die Kapitel sind kurz, der Perspektivenwechsel dynamisch. Der Roman plätschert dennoch zu Beginn nur dahin. Die Handlung beschränkt sich auf die Beschreibung der langweiligen Alltage von Dan und Ellie. Beide Charaktere konnten mich nicht für sich gewinnen. Auch wenn es nie wörtlich erwähnt wird, ist Dan offenbar Autist, der in seiner eigenen kleinen Welt zufrieden ist und Verhaltensweisen und Reaktionen von anderen Menschen nicht richtig einschätzen kann. Ellie ist eine naive, weltfremde Frau, die von ihrem Ehemann eingeengt wird, was ihr erst auffällt, als er sie zwingt, die geschenkte Harfe zurückzubringen. Clive ist ein manipulativer, eifersüchtiger und kontrollierender Mann mit einem Alkoholproblem.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Nebencharakteren, die bis auf Ellies Schwester Vic allesamt unsympathisch sind.
Die stereotype Darstellung der Personen machte den Roman im Hinblick auf eine Einteilung in Gut und Böse sehr vorhersehbar. Die Katastrophe ist unausweichlich und wird dann sehr drastisch dargestellt.

"Die Saiten des Lebens" ist eine eher oberflächliche Geschichte über Freundschaft und Selbstfindung. Die künstlerischen Aspekte von Musik und Poesie waren mir als Aufhänger des Romans zur kurz gefasst, die romantischen Gefühle von Ellie zu wenig nachvollziehbar dargestellt. Am meisten störte mich jedoch die Mehrheit an böswilligen und eigenartigen Charakteren, die der Geschichte jeglichen Charme und Glaubwürdigkeit nahm.

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Veröffentlicht am 28.12.2019

Weihnachtliche Kurzgeschichte um Zugehörigkeit, Mutterliebe, Versöhnung und den Mut, Vergangenes hinter sich zu lassen

Weihnachten im Alten Land
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Maike verbringt nach der Trennung von ihrem Ehemann zum ersten Mal Weihnachten mit ihrem dreijährigen Sohn im Alten Land auf dem Apfelhof ihres Vaters, wo auch ihrer ältere Schwester Anne lebt.
Anne hat ...

Maike verbringt nach der Trennung von ihrem Ehemann zum ersten Mal Weihnachten mit ihrem dreijährigen Sohn im Alten Land auf dem Apfelhof ihres Vaters, wo auch ihrer ältere Schwester Anne lebt.
Anne hat an Heiligabend ihren neunen Freund Malek eingeladen, einen Asylbewerber aus Syrien, der von ihrem Vater abgelehnt wird.
Konflikte sind vorprogrammiert, gerade da an Weihnachten die schmerzlichen Erinnerungen an eine intakte Familie zurückkehren, als Maikes und Annes Mutter Katharina noch bei ihnen lebte. Sie hatte die Familie vor 17 Jahren verlassen und ist in die Schweiz gezogen. Über die Gründe wurde in der Familie geschwiegen.

Bei "Weihnachten im Alten Land" handelt es sich um eine weihnachtliche Kurzgeschichte, die man bequem an einem Abend lesen kann. Sie wird abwechselnd aus der Sicht von Maike bzw. Anne erzählt, so dass man einen Einblick in beider Gefühlswelten erhält.

Die Stimmung am Vorweihnachtsabend ist gedrückt, da jedes Familienmitglied mit seinen eigenen Sorgen und Problemen zu kämpfen hat, wobei die Feiertage keine Ausnahme machen. Die Schwestern, die sich über die Distanz entfremdet hatten, nähern sich aber schnell wieder an. Maike trifft ihre Jugendliebe wieder und die Gründe, weshalb Thees Annes Beziehung zu Malek skeptisch sieht, werden verständlich und sind längst nicht so verwerflich wie anfangs gedacht, so dass dem Fest der Liebe nichts entgegen steht. Zudem sind sie durch einen überraschenden Besuch in der Lage, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und sich mit ihrer Familienkonstellation zu versöhnen. Für beide Schwestern zeigen sich konkrete Wege für einen zufriedeneren Neuanfang auf.

Die Geschichte bleibt trotz der Kürze nicht oberflächlich. Es geht um Fragen der Zugehörigkeit, Alltagsrassismus, Mutterliebe, um Versöhnung und den Mut, Vergangenes hinter sich zu lassen und neu zu beginnen. Das Weihnachtsfest rückt dabei jedoch nicht in den Hintergrund, sondern ist durch Besuch des Weihnachtsmarkts, Baumschmücken und gemeinsames Kochen stets präsent, weshalb man sich auch ohne Kitsch und große Liebesgefühle mit diesem Buch in Weihnachtsstimmung versetzen lassen kann.
Darum ist es eigentlich schade, dass das Büchlein nur so wenige Seiten hat, Potenzial hätte die Geschichte für einen längeren Roman gehabt, gerade um die Beziehungen zwischen den Charakteren intensiver zu beleuchten.

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Veröffentlicht am 27.12.2019

romantische Liebesgeschichte voller Emotionen, Dramatik, Geheimnisse und Intrigen, die den Zeitgeist nach Ende des Ersten Weltkriegs authentisch einfängt

Der Schokoladensalon
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Alexandra Frobisher ist die Tochter von Lord und Lady Fobisher und mit 25 Jahren längst im heiratsfähigen Alter. Ihre Eltern haben bereits diverse Kandidaten für sie ausgesucht, aber aufgrund des Krieges ...

Alexandra Frobisher ist die Tochter von Lord und Lady Fobisher und mit 25 Jahren längst im heiratsfähigen Alter. Ihre Eltern haben bereits diverse Kandidaten für sie ausgesucht, aber aufgrund des Krieges ist es noch nicht zu einer Vermählung gekommen. Alex träumt nicht von einer Hochzeit, möchte unabhängig sein und arbeiten.
1915 lernt sie über ihre Eltern Matthew Britten-Jones kennen, der geschäftlich in York ist. Auch er ist zum Leidwesen seiner Eltern noch unverheiratet, aber auch nicht auf der Suche nach der romantischen Liebe. Alex findet Matthew auf den ersten Eindruck hinterlistig, erliegt dann aber seinem Charme und seinem Versprechen, dass er ihr in einer Ehe alle Freiheiten lassen würde. So heiraten sie und Alex hofft, dass sie sich noch in Matthew verlieben wird.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs begibt sich der ehemalige Soldat Captain Harry Blake nach York, um eine Kitty zu suchen. Er hatte im Schützengraben bei einem gefallenen Soldaten eine Schokoladendose gefunden, die den Soldaten vom Königreich England zu Weihnachten geschickt worden war. In der Dose des fremden Soldaten fand er die Liebesbotschaft von Kitty und möchte ihr nun mitteilen, dass ihr Geliebter nicht mehr am Leben ist. Er vermutet, dass Kitty in der Schokoladenfabrik gearbeitet hat und lernt auf diesem Weg Alex kennen, die dort als Fremdenführerin arbeitet. Alex ist ernüchtert von ihrer leidenschaftslosen Ehe und fühlt sich von dem eloquenten gut aussehenden Mann angezogen.

Der Roman beginnt etwas zäh und ereignislos und nimmt erst an Fahrt auf, als sich Alex und Harry begegnen und sich schnell näher kommen. Bei ihnen handelt es sich um Liebe auf den ersten Blick, Alex empfindet so, wie sich noch nie für einen Mann empfunden hat. Sie ist überwältigt von ihren Gefühlen, weiß aber auch, dass sie - wenn auch unglücklich - verheiratet ist und den Ruf ihrer Familie unmöglich durch eine Affäre oder Scheidung beschmutzen kann. Und auch Harry ist nicht ganz ohne Verpflichtungen, so dass eine gemeinsame Zukunft aussichtslos erscheint. Durch die Begegnung mit Harry wird Alex deutlich, wie sehr sie sich nach Liebe seht und wie egal ihr Prestige und materielle Güter sind. Neben der Liebe ist ihr einzige Traum der eines eigenen Schokoladensalons.

Die Charaktere sind nahbar und glaubwürdig, auch wenn man sich fragt, warum die intelligente und emanzipierte Alex Matthew so blauäugig geheiratet hat, ohne zu hinterfragen, was seine Gründe für die Zweckehe sind. Als das Geheimnis um Matthew nicht ganz ohne den Einfluss von Harry gelüftet wird, erhält der Roman eine spannende Dynamik.

"Der Schokoladensalon" ist eine romantische Liebesgeschichte voller Emotionen, Dramatik, Geheimnisse und Intrigen, die den Zeitgeist nach Ende des Ersten Weltkriegs authentisch einfängt. Mit Spannung erwartet man, dass die Geheimnisse und wahren Intentionen der handelnden Akteure aufgedeckt werden und was dies für die Beziehungen untereinander bedeuten und auf sie auswirken.
Mit dem Bezug zur Schokoladenfabrik erhält der Roman neben der Liebesgeschichte eine weitere interessante Komponente und sorgte für ein passendes historisches Setting. Die Beschreibung zu den Abläufen in der Fabrik, zur Herstellung der Schokolade sind ganz beiläufig eingefügt und runden die Amour fou ab.

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