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Veröffentlicht am 31.05.2020

spannender Krimi

Kaltblütige Abrechnung
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Klappentext: »Auf dem nackten Bauch der Leiche lag ein Babyschuh, gestrickt aus rosaroter Wolle.«

Gefesselt. Verstümmelt und grausam ermordet. Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin ...

Klappentext: »Auf dem nackten Bauch der Leiche lag ein Babyschuh, gestrickt aus rosaroter Wolle.«

Gefesselt. Verstümmelt und grausam ermordet. Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin Cindy Panzenböck finden so die Leiche eines angesehenen Arztes auf. Kündigt der rosarote Babyschuh auf dem Bauch des Toten den Beginn einer Mordserie an? Diese Frage wird zur Tatsache, während sich das ungleiche Duo zusammenraufen muss. Ein Mord nach dem anderen geschieht, immer brutaler, jedes Mal gezeichnet mit dem Schuh. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Geschichte spielt in Graz, die Örtlichkeiten sind klasse beschrieben, so dass das Lokalkolorit sehr gut rüberkommt. Wir lernen das so ungleiche Ermittlerduo Toni Wakobinger und Cindy Panzenböck kennen, Toni ist ein alter Hase, Cindy der Frischling. Die beiden sind gut gezeichnet, wirken authentisch, zwei sympathische Protagonisten zum mitfiebern.

Und die Handlung ist von Anfang an spannend, dem ersten Mord folgen weitere und die Ermittler müssen die Gemeinsamkeit finden, um ihren Fall lösen zu können.

Ich konnte bis fast zum Ende miträtseln, so dass die Spannung bis zum Schluss erhalten blieb. Der Schreibstil ist flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Insgesamt hat mich der Krimi super unterhalten, mal sehen was das Team in seinem nächsten Fall erwartet.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

die Pest ist zurück

Patient Null - Wer wird überleben?
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Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist das Thema der Story hochaktuell. Die Pest ist zurück. Der schwarze Tod, wie er im Mittelalter genannt wurde, fordert wieder Opfer. Wir reisen nach ...

Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist das Thema der Story hochaktuell. Die Pest ist zurück. Der schwarze Tod, wie er im Mittelalter genannt wurde, fordert wieder Opfer. Wir reisen nach Genua, wo Dr. Alana Vaughn, Spezialistin für Infektionskrankheiten, für die NATO recherchiert. Eine Frau zeigt Symptome der Pest, wenig später ist sie tot. Zusammen mit Byron Menke von der WHO und ihrem ehemaligen Freund Nico recherchieren sie und versuchen Patient Null zu finden. Die Infektion scheint sich rasant zu verbreiten und fordert viele Todesopfer. Zwei Formen der Pest gilt es zu unterscheiden. Während die Erkrankten mit den Bubonen eine geringe Überlebenschance haben, scheint die Lungenpest absolut tödlich zu sein. Doch dann gibt es erste Opfer mit einer resistenten Form der Pest, sie sprechen auf keine Antibiotika an. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Parallel wird die Geschichte eines Arztes aus dem Mittelalter mittels Tagebucheinträgen erzählt: Rafael Pasqua war Bader in Genua und erlebte die Pest hautnah mit.

Dadurch dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt, entsteht ein ganz eigener Drive. Mit Spannung habe ich die Handlung in der Vergangenheit verfolgt, als die Menschen der Pest nichts entgegenzusetzen hatten, Aberglaube herrschte und eine Minderheit für die Pest verantwortlich gemacht wurde. Rafael Pasqua ist ein mutiger Mann, der nicht nur zu helfen versucht, sondern weiter denkt als zu seiner Zeit üblich. Er beobachtet genau, um ein mögliches Heilmittel zu finden.
Die Charaktere sind gut beschrieben, ich konnte sowohl mit Pasqua als auch mit Alana und Byron mitfiebern und habe gehofft, dass sie den Pestausbruch rechtzeitg stoppen können.

In der Gegenwart ist die Handlung genauso spannend, wie bei der aktuellen Covid-19-Pandemie wird auch hier versucht die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, die Kontakte der Erkrankten zu finden und ihre Wege nachzuvollziehen. Doch als es in Rom und Neapel zu Erkrankungen kommt, die nicht in Verbindung zu Genua stehen, keimt der Verdacht auf, dass die Krankheit gezielt freigesetzt wurde. Bioterrorismus? Das gilt es herauszufinden.

Der Schreibstil des Autors lässt sich flüssig lesen, er beschreibt die medizinischen Details klar verständlich, so dass sie auch ein Laie versteht. Spannend wird es, als Alana und Byron ein uraltes Tagebuch bekommen, das in einem Kloster aufbewahrt wurde. Das Tagebuch von Rafael Pasqua. Spielt das Kloster in Genua, das abgerissen wurde, um Platz für einen Neubau zu schaffen, wirklich eine Rolle im neuen Pestausbruch?

Fazit: Realistischer Thriller mit viel Spannung, vor allem vor der aktuellen Pandemiesituation

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Veröffentlicht am 19.05.2020

Thriller mit Gänsehautfaktor

Verschließ jede Tür
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Schauplatz New York: Jules hat gerade ihren Freund in flagranti erwischt und auch noch ihren Job verloren. Ein Glück dass sie erst mal bei ihrer besten Freundin schlafen kann, auch wenn das keine Dauerlösung ...

Schauplatz New York: Jules hat gerade ihren Freund in flagranti erwischt und auch noch ihren Job verloren. Ein Glück dass sie erst mal bei ihrer besten Freundin schlafen kann, auch wenn das keine Dauerlösung ist. Das Inserat in der Zeitung scheint ein Wink des Schicksals. Jules hat sich als Wohnungssitterin beworben, sie traut ihren Augen nicht als sie genau vor diesem Haus steht, das in ihrem Lieblingsbuch im Mittelpunkt steht. Das Bartholomew Building, eines der ältesten Häuser New Yorks, in den teuren Luxuswohnungen leben Stars und berühmte Menschen. Das Bewerbungsgespräch verläuft positiv, sie bekommt den Job. Leicht verdientes Geld, sie soll pro Woche 1000 Dollar bekommen und muss sich dafür nur an einige Regeln halten. Die wichtigsten: sie muss jede Nacht im Bartholomew Building verbringen und darf keinen Besuch bekommen. Für Jules kein Problem. Außer ihr gibt es noch zwei weitere Wohnungssitter, mit einer freundet sie sich an. Als diese dann unter merkwürdigen Umständen mitten in der Nacht verschwindet fängt Jules an nachzuforschen und Fragen zu stellen, unbequeme Fragen. Sie erforscht die Vergangenheit des Bartholomew und bringt sich in eine gefährliche Situation.

Wow, was für ein genialer Pageturner. Hier hat für mich alles gestimmt. Angefangen bei Jules, die eine sympathische Protagonistin ist mit ihrem familiären Hintergrund. Eine, an der ich emotional nah dran war und mit der ich so richtig mitfiebern konnte. Auch wenn ihr Leben gerade in Scherben vor ihr liegt verliert sie nicht ihren Mut. Doch ihre Neugier und der Drang helfen zu müssen bringt sie letztlich in Lebensgefahr.

Was mir besonders gut gefallen hat ist die Beschreibung des Bartholomew Buildings, eines Gebäudes mit Geschichte und vielen architektonischen Details. Die Wasserspeier und Figuren haben es Jules angetan, sie vergibt dem Speier unter ihrem Fenster sogar einen Namen. Den Ausblick auf den Central Park hatte ich bildhaft vor Augen, das Setting ist so ungewöhnlich wie faszinierend. Man lernt nach und nach einige Bewohner des Bartholomew kennen, freundliche und weniger freundliche Nachbarn, denen Jules begegnet.

Durch die ganze Story zieht sich eine unheimliche Atmosphäre, es wird klar dass mit diesem Haus etwas nicht stimmt, etwas vor sich geht. Doch was? Das Geheimnis ist nicht greifbar, der Autor lenkt sowohl Jules als auch den Leser in eine Richtung. Doch ist es auch die richtige? Die Spannung ist permanent vorhanden und steigert sich zum Schluss immens, von der Auflösung war ich echt überrascht, weil ich auf der falschen Fährte war. Stoff zum nachdenken, was für eine unglaubliche Enthüllung. Auch das Ende hat mich überzeugt, es war stimmig und passt gut zur Geschichte.

Fazit: Thriller mit Gänsehautfaktor vor einer grandiosen Kulisse. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.05.2020

Marta schläft?

Marta schläft
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Im Fokus von Romy Hausmanns neuem Thriller "Marta schläft" steht Nadja. Nadja hat nach einem grausamen Vorfall in ihrer Jugend viele Jahre in Haft verbracht und versucht nun im Leben wieder Fuß zu fassen. ...

Im Fokus von Romy Hausmanns neuem Thriller "Marta schläft" steht Nadja. Nadja hat nach einem grausamen Vorfall in ihrer Jugend viele Jahre in Haft verbracht und versucht nun im Leben wieder Fuß zu fassen. Sie hat einen Job und lebt ein eher einsames, zurückgezogenes Leben ohne Kontakte. Ihren Bruder hat sie seit damals nicht mehr gesehen, schreibt ihm jedoch regelmäßig Briefe - die nie abgeschickt werden. Als ihre ehemalige Kollegin Laura sie um Hilfe bittet, verändert sich ihr Leben auf drastische Weise.


Der Thriller beginnt eher gemächlich, wir lernen Nadja kennen, ohne zu erfahren, was in ihrer Vergangenheit Schreckliches passiert ist. Das macht es schwierig, sie einzuschätzen, sie als Person kennenzulernen. Ich bin leider nicht nah an sie herangekommen, mir blieben die Emotionen auf der Strecke, so dass ich in die Handlung nicht wirklich involviert war. Auch wer Marta ist klärt sich erst im weiteren Verlauf.


Wie bei einem Puzzle setzt sich nach und nach ein Teil an das andere, um letztlich ein Gesamtbild zu ergeben. Als sich Laura an Nadja wendet entsteht ein ungutes Gefühl, eine böse Vorahnung, am liebsten hätte ich Nadja geschüttelt, doch einmal nachzudenken, ihrer Kollegin nicht bedingungslos zu helfen. Ihre Handlungen konnte ich oftmals nicht nachvollziehen.


Der Plot an sich ist zwar fesselnd, es gibt auch einige Spannungsmomente, für einen Thriller jedoch viel zu wenige. Ich habe die Handlung verfolgt um zu wissen, wie diese Geschichte ausgeht, ohne emotional gefordert zu sein. Es gibt einige Wendungen, ein Aspekt hat mich dann doch überrascht, allerdings war das Ende für meinen Geschmack zu weichgespült.


Fazit: Vermutlich waren meine Erwartungen zu hoch, leider konnte mich der Thriller nicht wirklich überzeugen. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

fesselnder Thriller

Blackout
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Klappentext: "Die Ärzte sagen, dass Drew Glück hatte: Ohne die Notoperation nach dem epileptischen Anfall hätte sein Hirntumor ihn binnen kurzem umgebracht. Die Polizei hat weniger gute Nachrichten: Sie ...

Klappentext: "Die Ärzte sagen, dass Drew Glück hatte: Ohne die Notoperation nach dem epileptischen Anfall hätte sein Hirntumor ihn binnen kurzem umgebracht. Die Polizei hat weniger gute Nachrichten: Sie hat Drew nachts neben der Leiche seiner Ex-Freundin gefunden, das blutverschmierte Messer noch in der Hand. Verzweifelt beteuert er seine Unschuld. Doch in Wahrheit kann er sich an nichts erinnern …"

Vom Autor habe ich die Orphan-Reihe gelesen, die mich schwer begeistert hat. In "Blackout" bleibt er seinem Schreibstil treu, wunderbar flüssig zu lesen, bildhaft und lebendig, ich hatte die meiste Zeit über Kopfkino und die Szenerie bildlich vor Augen.

Drew ist in einer wirklich misslichen Lage. Er hat keine Erinnerung an den Abend, ist sich nicht sicher, ob er seine Ex ermordet hat. Doch dies versucht er unter vollem Einsatz herauszufinden. Sämtliche Kontakte, die er als Schriftsteller zu Rate gezogen hat, sollen ihm nun helfen. Während er noch nach der Wahrheit sucht, wird er erneut festgenommen. Eine Frau wurde auf gleiche Art und Weise wie seine Ex ermordet, alles spricht für ihn als Täter.

Mit Drew bin ich schnell warm geworden, er und auch die anderen wichtigen Protagonisten sind toll beschrieben. Vor allem haben sie Wiederekennungwert. Sein kleiner neuer Freund Junior ist ein besonders helles Kerlchen. Auch Caroline, die er im Verlauf kennenlernt, ist als Figur gut angelegt. Lebendige Figuren, die authentisch wirken.

Der Plot ist fesselnd, gut aufgebaut, so dass ich bis zum Ende keinen blassen Schimmer hatte, was den Mörder angeht. Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt und überlegt, was hinter allem steckt. Der Schluss war überraschend, aber stimmig und schlüssig, es bleiben keine Fragen offen.

Fazit: Ein rundum fesselnder Thriller, von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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