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Veröffentlicht am 19.04.2025

Gegensätze

Die letzte Welle
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Nach einem Schlaganfall hat seine Tochter ihn überzeugt, dass es besser ist im Altersheim zu leben. Wohl fühlt sich der ehemalige Polizist Tore Lindahl dort nicht. Dann geschieht im Heim ein Einbruch und ...

Nach einem Schlaganfall hat seine Tochter ihn überzeugt, dass es besser ist im Altersheim zu leben. Wohl fühlt sich der ehemalige Polizist Tore Lindahl dort nicht. Dann geschieht im Heim ein Einbruch und ein Heimbewohner stirbt. Es scheint so, als solle das ein wenig unter den Teppich gekehrt werden. Tores Instinkte als Polizist sind geweckt und er will herausfinden, was wirklich passiert ist. Veronika Wiklund möchte gerne Journalistin werden und als Volontärin hofft sie auf eine Chance, eine besondere Geschichte zu recherchieren. Die Vorgänge im Altenheim führen sie mit Tore zusammen. Gemeinsam wollen die Beiden die ganze Geschichte erfahren.

Der pensionierte Polizist und die junge Journalistin bilden bei ihrem ersten Zusammentreffen ein besonderes Team. Akribisch versuchen sie hinter die Geheimnisse des Altenheims zu kommen. Dabei hadert Tore mit seiner Beeinträchtigung. Sein Geist ist wach, doch sein Körper will nicht so wie er. Veronika hat es diesbezüglich leichter, was allerdings dazu führen kann, dass sie in Gefahr gerät. Und ihre anfänglichen Veröffentlichungen scheinen auch nicht auf übermäßige Gegenliebe bei ihrem Arbeitgeber zu stoßen. Ihre Story muss besser und geschliffener werden, sonst könnte sie ihren Job verlieren.

Der Ansatz des Romans mit den Taten der Gegenwart, die einen Bezug zur Vergangenheit haben, ist sehr vielversprechend. Die Gründe für etliche Ereignisse in der heutigen Zeit liegen häufig viele Jahre zurück. Die Erzählung auf zwei Zeitebenen gibt dem Roman eine gewisse Tiefe und dadurch fügen sich die Informationen zu einem Gesamtbild. Auch funktionieren Tore Lindahl und Veronika Wiklund als Team überraschend gut. Allerdings wird die Geschichte so langsam vorangetrieben, dass es Momente gibt, in denen man Gefahr läuft das Interesse zu verlieren. Durch die ebenfalls sehr getragene Lesung wird dies sogar noch etwas verstärkt. Das ist schon ein wenig schade, da Lindahl und Wiklund sympathisch wirken und die Grundidee ansprechend erschien.

Veröffentlicht am 18.04.2025

Die Übernahme

Nimms nicht persönlich
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Die Firma soll übernommen werden. Das bringt natürlich erstmal Unruhe in die Reihen. Vor allem für Lute, er erfährt nämlich, dass seine Abteilung mehr oder weniger aufgelöst werden soll. Zum Glück für ...

Die Firma soll übernommen werden. Das bringt natürlich erstmal Unruhe in die Reihen. Vor allem für Lute, er erfährt nämlich, dass seine Abteilung mehr oder weniger aufgelöst werden soll. Zum Glück für ihn soll ihn das nicht persönlich betreffen, aber die Chefin hat ihm den schwarzen Peter zugespielt, der die frei werdenden Mitarbeiter loswerden soll. Leute, die er kennt, die ihm sympathisch sind und die erst keinesfalls verdient haben, entlassen zu werden. Als Lute in Kontakt mit dem Personalentwickler Lombard kommt, scheinen alle seine Probleme gelöst zu seine. Die unangenehme Aufgabe kann nun jemand anderer übernehmen.

Schon krass diese Situation. Wie ist es wohl, wenn man Entlassungen aussprechen muss? Oder wenn man die Mitarbeiter noch dazu bringen soll, sich selbst um neue Jobs zu bemühen. Dieser Lombard leistet gute Arbeit denkt Lute. Doch die Mitarbeiter kündigen anscheinend nicht nur, sie sind quasi komplett verschwunden. Lute fängt an, sich Gedanken zu machen. An sich selbst verspürt er Veränderungen. Das soll ihn aber nicht abhalten, sich um seinen kleinen Sohn zu kümmern und die neue Nachbarin lässt ihn träumen. Allerdings entwickelt sich die Lage in der Firma immer eigenartiger. Betrifft das Lute überhaupt noch? Schließlich hat Lombard alles Unangenehme übernommen.

Die Handlung des Romans fängt so harmlos an. Es kann eben überall vorkommen, dass sich die Firmenstruktur ändert. Manchmal verlieren Menschen dabei auch ihre Arbeit, für jeden einzelnen Betroffenen ein tragisches Ereignis. Wenn dann alles geordnet und menschlich weiterliefe, wäre alles im halbwegs grünen Bereich. Doch beim Auftauchen Lombards, denkt man sofort, da stimmt doch was nicht. Irgendwie schleicht einem Mephisto durch den Kopf. Und wenn man an Lute denkt, fällt einem irgendwie Gregor Samsa ein, der auch erstaunliche Veränderungen durchmacht. Nur je weiter man liest, desto weniger mag man das Szenario. Vielleicht hangelt es sich in seiner satirischen Färbung doch zu sehr an der Realität der heutigen Zeit entlang. Das regt zwar zum Nachdenken an, führt aber nicht dazu, dass einem hier irgendwer in gesteigertem Maße sympathisch wird. Gruselig ist es und Schauer laufen einem über den Rücken, doch ist es nicht das Buch, jederzeit lesen möchte. Natürlich bleibt die Hoffnung auf die positive Wende.

Immerhin lässt dieser Wolf im Schafpelz, der das Titelbild ziert, eine Vorstellung vom Inhalt des Buches erstehen.

Veröffentlicht am 17.04.2025

Gastfreundschaft

Lyneham
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Mit seiner Familie kommt der zwölfjährige Henry Meadows auf dem erdähnlichen Planeten Perm an. Auf der Erde konnten die Menschen nicht mehr überleben. Nur die Privilegierten konnten die Reise antreten. ...

Mit seiner Familie kommt der zwölfjährige Henry Meadows auf dem erdähnlichen Planeten Perm an. Auf der Erde konnten die Menschen nicht mehr überleben. Nur die Privilegierten konnten die Reise antreten. Die Ankunft auf Perm gestaltet sich etwas holprig und die Landung erfolgte auf nicht genau am angepeilten Zielort. Zum Glück schaffen es Henry, sein Vater, seine Geschwister Chester und Loy ins Biom. Die Atmosphäre ihrer neuen Heimat ist nicht perfekt für die Gesundheit. Zum Glück können sich dekontaminieren lassen. Und doch merken die Neuankömmlinge schnell, dass auf Perm einiges anders läuft als erwartet.

Die Menschheit hat es also geschafft, den Planeten Erde für Menschen unbewohnbar zu machen. Dabei schien die Erderwärmung überwunden. Etwas lief jedoch schief gelaufen. Zum Glück stand das Konzept der Bilome schon. Leider war Henrys Mutter nicht mit dem selben Raumschiff unterwegs als der Rest der Familie. Besonders Loy, die jüngste der Geschwister, hatte gehofft ihre Mutter bei der Ankunft in die Arme zu schließen. Loy beginnt mit der Suche. Henry hat noch viel mit seiner Dekontamination zu tun und Chester ist irgendwie mit dem Kopf in den Wolken. Die seltenen Begegnungen mit Noah Rayser, der das Ganze entwickelt hat, lassen ein ungutes Gefühl zurück.

Die Menschheit zeigt hier, wie sie es geschafft hat, die Erde kaputt zu machen. Und wie immer sind es die Begüterten und Privilegierten, die die Flucht antreten können. Auf dem neuen Planeten soll alles besser laufen. Also Henry und seine Freunde ankommen, gibt es schon erste Risse in der Fassade. Und es gibt wieder einen, der das Sagen hat. In Rückblenden erfährt man wie die Geschichte auf Perm verlaufen ist. Zwei Handlungsstränge, die quasi aufeinander zu laufen. Und man erlebt mit, wie die Menschen es schaffen, auch ihre neue Heimat negativ zu beeinflussen. Rücksicht auf andere wird nicht genommen. Das Vergehen der einheimischen Natur wir zum Wohle der Menschen in Kauf genommen. Und es wirkt, als würden sie wieder nur Müll hinterlassen. Berichtet wird das Meiste von Henry, der mit seiner Kinderklugheit einiges an Schärfe nimmt. Mit seinem Roman hält der Autor einem einen Spiegel vor, in dem man nicht unbedingt gut wegkommt. Eine düstere und überraschende Dystopie. Gerade die Düsternis findet sich auch in der Gestaltung des Umschlags wieder.

Veröffentlicht am 13.04.2025

Digger

Shadowman
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Michael Digson, genannt Digger, arbeitet als Forensiker. Doch nun ist seine Lage mal wieder nicht so toll. Seine Kollegin bei der Polizei Camohas Miss Stanislaus hat in Notwehr, auch um ihm das Fell zu ...

Michael Digson, genannt Digger, arbeitet als Forensiker. Doch nun ist seine Lage mal wieder nicht so toll. Seine Kollegin bei der Polizei Camohas Miss Stanislaus hat in Notwehr, auch um ihm das Fell zu retten, jemanden erschossen. Und nun wird sie verdächtigt, den Typen ermordet zu haben. Es soll eine Untersuchung stattfinden und Miss Stanislaus muss den Polizeidienst möglicherweise verlassen. Gleichzeitig scheint sich auf der Insel ein Drogenkrieg zu entwickeln. Digger hat also alle Hände voll zu tun. Allerdings weiß er nicht, wem er vertrauen kann. Durch seine gewiefte Art findet er mitunter Dinge schneller heraus und mit seinen Fähigkeiten kann er für manche Kollegen durchaus zur Gefahr werden.

Im zweiten Band um Michael (Digger) Digson und Miss Stanislaus, die auf einer Insel der kleinen Antillen ermitteln. Obwohl man es meinen könnte, geht es auf diesem Inselparadies nicht so paradiesisch zu. Digger und seine Kollegen gehören zu einer Einheit, die quasi undercover arbeitet. Ihr Chef hat sie mehr oder weniger von der Straße aufgelesen. Ihre Vergangenheit macht sie zu besonderen Polizisten. Das passt ihren Kollegen nicht so gut in den Kram. So müssen Digger und Miss Stanislaus nicht nur gegen das Verbrechen kämpfen, sondern auch gegen Gefahren, die ihnen von innen drohen.

Wieder findet man sich bei dem Setting dieses Kriminalromans auf den kleinen Antillen wieder. Das ist ein spannendes Setting, allerdings bei weitem nicht so lieblich wie bei Death in Paradise. Hier geht es viel um korrupte Bullen, die häufig nur ihren eigenen Vorteil sehen. Da sind Digger und seine Kollegen eine löbliche Ausnahme. Und das bedingt geradezu, dass sie bedroht werden. In diesem Zweiten Fall der beiden Protagonisten wird dieser Rahmenhandlung etwas zu viel Raum gegeben. Dadurch entsteht die Gefahr, dass man den Fall aus den Augen verliert. Dieser hat seine spannenden Momente und ist sehr geschickt zusammengestrickt. Die Zusammenarbeit von Digger und Miss Stanislaus ist wirklich toll, obwohl beide mit ihren inneren Problemen zu kämpfen haben.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Das Japanische Rätsel

Invictum
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Seit einem Unfall ist Mike Brink mit einer Inselbegabung gesegnet, wenn man das so sagen will. Nicht in jedem Moment ist er darüber glücklich. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und er kann jedes Rätsel ...

Seit einem Unfall ist Mike Brink mit einer Inselbegabung gesegnet, wenn man das so sagen will. Nicht in jedem Moment ist er darüber glücklich. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und er kann jedes Rätsel lösen. Doch manchmal ist das Lösen von Rätseln wie ein Zwang und es reibt Mike auf. Als die Japanische Herrscherfamilie bittet, die Drachenrätselbox zu entschlüsseln. Mike kann nicht widerstehen, denn an der Lösung hängt das Schicksal der Kaiserlichen Familie. Doch scheint die Mission zunächst nicht unter einem guten Stern zu stehen. Ein enger Vertrauter Brinks stirbt und seine gute Freundin Rachel darf nicht mit ihm im herrschaftlichen Privatjet nach Japan fliegen.

In diesem zweiten Teil der Thriller um den genialen Rätsellöser Mike Brink. Diesmal verschlägt es ihn nach Japan, für viele ein unbekanntes Land. Auf Rachels Hilfe muss er zunächst verzichten. Das aktuelle Rätsel kann nur im Jahr des Drachen gelöst werden und auch das nur zu einer bestimmten Zeit. Mike ist nicht der Erste, der es versucht. Seine Vorgänger sind irgendwie verschwunden, wie Recherchen ergeben wahrscheinlich tot. Doch durch die Nachforschungen bieten auch den Anfang einer Lösung, einen Hinweis, wie Mike das Rätsel überleben könnte. Allerdings taucht dann auch ein alter Widersacher auf.

In diesem Roman geht es um ein spannendes Rätsel und auch um die Geschichte der Japanischen Herrscherfamilie. Allerdings tritt das Rätsel ein wenig in den Hintergrund, während die Historie eher ausschweifend erzählt wird. Auch Rachel ist nicht so eingebunden wie im vorherigen Buch. Mit der jungen Sakura, die sowohl in Japan als auch in den USA aufgewachsen ist, bekommt Mikes kleines Team eine besondere Verstärkung, denn er selbst kennt sich mit den Gebräuchen in seinem Gastland nicht besonders aus. Die Story ist wohl etwas langsam erzählt, aber dennoch klug konstruiert mit einem Schluss, der für Mike eine Hoffnung bringt, und den Leser zumindest einen weiteren Band der Reihe erwarten lässt.

Das Cover des Roman ist mit Blautönen unterlegt und passt im Stil zum ersten Band.