Cover-Bild Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 672
  • Ersterscheinung: 20.01.2020
  • ISBN: 9783734162220
R.F. Kuang

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin

Roman
Michaela Link (Übersetzer)

Rebecca F. Kuang interpretiert in ihrem Debüt die asiatische Geschichte neu und erschafft eine Welt voller Kampfkunst, Götter und uralter Magie.

Rin ist ein einfaches Waisenmädchen, das im Süden des Kaiserreichs Nikan lebt. Ihre Adoptiveltern benutzen sie als billige Arbeitskraft, und um sie herum gibt es nur Armut, Drogensucht und Ödnis. Um diesem Leben zu entfliehen, setzt sie alles daran, um an der Eliteakademie von Sinegard aufgenommen zu werden. Doch auch dort wird Rin wegen ihrer Herkunft verspottet und ausgegrenzt. Da bricht ein Krieg gegen das Nachbarreich aus. Rin muss nun kämpfen und entdeckt dabei, dass ihre Welt nie so einfach war, wie sie geglaubt hatte – und dass sie zu viel mehr in der Lage ist, als sie selbst je für möglich gehalten hätte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2020

Dies ist ein Buch über den Krieg, so episch, brutal und grausam er nur sein kann, dabei so fesselnd und spannend, wie es nur möglich ist.

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R.F. Kuangs ‚Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin‘ ist der Auftakt ihrer ‚The Poppy War‘-Trilogie. Es wird als „bestes Fantasydebüt diesen Jahres“ beworben und ich war sehr gespannt, ob es diesem Lob ...

R.F. Kuangs ‚Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin‘ ist der Auftakt ihrer ‚The Poppy War‘-Trilogie. Es wird als „bestes Fantasydebüt diesen Jahres“ beworben und ich war sehr gespannt, ob es diesem Lob gerecht werden wird. Und das wurde es! Episch, brutal und unglaublich grausam entführt die Autorin in ihr asiatisches Setting, mit einer Geschichte, die so ganz anders ist, als ich sie mir vorgestellt habe.

Zu Beginn des Buchs lernen wir Rin kennen, ein verwaistes Pflegekind, das von ihrer Adoptivfamilie ausgebeutet wird und das durch Heirat den Opiumschmuggel der Pflegeltern erleichtern soll. Rins einzige Chance dem zu entkommen, ist, auf der elitären Militärakademie Sinegard aufgenommen zu werden. Das gelingt und ich erwarte ein Akademiesetting à la ‚Magic Academy‘, oder, etwas erwachsener und düsterer, wie in Mark Lawrence‘ ‚Waffenschwestern‘. Das bekomme ich auch, doch nur für circa der Hälfte des Buches. Denn es bricht ein Krieg aus zwischen Rins Heimatland Nikan und der Föderation.

Auf der Akademie lernen wir Rin als kleines, unscheinbares Mädchen kennen, das am liebsten nicht auffallen möchte. Sie wird aufgrund ihrer Herkunft aus dem Süden des Landes und ihrer Hautfarbe gemobbt, ausgegrenzt, nicht ernst genommen und schließlich gar aus reiner Willkür Meister Juns aus dem Kampfunterricht geworfen. Einzig Meister Jiang erkennt ein Talent in ihr, das selbst ihr verborgen bleibt. Zumindest vorerst..
Rin konnte in diesem Auftaktband eine unglaubliche Entwicklung vollziehen. Vom unscheinbaren Waisenkind durch viel Ehrgeiz und Selbstverletzung auf die beste Akademie des Landes und schließlich als Kämpferin an die Kriegsfront. Ich mochte sie gerne, sie ist eine interessante Protagonistin, die für ihre Rechte kämpft und sich nicht unterkriegen lässt. Sie ist getrieben von Zorn auf ihre privilegierten Mitschüler und von Rache gegen all jene, die ihr Schmerz zugefügt haben.

Ich war also etwas eingelullt von meinem Akademiesetting und auch, wenn ich von anderen Lesermeinungen wusste, dass es brutal werden würde dachte ich mir: das halte ich schon aus, als alte Thrillerleserin bin ich vieles gewohnt. Doch nichts ist so brutal wie die Wirklichkeit. R.F. Kuang hat sich von wahren Begebenheiten inspirieren lassen, die eine dunkle und blutrünstige Geschichte erzählen. Der zweite chinesisch-japanische Krieg ist Vorbild für die Kriegsverbrechen, Massaker und Völkermorde, die Kuang in ihrem Buch beschreibt und die Japan zwischen 1937 und 1945 in China verübt hat. Ich musste teilweise das Lesen unterbrechen und pausieren, so grausam werden Morde und Folter beschrieben – immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, das diese wirklich geschehen sind. Ähnlich ging es mir bisher nur bei Glenn Meades ‚Die letzte Zeugin‘, das den Jugoslawienkrieg Anfang der 90er thematisiert und aufgrund der Grausamkeiten der Kriegsverbrechen nur Schaudern lässt.

Doch abgesehen von diesen Gräueltaten, die es als Leser auszuhalten gilt, ist die Geschichte fesselnd, voller spannender Kampfszenen, strategisch und sehr militärisch. Es gibt so viel Details in der Welt, die Kuang geschaffen hat. Auch wenn sie an ein Asien vor hunderten von Jahren erinnert, sind es die Fantasyelemente, die die Welt noch interessanter machen. So steht in Kuangs Geschichte Opium nicht für Schwäche, sondern als Quelle für das Magiesystem, das sie geschaffen hat: Schamanen erlangen durch den Konsum verschiedenster bewusstseinserweiternder Substanzen das Pantheon der Götter, können mit ihnen kommunizieren und als Gefäß für sie dienen. Doch die Macht die daraus erwächst, kostet ihren Preis.

‚Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin‘ ist ein Buch über den Krieg, das ist mir jetzt bewusst. Es ist ein Buch über Gewinn und Verlust. Es ist ein Buch über Drogen und der Abhängigkeit davon. Es ist ein Buch über Zorn und Rache, über großes Leid und Verlust und Schmerz. Es ist ein Buch, von dem ich viel erwartet und noch mehr bekommen habe. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.04.2020

Eine Welt voller Kampfkunst, Götter und uralter Magie...

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High Fantasy ist immer etwas Besonderes für mich. Fremde Welten, blutige Kriege, fremde Völker und im besten Fall sehr viel Magie. Besonders dieses Genre schafft es, dass ich alles um mich herum vergessen ...

High Fantasy ist immer etwas Besonderes für mich. Fremde Welten, blutige Kriege, fremde Völker und im besten Fall sehr viel Magie. Besonders dieses Genre schafft es, dass ich alles um mich herum vergessen kann. Ich bin sehr glücklich, dass mich auch "Im Zeichen der Mohnblume" mehr als begeistern konnte.
R.F. Kuang hat einen locker-leichten Schreibstil, der mich förmlich in die Seiten hineingezogen hat. Sie schreibt sehr blutig, brutal und explizit und schont den Leser auf keinste Weise, insbesondere in den Gefechten und die Kriegsgräuel beschreibt sie schonungslos.
Die Protagonistin Rin ist keine Heldin! Sie verkörpert eine wilde Anordnung aus Grautönen. Sie handelt oft sehr nachvollziehbar und auch mit ihren Gedankengängen wirkt sie sehr authentisch. Der Leser merkt, dass sie noch sehr jung und unerfahren ist, wenig von der Welt gesehen hat und die Angst sie teils zu erdrücken versucht. Auf der anderen Seite ist sie mächtig, unbarmherzig, wütend und handelt ohne viel Federlesen und Reue. Ihre Taten zum Ende hin haben mich zunächst geschockt und verständnislos zurückgelassen. Sie beantwortet Feuer mit einem Inferno, eine Lawine mit Bergeinstürzen, einen Tod mit einem wahren Fest aus Morden. Sie ist eine Naturgewalt, die mir ein bisschen Angst einjagt, mich, aber auch auf eine bizarre Art fasziniert. Die Nebencharaktere waren auch sehr gut und vielfältig ausgearbeitet, ob gut oder böse.
Neben der Charaktervielfalt konnte mich auch die Handlung sehr überraschen und fesseln. Anfangs beginnt es relativ ruhig mit Rins Akademiezeit und ihrer Ausbildung, bis es in einen brutalen Krieg mündet, der mehr abverlangt als Magie, Brutalität und Grausamkeit. Viele Intrigen werden gesponnen und dem Leser wird klar, dass er nur die Spitze des Eisberges sieht ohne genauere Hintergründe zu kennen. Viele Fragezeichen sind in meinem Kopf zurückgeblieben. Viele Hintergründe sind offen, wer und was spricht die Wahrheit? Wurden Fehler begangen, die niemals hätten gemacht werden dürfen?
Die Autorin hat mit der Weltgestaltung auf jeden Fall ein Händchen für High Fantasy bewiesen. Es erinnert mich von der Brutalität und Schonungslosigkeit ein wenig an "Nevernight".

Im positiven Sinne. Insgesamt hat R.F. Kuang eine sehr besondere spannende, mitreißende, blutige und innovative Geschichte geschrieben, die an die asiatische Mythologie angelehnt ist, aber so viel Lust auf mehr macht. Ich konnte mich nicht von den Seiten losreißen und freue mich schon sehr auf die restliche Trilogie, die hoffentlich ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringt. Ich vergebe 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.03.2020

Düsterer als erwartet

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Auf eine Empfehlung einer anderen Buchbloggerin habe ich "Im Zeichen der Mohnblume" gelesen. Der Konflikt zwischen den Reichen Nikan und der Föderation Mugen steht im Zentrum des Romans. Geographisch erinnern ...

Auf eine Empfehlung einer anderen Buchbloggerin habe ich "Im Zeichen der Mohnblume" gelesen. Der Konflikt zwischen den Reichen Nikan und der Föderation Mugen steht im Zentrum des Romans. Geographisch erinnern die fiktiven Orte an China (Nikan) und Japan (Mugen). Teilweise waren die Grenze zwischen Fiktion und Realität auch ein wenig verschwommen, denn während es zwar fiktive Orte und Charaktere waren, existierte dort Literatur aus unserer Welt, wie beispielsweise Sunzi – Die Kunst des Krieges.
Wir begleiten die Protagonistin Rin, die aus einer kleinen Provinz stammt und in die Hauptstadt Sinegard auf die elitäre Militär-Akademie kommt, nachdem sie als Jahrgangsbeste den Keju-Test bestanden hat. Ein Großteil der ersten Hälfte des Romans spielt an der Akademie und zeigt die Ausbildung Rins.
Ich gebe es zu, ich bin manchmal ein wenig durcheinander gekommen mit den Namen der Charakteren. Denn an der Universität von Sinegard, an der Rin studiert, gibt es die Meister Jun, Jima, Jiang, Irjah, Yim. Zuerst habe ich mich ein wenig gefragt, wo die phantastischen Elemente bleiben, aber schließlich belegt Rin "Kult" als Fach und lernt hier über Schamanismus und den Kontakt zu den Göttern. In dieser Welt wird "Magie", bzw. Macht von den Göttern gegeben. Einer davon ist der fürchterliche Phoenix.
Spannend zu beobachten war, dass Rin eine Protagonistin war, die nicht unbedingt immer die richtige Entscheidung getroffen hat. Wir kennen unsere Romanhelden oftmals als diejenigen, die moralisch handeln und auch ihren Feinden dann noch helfen, wenn diese sie mehrfach getreten haben- Rin ist da ein wenig anders. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber durchaus darauf hinweisen, dass Krieg und Kampf ein großer Teil dieses Romans sind, denn der Unterricht an der Akademie kommt unerwartet zum Halt, als die Föderation Mugen angreift. Gewalt wird durchaus themaitisiert.
Der Anfang war rasant, dann flacht die Erzählung in der Akademie ein wenig ab, besonders als die Unterrichtseinheiten von Rin erzählt werden, zieht es sich ein wenig und nimmt dann wieder Fahrt auf... Rins Reise war durchaus spannend und der Roman hat mich in seinen Bann gezogen, und ich bin definitiv gespannt, wie es weiter geht.

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Veröffentlicht am 24.03.2020

Episch, atemberaubend, gnadenlos!

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"Im Zeichen der Mohnblume - die Schamanin" ist der unglaubliche Debüt Roman von Rebecca F. Kuang.

Er ist aus der Sicht von der Protagonistin Rin geschrieben.

Kommen wir zu meiner Meinung.

Episch, atemberaubend, ...

"Im Zeichen der Mohnblume - die Schamanin" ist der unglaubliche Debüt Roman von Rebecca F. Kuang.

Er ist aus der Sicht von der Protagonistin Rin geschrieben.

Kommen wir zu meiner Meinung.

Episch, atemberaubend, gnadenlos!

Dieses Buch hat mich mit jeder Seite daran erinnert warum ich es liebe zu lesen.

Es ist anders wie alles was ich bis jetzt gelesen habe. Besser als fast alles was ich bis jetzt gelesen habe!

Rin ist der Wahnsinn. Sie ist motiviert, zielstrebig und vorlaut. Die perfekte Antagonistin. Endlich mal wieder! Ich bin ein großer Fan von Antagonisten, weil ich sie meistens so viel besser verstehen kann als andere Protas und sie einfach herausstechen.

So, die meisten von euch werden dem Buch nach der nächsten Info keine Chance mehr geben, aber es ist nunmal die Wahrheit und ich liebe jedes Buch dafür, wenn es das hinbekommt.

Es gibt keine wirkliche Liebesgeschichte in dem Buch und es war trotzdem spannend, mitreißend und erschreckend real.

Die Autorin hat sich ausführlich mit den Themen chinesische Militärstrategien und grundsätzlich dem Leben im Krieg informiert. So viel Tiefgang und logische Handlungen findet man selten in Büchern.


In dem Buch geht es um Krieg, der auch auf ziemlich brutale Weise dargestellt wird. Eine Trigger Wahrnung hätte ich durchaus angebracht gefunden. Es kommen Drogensucht, Folter, Missbrauch und Vergewaltigung als Themen vor.

Ich finde es großartig, dass obwohl es keine Love Story gab, das Buch trotzdem alles mitbringen konnte und noch viel mehr.

Ich liebe es! Und ich weiß aber auch, dass das Buch nicht für jeden was ist.

Ich persönlich konnte sehr viel aus dem Buch mitnehmen.

Empfehlung?

Hundertmal Ja! Auf dieses Buch habe ich gewartet. Ein atemberaubender Auftakt, von dem ich Band 2 gar nicht abwarten kann. Danke, danke, danke für diese perfekten Lesestunden. Ich gebe selbstverständlich für dieses unerwartete Highlight 5/5 und wenn ich die Gabe hätte ins Pantheon zu reisen, wären es noch tausend mehr!

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Veröffentlicht am 22.03.2020

Fängt stark an und fällt leider stark ab

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Als ich mir den Klappentext durchlas, wurde ich neugierig auf den Inhalt. Fantasy in einer asiatischen Welt? Klar, gerne. Um grob zusammenzufassen (so weit das bei dieser umfassenden Handlung möglich ist), ...

Als ich mir den Klappentext durchlas, wurde ich neugierig auf den Inhalt. Fantasy in einer asiatischen Welt? Klar, gerne. Um grob zusammenzufassen (so weit das bei dieser umfassenden Handlung möglich ist), um was es geht, verfolgt die Geschichte Rin, einem Mädchen, das in einer ländlichen Provinz des Reiches Nikan aufgewachsen ist und alles tun würde, um dem sie erwartenden Leben dort – nämlich einer Zwangsheirat – zu entrinnen. Deshalb legt sie eine Prüfung ab und wird schließlich in Sinegard angenommen, einer renommierten Akademie, in der sie die Kunst des Krieges erlernen soll. Doch in Sinegard entdeckt Rin nicht bloß das, sondern auch weitere Mächte, nämlich die der Götter, was sich noch als wichtig erweist, als ein Krieg ausbricht.
Wie bereits angedeutet, ist die Handlung aus "Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin" sehr ausschweifend. Wir verfolgen Rin über mehrere Jahre hinweg, ab dem Zeitpunkt, zu dem sie für die Aufnahmeprüfungen der Akademien lernt, bis zum genannten Krieg. Dadurch wird wirklich sehr viel erzählt. Was ich anfangs nicht schlimm fand. Da ging es zunächst um Rins Leben in Sinegard und was sie dort lernte. Doch nach Ausbruch des Krieges kam es mir vor, als wäre viel zu viel passiert. Die vielen Wendungen des Krieges kamen mir vor, als wären sie auf zu wenigen Seiten erzählt worden. Ich hatte das Gefühl, als hätte die Autorin hier zu schnell zum Ende kommen wollen. Schon vorher wurden Tage, Wochen, Monate auch mal in ein paar kurzen Sätzen zusammengefasst oder auch einfach übersprungen, doch da hätte ich mir gewünscht, dass doch stärker drauf eingegangen wäre. Denn so kamen die Emotionen, die die Handlung definitiv hätte auslösen sollen, nicht wirklich bei mir an.
Was die Themen im Buch anging, so war es aber wirklich interessant. Man merkt schon recht früh, dass der Fantasyroman eher für Erwachsene gedacht ist, da er schon recht eindeutig die Grausamkeiten des Krieges beschreibt. Eine Liebesgeschichte sucht man hier hingegen eher erfolglos. Was ich manchmal ja gar nicht so schlimm finde, da sie das Ganze oft verkitschen. Außerdem werden vielen Gottheiten vorgestellt, was wirklich spannend war. Leider wurden diese nicht allzu ausführlich besprochen. Eigentlich lernte man nur den Phönix richtig kennen, die anderen werden zwar auch mal erwähnt, aber was genau sie beherrschen, bleibt unklar. Nur ein Beispiel für mich, wie "Die Schamanin" in Sachen Worldbuilding leider zu viel Potential verschenkt hat. Denn für mich blieb auch bis zuletzt unklar, wer Hesperer sind, da half mir auch die Karte im Umschlag vorne und hinten nicht weiter. Dafür hätte R.F. Kuang meiner Meinung nach mehr tun müssen.
Nichtsdestotrotz war "Die Schamanin" ein für mich spannendes Leseerlebnis. Allein dass die Autorin so schonungslos von einem Krieg schreibt, machte die Handlung bis zu einem gewissen Grad unvorhersehbar. Und es wurden ein paar Dinge angedeutet, zu denen man rätseln kann, was schon gut Lust auf das nächste Buch macht.
Hinsichtlich des Schreibstils bin ich etwas unsicher, was ich davon halten soll. An sich ließ er sich super lesen und auch die eigene Sprache mit Sprichwörtern war schön zu entdecken. Ich bin zwar nicht durch die Seiten geflogen, aber es war doch einfach, der Autorin zu folgen und hat größtenteils auch Spaß gemacht. Aber. Und hier gibt es leider mehrere (kleinere und auch größere) Aber, die mein Leseerlebnis dennoch getrübt haben. Aber mich hat an manchen Stellen er Jargon gestört. Ich kann mir vorstellen, dass er sich durch die Übersetzung eingeschlichen hat, jedenfalls wurden so manches Mal neuartigere Redewendungen eingesetzt, die sich für mich ganz einfach nicht stimmig angehört haben. Und mein zweites – und deutlich größeres – Aber sind die Emotionen, die sind bei mir nämlich so gut wie nicht angekommen. Wahrscheinlich lag es daran, dass wie schon erwähnt vieles übersprungen wurde. Jedenfalls ist ja doch so einiges Dramatisches passiert und doch bin ich relativ unberührt geblieben.
Ebenfalls zwiegespalten lassen mich die Figuren im Buch zurück. Mein Problem mit ihnen besteht vor allem darin, dass sie sich nicht richtig greifen lassen. Vor allem eher unwichtige Charaktere (heißt: nicht Rin) hatten keine Persönlichkeiten, die sich ganz rund anfühlten. Ein bisschen besser fassbar waren hier für mich Jiang, Kitay und Altan. Bei ihnen hatte ich zumindest ansatzweise das Gefühl, nicht nur einen flachen Charakter und noch dazu eine Art Entwicklung zu erlesen. Ansonsten war mir die Besetzung im Buch leider zu flach.
Rin hingegen war für mich nochmal eine andere Kategorie. Sie als Protagonistin hat schon eine starke Entwicklung durchgemacht und anfangs bot sie ein gutes Identifikationspotenzial. Als Waisenkind, das sich ihren Platz in der Welt erarbeitet, war sie schon eine Figur, in der man sich gerne wiedererkennt. Ich mochte ihren Ehrgeiz und später mochte ich außerdem, wie kritisch sie trotz der Macht den Gottheiten gegenübersteht. Doch besonders im letzten Viertel traf mir Rin ein paar zu viele willkürliche und nicht zu ihr passende Entscheidungen, die dieses Bild von ihr zunichte machten. Wie sie in der einen Minute noch stur auf ihrer aktuellen Meinung beharrt, nur um diese in der nächsten komplett zu verwerfen, war für mich nicht nur unsympathisch, sondern vor allem auch unglaubwürdig.

Wenn ich überlege, wie viele negative Punkte ich in dieser Rezension aufzähle, muss man denken, ich hätte dieses Fantasybuch nicht leiden können. Doch Fakt ist, dass ich eigentlich vor allem in der ersten Hälfte ganz gut davon unterhalten wurde und erst danach die Punkte aufkamen, die mich tatsächlich stärker störten. Meiner Meinung nach hat die Autorin hier einiges an Potenzial, das sie aufbaute, verschenkt.

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