Ein überraschend hervorragendes Buch über ein abgenutztes Thema!
Die Illusionistin Sophia würde alles tun, um von ihrem Onkel wegzukommen, auch der Killmarth Academy beitreten und die tödlichen Ordeals bestehen. Auf diesem harten Weg trifft sie auf Alden und die Gefühle ...
Die Illusionistin Sophia würde alles tun, um von ihrem Onkel wegzukommen, auch der Killmarth Academy beitreten und die tödlichen Ordeals bestehen. Auf diesem harten Weg trifft sie auf Alden und die Gefühle zwischen ihnen können über Leben und Tod entscheiden.
“Was auch immer du durchgemacht hast, was immer du erlitten hast: Du sollst wissen, dass Killmarths Tor nicht deine einzige Sicherheit ist. Ich bin hier. Ich bin dein Partner, und wenn du es zulässt, werde ich auch deine Sicherheit sein, Sophia. Ich werde dein ein und alles sein.” -Alden
Was habe ich hier vor mir liegen? Ein Buch mit einem Academy-Setting und tödlichen Trials. Eine Liebesgeschichte, die viel Raum einnimmt und wo doch die ein oder andere intime Szene dabei ist. Verschiedene Magiearten und Geheimnisse, die in der Vergangenheit versteckt liegen und alles auf den Kopf stellen. Das alles hört sich ganz und gar nicht klischeehaft an und solch einen Roman gibt es natürlich nicht so oft wie Sand am Meer (Achtung Sarkasmuswarnung!). Dann stellt sich berechtigterweise die Frage, warum ich fünf Sterne verliehen habe und eine große Leseempfehlung gebe. Und diese wird so gut es geht beantwortet.
Der Schreibstil ist wunderbar und zum Lesen perfekt geeignet. Man fliegt geradezu durch die Seiten und auch die Gestaltung des Covers und des Farbschnitts passen dazu. Besonders schön waren die Erklärungen der Magieformen hinter dem Cover und vor dem Buchdeckel, denn dadurch kommt man besser durch die Geschichte. Das Worldbuilding ist zwar nichts Weltbewegendes, aber durch eine neue Welt mit den Reichen, die sich verbünden oder auf gegenüberliegenden Seiten sind, der Technologie und eben der normalen Nutzung von Magie, wurde es zum hervorragenden Hintergrund. Wir haben Illusionisten, Botaniker, Maskierte und Alchemisten und zusammen ergibt es einen Haufen mysteriöse Magie, die pro Person auch noch andere Schwerpunkte hat. Dadurch war es durchgehend spannend und man weiß nicht, was real und was magisch ist und das habe ich persönlich gefeiert. Weil der Hauptteil der Geschichte in der Academy spielt, wird auf den Ort besonders viel Wert gelegt und das war fantastisch. Die düstere und mörderische Atmosphäre kam genauso gut bei mir an wie die Gestaltung der Burg an sich. Ich kann den zweiten Teil der Reihe kaum erwarten.
Die Charaktere haben es mir auch angetan, schließlich befinden sich sich im frühen Erwachsenenalter und verhalten sich auch so. Statt Drama zu erzeugen oder unnötige Konflikte hervorzubringen, sprechen sie miteinander und sagen entweder, dass sie nicht darüber reden wollen, oder sind offen und ehrlich. Natürlich gilt das nicht für die Feinde unserer kleinen Gruppe, bestehend aus Sophia, Alden, Tess und Greg, denn die spinnen ihre Intrigen im Hintergrund und gehen über Leichen, um ihr Ziel durchzusetzen. Manche Bösewichte kommen ein wenig aus dem Nichts, aber ich habe durchgehend mit gerätselt, wer nun der Mörder ist, was hinter den Vorfällen von vor vielen Jahren steckt und wer das Reich stürzen will. Bis zum Schluss ist die Spannung oben und auch wenn das Finale vorhersehbar war, ist es absolut gelungen und bereitet den zweiten Band gut vor. Mit Werwölfen und Vampiren haben wir auch andere Spezies, die gute Gegner abgeben und große Gefahren bergen. Man weiß nicht, woher sie kommen und wer mit ihnen zusammensteckt, aber die Kämpfe, die sie abgeben, sind wunderbar fesselnd.
Tess und Greg sind interessante Nebencharaktere, die eine eigene kleine Geschichte haben und ansonsten gut zu Sophia passen. Freundschaften wie Feindschaften gehören dazu und führen dazu, dass die Story zum größten Teil unvorhersehbar bleibt. Sophia ist eine starke und mutige Kämpferin, die gegen das Schicksal antritt und nach und nach ihre Vergangenheit entschlüsselt. Dieser Teil war klischeehaft, aber ihre Gedanken und Schlussfolgerungen sowie ihre schöne Kampfart sind faszinierend und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihr zuzuschauen, wie sie ein Ordeal nach dem anderen irgendwie besiegt. Hinzu kommt ihre Magieanwendung und sie zeigt uns und Alden, dass sie keine Damsel-in-Distress ist, sondern durch Köpfchen und Kampfgeist weiterkommt.
Eine Liebesgeschichte gehört irgendwie immer dazu, vor allem in diesem Genre, und ich habe sie auch gerne gelesen, denn die Entwicklung ist gut geworden und Sophia und Alden werden von Rivalen zu Liebenden mit jeder Menge Chemie zwischen ihnen. Man kann ihre Gefühle nachvollziehen und selbst wenn diese intimen Szenen unnötig waren, haben sie für mich nichts verdorben. Alden ist ein mächtiger Botaniker, der für sich und später auch gegen seinen Willen für Sophia kämpft. Kapitel aus seiner Sicht wären das Topping auf der Torte gewesen, aber auch so habe ich mit ihm genauso mitgefiebert wie mit Sophia. Andere Personen, wie die Alchemisten-Gruppe, die Professoren oder der mysteriöse Sammler, runden die Geschichte ab und geben der Story den Kick, damit wir Leser am Ball bleiben.
Ein bisschen habe ich ja schon zur Story gesagt, da wir vier Ordeals haben, die bestimmen, wer weiter an der Academy studieren darf. In ihnen und in der Vorbereitungszeit dazwischen wird die Magie verfeinert, mit ihr und den Kameraden gegen Monster gekämpft und eben Morde verübt. Das Ende einer jeden Herausforderung ist klar, aber das wie und warum ist spannend und es waren die besten Szenen, wenn Sophia mit ihrem Partner Alden und später auch mit ihren Freunden in den Ordeals ums Überleben kämpft. Illusionen, böse Pflanzen und Masken machen es den Studenten schwer und ganz gleich, welche Art von Wettkampf es wird, es war spannend und man kann gar nicht anders, als mit zu bangen. Auf richtigen Unterricht wartet man vergeblich, aber dazu kommt hoffentlich im zweiten Buch mehr. Einmal mehr überzeugt Sophia mit ihrer Intelligenz und das war fantastisch.
Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert, egal wie klischeehaft es am Anfang klingt, denn die Autorin schafft das Unmögliche und macht die Klischees einzigartig!