Ein Meisterwerk, das einen nicht mehr loslässt und die Gefühle beherrscht!
Dieses Buch ist keine leichte Kost, auch wenn wir als Protagonistin ein 12-jähriges Mädchen haben. Das möchte ich vorweg sagen. Denn dieses Buch saugt dich ein und lässt dich zurück mit einem Haufen trauriger ...
Dieses Buch ist keine leichte Kost, auch wenn wir als Protagonistin ein 12-jähriges Mädchen haben. Das möchte ich vorweg sagen. Denn dieses Buch saugt dich ein und lässt dich zurück mit einem Haufen trauriger Gefühle, aber auch mit dem Gefühl, etwas gewonnen und gelernt zu haben, über das Leben und den Tod, über Mobbing, über Freundschaft und was es heißt, ein Außenseiter zu sein.
Aber erstmal zum Inhalt: Wir erleben die Geschichte von Suzy aus ihrer Sicht, einem 12-jährigen Mädchen, das nicht mehr redet seit dem Tod ihrer Freundin Franny. Franny ist ertrunken, einfach so, sagt Suzys Mutter, doch Suzy will das nicht glauben, denn Franny war eine gute Schwimmerin, und begibt sich deshalb auf die Suche nach Antworten und einem Grund für das Ertrinken.
Dieses Buch erzählt auf so quälende Weise den Umgang Suzys mit dem Tod und beleuchtet nebenher so andere wichtige Themen ohne überladen zu wirken, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass es jetzt zu viel wird. Alles gibt sich die Hand, fließt so ineinander über.
Das Buch ist in zwei Zeitebenen unterteilt; vor und nach Frannys Tod. Beide Ebenen wechseln sich ab, was für den Verlauf auch ziemlich wichtig ist. Außerdem wird so der Spannungsbogen in beiden Zeitebenen konstant aufrecht gehalten, weil es in beiden Ebenen ja zum entscheidenen Höhepunkt kommt.
Die Handlung des Buches an sich ist sehr intensiv. Das liegt zum Einen daran, dass der viel zu frühe Tod eines geliebten Menschen behandelt wird und zum Anderen an dem Charakter unserer Protagonistin.
Suzy, unsere Protagonistin, selbst ist ... speziell. Sie macht sich viele Gedanken über Dinge, über die andere Menschen nicht einmal einen Gedanken verschwenden würden, nimmt Dinge anders war, wissenschaftlicher, untersucht und forscht lieber, als sich um Jungs und Klamotten zu kümmern. Die Welt aus ihren Augen zu sehen war wirklich interessant und toll, auch wenn ich nicht immer mit ihren Gedanken und/oder Handlungen im Einklang war, doch das will dieses Buch auch nicht. Ihre Handlungen und Gedanken waren aber immer begründet, sodass man das wenigstens halbwegs nachvollziehen konnte, wenn man sich darauf einlassen wollte.
Der Schreibstil ist eine Wucht! Ich habe selten so einen Schreibstil erlebt, der so gefühlvoll ist und einem das Denken der Protagonistin so nahe bringt. Ali Benjamin ist meiner Meinung nach ein Talent, denn sie weiß genau, wie sie die Nerven der Leser treffen und die Gefühle zwischen den Zeilen verpacken kann. Ich musste das ganze Buch über so weinen, eigentlich in Dauerschleife, was mitunter am Schreibstil liegt, der mir die Gefühle so nahe gebracht hat.
Dieses Buch ist ein Meisterwerk, das eigentlich auch den hartgesottensten Leser zum Weinen bringen dürfte, ihn auf jeden Fall tief berühren sollte. Und natürlich den Lesern viel lehrt, über Dinge, die einfach so passieren.
Ich muss jedoch gestehen, dass ich den Originaltitel "the thing about jellyfish" etwas passender finde. Denn von dem Titel, den das Buch im Deutschen bekommen hat, hatte ich ein Buch erwartet, dass sehr philosophisch wird, in Wahrheit ist es aber sehr wissenschaftlich und beschäftigt sich vielmehr mit Fakten.