Cover-Bild After the Fire - Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2021
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15,95
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 24.07.2020
  • ISBN: 9783423650328
Will Hill

After the Fire - Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2021

Roman
Wolfram Ströle (Übersetzer)

Der einzige Weg aus der Dunkelheit ist, ein Feuer zu entzünden

Schwer verletzt liegt die 17-jährige Moonbeam im Krankenhaus und sieht sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. Sie, die zu den wenigen Überlebenden nach der schrecklichen Brandkatastrophe gehört, soll erzählen, wie das Leben war auf der Farm der Gotteslegionäre. Wie ist es zu dem schrecklichen Feuer gekommen, wie zu der Schießerei zwischen den Gotteslegionären und der Polizei? So viele sind gestorben. Zögerlich öffnet sich Moonbeam, glaubt, dass man ihr helfen will, und fängt an zu erzählen, wie das Leben vor dem Feuer war und wie das Leben sich danach anfühlt. Eine Sache aber kann sie nicht erzählen. Doch sie muss aussprechen, was sie getan hat, will sie nicht daran zerbrechen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2020

Packend, authentisch, erschütternd - ein beeindruckendes und unglaublich bewegendes Buch!

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Als man mich auf „After the Fire“ aufmerksam machte, war ich sofort Feuer und Flamme. Von alleine bin ich, warum auch immer, irgendwie nicht auf das Buch gestoßen. Beim Durchstöbern der neuen dtv-Vorschau ...

Als man mich auf „After the Fire“ aufmerksam machte, war ich sofort Feuer und Flamme. Von alleine bin ich, warum auch immer, irgendwie nicht auf das Buch gestoßen. Beim Durchstöbern der neuen dtv-Vorschau muss dieser Titel tatsächlich total an mir vorbeigegangen sein. Vermutlich lag es am Cover. Auf den ersten Blick hatte mich das Cover tatsächlich nicht so ansprechen können, muss ich gestehen. Nun aber, nachdem ich es öfters betrachtet (und drüber gestrichen) habe, gefällt es mir richtig gut! Vor allem die Haptik finde ich genial.
Der Klappentext hatte mich aber wirklich sofort. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich „After the Fire“ unbedingt lesen muss.

Die 17-jährige Moonbeam lebt seit ihrer Kindheit bei den Legionären Gottes – einer Sekte in der texanischen Wüste. Ihr Alltag ist geprägt von strengen Regeln, harten Bestrafungen und religiösem Wahn. Als eines Tages ein schreckliches Feuer ausbricht, das das Lager der Gotteslegionäre komplett zerstört und es zu einer Schießerei mit der Polizei kommt, landet Moonbeam schwerverletzt und als eine der wenigen Überlebenden im Krankenhaus. Kurz darauf sitzt sie einem Psychologen und FBI-Agenten gegenüber, mit denen sie ihre traumatischen Erlebnisse aufarbeiten soll. Wie war ihr Leben bei den Gotteslegionären? Wie ist es zu der Razzia und der Brandkatastrophe gekommen? Moonbeam öffnet sich nach und nach und fängt an zu berichten, was sie Furchtbares durchgemacht hat. Eine Sache aber verschweigt sie. Über das, was sie getan hat, kann sie einfach nicht sprechen.

Dass „After the Fire“ keine leichte Kost ist, habe ich mir natürlich schon gedacht. Der Klappentext macht schließlich mehr als deutlich, das zwischen diesen knallroten Buchdeckeln eine ziemlich aufwühlende Geschichte schlummert. Dass mich die Handlung aber so sehr mitnehmen würde, hätte ich dann doch nicht erwartet. Mir hat „After the Fire“ sehr emotionale und intensive Lesestunden beschert, welche ich ganz bestimmt so schnell nicht mehr vergessen werde.

„After the Fire“ war mal wieder so ein Buch, in welches ich abends nur mal kurz reinlesen wollte, von dessen Handlung ich dann aber von Anfang an so gebannt war, dass aus ein paar Seiten letztendlich gut 80 wurden. Ich habe den Plot vom ersten Moment an als richtig packend empfunden. Ein paar wenige kleine Längen gab es für mich vereinzelt zwar dann doch hin und wieder, allerdings haben mich diese beim Lesen kaum gestört. Dank des mitreißenden Schreibstils haben sich für mich auch die etwas ruhigeren Passagen sehr flüssig und angenehm lesen lassen. 

Als Leser wird man gleich zu Beginn mit einem ziemlich heftigen Einstieg konfrontiert. Das Buch startet mit dem alles verändernden Feuer, aus welchem unsere 17-jährige Protagonistin Moonbeam gerettet werden kann. Zusammen mit ihr finden wir uns nach diesem rasanten Prolog im Krankenhaus wieder. Kurz darauf landen wir mit ihr einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Moonbeam in Therapiegesprächen mit einen Psychologen und einem FBI-Beamten ihr Traumata aufarbeiten soll.

Erzählt wird die Handlung ausschließlich aus der Sicht von Moonbeam in der Ich-Perspektive, in zwei verschiedenen Zeitebenen. Das Buch ist in die „Davor“ - und die „Danach“ - Kapitel eingeteilt, sprich: Vor dem Feuer und nach dem Feuer. Im „Danach“ befinden wir uns mit unserer Ich-Erzählerin in der bereits erwähnten psychiatrischen Klinik, in der sie sich regelmäßig mit dem Therapeuten Dr. Robert Hernandez und einem FBI-Beamten trifft, um sich in gemeinsamen Gesprächen mit ihren traumatischen Erlebnissen auseinanderzusetzen – eine wahre Herausforderung für die 17-jährige. Ihr fällt es zunächst sehr schwer, Vertrauen zu den beiden Männern zu fassen – wurde ihr doch jahrelang von Father John eingetrichtert, niemals mit den Menschen von außerhalb des Lagers zu sprechen.

Mir haben die Passagen in der Gegenwart unheimlich gut gefallen. Ich fand es wahnsinnig spannend mitzuverfolgen, wie Moonbeam sich den beiden Männern gegenüber langsam öffnet, immer mehr Vertrauen zu ihnen gewinnt und ihre Schuldgefühle allmählich ablegen kann. Ein wirklich höchst interessanter Prozess, der absolut glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt wird.

In den Danach-Kapitel schildert Moonbeam von ihrem Leben in der religiösen Sekte, in der sie von klein auf mit anderen Kindern und Jugendlichen aufgewachsen ist und Schreckliches durchlitten hat. Moonbeams schonungslos ehrlichen Erzählungen sind echt kein leichter Tobak. Sie berichtet von den grausamen Strafen, die bei Regelmissachtungen folgten wie Essenszug oder harte Arbeit. Manchmal wurde man auch stundenlang in einen Container aus Metall gesperrt, der die ganze Zeit in der prallen Wüstensonne steht. Krass, oder?
Das Leben in der Sekte war bestimmt von psychischer und physischer Gewalt, von Folter, Terror, Missbrauch, strengen Regeln und bedingungslosem Gehorsam. Moonbeam hat wahrlich viel mitgemacht, sie hat selbst Bestrafungen erhalten, musste die von anderen mitansehen und hat ein Leben in ständiger Angst und Unterdrückung geführt.

Mich haben Moonbeams schockierende Schilderungen aus ihrer Vergangenheit sehr oft ziemlich schwer schlucken lassen. „After the Fire“ ist echt nicht ohne, aber keine Sorge, zu heftig wird die Geschichte nicht. Bei dem Buch handelt es schließlich um einen Jugendroman für Leser ab 14 Jahren und da es Will Hill meiner Ansicht erstklassig gelungen ist, die Story niemals zu brutal oder beklemmend werden zu lassen, denke ich durchaus, dass das Buch für Leser ab 14 Jahren geeignet ist.

Was mir ganz klar am besten gefallen hat, sind diese ständigen Wechsel zwischen dem Davor und dem Danach. Die faszinierende Spannung und unfassbare Sogwirkung, die dadurch entsteht, ist einfach nur grandios. Will Hill versteht sich zweifellos bestens darin, uns Leser mit seinem eindringlichen Schreibstil an die Seiten zu fesseln, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Neben dem Erzählstil bin ich auch von den Charaktere hellauf begeistert, die allesamt sehr vielschichtig und glaubhaft ausgearbeitet wurden. Vor allem Moonbeam fand ich großartig! Sie ist mutig, sympathisch, schlagfertig und klug und legt eine Tapferkeit und Stärke zutage, für die ich sie zutiefst bewundert habe.

In meinen Augen wurde „After the Fire“ zurecht mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ich bin hellauf begeistert von meinem ersten Werk aus der Feder von Will Hill, in welchem der englische Autor eine zeitlose und schwere Thematik auf eine berührende und faszinierende Weise behandelt. Ich kann nur sagen: Unbedingt lesen! Glaubt mir, es lohnt sich.

Fazit: Packend, erschütternd, authentisch – ein wahrer Pageturner, der unter die Haut geht! Will Hill ist mit „After the Fire“ ein beindruckendes Buch über das Thema Sekten gelungen, mit welchem er mir ein unvergessliches Leseerlebnis beschert hat. Trotz der wenigen kleinen Längen, die es zwischendurch für mich gab, konnte mich die Handlung durchweg mitreißen und in Atem halten. Die Geschichte, die einen in „After the Fire“ erwartet, ist unglaublich bewegend und aufrüttelnd. Sie ist brillant geschrieben und beschäftigt einen noch eine sehr lange Zeit nach dem Lesen. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und vergebe sehr, sehr gute 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.08.2020

Packend bis zum Schluss!

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Inhalt:
Moonbeam ist Überlebende einer schrecklichen Brandkatastrophe, bei der fast ihre gesamte “Familie” ums Leben kam. Die 17-Jährige verbrachte ihr Leben auf einer abgeschotteten Farm von Gotteslegionären, ...

Inhalt:
Moonbeam ist Überlebende einer schrecklichen Brandkatastrophe, bei der fast ihre gesamte “Familie” ums Leben kam. Die 17-Jährige verbrachte ihr Leben auf einer abgeschotteten Farm von Gotteslegionären, wo sie die Außenwelt fürchten und bedingungslosen Gehorsam lernte. Doch nun befindet sie sich in einer psychiatrischen Klinik und soll sich in regelmäßigen Gesprächen mit einem Therapeut und einem FBI-Agent ihnen gegenüber öffnen, von dem Leben auf der Farm in der Glaubensgemeinschaft erzählen sowie von dem Brand und der Schießerei bei dem so viele Menschen starben.
Moonbeam hat jedoch keine Ahnung was sie noch glauben und wem vertrauen soll, vor allem da sie selbst einige Geheimnisse hütet, die sie nicht auszusprechen wagt...

Meine Meinung:

Dieses Buch ist wohl ein Bereich für sich, da sich meiner Meinung nach schwer zu einem genauem Genre zuordnen lässt. Angesichts der zeitlosen Thematik kann es jederzeit und von jeder Altersgruppe gelesen werden, auch wenn man sich darüber bewusst sein sollte, dass Themen wie Gewalt, Misshandlung und Schusswaffen angesprochen werden.

Schritt für Schritt erlebt man als Leser wie Moonbeam lernen muss mit der veränderten Umgebung zurechtzukommen. Doch das ist gar nicht so einfach, da Moonbeam jahrelang unter striktem Gehorsam und dem skrupellosen System der Gotteslegion gelebt hat, was sie sehr eindrücklich und schonungslos ehrlich offenbart. Dabei beschreibt sie nicht nur die Zustände und ihre Erlebnisse dort, sondern lässt den Leser auch an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.

Durch die strukturierte Erzählweise, die in vor („Davor“) und nach („Danach“) dem alles entscheidenden Brand gegliedert ist, erfährt man wie Moonbeam sich nach und nach ihrem Therapeuten und dem FBI-Agent öffnet. Das kann zuweilen etwas langatmig wirken, doch da sicherlich die wenigsten von jetzt auf gleich ihr gesamtes Leben und ihre Geheimnisse wildfremden Leuten in einer völlig neuen Situation erzählen werden können, ist es nachvollziehbar und umso glaubhafter. Den Prozess des sich öffnen und des Vertrauen gewinnen, den Moonbeam und ihre Gesprächspartner durchlaufen, ist gekennzeichnet von teilweise schockierenden Erkenntnissen und packenden Emotionen, die nicht nur das Mädchen selbst, sondern auch die anderen Figuren authentisch erscheinen lassen.

Der Aufbau der Geschichte ist vollkommen logisch dem Prozess entsprechend gestaltet und lebendig gestaltet. Bis auf eine "schreckliche" Tat, die Moonbeam geheim hält und relativ schnell vermutet wird, ist der Verlauf an keiner Stelle vorhersehbar oder langweilig gewesen. Vielmehr konnte man sich sicher sein, immer wieder neu überrascht zu werden.

Durch die angesprochenen Themen gelangt der Leser früher oder später in eine Position, sich selbst mit diesen auseinanderzusetzen. Auch wenn der Glaube eine wichtige Rolle spielt, ist das Buch an sich nicht religiös oder versucht einem eine bestimmte Richtung aufzudrängen. Vielmehr wird darüber informiert, was anderswo passiert, was passieren kann und auch schon passiert ist. Auch wenn Moonbeams Geschichte selbst Fiktion ist, ist das grundlegende Thema es nicht. Im Gegenteil, es ist hochaktuell und wichtig, sich wenigstens einmal damit beschäftigt zu haben.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mir das Buch spannende und teils aufwühlende Lesestunden geboten hat und mich Moonbeam und ihre Geschichte absolut überzeugt haben. Neben den vielen Anregungen zum Nachdenken und weiter informieren, ist es ein originelles Buch, das sicherlich mal etwas anderes ist.

Veröffentlicht am 03.08.2020

Beeindruckend und intensiv

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Auf "After the fire" bin ich durch eine Buchverlosung auf Lovelybooks aufmerksam geworden. Der Klappentext klang sehr vielversprechend. Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung es gehen sollte. Für mich ...

Auf "After the fire" bin ich durch eine Buchverlosung auf Lovelybooks aufmerksam geworden. Der Klappentext klang sehr vielversprechend. Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung es gehen sollte. Für mich klang es eher nach einer Dystopie, aber hier bekommt einen Einblick in eine Sektengemeinschaft.

Moonbeam gehört einer Glaubensgemeinschaft ("Die Heilige Kirche der Legion Gottes") an, die mit anderen Anhängern abseits auf einer Farm lebt. Father John als Prophet spricht zu seinen Anhängern in Namen Gottes. Die Gotteslegionäre müssen sich an gewisse Regeln halten. Sie dürfen keinen anderen Glauben und schon gar nicht an das "normale" System außerhalb haben. Father John bereitet sich auf den Kampf mit den Feind vor. Was passiert, wenn der Feind tatsächlich vor dem Tor steht?
Moonbeam ist eine Überlebende des Feuers und erzählt nach und nach die Gechichte, wie es dazu kam und wie das Leben auf dem Gelände war.

Die Geschichte ist in "Davor"- und "Danach"-Kapiteln eingeteilt. "Davor" bezeichnet das Leben auf der Farm vor dem Feuer und bei "Danach" ist der Krankenhausaufenthalt von Moonbeam beschrieben und wie sie langsam ins Leben zurückfindet. Ich fand die Unterteilung sehr gut gestaltet. Dadurch entstand auch ein gewisser Lesesog. Gerne habe ich die Davor-Kapitel gelesen, da sie sehr intensiv waren. Zudem hat der Autor einen flüssigen und unkomplizierten Schreibstil, sodass man der Geschichte gut folgen konnte.

Der Autor beschreibt das Sektenleben eindringlich und wie sich Leute an einen Glauben bzw. Propheten heften, der ihnen alles erzählen könnte. Sozusagen wie ein Mensch einen Glauben missbräuchlich verwendet und somit andere Menschen dadurch manipulieren kann.
Ich musste irgendwie bei den Erzählungen oft an Charles Manson denken. Denn die Gotteslegionäre von Father John schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Die Geschichte ist allerdings an die Sekte "Branch Davidians" in Waco in den 1990er Jahren angelehnt, die ebenso durch die Polizei belagert wurde.
Somit hat die Geschichte einen realen Hauch und eine glaubhafte bedrückende Atmosphäre.

Aber auch die Therapiesitzungen mit Dr. Hernandez, den FBI-Agenten Carlyle und mit Moonbeam waren eingehend und glaubhaft beschrieben. Selbst der Psychiater und der FBI-Agent, die schon vieles erlebt haben, sind von einigen Erzählungen schockiert. Ich fand es gut, dass der Autor auch ihre Gefühlsregungen auf das Erzählte mit eingebaut hat. Es wirkte insgesamt überzeugend und real.
Zudem merkt man langsam, wie Moonbeam aus sich herauskommt und auch gerne mehr erzählen möchte. Natürlich ist das belastend für sie, da sie sich bei ihr einige Schuldgefühle aufgetan haben. Sie hat mir in ihrer Erzählweise insgesamt gut gefallen. Sie war für mich greifbar dargestellt und ich konnte ihre Verletzlichkeit, aber auch ihren Mut, spüren.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt konnte ich mir allerdings schon denken, was vorgefallen ist bzw. was Moonbeam getan hat. Dahingehend war die Geschichte etwas vorhersehbar und das Ende nicht ganz so spannend, aber dennoch hatte ich manche Dinge nicht so im Blick. Das Ende war somit gut, aber doch irgendwie unausgezählt. Vielleicht wäre hier noch etwas mehr drin gewesen.

Dennoch hat mich das Buch beeindruckt, da ich anfangs nicht mit so einer Thematik gerechnet hatte. Es ist mal etwas anderes und somit sehr interessant über so etwas zu lesen.

Fazit:
Eine beeindruckende Geschichte mit einer intensiven Thematik, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Die Unterteilung der Kapitel in "Davor" und "Danach" fand ich spannend und übte einen Lesesog aus. Die Protagonistin Moonbeam, die als Ich-Erzählerin fungiert, wurde glaubhaft dargestellt. Ab einem bestimmten Zeiptunkt war die Geschichte jedoch etwas vorhersehbar und das Ende nicht mehr ganz so spannend.

Bewertung: 4+ / 5

Vielen Dank an Lovelybooks und den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Davor und Danach

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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich gerne über solche Themen wie Sekten usw lese. Ich wurde auch nicht enttäuscht.

Moonbeam ist siebzehn Jahre alt und hat den Großteil ihres Lebens auf der Farm ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich gerne über solche Themen wie Sekten usw lese. Ich wurde auch nicht enttäuscht.

Moonbeam ist siebzehn Jahre alt und hat den Großteil ihres Lebens auf der Farm der Gotteslegionäre verbracht. Also bei einer Sekte. Aber das wollte dort keiner glauben oder wenn man daran gedacht hat, wurde man der Ketzerei bezichtigt. Doch eines Tages bricht ein Brand aus und Moonbeam und all die andere Mitglieder müssen die Farm schnellstens verlassen wenn sie nicht sterben wollen. Nicht jeder überlebt dies….

Das Buch ist in „Davor“ und „Danach“ unterteilt. Davor beschreibt alles wie das Leben auf der Farm war und was ihnen dort beigebracht wurde, bis zu dem Brand. Danach erzählt all das was nach dem Brand geschehen ist. Moonbeam ist in einer Klinik und wird von einem Psychologen befragt wie es ihr nun geht und natürlich auch wie es ihr auf der Farm erging. Das möchte vor allem der FBI-Agent wissen. Nach und nach traut Moonbeam sich immer mehr von Father John und den anderen zu erzählen, obwohl dies unter Ketzerei fallen würde….

Es ist wirklich erschreckend was Moonbeam und all die anderen auf dieser Farm erlebt haben. Auch ist es grausam einen Menschen so stark manipulieren zu können, dass er das was er dort tut auch noch für richtig hält, wobei uns sofort auffällt, dass dies nicht richtig sein kann. Auch Moonbeam hält vieles für normal wo wir nur den Kopf schütteln würden – ein Mann mehrere Frauen usw.

All dies zu erfahren war wirklich toll und sehr interessant. Doch in ihren Erzählungen waren mir oft zu viele Längen drin, die mich manchmal davon abgehalten haben weiter zu lesen, obwohl es ansonsten ein wirklich tolles Buch ist. Ergreifend, erschütternd und spannend zugleich, dass ich trotz mancher Längen wieder lesen würde =)

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Zwar etwas langatmig, aber auch emotional sehr packend

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Klappentext
„Der einzige Weg aus der Dunkelheit ist, ein Feuer zu entzünden

Schwer verletzt liegt die 17-jährige Moonbeam im Krankenhaus und sieht sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. ...

Klappentext
„Der einzige Weg aus der Dunkelheit ist, ein Feuer zu entzünden

Schwer verletzt liegt die 17-jährige Moonbeam im Krankenhaus und sieht sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. Sie, die zu den wenigen Überlebenden nach der schrecklichen Brandkatastrophe gehört, soll erzählen, wie das Leben war auf der Farm der Gotteslegionäre. Wie ist es zu dem schrecklichen Feuer gekommen, wie zu der Schießerei zwischen den Gotteslegionären und der Polizei? So viele sind gestorben. Zögerlich öffnet sich Moonbeam, glaubt, dass man ihr helfen will, und fängt an zu erzählen, wie das Leben vor dem Feuer war und wie das Leben sich danach anfühlt. Eine Sache aber kann sie nicht erzählen. Doch sie muss aussprechen, was sie getan hat, will sie nicht daran zerbrechen.“

Gestaltung
Vor allem durch das intensive Rot fällt das Cover schon von weitem auf. Das Besondere ist in meinen Augen jedoch das haptische Erlebnis, denn sowohl die kleinen schwarzen Punkte als auch das Streichholzhaus und die Schrift fühlen sich rau wie der Anzünder einer Streichholzschachtel an. Das passt richtig gut zur Handlung und ist ein tolles Highlight bei der Gestaltung!

Meine Meinung
Ich fand vor allem den Klappentext spannend und wurde neugierig, sodass ich „After the Fire“ lesen wollte. In dem Buch geht es um die 17jährige Moonbeam, die einer religiösen Sekte angehörte. Doch es gab ein Feuer, das das Lager der Gläubigen zerstörte und eine Schießerei mit der Polizei, bei der viele Menschen starben. Moonbeam war mittendrin und hat versucht, Kinder zu retten. Nach diesem schrecklichen Ereignis ist sie im Krankenhaus und erzählt, was sie erlebt hat. Und was sie selbst getan hat.

Ich habe schon einmal eine Reihe über eine Glaubenssekte gelesen und war trotz des recht ungewöhnlichen Themas vor allem von der knisternden Spannung angetan. Daher war ich gespannt, wie mir „After the Fire“ gefallen und wie sich hier die Spannung aufbauen würde. Gut gelöst fand ich die Unterteilung der Geschichte in Kapitel, die das Davor und das Danach schilderten. Es wird abwechselnd erzählt, was vor Moonbeams Krankenhausaufenthalt passiert ist und wie es ihr nach dem Krankenhausaufenthalt ergeht.

Ich fand gerade die Wechsel zwischen den Zeitebenen gut, weil diese die Geschichte auflockerten. Wäre sie in aufeinanderfolgenden Blöcken erzählt worden, wäre mir die Handlung auch zu viel auf einmal geworden. So sind es oft gerade die angesetzten Wechsel, die für Spannung sorgen, da oftmals an Stellen gewechselt wird, die den Leser neugierig auf den Fortgang stimmten. Vor allem interessierte mich, was es mit dem Feuer auf sich hatte und auch einige Ereignisse um einen Freund der Protagonistin fand ich total fesselnd.

Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass mir die Handlung stellenweise etwas trocken und langatmig erschien. Dies war vor allem dann der Fall, wenn Moonbeam lange erklärte und erzählte, um auf ein Ereignis hinzuführen. Die Ereignisse an sich waren dafür sehr spannend geschildert. Vor allem die emotionale Ebene ist in diesem Buch erschütternd, wenn man liest, was in der Sekte vor sich gegangen ist. Teilweise ist mir das Blut in den Adern gefroren, da die Erlebnisse von Moonbeam von einer Atmosphäre der Angst und Bestrafungen gezeichnet ist.

Besonders gelungen ist Will Hill hier die Darstellung von Moonbeam, denn während sie ihr Leben schildert, bemerkt sie gar nicht, dass ihre Erlebnisse nicht normal sind. Das, was sie als Normalität kennt, ist für uns Leser, die das Sektenleben aus ihrer Schilderung erfahren, teilweise sehr schockierend. Durch den Psychologen und den FBI-Agenten, die Moonbeam zuhören, wird dies auch sehr schön verdeutlicht. Besonders beklemmend fand ich auch wie nüchtern sie berichtet, denn sie zeigt kaum Gefühle, was ich aufgrund ihrer Geschichte aber auch sehr nachvollziehbar fand.

Fazit
Ich finde, dass „After the Fire“ ein raffiniert erzählter Jugendthriller ist, der vor allem auf die Emotionalität setzt. Durch die nüchterne Art der Protagonistin zu erzählen, entsteht eine beklemmende Stimmung, die immer wieder durch Gänsehaut und Schockmomente ergänzt wird, wenn Moonbeam von ihrem Leben erzählt (das für den Leser alles andere als normal ist). Einzig, dass die Handlung sich stellenweise sehr langatmig anfühlte, wenn Moonbeam zu bestimmten Erlebnissen hinführte, fand ich etwas schade. Dafür sind dann aber die Erlebnisse in der Sekte oder auch bei der Schießerei bzw. beim Brand total packend beschrieben.
4 von 5 Sternen!

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