Cover-Bild The Music of What Happens
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ONE
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 27.11.2020
  • ISBN: 9783846601136
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Bill Konigsberg

The Music of What Happens

Berührende LGBTQIA+-Geschichte über Freundschaft und Liebe
Ralf Schmitz (Übersetzer)

Eine berührende LGBTQIA+ Geschichte von Own-Voice-Autor Bill Konigsberg über zwei sehr unterschiedliche Jungs, die sich bei der Arbeit in einem Food-Truck näherkommen

Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft ...

Manmachmal braucht man nur einen einzigen Menschen, um zu sich selbst zu finden

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2021

Liebe geht durch den Magen

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Inhalt

Nachdem Max den verzweifelten Jordan und seine Mutter in dem alten Food Truck von Jordans verstorbenem Vater getroffen hat, beschließt er Jordan mit dem Truck zu helfen. Doch schnell wird klar, ...

Inhalt

Nachdem Max den verzweifelten Jordan und seine Mutter in dem alten Food Truck von Jordans verstorbenem Vater getroffen hat, beschließt er Jordan mit dem Truck zu helfen. Doch schnell wird klar, dass die beiden keine Ahnung haben, wie man einen Food Truck betreibt. Da Jordan aber auf das Geld angewiesen ist, um die Hypothek für das Haus zu bezahlen, geben die beiden alles. Dann läuft das Geschäft wirklich gut, doch leider nicht lange. Durch die gemeinsame Zeit merken die beiden, dass womöglich zwischen ihnen mehr ist als nur Freundschaft.

Eindruck

Das Cover passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Buches. Der blaue Himmel spiegelt gut den Sommer wider, indem die Handlung spiegelt und die beiden Personen sollen Jordan und Max darstellen. Durch die Darstellung auf dem Buchcover konnte ich mir beide Protagonisten besser vorstellen.

Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen aus der Sicht von Max, aber auch aus der Sicht von Jordan. Zur besseren Orientierung steht vor jedem Kapitel aus welcher Sicht die Handlung erzählt wird. Das hat mir sehr geholfen und dadurch kam ich beim Lesen auch nicht durcheinander.
Die Kapitel als solches fand ich teilweise etwas lang, ich persönlich bevorzuge aber auch eher kürzere Kapitel.
Den Schreibstil als solches fand ich flüssig und gut verständlich, aber eher einfach gehalten.

Max war mir von der ersten Seite an sympathisch und ich konnte ihn mir sofort bildlich vorstellen. Zudem fand ich es gut, dass er den straken Jungen verkörpert hat, der letztendlich aber doch eine verletzliche Seite hat und diese auch gezeigt hat am Ende des Buches. Ich fand es schön, seine Verwandlung im Verlauf des Buches mit anzusehen. Zuerst ein verschlossener Junge, der nichts von seinen Emotionen preisgegeben hat, hin zu einem emotionalen Jungen, der auch eine verletzliche Seite hat und diese auch gezeigt hat.

Mit Jordan musste ich erst etwas warm werden. Für mich hat er einfach in zu viele Schwule Klischees gepasst, was mich zeitweise gestört hat. Zudem hat er sich oft runtergemacht, was zu seiner Rolle gepasst hat, mir aber manchmal trotzdem zu viel war. Am Ende des Buches fand ich ihn aber auch sympathisch und mochte ihn.

Alles in allem fand ich die Handlung schon und die behandelten Themen auch gut. Allerdings war die Handlung für mich zeitweise zu oberflächlich und nicht richtig zu Ende erzählt. Ich hätte mir gewünscht das am Ende auf noch mehr eingegangen wird und man noch mehr erfährt.

Zudem finde ich es nicht gut, wie mit dem Thema Vergewaltigung umgegangen wird. Ich kann es verstehen das es den Opfern schwerfällt mit der Polizei zu reden, trotzdem finde ich es wichtig so etwas zu melden. Das wurde in dem Buch nicht getan, und das finde ich (persönlich) nicht optimal.

Fazit

Ein schönes Buch, über eine etwas andere Liebesgeschichte, aber für mich zu oberflächlich.

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Veröffentlicht am 23.01.2021

Gepupste Herzchen

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Ich habe das Buch angefordert, weil ich die Idee des Food Trucks interessant fand und etwas über die Hintergründe des Food Trucks erfahren wollte. Letztlich ist das Buch eine süße Geschichte, die weniger ...


Ich habe das Buch angefordert, weil ich die Idee des Food Trucks interessant fand und etwas über die Hintergründe des Food Trucks erfahren wollte. Letztlich ist das Buch eine süße Geschichte, die weniger von Liebe und Erotik als von Freundschaft handelt.

Rezi enthält Spoiler.

Triggerwarnung: Der Text enthält eine Vergewaltigung und reißt deren Verarbeitung an.

Worum geht es?

Jordan und Max wirken unterschiedlich, haben aber ähnliche Probleme: Max kämpft mit den Folgen einer Vergewaltigung, Jordan um seine Mutter, die nach dem Tod des Vaters eine bipolare Störung (?) entwickelt hat. Außerdem fühlen sich beide innerhalb ihres kleinen Freundeskreises ausgeschlossen und nicht gesehen.

Die Charaktere

Max sieht sich als "Super-Max", als Kerl, der Probleme einfache weglächelt. Die Prägung rührt aus der Kindheit, als Jordans Vater, der später die Familie verließ, ihm sagte, er sollte nicht weinen. Auch heute noch kann der Vater mit Gefühlen schlecht umgehen. Im Laufe der Handlung erkennt Max, dass er nicht immer stark sein muss. Außerdem malt er, was eine Verbindung zu Jordan herstellt, der Gedichte schreibt. Die Malszene war für mich gut nachfühlbar. Ich denke, der Autor hat es geschafft, Kunst so zu beschreiben, dass man sie sich vorstellen kann - das ist selten! Der Schlüssel ist, das Max eine Emotion zeichnet, die ein paar Seiten zuvor schon beschrieben wurde - der Leser hat eine Beziehung dazu und spürt sie beim Entstehen des Bildes. Für mich war Max prägnant und ein guter Kontrast zu Jordan. Was die Beziehung zum Leser angeht, hat Max einen "Anfangsvorteil", weil die erste Szene des Romans von ihm und seiner Kindheit handelt.

Jordan war zuerst der "schwächere" Teil der Beziehung. Er leidet unter sozialen Ängsten, was auch im Buch als Trigger notiert ist. Das äußert sich besonders darin, dass er sich ständig selbst kritisiert und seine Freudinnen nicht zurecht weist, als diese seinen Hund ärgern. Ich konnte Jordans Ängste leider nicht nachfühlen, obwohl ich soziale Ängste aus der Realität kenne. Ich denke, dass Jordans Krankheit relativ einseitig geschildert wird - man sieht nur seine Innensicht, selten seine Außenwirkung. Für mich hat sich Jordan kaum von anderen Figuren des Typus' "schüchterner Kerl" unterschieden. Allerdings bewundere ich seine realistische Sicht auf seine Mutter - er erkennt, dass sie übertrieben dramatisch agiert und es ihr nicht um ihn geht, sondern um sich - auch bei seinen Problemen. Interessant fand ich, dass Jordan versucht zu gendern und dass es ihm wichtig ist, keinen Vorurteilen nachzugeben. Leider verläuft sich das im Laufe des Romans. Jordan schreibt Gedichte, die klingen, als hätte man sie aus einer Teenager-Zeitschrift ausgeschnitten - sie sind umgangssprachlich, wenn Reime vorhanden sind, sind sie eher zufällig. Sie enthalten nette Bilder, wirken aber sperrig und nicht schön. Letztlich ist das jedoch Geschmackssache.

Ich fand beide Figuren einzigartig, aber schwer zu unterscheiden, weil sie ähnlich deutliche Probleme haben. Besonders, dass die Beziehung zu ihren Freunden gleich ist. Ich hatte das Gefühl, dass Max' Bindung zu seinen "Amigos" tiefer geht, während Jordan seine Freundinnen "nur" hat, um nicht allein zu sein. Außerdem klingen beide stilistisch gleich.

Themen

Psychische Probleme: Einige Aspekte der Depression, kombiniert mit manischen Phasen, wirkten auf mich realistisch. Jordans Mutter liebt ihn, sie sieht ihn aber nicht. Für sie ist er kein 18-jähriger Junge, der seinen Vater verloren hat, sondern ein Freund, der sich um sie kümmert. Sie verleugnet ihre Krankheit, versucht sogar, sie zu vertuschen. Jordan wiederum spricht das nicht an, weil er Angst hat, dass sie weint. Die beiden befinden sich in einem Teufelskreis. Mich irritiert aber, dass das niemandem auffällt - keiner betreut die Familie, es scheint niemanden zu interessieren.

Vergewaltigung: Der Akt selbst wird grob geschildert, im entscheidenden Moment hält der Autor nicht drauf, sondern versetzt sich in Max, der das Geschehen außerhalb seines Körpers schemenhaft wahrnimmt. Ich fand das für die Figur traurig, aber nicht deutlicher, als unbedingt nötig. Danach widmet sich der Text der Frage der Opferrolle - wie groß muss ein "Nein" sein, um als "Nein" zu gelten? Warum hat sich Max nicht gewehrt? Ich fand diese Fragen sehr treffend. Allerdings fehlten mir die langfristigen Auswirkungen, weil der Roman nur eine Handlungszeit von einem Monat hat. Insgesamt geht der Text sehr feinfühlig mit dem Thema um.

Freundschaft: Jordan bezeichnet seine Frauen liebevoll als seine "Ehefrauen". Mir ist aufgefallen, dass sie ihn kaum in Gespräche einbeziehen und manchen Gag auf seine Kosten machen. Die Beziehung ist eher oberflächlich, von seinen Gedichten erzählt er kaum. Der Sinn der Beziehung besteht darin, über andere zu lästern, gegen etwas zu sein. Max' Freunde wirken netter, aber sie spielen meist Videospiele oder reden über Sport. Einer der beiden ist Poetry Slamer, wird aber eher belächelt. Ich denke, auch das ist realistisch - dass man mit 18, wenn man sich als Außenseiter fühlt, nicht die Wahl hat, mit wem man befreundet sich, sondern die Leute nimmt, die einen nicht hassen. Die Auflösung der Konflikte ist etwas geschönt, weil plötzlich Themen zur Sprache kommen, die vorher nicht einmal angedeutet wurden. Aber der Autor bemüht sich, jede Figur zu Wort kommen zu lassen und Harmonie darzustellen.

Paradox finde ich jedoch, dass es beiden darum geht, Grenzen zu akzeptieren, sie aber innerhalb der Beziehung übertreten werden. Max überredet Jordan dazu Football im Park zu spielen und ins Fitnessstudio zu gehen und er bestimmt, welche Geräte benutzt werden - er dominiert nicht, aber er übt im Rahmen der Freundschaft Druck aus. Max hätte Jordans Wunsch respektieren oder ein anderes Gerät suchen können.

Die Erotik

Im Buch wird geküsst und es gibt eine interessante Szene, die Sport und Erotik verknüpft. Allerdings fehlte mir das Knistern und selbst die Momente, die erotisch sein sollten z.B. wenn die beiden das Aussehen des anderen bewundern, wirkten auf mich nicht spürbar. Für mich sind die beiden eher gute platonische Freunde, die nach ein paar Monaten ein Paar werden KÖNNTEN. Man hätte die Erotik wegelassen und durch freundschaftliche, körperliche Nähe ersetzen können. Wer keine Akte mag, für den ist das Buch super. Ich hätte gern etwas mehr Action gehabt.

Die Dramaturgie

Ich fand den Roman sehr ausgeglichen - das Motiv des Foodtrucks beherrscht die erste Hälfte, danach geht es zunehmend um die tieferen Probleme der Jungs. Der Roman hat kreative Szenen, die ihn einzigartig machen, und manchmal kommt sogar Humor vor. Mich stört jedoch, dass es im letzten Viertel zuviel um Gedichte und Philosophie geht - kann man mögen, war mir zu schwermütig.

Schreib- und Erzählstil

Die Dialoge sind geprägt von Umgangssprache - Elipsen werden verwendet, "Alter" ist gängig. Ich fand's gut lesbar, natürlich und nicht übertrieben. Aber durchgängig. So konsequent habe ich das bisher nicht erlebt. Im Gegensatz dazu stehen sehr verkopfte Gedanken bei beiden Figuren, die dem Text das Tempo nehmen und beide gleich klingen lassen. Ich fand das nicht angenehm und habe manchmal den Anschluss verloren.

Cover, Titel und Formatierung

Das Titelbild gefällt mir wegen der Comic-Optik sehr gut, es ist einprägsam und verheißt eine lockere Geschichte. Auch wenn das nicht zutrifft, ist es ein wunderschönes Bild.

Den Titel finde ich nicht gut. Er ist dem Gedicht "Song" des Dichters Seamus Heany entnommen und bedeutet, sehr frei übersetzt, "Der Klang des Moments". Der Titel ist sperrig und es wird sehr spät aufgelöst, woher er kommt. Ich finde kaum einen Bezug zum Text - es geht um Gedichte, aber das war es. Für mich spiegelt der Titel weder das Grundthema noch die Grundstimmung wider.

In der Verlagsschrift der E-Pub-Version sind die Gedichte kursiv und in einer anderen Schriftart formatiert und daher nicht gut lesbar. Wählt man eine andere Schriftart aus, wird der Text nur kursiv formatiert.

Hübsch fand ich das Auto mit dem Herzchen am Auspuff am Anfang jedes Kapitels - das war witzig!

Fazit

"The Music ..." ist ein Text, der eher Top ist. Ich habe das Buch gern gelesen, es ist ein dezentes Werk, das nicht das Zusammenkommen in den Mittelpunkt rückt, sondern die Charaktere. Leider wirkt die Beziehung letztlich doch etwas gewollt - mit etwas mehr Seiten hätte man das aus meiner Sicht kitten können.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Eine zuckersüße, schwerwiegende Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen !

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Inhalt/Klappentext:
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft ...

Inhalt/Klappentext:
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft …

Eindruck:
Im letzten Jahr habe ich LGBTQ+ Bücher zum ersten Mal kennen und lieben gelernt, weshalb ich nun umso gespannter auf die Übersetzung zu „The music of what happens“ war. Hier hat mich aber nicht nur der vielversprechende Klappentext wahnsinnig neugierig gemacht, sondern auch das zuckersüße Cover konnte mein Interesse auf Anhieb wecken ! Der strahlend blaue Himmel, die kleinen Wolken als Details und die beiden Jungen, die vermutlich unsere Protagonisten Jordan und Max darstellen sollen, geben schon einen kleinen Eindruck, was den Leser inhaltlich erwarten wird und machen definitiv Lust auf mehr. Und ich meine, ein Food Truck, zwei Jungen, die charakterlich ein Unterschied wie Tag und Nacht sind und eine Freundschaft, die von Seite zu Seite mehr wird... Was steht einem guten Buch da noch im Weg ? Ob mir die Geschichte wirklich so gut gefallen hat wie anfangs gehofft, könnt ihr nun selbst lesen !

Zunächst möchte ich ein wenig auf den Schreibstil des Autors eingehen, mit vor allem zu Beginn der Geschichte, leider meine Probleme hatte. Obwohl Bill Konigsberg wunderbar flüssig und locker leicht schreibt, so dass ich buchstäblich durch die Seiten geflogen bin, gab es etwas, das mich gestört, beziehungsweise, das mir gefehlt hat. Es waren die Gefühle, die mich leider nicht erreichen konnten und durch deren Fehlen die ganze Geschichte ziemlich platt und unerreichbar auf mich wirkte. Zwar verbreitet das Geschriebene eine wundervolle Message, mit der mir der Autor von der Seele spricht, allerdings geschieht das in meinen Augen mit wenigen Emotionen. Außerdem hatte ich teilweise auch das Gefühl, dass Bill Konigsberg viele belanglose Einzelheiten aneinanderreiht, die überhaupt nichts gemeinsam haben, sondern einfach nur dazu dienen die Geschichte zu füllen. Das und insbesondere auch der Humor, der nicht meiner ist und mit dem ich somit auch nur wenig anfangen konnte, waren ein kleiner Störfaktor. Was ich aber unbedingt loben muss, sind die wunderschönen und inspirierenden Gedichte, die den Leser auf einigen Seiten erwarten und das Leseerlebnis um einiges versüßen. Dieser Aspekt hat mir definitiv gut gefallen und die kleinen Anekdoten werden mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

Mit den Protagonisten stehe ich auch etwas im Zwiespalt, da ich Jordan und Max zwar unheimlich sympathisch finde, mir aber auch in der Charakterausarbeitung der gewisse Tiefgrund gefehlt hat. So ist beispielsweise Jordan der typische, introvertierte Einzelgänger, der sich nicht traut auf Menschen zuzugehen und seine Gedanken somit lieber selbst und insbesondere in Gedichten verarbeitet. Er ist zudem großer Träumer, der somit auch mal schnell in seine Tagträume abtaucht und kurzzeitig alles um sich herum vergisst. Besonders das, aber auch seine tollpatschige und unbeholfene Art haben dafür gesorgt, dass er mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Auch seine Situation, die in der Vergangenheit mit dem Tod seines Vaters beginnt und in der Gegenwart mit seinem durchwachsenen Verhältnis zu seiner Mutter abschließt, hat mir unheimlich viel gegeben und gezeigt wie schnell ein Familienglück eigentlich zerbrechen kann. Trotzdem muss ich sagen, dass sein Charakter mehr von Klischee, als allem anderen lebt, da er in meinen Augen der typisch schlacksige, unattraktive und mit mangelndem Selbstbewusstsein geprägte Junge von nebenan ist. Seine Entwicklung und die Tatsache, dass er durch Max immer mehr an Selbstbewusstsein gewinnt, hat mir dafür umso besser gefallen.

Mit Max konnte ich tatsächlich schon mehr anfangen als mit Jordan, da er dem Leser schlichtweg einen weitläufigeren Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt gibt und somit viel facettenreicher auf mich wirkt. Zwar lebt auch er von einer guten Portion Klischee, allerdings merkt man schnell, dass mehr hinter seinem Dauergrinsen steckt, was mir wirklich gut gefallen hat. Seine Wandlung vom typischen, charmanten und sportlichen „Bro“ zu einem vielfältigen Jungen, der auch seine verletzliche Seite zeigt, konnte mich schnell überzeugen. So zeigt er bald seine echten Gefühle, versteckt sich nicht mehr hinter seiner coolen Fassade und entdeckt seine Leidenschaft für das Zeichnen und Kochen, die er sonst immer vor seinen Freuden und der ganzen Schule versteckt hat. Auch seine Hilfsbereitschaft gegenüber Max und die Tatsache, dass er ihm geholfen hat aus seiner Komfortzone rauszukommen und ihn so akzeptiert und liebt wie er ist, konnte mein Herz erwärmen. Insgesamt ist er also der intensivere und authentischere Protagonist, zu dem ich im Laufe des Buches auch eine Verbindung aufbauen konnte.

Zu den Nebencharakteren muss ich auch unbedingt noch ein paar Worte verlieren, da mich sowohl „die Ehefrauen“ (so nennen sich Jordans Freundinnen), als auch die „Amigos“ (Max Freundeskreis) an ein wandelndes Klischee erinnert haben. Erstere sind die typischen Mädchen, die ihr Leben mit kichern, shoppen und tratschen verbringen und Jordan in meinen Augen auch nicht so behandeln, wie er es verdient hätte. Gerade weil Jordan ein mangelndes Selbstbewusstsein und keine anderen Freunde hat, hätte ich hier deutlich mehr Einfühlsamkeit und Verständnis für seine Situation erwartet. Stattdessen hatte ich mehr das Gefühl, dass sie ihn tyrannisieren und nicht wertschätzen. Auch die „Amigos“, die geläufigen Sportlerkollegen, die ihre Freizeit mit Zocken verbringen, waren dem ganz ähnlich, wobei ich ihre spätere Wandlung wirklich schön anzusehen finde. Die einzige, die ich wirklich sympathisch finde, ist Max Mutter, die eine liebevolle Bezugsperson, auch für Jordan, ist uns sich wundervoll um ihren Sohn kümmert.

Die im Vordergrund stehende Liebesgeschichte ist zart, wundervoll leicht und schreitet in kleinen Schritten voran. Obwohl Jordan und Max zunächst unterschiedlich wie Tag und Nacht zu sein scheinen, ist das gewisse Prickeln und die Anziehungskraft zwischen ihnen auf Anhieb zu spüren, was mir unheimlich gut gefällt. Schön finde ich zudem, dass sich beide Hälften in allem unterstützen, sich gegenseitig so akzeptieren wie sie sind und sich trotz vielen Hürden und holprigen Wegen niemals unterkriegen lassen. Die Message dahinter ist wunderschön und hat mir sehr viel gegeben. Teilweise hätte ich mir aber auch hier ein wenig mehr Gefühle und Emotionen gewünscht, da mir die komplette Handlung etwas zu sachlich erscheint. In Bezug darauf hätte ich ein paar intensivere Momente zwischen den beiden schön gefunden. Alles in allem war es aber wunderbar mitzuverfolgen wie Max und Jordan sich immer weiter annähern und dabei das ein oder andere Abenteuer miteinander erleben.

Zwischen all den Kritikpunkten hat mir das allgemeine Thema der Geschichte aber am allerbesten gefallen. Zunächst finde ich das Thema bezüglich des Food-Trucks unglaublich toll, außergewöhnlich und einzigartig. Es war wirklich interessant und beeindruckend mit anzusehen, was Jordan und Max gemeinsam auf die Beine stellen und welche Leidenschaft sie dabei für ihren Job aufbringen. Die tägliche Arbeit dort und die zahlreichen Abenteuer und Erlebnisse die damit einhergehen, haben mir einige Male ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und die Geschichte abwechslungsreich gestaltet. Toll finde ich auch die Message, die Bill Konigsberg mit „The music of what happens“ verbreitet, da einige (auch potentiell triggernde) Themen aufgegriffen und schön ausgearbeitet werden. Von sexueller Vergewaltigung bis zur Sucht auf einem speziellen Gebiet ist alles mit dabei, womit der Autor uns eine wahnsinnig große Vielfalt bietet. Zwar wurde die von mir erwartete, leichte Lektüre damit etwas schwerwiegender und die Stimmung etwas bedrückender, doch das hat mich keineswegs gestört, vor allem da die Darstellung der Bandbreite von Themen sehr gut gelungen ist. Insgesamt also eine zuckersüße Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen, die zudem wichtige Themen aufgreift.

Fazit:
Obwohl ich mit den Charakteren und dem Schreibstil des Autors etwas im Zwiespalt stehe, hat mir die einzigartige Thematik der Geschichte unheimlich viel auf den Weg gegeben, weshalb ich in Bezug darauf trotzdem eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen möchte !
3.5/5🌟

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Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine süße Geschichte, wenn auch mit einigen Mängeln🤍

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•The Music Of What Happens von Bill Konigsberg•
Für mich war es das erste Buch aus dem Genre LGBT und ich muss sagen, dass ich direkt positiv überrascht wurde. Die Geschichte von Max und Jordan hat mir ...

•The Music Of What Happens von Bill Konigsberg•
Für mich war es das erste Buch aus dem Genre LGBT und ich muss sagen, dass ich direkt positiv überrascht wurde. Die Geschichte von Max und Jordan hat mir auf die ein oder andere Weise sehr das Heru erwärmt, auch wenn es leider ein paar Mangel hatte💙

Normalerweise mag ich solche Art von Buchcover, auf denen Menschen drauf sind, nicht gerne, aber dieses hier mag ich sehr, vor allem weil die Gestaltung ein bisschen an einen Comic erinnert. Anfangs ließ sich der Schreibstil von Bill Konigsberg noch sehr leicht und angenehm lesen, aber mit der Zeit musste ich leider feststellen, dass es nicht so meins ist. Manche Formulierungen klang sehr unrund, teils komisch und ich konnte mich nur schwer in die Charaktere hineinversetzen oder ihre Handlungen nachvollziehen. Dennoch war es gut, dass das Buch aus Max‘ und Jordans Perspektive geschrieben ist. So bekommt man einen viel besseren Einblick in die Situation.

Max war mir von der ersten Seite an eigentlich total sympathisch. Ich mochte seinen Humor, seine lockere Art, wie er Jordan und seiner Mom einfach so geholfen hat und dass er nie aufgegeben hat. Überhaupt hat er eine total angenehme Ausstrahlung gehabt. Außerdem fand ich es unglaublich mutig und stark von ihm, dass er es am Ende geschafft hat, über das zu reden, was ihm Schmerzen/Angst bereitet. Nur manchmal fand ich seine Formulierungen Jordan gegenüber etwas undurchdacht und gemein. Jordan hingegen konnte ich leider nicht so sehr ins Herz schließen, geschweige denn mich mit ihm anfreunden. Sein Charakter war irgendwie komisch und allein die Art, wie er und seine Mom miteinander umgegangen sind etc. war für mich irgendwie sehr seltsam. Zwischendurch konnte Jordan richtig lustig sein, aber ich hatte oft das Gefühl, dass er übertreibt und es war schrecklich, wie er sich ständig so runter gemacht hat.

Mit dem Freundeskreis von jeweils Jordan und Max hatte ich so eine ziemliche Hassliebe. An sich fand ich Betts und Zay-Rod total lustig, süß und mega unterhaltsam, aber ihr Verhalten war oft echt unangebracht (vor allem was Max’ Homosexuallität anging) und viel zu kindisch für ihr Alter. Auch Pam und Kayla waren ganz cool drauf, aber auch sie waren mir oft etwas zu seltsam, auch wenn sie nicht ganz so unreif zu sein schienen wie Max‘ Freunde. Wenn ich allerdings sehr gerne mochte, war Max‘ Mutter. Sie war wirklich toll, hat immer zu Max gestanden und ihn nicht eine Sekunde verurteilt. Ich denke, zu Jordan‘s Mutter muss ich nicht viel sagen. Denn ihr Verhalten war einfach nur enttäuschend und traurig.

An sich mochte ich den Grundgedanken der gesamten Geschichte sehr gerne und fand sie unglaublich süß, doch leider hat es mir etwas an der Umsetzung gehapert, was schließlich ausschlaggebend für die Bewertung war. Natürlich finde ich es großartig, dass so viele wichtige Themen angesprochen werden, die auf jeden Fall nicht zu kurz kommen in diesem Buch, und dass ebenfalls gezeigt wird, dass von manchen Dingen wie Vergewaltigung nicht nur Mädchen betroffen sein können. Außerdem hat mir die Entwicklung zwischen Max und Jordan von der Freundschaft zur Liebe sehr gefallen. Die beiden waren süß zusammen und haben trotz ihrer vielen Unterschiede wunderbar zusammengepasst. Ich mochte es, die Entwicklung zu verfolgen und zu sehen, wie sie ihre Vorurteile für einander abgelegt haben und ihre Freundeskreise langsam zusammengeführt haben. Auch die Weise, wie sie sich kennengelernt haben und näher gekommen sind, war eine tolle Idee, allerdings war irgendwann einfach die Spannung raus. Der Handlungsverlauf war ziemlich eintönig und die Ereignisse haben sich irgendwie ständig wiederholt. Oftmals gab es sehr komische Situationen, die ich am liebsten übersprungen hätte und dann haben sich plötzlich auch die Charaktere nicht so verhalten, wie es angemessen gewesen wäre. Zum Ende hin gab es noch einmal eine erschütternde Wendung, die ich allerdings gut fand, weil es dringend nötig war für Jordan. An sich hat mir das Ende gut gefallen.

Fazit: abschließend gebe ich der Geschichte von Max und Jordan 3,5 von 5 Sterne. Denn der Grundgedanke war einfach toll und hatte definitiv Potenzial. Leider ist es hier sehr an der Umsetzung gescheitert und an dem Schreibstil, der einem die Geschichte einfach nicht sonderlich gut näher gebracht hat.

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Veröffentlicht am 04.12.2020

Ein Food-truck zum Glück

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Ein paar Wort möchte ich noch vorab erwähnen bevor ich das Buch bewerte. Die Geschichte um Max und Jordan war schön und auch wichtig. Ich hatte echt eine schöne Zeit mit den beiden und ich wünsche mir ...



Ein paar Wort möchte ich noch vorab erwähnen bevor ich das Buch bewerte. Die Geschichte um Max und Jordan war schön und auch wichtig. Ich hatte echt eine schöne Zeit mit den beiden und ich wünsche mir mehr solcher Bücher weil sie einfach unsere bunte Welt widerspiegelt.

Cover und Schreibstil
Der Schreibstil hatte etwas besonderes, was genau kann ich gar nicht sagen aber ich habe ein paar Seiten gebraucht um reinzufinden.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen und passt für mich einfach perfekt zu den beiden Jungs und auch zur Story.

Klappentext
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft ...

Inhalt
Es geht um Max und Jordan, einen Food-truck und jede Menge Probleme und Fragen die die Welt bedeuten.
Es gab für mich leider ein paar Punkte die mir nicht so gut gefallen haben.
Mir gingen zum Beispiel die Freundinnen von Jordan sehr auf die Nerven weil sie für mich keine wirklichen Freunde waren. Sie haben einfach keine Tiefe und nehmen Jordan auch nicht ernst. Das hat mich bei einigen Szenen sehr gestört weil die Tiefe des Buches verloren ging.
Bei Jordan war auch seine Mutter eine Katastrophe, ich möchte nicht zu viel verraten aber sie war für mich keine Mutter. Es war Jordan der in der Beziehung der Erwachsenen war.
Max ist der Sunnyboy, der nur nach außen hin so sunny ist. In seinem Inneren ist er sehr nachdenklich und sein Vater ist leider auch nicht besser als Jordans Mutter.
Die ersten 2/3 des Buches war das meiste auch logisch und gut umgesetzt aber das Ende hat mich etwas verwirrt. Es gab keinen richtigen Abschluss, was mich aber positiv überrascht hat waren die poetisch Abschlussworte. Die fand ich sehr gut, passten aber nicht so recht zu allem anderen.

Fazit
Ein Buch welches wirklich viel Potential hat und ich wirklich sehr hohe Erwartungen hatte. Die leider nicht ganz erfüllt werden konnten.

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